Sunday, 15 May 2016

Von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten...

02.04.2016 – Mit Spontanität in die Berge

Das Wetter war wundervoll und ich schlief aus, da wir ja so lange geredet hatten. 10 Uhr schälte ich mich dann aus dem Bett und plante meinen Tag. Ich hatte mir vorgenommen meinen Blog auf Vordermann zu bringen und dann wollte ich mir noch ein wenig die Kirschblüten anschauen, denn in den nächsten Tagen sollte der Regen zunehmen und dann hätte ich keine Gelegenheit mehr dazu noch ein paar schicke Fotos zu schießen. Während das Wasser für meinen Kaffee kochte machte ich mich daran im Internet nach schönen Orten für die Kirschblüte in Tsukuba zu suchen. Ich fand einen wundervollen Teich, der für die Kirschblüte der bekannteste und beliebteste Platz war und warf einen Blick auf meine Karte. Es sah nicht allzu weit auf der Karte aus und Google sagte, dass man diesen Platz sehr gut erreichen konnte und eine Strecke knapp 1km betrage. Kein Thema, denn so steil wird der Weg ja nicht werden. Ich genoss mein übliches Frühstück mit einem kleinen Zusatz – Pfannkuchen ähnlichem Gebäck und suchte mir die beste Route für meine Fahrt aus. Da ich in Deutschland nie wirklich Fahrrad gefahren bin, hatte ich keine genaue Vorstellung von 10km, aber ich hatte mir fest vorgenommen, diesen Teich zu erreichen und mir dort die Kirschblüte anzuschauen. Um gleich dort Kaffee zu trinken ging ich noch einmal schnell in den 100Yen Lawson und kaufte mir einen Kakao, Scones und ein Stück Rührkuchen und dann machte ich mich auf den Weg. Auf dem Weg neben der Straße kampierten ebenfalls viele Leute, die dort ihr Hanami zelebrierten. 
Und auch die ersten Firmen bauten dort ihren Grill auf und stellten Bier und anderen Alkohol kalt. Ich radelte los und blieb kurz an dem Park nahe der Uni stehen, um dort die Leute zu beobachten Dann ging meine Fahrt weiter und nach kurzem Zögern nahm ich den kürzeren Weg, der mich aber über eine Landstraße führen würde. Man würde mich schon nicht umfahren, wenn auch auf denen 40km/h erlaubt waren. ^^ Ich radelte und die Landstraße entpuppte sich als Nebenstraße, auf der teilweise spärlich Autos Platz hatten. 2 Autos nebeneinander, waren an manchen Stellen nicht denkbar, weshalb ich ein schlechtes Gewissen den Autofahrern gegenüber hatte. 
Das verflog jedoch schnell, als ich die Landschaft bewunderte. Ich radelte langsamer und begutachtete Felder, typisch japanische Häuser und die Berglandschaft im Hintergrund. Es war wunderschön und ich genoss die Sonne und freute mich über die Landschaft und das schöne Wetter. Irgendwann hielt ich an, um mich zu vergewissern, dass ich auf der richtigen Straße war, denn diese wurde immer kleiner, die Gegend Ländlicher und die Straßenschilder verschwanden. Es war nirgendwo angeschrieben, auf welcher Straße ich mich eigentlich befand und ich beschloss Leute zu fragen, nachdem ich mir überhaupt nicht mehr sicher war, wo ich mich befand. 
Ich fragte einige Leute, die mit ihrer Gartenarbeit oder Feldarbeit beschäftigt waren, die mir jedoch die alle die gleiche Antwort gaben: Der Berg Tsukuba ist in die Richtung und wir haben keine Ahnung, wo der Teich ist, den du suchst. Aber gib auf dich Acht, wenn du weiterfährst. Ich gab Acht beim Weiterfahren, auch wenn ich keine Ahnung hatte, wo ich mich befand. Die Richtung stimmte schon Mal. Immer zum Berg und dort dann Rechts abbiegen. XD Ich fuhr also weiter stur die Straße entlang und freute mich immer noch über das Wetter. Ich kam auf eine Kreuzung, die endlich Mal die Nummern der Straße nannte und ich stellte fest, dass ich auf der richtigen Straße war. 
Dann fuhr ich einen Radweg entlang, auf dem sehr viele Kirschbäume gepflanzt waren und obwohl ich wenig später erfuhr, dass ich eher hätte abbiegen müssen, machte es mir nichts aus, da die Aussicht einfach zu schön war. ^^ 

japanische Kleingürten...
Kleingartenanlage Nr. 2
Ich fragte dann nach einer Weile dann doch Mal nach dem Weg und fuhr endlich Mal zum Park, wo ich 10 Minuten später auch ankam. Der Wind hatte zugenommen und die Sonne war mittlerweile hinter den Wolken verschwunden und schlagartig war jegliche Wärme weg. Ich stellte mein Fahrrad neben einer Sporthalle ab und ging in den Park, wo ich immer noch meinen Kakao trinken und meinen Kuchen essen wollte. Ich schoss sehr viele Fotos und suchte mir dann ein Plätzchen, wo ich mich hinsetzen konnte. Es war wirklich ein sehr schöner Park, auch wenn mittlerweile die Wolkendecke unzertrennlich geworden war. 
Schrein nahe des Parks
An einem Baum blieb ich jedoch stehen und lauschte. Irgendwo war ein Specht am Werk, den man jedoch nicht fand, egal wie sehr man diesen Baum auch begutachtete. Ich ging also weiter und beobachtete ein paar Angler, die fröhlich am Rand standen und angelten. Der Wind wurde stärker und ich suchte mir ein geschütztes Plätzchen zum Essen. 
Tsukuba-san mit Sakura 
Oike Park
Danach schoss ich noch ein paar Fotos und als ich dann schließlich anfing zu frieren beschloss ich zurück zu fahren. 
Es war mittlerweile schon 15 Uhr und ich machte mich auf den Heimweg. Ich beschloss den Fahrradweg noch etwas zu nutzen, da die Karte sagte, ich könne diesem noch etwas folgen und dann auf die große Schnellstraße abbiegen. 
Aber wieder einmal waren an den Straßen keine Nummern eingetragen und leider stand auch nie dran, wo ich Richtung Zentrum abbiegen konnte. Deshalb fuhr ich noch etwas weiter und fragte dann einen Opa der mir einen völlig umständlichen Weg erklärte und sich Sorgen machte, ob ich noch vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause ankommen würde. Ich fuhr also das Stück wieder zurück und fand schließlich eine Straße, die ich nehmen konnte. Ich fuhr und genoss die Aussicht und kam schließlich auf die große Schnellstraße. 
Angler in der Kirschblüte

Interessenverteilung. xD
Jetzt hatte ich es fast geschafft…fast….fast…noch ein kleines Stück…und noch eins und…die Schnellstraße zog sich Ewigkeiten hin und ich kam nach einer knappen Stunde endlich zu Hause an. Es war nach 5 Uhr und ich fühlte mich völlig ausgelaugt, aber sehr gut. Ich schaltete meinen Computer an und wollte eigentlich meinen Blog weiterschreiben, als ich sah, dass sie Eltern online waren. 
Also gab es erst einmal Videochat, bei dem ich schon anfing schläfrig zu werden. Nachdem wir aufgelegt hatten, merkte ich, dass ich nicht mehr zu wirklich viel in der Lage war und ging ins Bett. Immer hin musste ich am nächsten Tag zeitig aufstehen, da es ja wieder nach Tokyo gehen sollte. Also nutzte ich die 9 Stunden, die mir bis zum Aufstehen noch blieben und schlief. Kaum hatte mein Kopf das Kissen berührt war ich auch schon eingeschlafen…ich hatte an diesem Tag gut 30km zurückgelegt und das fühlte ich auch.

 
03.04.2016 – Unter den Kirschbäumen – oder: Wie ich die kleine Julia traf

Morgenbekanntschaft auf dem Weg zum Bahnhof
Mein Wecker riss mich aus dem Schlaf und ich fühlte mich unausgeschlafen. Es war kalt und draußen regnete es…und dabei wollte ich doch zum Hanami nach Tokyo fahren. Schnell fertig machen und noch schnell frühstücken. Aber erst einmal eine E-Mail an Natsumi, ob es in Tokyo wenigstens schön war. Ich bekam grünes Licht und machte mich noch fix auf zum Seven Eleven und dann fuhr ich mit dem Rad in die Stadt. Es war nass und kalt und überhaupt echt ungemütlich. Das war mir jedoch egal. Auch wenn ich kaum etwas sah, wegen des Sprühregens fand ich meinen Weg in die Stadt und stellte mein Rad an einem Einkaufszentrum ab, wo man keine Gebühren bezahlen musste und lief zurück zur Bahnstation, wo ich meine Karte auflud und in die nächste Bahn sprang. Fand einen Sitzplatz und machte mich daran meinen mitgebrachten Manga zu lesen. Mir gegenüber saß ein blonder Ausländer, der in ein Buch mit dem Titel „Ritual Theatre“ vertieft war und die Oma neben ihm schaute nun mich fasziniert an und war erstaunt, als ich einen japanischen Manga aus meinem Rucksack fischte und anfing zu lesen. Kritisch beobachtete mich Oma, ob ich auch wirklich las, oder nur so tat als ob. Doch als ich wenig später umblätterte nickte sie andächtig und wenig später schlief sie auch ein, beim stetigen Ruckeln der Bahn. Auch mich raffte es nach wenigen Seiten dahin und nachdem ich mir meine Bahnverbindung herausgesucht hatte schlief ich bis zu meiner Haltestelle. 
Nakameguro
Ich fuhr dieses Mal nicht bis zu Endstelle, sondern stieg schon eher aus, da von dort aus günstigere Verbindungen möglich waren. Nachdem ich in Kita-Senju angekommen war eilte ich erst einmal auf Toilette, wo ich mich brav in die Schlange der wartenden Frauen einreihte und wartete und wartete und nach 10 Minuten war ich dann auch endlich Mal an der Reihe. Ich schaute noch einmal nach meiner Verbindung und stellte fest, dass ich doch schon zum Treffpunkt fahren musste, da ich sonst zu spät kommen würde. Mein eigentlicher Plan war gewesen, noch schnell einen Laden abzuklappern und dann zum Treffpunkt nach Nakameguro zu fahren, doch da ich auch nicht zu spät da sein wollte und knapp 45 Minuten bis zu diesem Bahnhof brauchte, fuhr ich gleich und verschob den Einkauf auf später. 
In Nakameguro angekommen war auch schon der zweite Kaffee durch und ich blieb verdutzt vor der Frauentoilette stehen, da die schlange der wartenden Frauen einmal die Treppe nach oben bis auf den Bahnsteig reichte. Ich stieg also die Treppen nach oben und reihte mich in der Schlange ein. Es dauerte wieder knapp 30 Minuten, bis ich die Treppen wieder nach unten gestiegen war und hatte auch schon eine Nachricht von Natsumi erhalten, wo genau wir uns treffen würden. Ich schnappte mir einen Flyer über die Kirschblütenstraße, die dort zu finden war und fand Natsumi auf Anhieb. Erst einmal gingen wir schnell einkaufen und trafen uns dann mit einem ihrer Bekannten. Eigentlich hatte es ja ein Firmentreffen werden sollen, aber da so viele Selbst in Hanami verwickelt waren, kamen Bekannte nur Mal kurz vorbei und grüßten und gingen dann wieder ihrer Wege. Danach trafen wir noch einen weiteren Bekannten Natsumis, der mit seiner kleinen 4-jährigen Tochter gekommen war und zu 5. gingen wir dann zu dem Park. 
Picknick. ^^
Wir brauchten eine Weile, da wir immer wieder stehen blieben und die Blütenpracht fotografierten, die sich uns auf dem Weg dorthin bot. Neben einem Fluss bahnte sich eine Reihe Kirschbäume, die sich alle von ihrer schönsten Seite zeigten. Man wusste nicht, wo man hinschauen sollte, davon abgesehen, dass man zig Leute anrempelte, denn die Seitenstraßen waren Rappel voll von Menschen. Nach dem Park in Ueno war dies der beliebteste Ort, um Kirschblüten anzuschauen. Wir liefen weiter, fotografierten hier und dort und kamen dann doch noch im Park an, wo wir Matten ausbreiteten und es uns gemütlich machten. 
Wir packten den Einkauf aus und Natsumi zauberte aus ihrer Tasche Hühnchen, Fleischbällchen, Baguettes, Sushi und noch vieles, vieles mehr. Wir machten uns ans Essen und stießen mit Sekt an, der dann relativ schnell von Wein abgelöst wurde und der dann wieder von Sekt. Die kleine Julia hob als erstes ihren Becher mit Orangensaft zum Anstoßen und dann zogen die Erwachsenen nach. Dann wurde sich auf das Essen gestürzt und immer wieder wurden die Becher nachgefüllt, auch wenn man eigentlich noch nicht ausgetrunken hatte. Die Kirschbäume waren wirklich sehr schön und obwohl es bewölkt war und ganz kurz nieselte, war es relativ warm, sodass man sogar ohne Jacke dasitzen konnte. Julia wurde langsam unruhig und als die Erwachsenen ihre Schatzkiste mit Süßigkeiten auch nicht mehr so interessant fanden, wie das Gespräch, wollte sie spielen gehen. Zuerst war Papa an der Reihe. In der Zwischenzeit unterhielten wir uns über die verschiedenen Möglichkeiten, die es gäbe mich in Japan irgendwo Jobtechnisch unterzubringen. 
Juilia ^^
Als Julia und ihr Papa wieder da waren unterhielten wir uns eine ganze Weile sehr gut miteinander und dann war ich dran. Julia drückte mir ihren Seifenblasenspender in die Hand und ich hatte Glück, dass ich gerade noch so meine Schuhe anziehen konnte. Gemeinsam gingen wir zu einer kleinen Hecke, bei der niemand gestört werden würde, sollten Seifenblasen durch die Luft fliegen. Gnädiger Weise durfte auch ich ein paar Seifenblasen machen, die natürlich nie so schön wurden, wie die von Julia. Ich fand auch die Methode interessant. Es war nicht, wie bei uns in Deutschland, dieser Ring, sondern wie eine Art Röhrchen oder Strohhalm in den man hineinblies, um die Blasen zu erzeugen. Als die Laugenflüssigkeit verbraucht war kam dann auch schon der Papa, der sich wunderte, wie lange eine Packung Seifenblasen anhalten konnte und Julia erzählte ihm von ihren Künsten. Dann wurde ein Foto geschossen und dann wurden wir an die Hand genommen und durch den Park zurück zu unserem Platz geführt, wo ich mich hinsetze und etwas Trinken und Essen durfte. Wenig später gesellte sich eine junge Dame aus Kasachstan dazu, die in den Vereinigten Staaten lebte und die gerade in Tokyo Urlaub machte und vor einigen Jahren Mal bei Natsumi über Couchsurfing übernachtet hatte. Wir unterhielten uns auf Englisch, da sie kein Japanisch konnte und dann wurde es wieder Zeit mit Julia spielen zu gehen. Dieses Mal ging es auf ein Schaukelpferd, wobei es egal war, dass da Leute daneben saßen. 
Unsere Hanami-Gesellschaft
Die wurden einfach ignoriert, weshalb ich das Entschuldigen übernahm und Julia ein paar Mal aufforderte doch etwas vorsichtiger zu schaukeln. Die Japaner, die neben dem Schaukelpferd ihre Matte ausgebreitet hatte rätselten in der Zwischenzeit schon, wo ich denn herkäme und es war das erste Mal, dass jemand vermutete, ich sei aus Schweden. XD Die jungen Herren in der Runde, die gern ein Gespräch anfangen wollten, sich aber nicht trauten, weil ich ja meine Tochter bei mir hatte, fragten mich zwar ein paar Sachen aus, hielten sich aber zurück, bis sie mitbekamen, dass Julia gar nicht meine Tochter war. Ich fand es sehr lustig, dass ich für Julias Mutter gehalten wurde und hatte extreme Probleme nicht loszulachen, als die Gruppe feststellte, dass Julia mehr nach ihrem Vater käme und ich darauf antwortete: „Keine Ahnung. Ich kenne ihre Mutter nicht.“ Die Gesichter waren sehr amüsant und es dauerte eine Weile, bis sie begriffen, dass Julia nicht mein Kind ist. 
Als daraufhin das Eis bei den anwesenden Herren schmolz machte Julia ihnen klar, dass ich ihre Freundin war und bevor sie weitere Versuche starten konnten tauchte Julias Papa auf, wo sie schließlich gänzlich aufgaben. Eine sehr komische Situation! Da mittlerweile die Getränke zur Neige gegangen waren machten Natsumi und ich uns auf neue Getränke zu kaufen, Julia wollte uns begleiten und da wir uns so gut verstanden erlaubte ihr Papa auch, dass wir auf sie aufpassten. Julia blieb an jeder Blume stehen und fragte, wie diese heißen und da ich mich mit japanischer Botanik nicht so gut auskenne brachte ich ihr die deutschen Vokabeln bei, da Natsumi einige Blumen auch nicht bestimmen konnte. 
Müllberge im Park xD
Im Konbini angekommen nahmen wir noch eine Flasche Wein mit und ein paar Snacks und Julia bekam ein Eis, nachdem sie uns versichert hatte, dass ihr auch nicht kalt war. In der Zwischenzeit war sie zu faul geworden, um zu laufen und da sie mitten auf der Straße stehengeblieben war, trug ich sie ein Stück, bis ich sagte, sie sei doch schon groß und könne dann ihrem Papa sagen, dass sie das ganze Stück alleine gelaufen war. Wir kamen an einer Katzenvermittlung vorbei, wo die Katzen, wie in einer Pension frei im Zimmer herumtoben konnten und die Pfleger gerade mit ihnen spielten. Ausnahmsweise Mal eine Tierstation, die mir gefiel. Wir bestaunten eine Weile die Katzen und gingen dann wieder zurück zum Park. Endlich konnte ich eine Weile sitzen und den Tag genießen. 
Dann wurde es allmählich frisch und ich beschloss mir im nächstgelegenen Café einen Kaffee zu kaufen und da Julia ebenfalls frisch wurde, nachdem sie ihr Eis aufgegessen hatte, brachte ich ihr einen Kakao mit. Ich schoss noch ein paar Fotos und drehte ein kleines Video von dem Park und dann gingen es zurück zu unserer Decke, wo Julia ihren Kakao genoss und wir uns angeregt über dies und das unterhielten. Der Wind wurde immer stärker und wir beschlossen uns auf den Heimweg zu machen. Wir packten zusammen und dann ging es zurück Richtung Bahnhof, wo wir noch ein paar Mal stehen blieben und die Kirschblüten fotografierten. Julia erzählte ihrem Papa von den Blumen und versuchte sich an die deutschen Namen zu erinnern. Dann gab es noch Fotos von allen und weiter gin es zum Bahnhof. 
alles unter Aufsicht. xD
Die Menschenmenge hatte sich nicht verkleinert, weshalb Julia unbedingt an die Hand genommen werden wollte. Papa kam ihrer Bitte nach und kaum hatte er ihre Hand ergriffen, steuerte sie zu mir und nahm meine Hand, da sie zwischen uns schaukeln wollte. Am Bahnhof verabschiedeten wir uns alle voneinander und jeder ging seiner Wege. Ich hatte mir vorgenommen noch einmal nur nach Ueno zu fahren und dort die Kirschblüten bei Nacht anzuschauen und die nahegelegenen Schreinanlagen zu besuchen, die zu dieser Jahreszeit besonders schön aussahen. Katya, begleitete mich und gemeinsam fuhren wir nach Ueno, wo wir die lustigsten Szenen erlebten. 
Betrunkene Japaner zu beobachten kann so lustig sein! Einer hatte sich beim Schlafen irgendwie die Hose und die Unterhose ausgezogen und war einfach zur Seite gekippt und eingeschlafen. Seine Freunde versuchten nun ihn wieder wachzubekommen, da half aber auch nicht, dass sie ihm eine Ohrfeige nach der anderen gaben. Sie sammelten seine Sachen zusammen und versuchten krampfhaft ihn wieder anzuziehen. Ich wusste nicht, ob ich stehenbleiben sollte, da man so ein Schauspiel nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt, weil man normalerweise so betrunkene Japaner nicht sieht, oder ob ich peinlich berührt weitergehen sollte, wie es sich gehört. Mein Bloggerherz wusste, dass das eine so skurille Geschichte ist, die ich definitiv beobachten musste, da aber die Menschenmasse im Hauptgang des Parks weiter nach vorn drängte wurde ich mitgezogen und lief zum Schrein, wo ich ein paar Nachtaufnahmen der Kirschblüten machte und mir ein Horoskop kaufte. 
Danach gingen wir zu dem anderen Schrein, wo wir uns in die Reihe der wartenden Leute einreihten, um die Schreinglocken zu läuten. Ich warf 5Yen ein und sagte im Stillen meinen Wunsch auf und dann gingen wir allmählich wieder zur Bahnstation. Katya wollte sich noch mit einem Bekannten treffen und ich machte mich auf den Weg zum Skytree. Es war günstiger von dort aus nach Kita-Senju und außerdem wollte ich noch einmal in 2,3 Läden vorbeischauen. 
Ich hatte Glück, dass sie Läden alle bis 9 oder 10 Uhr geöffnet hatten, so konnte ich noch meinen Einkauf erledigen und sogar noch an einer Lotterie teilnehmen, in dem ich meinen Kassenzettel vorzeigte und eine Kugel aus einer Box zog. 
Ich bekam ein Päckchen Taschentücher und da meine gerade aufgebraucht waren, kam mir das sehr gelegen. Dann fuhr ich hinab in die Bahnstation und machte mich auf den Weg nach Kita-Senju und stieg von dort aus wieder in den Tsukuba Express, wo ich dieses Mal sogar einen Sitzplatz bekam. Ich schlief eine Runde, schrieb ein paar Nachrichten und als eine Durchsage kam, dass man, wenn man 10 Minuten eher in Tsukuba am Bahnhof sein will in den kommenden Schnellzug auf dem Bahnsteig gegenüber umsteigen könnte, blieb ich einfach sitzen, denn ich ahnte, dass dieser Zug extrem voll sein würde. Und ich hatte Recht. So konnte ich meinen Sitzplatz sogar behalten und brauchte nicht stehen. Immer hin waren es noch ein paar Haltestellen. Ich stieg am Bahnhof aus und ging durch die Schranke. Ich packte erst einmal alles in meinen Rucksack, sodass ich alles in meinem Fahrradkorb unterbringen konnte. 
Ich schnappte mir noch ein paar Flyer, über gute und günstige Orte, um sich Nahe Tsukuba die Kirschblüten anzuschauen und dann lief ich zum Fahrradparkplatz, wo ich mein Rad abgestellt hatte. Auch hier waren die Leute beim Hanami gewesen und torkelten gerade nach Hause zurück. Ich schnappte mir mein Rad und fuhr nach Hause. Es war sehr angenehm und obwohl es den ganzen Tag bewölkt gewesen war, war es noch relativ warm. Ich genoss den Anblick der Kirschblüten an den Bäumen, die von den Laternen in den Parks angeleuchtet wurden und fuhr langsamer zurück, als sonst. Zu Hause quetschte ich mein Fahrrad zu den anderen und dann ging ich nach oben, wo ich meine Sachen aussortierte, meine eigenen Kirschblüten bewunderte und dann müde und erschöpft in mein Bett fiel.


04.04.2016 – Das war wohl Nichts...

Es hatte über Nacht ein bisschen geregnet und die Wolken verdeckten die Sonne noch ein wenig, als ich aufstand und meinen Wasserkocher anschaltete. Ich muss es einfach noch einmal erwähnen...ich habe einen Wasserkocher! Und einen Kühlschrank! Ist es nicht wundervoll!!! *.* Als ich gerade mein Frühstücksfoto schießen wollte hörte ich Kinderstimmen und wunderte mich, da bei dem Wetter normalerweise keine Spaziergänge anstanden, aber ich hatte richtig gehört. Die Kleinen gingen brav ihre Runde und obwohl es zwar kalt aussah, war es relativ warm, da auch die Erzieherinnen keine Jacke trugen. 
Ich genoss mein übliches Frühstück, zu dem sich immer häufiger ein Frühstücksei gesellt und gönnte mir auch einen Toast mit Milchrcreme. Es trocknete relativ schnell und als ich gerade meinen Plan für den Tag erstellen wollte, wurde ich zum Glück daran erinnert, dass am Abend ein Vortrag in der Uni stattfand, zu dem wir eingeladen wurden, um den deutschen Vortragenden aus der Uni Hamburg zu unterstützen. Der Wetterwechsel machte mir zu schaffen und eigentlich hatte ich nicht wirklich Lust überhaupt mein Zimmer zu verlassen, weshalb ich mich erst einmal hinlegte und hoffte, dass der Kopfschmerz von allein verschwinden würde. Nachdem ich ein paar Stunden geschlafen hatte ging ich erst einmal schnell in den 100Yen Lawson, da ich noch Aufstrich und Yakult holen wollte. 
Ich fand, zu meiner Freude ein Stück Melone, die ebenfalls nur 108Yen kostete. Ein Stück musste natürlich ebenfalls mit. Ich fühlte mich zwar noch sehr erschlagen vom Wochenende, aber das hinderte mich nicht daran, erst einmal die Straßen um mein Wohnheim zu fotografieren, wo überall die Kirschbäume blühten. Es war einfach zu schön mit anzuschauen. Als ich vom Lawson zurückkam blieb ich erst einmal vor dem Wohnheim stehen und musste lachen. Der Bär, den die Mitbewohnerin aus dem ersten Stock gewaschen hatte, war scheinbar immer noch nicht trocken und damit das der Fall wurde, hatte sie ihn zum Trocknen aus dem Fenster gehangen...mit dem Hintern vorn an! XD 
Es war ein zu herrliches Bild, welches nach Verewigung schrie! Ich fotografierte den Einbrecher und blieb nicht die Einzige, denn jeder – sogar die Leute vom Wohnheimbüro – blieben stehen und fotografierten dieses lustige Szenario! Im Zimmer angekommen machte ich mich dann langsam fertig und fuhr in die Uni, wo ich viel zu früh ankam und eigentlich meine Post wegschaffen wollte, doch die hatte ich im Rucksack vergessen. Ich sah mich also erst einmal im Gebäude um und machte den Raum ausfindig, bevor ich schnell auf Toilette huschte und mich danach auf eine Bank setzte und auf die anderen wartete. 
Als ich jedoch die wundervollen Kirschblüten sah, ging ich jedoch noch einmal nach draußen und fotografierte den Baum, der in voller Blüte stand. Ich traf auf Tanja, die mir von ihrem Japanisch-Test berichtete und dann gesellte sich Yuiko zu uns, der ich an dem Tag leider abgesagt hatte, da ich den Schlaf wirklich nötig gehabt hatte. Danach traf auch der Rest ein und gemeinsam gingen wir in den Vorlesungssaal, wo ich auch auf Frau Schmidt traf, die ebenfalls zum Vortrag gekommen war. Auch Aizawa-Sensei war anwesend und gespannt warteten wir auf das, was sich uns bieten sollte. 
Im ersten Teil, der über die unterschiedlichen Lernmethoden und Ausrichtungen von Hochschulen handelte, würde ein Vortrag abgehalten werden, der uns einen groben Überblick über die Situation geben würde und danach sollte eine Diskussion mit dem Präsidenten der Uni Hamburg und der Uni Tsukuba stattfinden. Der Vortrag war gut und auch spannend, nur leider viel zu kurz. Nach knap 15 Minuten war der Vortrag schon vorbei und die Diskussion sollte stattfinden. Die Bühne wurde verdunkelt und obwohl man jede Bewegung auf dieser sehen konnte huschten schwarze Gestalten auf dieser herum, um unauffällig Stühle hinzustellen und das Rednerpodest wegzuräumen. Mittlerweile waren auch alle Anwesenden wieder wach, die in der Zwischenzeit eingeschlafen waren. 
Bei einigen hatte ich das dringende Bedürfnis gehabt, sie anzusprechen und ihnen zu sagen, dass sie doch bitte den Laptop wegstecken sollen, wenn sie schon schlafen und dabei immer zur Seite kippen. Ein Anderer verkörperte das typische Vorurteil der Technik Gewandtheit der japanischen Bevölkerung, in dem er seinen PC vor sich abstellte, um sein Tablet herauszuholen und dann sein Smartphone zückte, um eine Datei von seinem Telefon auf sein Tablet zu leiten, damit er weiter an seinem Computer arbeiten konnte. Herrlich! Und auch wenn man den Eindruck gewinnen könnte, dass ich dem Vortrag nicht gelauscht hätte, so trügt dieser Anschein! Der Vortrag war wirklich gut. Dann hatten die schwarzen Gestalten im Hintergrund ganz offensichtlich unoffensichtlich die Bühne umgeräumt und das Licht wurde auf der Bühne wieder angeschaltet. Es folgte ein leises überraschtes „Oh“ und dann wurden auch schon die Diskussionsteilnehmer angesagt. Der Anfang der Diskussion war sehr gut, was auch an den vorbereiteten Fragen der Diskussionsleiterin liegen konnte. Als es jedoch um die Fragen aus dem Publikum gab Herr Lenzen aus Hamburg bereitwillig Auskunft, was man leider nur von ihm behaupten kann. Und als eine kritische Frage aus dem Publikum kam, schottete sich der Redner aus Tsukuba völlig ab und ließ die Diskussionsrunde sogar abbrechen. Total verrückt! Wir waren völlig perplex und enttäuscht von dem Schauspiel, welches uns geboten wurde und verließen kopfschüttelnd den Saal. Wir unterhielten uns noch mit ein paar Freunden und dann machten wir uns auf ins Wohnheim. Auf dem Plan stand Curry! Und dazu gab es einen Salat mit Tofu, Paprika und Gurke. X3 Wir kochten und brodelten und freuten uns, dass es bald etwas zu Essen geben würde. ^^ 
Als das Essen dann fertig war setzten wir uns wieder in den Gang und genossen unser fürstliches Mal, welches unglaublich lecker schmeckte. Wir unterhielten uns, bis das Essen und der Wein uns schläfrig machten und wir alle beschlossen ins Bett zu gehen. Ich räumte mein Geschirr weg und schüttete mein gebratenes Fleisch in mein Curry, da wir einige Vegetarier in der Gruppe hatten und räumte den Rest Curry in den Kühlschrank. Danach ging es dann nur noch satt und zufrieden ins Bett, wo ich sofort einschlief.


05.04.2016 – Es gibt solche und solche Tage. ^^‘‘‘

Die Sonne schien und ich rollte mich von einer Seite auf die nächste. Ich hatte unglaublich schlecht geschlafen und war ständig wach gewesen. Doch da ich keinen Stress hatte, machte ich langsam und schlief aus. Zum Frühstück gab es den Rest Baguette vom Wochenende, der erstaunlicher Weise immer noch sehr lecker war und Melone und wie immer Müsli und Joghurt. Ich war immer noch etwas geschlaucht vom Wochenede und beschloss den Tag ruhig anzugehen. Auf dem Plan standen mein Einstufungstest für den japanisch Unterricht, den wollte ich endlich fertig bekommen. Dann hatte ich eine Mail von einer Freundin bekommen und somit war ein Videochat für den Tag geplant. Nach dem Frühstück schnappte ich mir mein Tagebuch und es ging erst einmal an die frische Luft, nicht ohne mich vorher einzucremen. ^^''' Einmal Sonnenbrand hatte für den Anfang ausgereicht. Ich merkte jedoch, wie ich müde wurde und bevor ich doch noch in der Sonne einschlief machte ich mich auf den Weg nach drinnen, wo ich mich, meinem Test widmete...Der Anfang verlief sehr gut, doch das System des Tests war nicht gerade das wundervollste...wer will bitteschön in 4 Sekunden eine Antwort auf eine Frage haben, bei der man vielleicht doch Mal gern nachdenken würde?! Die Struktur blieb jedoch fast immer die Gleiche. 4 Sekunden Fragen für einen Frageblock. Es gab Hörverständnis, Leseverständnis und Kanji und danach wurde dann ein wundervolles und komplett represäntatives Ergebnis erstellt, welches natürlich überhaupt nicht durch die zeitliche Einschränkung und den damit verbundenen Druck verfälscht wurde...ach was!, alles ganz natürlich! Jeder von uns antwortet auf alle Fragen in weniger als 4 Sekunden und hat dabei noch Zeit zum nachdenken und klicken...Japaner können es ja auch. XD Der Test ging extrem lange und nach über einer Stunde ließ dann auch meine Konzentration nach...und dann kam der Kanjitest. Ich sprang vor Freude durch mein Zimmer, als ich die Beispielfragen sah und klickte völlig motiviert, aber auch ko auf den Start-Knopf...und ich wünschte mir, ich hätte es nicht getan! Wo die Kanji aus den Beispielfragen viel zu einfach waren, waren jetzt Kanji dabei, die aus 8 Zeichen bestanden und die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte und irgendwo in der Mitte fehlte ein Kanji...finde heraus, welches das richtige ist...in 4 Sekunden...unmöglich! Ich schnitt demnach auch nicht gerade zufriedenstellend, für meine Verhältnisse ab und war extrem enttäuscht, weshalb ich meinen Computer nach dem Test zuklappte und mich erst einmal hinlegte. In meinem Kopf wimmelte es vor lauter Zeichen und Bedeutungen und ich fiel in ein riesiges Loch, da man nach einer Stunde permanentem Zeitdruck von 4 Sekunden einfach nur noch erschöpft ist. Ich schlief eine Runde und als ich mich besser fühlte gab es erst einmal einen leckeren Tee. Ich unterhielt mich mit meinen Mädels und dann war es auch schon Zeit für meinen Videochat. Es funktionierte alles Prima und das Gespräch ging länger, als geplant. XD Wie das immer so ist... Und plötzlich war es Mitten in der Nacht und es war zu spät und ich zu faul, um mir noch etwas ordentliches zu Essen zu kochen, weshalb es an dem Tag ohne essen ins Bett ging, wo ich auch sofort einschlief und von wirren Kanji träumte.


06.04.2016 – Manches erlebt man nur einmal…
  
Wer errät wie das Wetter an diesem Morgen war, dem schicke ich ein paar Sonnenstrahlen. ;)
Es war unglaublich, wie warm es plötzlich im Zimmer war! Der perfekte Tag, um sich in Tsukuba in einen Park zu setzen, zu arbeiten und die Kirschblüten zu genießen. ^^ Als ich jedoch mein Zimmer verließ traf mich allerdings erst einmal der Schock meines Aufenthaltes! Mein Schrank war weg…und mit ihm sämtliche Jacken und Westen, die in ihm gehangen hatten. Es dauerte einen Moment, bis ich begriff, was geschehen war und suchte nach der versteckten Kamera, die den blöden Blick des Ausländers aufnahm, wenn er bemerkt, dass sein Schrank weg ist. Erst einmal schnell bei den anderen klopfen, ob die etwas mitbekommen hatten. Keiner hatte etwas gesehen oder gehört, weshalb ich mich fix auf den Weg zum Müll machte, um zu schauen, ob er vielleicht von der Wohnheimleitung auf den Müll gebracht worden war, obwohl ich keinen Zettel dafür an meiner Tür kleben hatte. Dort lag aber kein Schrank… Aber…Moment…Warte…dort, auf dem kleinen Haufen Stoff…das waren doch tatsächlich meine Klamotten!!! Mit einem unaufhörlichen Kopfschütteln kramte ich tatsächlich meine Kleidung vom Müll! (Ich müsste es fett markieren und unterstreichen, um die bizarre Situation zu beschreiben!!!) Das geht doch gar nicht! Da war mein Schrank, mitsamt meinen Kleiderbügeln verschwunden und ich fand meine Kleidung auf dem Müll!!! Ich presste meine Jacken an mich, als ob sie der größte Schatz auf Erden wären und ging zurück, wo ich ungläubig meinen Fund präsentierte. Ich hielt auch gleich die Putzfrau an, als diese im Gang vorbeikam, da ich wissen wollte, ob es die Wohnheimleitung war, doch die sagte mir, dass immer Zettel dranhängen würden und das ich mich doch bitte noch einmal vergewissern sollte. Bei weiterem Nachdenken kamen wir jedoch alle zu dem Schluss, dass es nicht die Wohnheimleitung sein konnte, denn die hätte den Schrank mitsamt der Kleidung auf den Müll geworfen und nicht die Kleiderbügel und den Schrank separat entsorgt! Also schien über Nacht jemand meinen Schrank geklaut und die Kleidung auf den Müll geworfen zu haben… Sachen gibt’s! Da ist man in Japan, wo nichts wegkommt und dann klaut jemand meinen Schrank! War ich froh, dass die Sonne so wundervoll schien. Und anhand der Feuchtigkeit meiner Kleidung zu schätzen, konnte diese auch noch nicht länger, als ein paar Stunden im Freien gelegen haben, dafür, dass sie noch klamm war. Wir waren uns alle einig…das konnten keine Japaner gewesen sein!!! Japaner gehen nicht in fremde Wohnheime und kauen Schränke! Ich beruhigte mich wieder und hing meine Kleidung auf, wo ich mich freute, dass ich die zurück hatte. Der Schrank war nebensächlich, aber meine Jacken und Westen waren mir schon sehr wichtig! Zum Frühstück gab es das Brot, welches Natsumi mir mitgegeben hatte. 
Ich aß zuerst natürlich das Baguette mit Cranberries und Schokostücken, was kam einem Rosinenbrötchen schon näher, als das?! Und was gehört auf ein Rosinenbrötchen? Natürlich Nutella! Und dank Maria hatte ich endlich welches. X3 Danke noch einmal dafür. Es war ein Gedicht. ^^ Und weil es Dienstag war und man sich immer etwas gönnen sollte, öffnete ich die Tube Milchmädchen und bevor ich anfing zu essen gab es erst einmal einen Löffel Milchmädchen pur. *-* Da das Wetter so schön war hatte ich beschlossen noch schnell Wäsche zu waschen. Und während die Maschine wusch besetzte ich das Bad und gännte mir auf den Schock eine Dusche. Die Maschine war fertig und ich auch. Schnell hing ich die Wäsche auf und behielt den größten Teil sogar in meinem Zimmer. Da ich nicht genug Platz hatte und keine extra Leine ziehen wollte, hing ich dann doch ein paar Sachen raus, jedoch nur die, die ich hier wieder finden würde, weil ich sie auch hier gekauft hatte. 
Ich machte mich langsam fertig und sattelte mein Rad. Im Gepäck hatte ich meine Matten, meine Notebooks, meine Fotos, mein Tagebuch und etwas zu lesen. Mal schauen, wie viel ich davon nutzen konnte. Und dann ging es auch schon los. Noch schnell ein kleiner Zwischenstopp beim Konbini, wo ich mir einen Kakao, einen Matcha-Latte, Onigiri und etwas Süßes holte. Ich kam jedoch nicht weit, da ich immer wieder stehen blieb um Fotos von den Straßen zu machen, die voller Kirschbäume waren. Da musste man einfach den Fotoapparat herausholen und Fotos machen! 
Die Meile mit Kirschbäumen neben der Straße beim Konbini war schon voller Menschen, die es sich auf ihren Matten bequem gemacht hatten, die Kirschblüte genossen und mit ihren Freunden und Bekannten schwatzten. Das spornte mich an schneller zu fahren! Ich stellte mein Fahrrad ab, schnappte mir meine Sachen und ab ging es unter die Kirschbäume. Der Park war ebenfalls voller Menschen, die meisten Studenten bzw. Clubs aus der Uni. Ich suchte mir ein hübsches Plätzchen und breitete mein Lager aus. Danach beobachtete ich erst einmal die Leute und aß meine Reisbällchen, da ich mittlerweile wieder Hunger hatte und ja gut arbeiten wollte. 
Die Baseballmannschaft hatte es sich in der Nähe gemütlich gemacht und die ersten torkelten schon etwas, wollten jedoch immer noch Werfen üben. Also begaben sie sich auf einen freien Platz im Park und warfen einen Baseball hin und her. Neben mir hatte es sich die Fakultät der Sportwissenschaften ausgebreitet, die nach den ersten Cocktaildosen auch schon anfingen einen Ball, eine Frisbee-Scheibe und ein Federballspiel auszupacken. Mir juckte es in den Fingern, zu fragen, ob ich mich dazugesellen durfte, doch da ich ja zum Arbeiten hergekommen war, trank ich meinen Kakao, beobachtete nebenbei noch etwas die Leute und holte mein Notebook aus meinem Rucksack und fing an zu schreiben. Nach einer Weile bekam ich Besuch und ich merkte, dass die Japaner schon merkwürdig schauten, weil ich unter den Kirschbäumen allein saß und arbeitete. 
Doch nun war ich ja nicht mehr allein, was mir die Gelegenheit gab erst einmal herumzulaufen und wieder unzählige Fotos von den Kirschbäumen zu schießen. Das nahm natürlich ein großes Zeitfenster ein. xD Die Baseball-Mannschaft machte sich allmählich nach Hause und nach und nach wurde es immer ruhiger im Park. Als sich die Gelegenheit anbot zogen wir um, sodass wir den Park überblicken konnten und trotzdem unter einem Kirschbaum saßen. Jeder suchte sich einen Baum zum Anlehnen aus und dann hätte es losgehen können…wenn nicht die Kirschblüten gewesen wären. 
Selfie...Yoga?!
Wir beschlossen noch ein paar Selfies zu schießen, was auch wieder Zeit in Anspruch nahm. Und da die Baseball Mannschaft zu viel Eis in ihrer Kühltruhe gehabt hatte, haben sie dieses einfach an einem Kirschbaum ausgekippt. Das war natürlich ein sehr amüsantes Bild, da man die Kirschblüten sah und dann diesen „Eisberg“. Die perfekte Kulisse für lustige Fotos! xD Wir kehrten nach gefühlten Stunden dann doch Mal wieder an unsere Plätze zurück und nachdem noch schnell ein Foto vom Arbeitsplatz geschossen wurde, ging es dann an die Arbeit. Die Leute kamen und gingen und wir vertieften uns in unsere Arbeit. Es war einfach zu schön in dieser Umgebung zu sein und seinen Aufgaben nachgehen zu können. Ich huschte zwischenzeitlich noch fix in die Turnhalle extra für die Volleyballer, wo ich das Klo suchte, nachdem ich brav die Schuhe ausgezogen hatte. Zum Glück gab es Kloschuhe, die ich dieses Mal nicht mit nach draußen schleppte, sondern an der Tür wieder abstellte. Eine koreanische Familie genoss ebenfalls die Kirschblüten und beschloss mindestens 10.000 Fotos als Andenken zu schießen. xD 

Der kleine Mann, den sie mithatten rannte freudig durch den Park und wollte alles gleichzeitig machen, nur keine Fotos. Als Papa die Kamera dann doch Mal auf dem Boden auf einem Stativ abstellte, war die dann plötzlich interessant und gekonnt schoss er ein paar Fotos von der Umgebung und dann von seinem Pullover, weil er vor der Linse stand. Irgendwann wurde das Licht intensiver und wir merkten, dass wir die schönste Tageszeit miterlebten – den Sonnenuntergang. 


 
Die Kirschblüten wurden in ein tiefes rosa/orange getaucht und es war wunderschön. Es war immer noch sehr warm und plötzlich hörten wir die Geräusche eines alten japanischen Zupfinstrumentes. 
Ein Japaner hatte es sich am Platz bei den Anglern bequem gemacht und spielte auf seinem Instrument. Was konnte es schöneres geben, als in einem Park voller Kirschbäume unter einem Baum zu sitzen und das tiefe Abendrot in den Blüten gegenüber zu beobachten und dabei traditionelle japanische Musik zu hören. Ehrlich…man hätte weinen können vor Freude, so vollkommen war dieser Moment! Und auch jetzt beim Schreiben fühlt sich der Moment immer noch genauso wundervoll an. Wir machten noch schnell ein Paar Fotos mit der untergehenden Sonne, den Kirschbäumen und dem See im Hintergrund und dann ging es wieder an die Arbeit. Als es fast dunkel war, was nicht allzu viel später war, machte ich mich dann auf den Heimweg, da es durch die fehlende Sonne schlagartig kälter geworden war und ich für diese Temperaturen dann doch zu luftig angezogen war. Ich radelte nach Hause und obwohl der Fahrtwind kalt war, genoss ich die Fahrt und den Ausblick, da ich extra den Weg genommen hatte, der genau unter der Allee von Kirschbäumen entlang führte. 
Als Abendbrot gab es den Rest Curry vom Vortag und einen Cocktail. Ich ließ es mir schmecken und kuschelte mich in meine Decke ein, wo ich zwar noch etwas weiterschreiben konnte, doch dann wurde ich auch schon schläfrig und begab mich in die Waagerechte.