sagte der sprechende Hut nach gefühlten Stunden und ihr fiel ein Stein vom Herzen…
So da bin ich wieder!^^ Und ich glaube es wird jetzt regelmäßig so werden, dass ich aller 2 Tage einen Eintrag zu den vergangenen Tagen machen werde. Ich hab im Moment für die Uni so viel zu tun, dass ich es sonst nicht schaffe mit Texten lesen und nebenbei noch Blog schreiben. Und dann vergesst nicht, dass ich ja im Moment auch Pottermore unsicher mache. ;) (Liebe Omi, nicht wundern, wenn du das nicht kennst. Das hat was mit diesen komischen Computern zu tun und ist selbst für mich etwas kompliziert. ^-^)
Und wie gesagt, es könnten von nun an merkwürdigerweise Wiederholungen auftreten, was natürlich nicht daran liegen kann, dass der Uni-Alltag immer der gleiche ist und ich deshalb auch immer den gleichen Weg zur Uni nehmen muss… xD
Der sprechende Hut (Nachtrag vom 28.092011)
Wieder einmal stand ich 5 Uhr auf, um in Ruhe duschen zu gehen und mich danach noch einmal hinzulegen um bis zum Frühstück noch etwas zu buzeln.
| Wir haben Hunger, Hunger, Hunger... |
Zum Frühstück gab es diesmal wieder die leckere andere Brötchen, als beim letzten Mal. Dazu wieder Heidelbeermarmelade und Schokolade. Auch ein Stück Omelett mit Schinken und Pilzen darin konnte man verspeisen, genauso wie einen Algen-Mais-Salat. Als Getränke waren warmer Tee, Kaffee ohne Milch, Orangensaft oder der Tee, dessen Name nicht genannt werden darf im Angebot. Ich entschied mich für einen heißen schwarzen Tee mit Zucker und Orangensaft. Auch wenn es mir der Tee, dessen Name nicht genannt werden darf übelnehmen wird. Aber zum ersten Mal gab es Orangensaft, da konnte man doch nicht nein sagen!
Da ich aufgrund wichtiger Termine, meinen Text für Geschichte nicht gelesen hatte musste ich das nun nachholen und begann zumindest den ersten Text zu lesen. Der war ziemlich interessant und ich bereute es, nicht mein Reaktionspapier darüber geschrieben zu haben. Doch da die Texte ja alle auf Englisch sind, brauche ich etwas länger beim Lesen, da ich alles verstehen will. Immerhin muss ich da drüber schreiben, da geht das nicht so schnell. Geschichte war die einzige Stunde die ich mittwochs besuchen musste und somit hatte ich noch etwas Zeit. Die Stunde begann erst 13 Uhr. Ich versuchte neue Lieder auf meinen MP3-Player zu laden und musste feststellen, dass er nicht das tun wollte was ich gedacht hatte, dass er tun würde. XD Schwieriger Satz! So wie es aussieht muss ich mir jetzt einen neuen kaufen gehen…und das in Japan! Finde Mal einen Laden der günstige MP3-Player verkauft! Naja, irgendwo wird sich schon einer finden lassen. Aber im Fitnessstudio nächste Woche brauche ich dann definitiv einen. Aber erst Mal zum Unterricht.
Doch vorher musste ich auf die Post und den Brief an das Studentenwerk abgeben! Immerhin sollte er eigentlich am 30.09.2011 in Deutschland sein. Das werde ich nun wohl nicht mehr schaffen, aber immerhin ist er vorher abgeschickt worden und nun auf dem Weg. Bevor ich mich aufmachte, legte ich mir noch ein paar Vokabeln zurecht und dann konnte es auch schon losgehen. Da ich keine Eile hatte schlenderte ich gemütlich durch die Straßen und genoss das schöne Wetter. Wie immer, wenn ich allein unterwegs bin, wurde ich mir wieder einmal bewusst, was für ein Glück ich doch habe hier sein zu dürfen. Vor allem nach diesen anfänglichen Startschwierigkeiten. Ich ging durch den Park und beobachtete die Mütter, die mit ihren Kindern den Spielplatz besuchten, ältere Leute, die durch den Park joggten und Menschen, die mit ihren Hunden spazieren gingen. Einige von Ihnen grüßten mich, als sie sahen, dass ich mich interessiert umsah. Freundlich und gut erzogen, wie ich bin, habe ich natürlich ebenfalls gegrüßt.
Keine 10 Minuten später war ich dann auf der Post und hatte keine Probleme mich zurechtzufinden. Es war erstaunlich einfach, auch wenn ich erst am falschen Schalter stand. Der war nämlich nur für Inland-Briefe gedacht. Aber nachdem ich erfolgreich gefragt hatte, zeigte mir die Frau dann den richtigen Schalter. Dort angekommen war die Frau ganz erstaunt darüber, dass ich ihre Sprache beherrschte und als ich dann auch noch im richtigen grammatikalischen Japanisch einen Übersichtsplan über die Preise und Gewichte verlangte klatschte sie in die Hände!^^
Erfreut über meinen kleinen Triumph hüpfte ich zur Bahnstation und nahm die nächst Beste Bahn, die kam. Es war die U-Bahn nach Kotae-Mukaihara. Der andere Weg, den wir zur Musashi-Uni nehmen können. Den, den Brian mit uns zum ersten Mal gelaufen war und an den sich keiner erinnern konnte. Da kaum jemand in der Bahn war, setzte ich mich auf den erstbesten freien Platz und schaute interessiert die anderen Mitfahrer an. Als ich bemerkte, dass der Mann neben mir ein I-Phone hatte wanderten meine Augen neugierig auf das Display, um Sekunden später wieder in eine andere Richtung zu schauen. Konnte das wirklich sein? Hatte ich mich vielleicht nur getäuscht? Ein zweiter Blick verriet, dass ich mir das nicht eingebildet hatte. Der Mann neben mir – im Übrigen ein etwas rundlicher Geschäftsmann mit kurzen ungewaschenen Haaren – schaute sich doch tatsächlich mitten in der U-Bahn Schmuddel-Bildchen an! O.O Sowas hatte ich ja noch nie erlebt! Ich mein, schön und gut, dass er sowas mag, aber wer schaut sich sowas denn bitte in der BAHN an? oO Das wollte auch nach weiteren 5 Minuten nicht in meinen Kopf und ich konzentrierte mich auf die Stationen. Blöd nur, dass es ebenfalls ein Expresszug war und die nächste Haltestelle Kotake-Mukaihara war. Bis dahin fuhr die Bahn 12 Minuten ohne anzuhalten. Kritisch betrachtete ich den Mann und warf ihm verwunderte Blicke zu. Der jedoch ließ nicht davon stören und zoomte ohne Bedenken seine Bildchen heran, um sie größer betrachten zu können. In solchen Momenten ist natürlich kein weiterer Platz frei und als wir dann an der richtigen Haltestelle ankamen, musste ihm natürlich noch auffallen, dass ich einen Rock trug. Es sind immer die unpassendsten Momente, die man erwischt! Schnell huschte ich aus der Bahn, schüttelte den Kopf und wuselte aus dem Bahnhof.
Ich lief nichts ahnend die Straße entlang, als ich von hinten angesprungen wurde. Blake hatte mich von weitem gesehen und mich daraufhin eingeholt. Das letzte Stück zur Uni gingen wir also gemeinsam. Entsetzt hatte ich an der Haltestelle Kotake-Mukaihara festgestellt, dass wir nur die Linie über Ikebukoro nach Ekoda nehmen konnten, ansonsten mussten wir für die Fahrt bezahlen! Dies lieferte genug Gesprächsstoff um mehr als nur eine Strecke zu füllen.
In der Uni besuchte ich erst einmal den Uni-Laden und kaufte mir einen Milch-Kaffee, der ja aber eigentlich schmeckt wie kalte heiße Schokolade, oder sowas und ein Brötchen, welches einem unfertig gebackenem Brötchen durchzogen mit Schokolade glich. In der Sonne genoss ich mein fürstliches Mahl und wartete darauf, dass sich jemand neben mich setzen würde. Die Bank war groß genug, doch alle gingen weiter. Vor allem die Jungs würde ich am liebsten Mal darauf aufmerksam machen, dass Gaijin nicht beißen und auch keine gefährlichen Wildtiere sind. (Dieses Wort ist erstaunlicherweise Japanisch und bedeutet Ausländer, ich dächte jedoch, dass ich dieses Wort schon Mal erläutert hätte.) Starren einen Minutenlang an, reden über einen, aber getrauen sich nicht einen anzusprechen. Und erst recht starren sie, wenn man dann auch noch von einer Lehrerin angesprochen wird und ihre Fragen auf Japanisch beantwortet. :) Seki-sensei hatte mich auf einer Bank sitzen sehen und sich gedacht, dass man ja Mal fragen könnte, wie es einem geht. Wahrscheinlich hatte das jedoch die Herren der Gesellschaft verschreckt, denn die kleine traube ging beschämt weiter. Ehrlich Jungs, wenn ihr 5 Meter von mir entfernt steht, kann ich zwar sehen, dass ihr mich anschaut, aber ich kann nicht verstehen was ihr sagt.
Meine Bitte wurde allerdings erhört, denn wenig später kam Wakana und setzte sich zu mir. ^^ Endlich konnte ich mich auf Japanisch unterhalten. Darüber freute ich mich wirklich sehr! Sandra stieß während der Pause noch zu uns, und dann wuselten wir allmählich in Richtung des Gebäudes in dem der Geschichtsunterricht stattfinden sollte. Es fällt mir immer schwerer von Japanisch und Englisch auf Deutsch umzuschalten. -.-‘‘‘ Aber wenn man die ganze Zeit nur von Anderssprachigen (hauptsächlich Englischsprachigen) Leuten umgeben ist und zwischendurch etwas Japanisch redet, dann vergisst man schon Mal die eigene Sprache.
Dieses Mal war der Geschichtsunterricht interessanter und auch Alex schaffte es nicht einzuschlafen. Um das zu vermeiden, spielte er unter der Bank irgendwelche Spiele auf seinem I-Phone. xD
Auch hatte ich jetzt das Problem der vielen Texte klären können und unser Dozent meinte, dass es kein Problem sei, wenn wir nur einen der Texte bearbeiteten. Zum Glück! ^^
| Bahnhof Ekoda |
Nach dem Unterricht fuhren Sheila und ich wieder zurück zum Wohnheim, während die Anderen versuchten nicht in der nächsten Stunde einzuschlafen.
Im Grunde verlief der Tag ziemlich unspektakulär, denn als ich nach Hause kam musste ich Kanji lernen, was ich trotz Pottermore fleißig tat.
| ...haben Hunger, Hunger, Hunger... |
18.45 Uhr trafen wir und zum gemeinsamen Abendessen und ließen uns wieder einmal von den Küchenfrauen überraschen. Es gab Fisch – ich vermute es war ne Buttermakrele – mit Lotuswurzeln, Einen Pilz-irgendwas-Salat, und Tofu-Joghurt mit Sesam. Wie Üblich gab es auch Reis und Miso-Suppe. Und den Tee…
Nach einer ausführlichen Unterhaltung über das interessante Tagesgeschehen machte sich dann jeder wieder auf in sein Zimmer. Doch vorher vereinbarten wir noch einen gemeinsamen Filmabend für den Tag darauf. Die Frage, wo wir den Film denn nun ansehen wollten, blieb vorerst noch ungelöst.
Zurück auf meinem Zimmer wiederholte ich noch einmal die Kanji und dann entschloss ich mich der Wahrheit entgegenzutreten und herauszufinden, in welches Haus mich der sprechende Hut nun stecken würde. Demnach schaltete ich meinen Computer an und startete Pottermore… Damit dieser große Augenblick auch würdig genug ablief, schaltete ich die Musik vom ersten Film ein. Und es wirkte, die Musik machte das Erlebnis noch spannender. Ich war schon ziemlich aufgeregt, dass muss ich zugeben. xD Nachdem man einige Fragen beantworten musste, hatte sich der sprechende Hut dann letztendlich doch noch entschieden. Und als ich das Ergebnis hörte sprang ich freudig von meinem Stuhl, hüpfte durch das Zimmer und machte eine Siegerpose erster Klasse. ;) Zum Glück gibt es in den Räumen keine Kameras, das wäre ziemlich peinlich gewesen!!!
Wie man aus der Überschrift schon herauslesen kann, hat sich der Hut tatsächlich für dieses Haus entschieden!!! ^------^
| Roaaaaarrrrrr...ich bin Rumbleraor! XD |
Nun bin ich offiziell ein Mitglied Gryffindors und vollkommen stolz darauf! ;)
Nach der Zeremonie ging es auch schon ans fleißige Lernen und ich versuchte mich daran einen Zaubertrankt zu brauen, scheiterte jedoch daran. Da man solches Mitleid mit mir hatte, bekam ich auch noch Hauspunkte für den bloßen Versuch… bei Merlins blau-weiß-karierter Unterhose, muss ich schlecht gewesen sein! Nach dem Zaubertrank brauen versuchte ich meinen ersten Zauberspruch, hatte den Dreh aber ebenfalls noch nicht heraus. Das hieß dann wirklich üben, üben, üben!
Da ich die Entscheidung des Hutes gleich allen Bekannten mitgeteilt hatte, blieb mir vor allem von meinen Hallenser Mädels nichts erspart. Hatte sich doch ihre Vermutung, dass ich Hermine Granger sei, bestätigt…nun, wo ich sogar im gleiche Haus war wie sie. Aber immerhin konnte ich mich noch damit herausreden, dass ich nicht die volle Punktzahl im letzten Kanji-Test hatte, sondern 3 Fehler.
Nach ein paar weiteren Übungen entschloss ich mich noch Mal die Kanji zu wiederholen und dann ging ich ins Bett.
Wie ihr seht war der Tag nicht wirklich so spannend, wie der letzte Samstag, wo wir stundenlang durch Tokyo marschiert waren. Aber trotzdem war er, wie jeder Tag hier, etwas Besonderes! ;)
Euer Risu
Ausreden sind zwecklos… (Nachtrag 29.09.2011)
Oder: Der Tag an dem wir 2 Arbeiten wiederbekamen.
5 Minuten vor 7 schälte ich mich aus dem Bett, wuselte schnell ins Bad, um meinen Kopf unter kaltes Wasser zu halten und machte mich dann auf den Weg zum Speisesaal.
| ...haben Hunger, Hunger, Hunger... |
Dieses Mal gab es irgendeinen salzigen Fisch in leckerer Soße, dann einen gebackenen-Tofu-Salat mit Gemüse, Reis mit Furikake (ja, dieses Wort habe ich lange nicht benutzt…was war das denn gleich noch Mal?) und Miso-Suppe mit Fisch und Kohl.
Obwohl der Fisch wirklich gewöhnungsbedürftig aussah, schmeckte er hervorragend!^^ Und wie so oft war wirklich alles sehr lecker.
Zurück auf meinem Zimmer wiederholte ich noch Mal die Kanji und legte mich dann für ein paar Minuten aufs Ohr. 9.15 Uhr nahm ich dann den Bus zum Bahnhof und bereute, dass ich bei dem herrlichen Wetter nicht eher losgelaufen war, und zu Fuß zum Bahnhof gegangen bin. Im Bahnhof angekommen nahm ich die erst beste Bahn, die mich nach Ikebukoro brachte – wie sich herausstellte war es ein Semi-Express, der wirklich wesentlich schneller war, als der Lokale Zug der überall hielt.
Ein Sitzplatz war nicht mehr zu ergattern, da die Bahn ziemlich voll war, also stellte ich mich in Tür nähe und tat das, was ich nur allzu gern tat – ich beobachtete die Leute. Faszinierender Weise konnte ich wieder einmal beobachten, wie sich eines der weiblichen Geschöpfe in der Bahn schminkte. Ich frage mich wirklich wie die das anstellen! Die schaffen es ja sogar ihren Lidstrich gerade zu ziehen, während die Bahn eine Kurve fährt. Nun braucht man sich jedoch nicht über die Größe der Handtaschen wundern, die viele der Frauen mit sich tragen! Die Fahrt von Asaka nach Ikebukoro dauerte 21 Minuten! Und diese ganzen 21 Minuten verbrachte diese Frau damit sich eine Farbe nach der anderen in ihr Gesicht zu schmieren. Ich weiß, dass klingt jetzt etwas abwertend, so ist es eigentlich nicht gemeint…aber 3 Farben hätten vielleicht auch gereicht. Stattdessen nahm sie für jede unterschiedliche Gesichtspartie ein anderes Make-up, für die unterschiedlichen Wangenpartien eine andere Farbe Rouge und sie trug geschlagene 3 Lippenstifte auf, damit die Mischung der Farbe perfekt war… Das war dann doch etwas zu viel. Aber es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie die Frauen es schaffen, sich nicht zu vermalen. Vielleicht ein Geisha-Gen, welches jede japanische Frau in sich hat und welches aus Zeiten der Geishas noch übrig geblieben ist. Man sollte Nachforschungen darüber anstellen.
In Ikebukoro wechselte ich die Bahnlinie und fragte den Schaffner, ob die Bahn auch wirklich an der richtigen Haltestelle hielt. Scheinbar fahren jedoch alle Bahnen nach Ekoda und somit stieg ich in die nächste Bahn ein. Auf dem Weg zur Uni freute ich mich darüber, dass ein paar Jungs aus dem Wohnheim mir winkten und mich grüßten. Das war bisher noch nie vorgekommen und vielleicht waren es auch nur Aliens oder ähnliche Geschöpfe, wer weiß das schon. Unwillkürlich hielt ich nach einer blauen Telefonzelle Ausschau, doch nirgendwo war auch nur die geringste Spur von TARDIS.
(Nähere Beschreibung siehe Eintrag von Shibuya/Harajuku. ;) )
Zielstrebig begab ich mich zum Unterrichtsraum in dem wir Japanisch hatten und traf auf Nicole und Sandra. Auch Kantan, der Franzose aus dem Rikko Kaikan war da. Er unterhielt sich mit einer Japanerin, die er uns wenige Minuten später vorstellte. Geschockt sahen wir sie an, als sie uns in einem akzentfreien Deutsch erzählte, dass sie 1 Jahr auf einer deutschen Hochschule in Heppenheim Deutsch gelernt hatte und nun seit 1 Jahr auf der Universität Germanistik studiert. Man hatte wirklich den Eindruck, dass Deutsch ihre Muttersprache war. Man hatte nicht den geringsten Akzent gehört und auch unsere Namen sprach sie komplett Deutsch aus! Freudig nahmen wir zur Kenntnis, dass Aika auch am nächsten Tag zur Willkommensfeier der Austauschstudenten kommen wollte. :)
Da es kurz vor Unterrichtsbeginn war betraten wir unser Zimmer und setzten uns. Wenig später kam dann auch Sudo-Sensei und ohne großes drum rum rede gab es auch schon den nächsten Kanji-Test. Gleich in der ersten Frage gab es das Böse erwachen…sie hatte ein Kanji mit in den Test genommen, welches nicht zum Lernen ausstand und das keiner von uns wusste. Danach gab es den anderen Test zurück und wieder sang mein Blümchen. Dieses Mal hatte ich nur 1 Fehler gemacht und darüber freute ich mich riesig!^^
Als wir jedoch die Kanji für den nächsten Test sahen, verging uns die Freude und wir fragten uns, wann wir das alles lernen sollten?! Es waren 7 lange Sätze, mit unglaublich vielen unbekannten Kanji und der 8 Satz bestand aus einer Reihe Kanji, welche im Medizinbereich verwendet werden. Wozu ist es bitte wichtig Kanji wie „Arzt für innere Medizin“, Leberspezialist oder ähnliches zu wissen? Wenn ich da ein Problem hab, dann bin ich wahrscheinlich eh schon in Narkose und hab keine Zeit mir die Kanji da durchzulesen oder sie mir dann auch noch einzuprägen! Zeichen wie HNO-Arzt oder Zahnarzt versteh ich ja noch, aber es sollte glaube ich nicht zum allgemeinen Wortschatz gehören, dass Zeichen für Gynäkologe auswendig zu können. Wenn ich das brauch schau ich es nach. Wer fragt einen bitte auf der Straße bei einer normalen Konversation nach diesen Kanji?
„Ja, der Meinung bin ich auch. Und Übrigens kannst du eigentlich das Kanji für Gynäkologe schreiben?“
„Was? Na klar! Das kann doch Jeder!“
Wenn man dieses Kanji so oft gebrauchen würde, dass man es auswendig kann, ist das glaube ich beunruhigender als die Tatsache, dass man weiß wie es geschrieben wird!!! Zumindest habe ich nicht vor, dieses Kanji oder Wort in dem einen Jahr, wenn ich hier bin gebrauchen zu müssen!
Den Rest der Stunde übersetzten die Meisten die neuen Kanji und schüttelten immer wieder mit dem Kopf. Irgendwie war die Konzentration aller hinüber und wir lasen zwar den Text, den uns Sudo-Sensei gegeben hatte, aber keiner achtete wirklich auf ihn.
In der Pause gönnte ich mir wieder einen Milch-Kaffee und ein Schokoladenbrötchen. Dieses Mal mit Bananengeschmack. ^^ Auf dem Weg zum Kultur-Unterricht traf ich auf Blake, Andrea und Sheila, die sich mit einer Studentin aus ihrem Business-Kurs unterhielten. Schnell klinkte ich mich ein und konnte mein Japanisch wieder ausprobieren. Ich musste viel mehr mit japanischen Studenten unternehmen, damit ich gezwungen bin Japanisch zu reden. Auch Wakana gesellte sich zu uns, als sie uns sah und so schwatzten wir die Pause über fröhlich auf Japanisch und Englisch. Doch dann klingelte die Pausenglocke und wir eilten zum Unterrichtsraum.
Gleich zu Beginn bekamen wir unsere Arbeit zurück und siehe da, ich hatte 30 Punkte. Keine Ahnung ob das Gut oder schlecht war. Immerhin irritierte die Tatsache, dass alle Worte durchgestrichen waren, die ich hingeschrieben hatte! Doch dann stellte sich heraus, dass 30 die höchste Punktzahl war. Andrea schaute auf meinen Zettel und grinste breit. Der Unterricht war dieses Mal total interessant und nicht nur einmal vielen wir vor Lachen fast vom Stuhl! XD
Katja und Steven kamen zu spät zum Unterricht und der Weihnachtsmann loste die letzten Arbeiten aus, in dem er nach dem Ausschlussverfahren arbeitete.
„Sie müssen entweder Jenny oder Katja sein.“
„Katja!“
„Ich hatte hier noch einen Steven, aber ich bin Mal davon ausgegangen, dass sie das nicht sind.“
Wenige Minuten später betrat Steven den Raum und Blake und ich riefen gleichzeitig: „Hey, da ist Jenny!“ xD Irritiert sah sich Steven um, setzte sich dann aber brav auf einen Stuhl. Herr Bart erklärte die Situation und alle lachten wieder.
In der Stunde ging es um die Vererbung der Führungsposition in alten japanischen Kasten. Wirklich total spannend das Ganze. Vor allem wenn man dann zu den Fakten kommt, wer wen heiraten darf und wer nicht. Skurriler Weise gibt es auch Verfahren der Nachfolge, die nicht wirklich so nachvollziehbar sind. Der nächste Nachfolger wird in erster Linie immer der älteste Sohn. Ist der jedoch schon tot, dann wird es der Zweitälteste. Hat man keinen Sohn, so produziert man nicht etwa noch einen, denn das dauert ja dann wieder seine Zeit bis der erwachsen genug ist, sondern man kann sich entweder einen erwachsenen Jungen adoptieren oder man leiht sich einfach einen, von seinen Verwandten, wenn die genug haben. Ist das nicht der Fall so stirbt die Kaste aus. Natürlich gibt es noch andere Wege um das zu verhindern. Die Beliebteste war die Geisterhochzeit. Eine Frau heiratete einfach den Geist des verstorbenen Sohnes und ihre Nachkommen werden dann die Linie weiterführen. Merkwürdigerweise waren es nur wir Deutschen, die fragten, wie denn da bitte Nachkommen entstehen konnten. Er hatte uns die Antwort auf die Frage als Hausaufgabe aufgegeben, zumindest sollten wir Mal drüber nachdenken, wie das denn funktioniert! XD
Im Endeffekt war es dann die Sache der Frau irgendwie schwanger zu werden. Nacheinander machte dann die Vorstellung die Runde, dass man seinen Freunden den Geist des Ehemannes vorstellte.
| unsere Bank mit rotem Schild...Mitsubishi!^^ |
Nach dem Kulturunterricht ging es dann ins MISC, da wir heute gemeinsam auf die Bank gehen sollten, um unsere Miete zu bezahlen. Die Hälfte der Gruppe hatte noch kein Geld auf dem japanischen Konto und somit konnte nur eine Hand voll Leute das Geld überweisen. Rudi, der Franzose aus meinem Wohnheim war auch mit da. Und ob man es glaubt oder nicht wir hatten von der Uni, bis nach der Überweisung eine richtig gut funktionierende Konversation geführt. Ich war so stolz auf uns! XD Die Überweisung ist mir zwar immer noch ein Rätsel, aber vielleicht steige ich ja beim nächsten Mal dahinter. Da uns 2 Angestellte des Zentrums für Austauschstudenten begleitet hatten, ging die Erklärung etwas schnell von statten.
„Und jetzt musst du den Knopf drücken.“
„OK. Warum?“
„Steht dort.“
„OK. Ich kann kein Wort lesen!“
„Das ist nicht schlimm!“
Im Endeffekt war ich sehr beruhigt, dass selbst Rudi, der immerhin schon im Masterstudiengang Japanologie ist, den Automaten und dessen Anweisungen nicht verstanden hat! Das beruhigte ungemein! Die Einzige Sorge, die uns nun noch blieb war die Tatsache, dass wir nächsten Monat 2 Mal die Stromrechnung bezahlen mussten! Darauf war ich ja wirklich Mal gespannt!!! Hoffentlich ist es nicht allzu viel. Das hieß aber erst einmal wieder Geld sparen, da man ja nicht wusste, was da so auf einen zukam. Falls sie wirklich so hoch sein sollte. Gibt es im Winter nur Kerzen, die dann so postiert werden, dass der Feuermelder in meinem Zimmer nicht angeht! xD
| Was man auf dem Weg zur Uni so alles sieht! |
Andrea und Alex hatten noch Politikunterricht und da ich noch den nächsten Geschichtstext lesen wollte, blieb ich auch noch in der Uni. Doch zuerst holte ich noch etwas Geld fürs Wochenende auf der Bank. Und wieder einmal hatte es funktioniert. Nun konnte das Wochenende kommen. Wir wollten noch Mal zum 100Y-Laden in Harajuku und dort einige Dinge fürs Fitnessstudio einkaufen und andere Dinge, die man mit der Zeit so brauchte. Irgendwann wird es ja auch Mal kalt und man möchte einen Tee trinken, dafür braucht man dann aber auch eine Tasse und einen Topf um Wasser warm zu machen. Oder am besten gleich so eine wunderbare alte pfeifende Teekanne, wie sie die Japaner immer noch benutzen.
Nach dem Geldholen setzte ich mich in die Uni und begann den Text zu lesen. Da mein Geist allerdings schon Wochenende hatte schaffte ich innerhalb von 1 Stunde nur knapp 8 Seiten, da ich viele Worte nachschlagen musste. Und ich sah wieder einmal, dass es wunderbar gewesen war, dass ich mir mein elektronisches Wörterbuch so früh gekauft hatte! Ohne es, hätte ich den Text nicht so gut verstanden und hätte zu Hause womöglich alles noch Mal lesen müssen! 17.30 Uhr klingelte erst eine Glocke und dann konnte man doch tatsächlich eine Durchsage auf der Straße hören, die an alle Kinder gerichtet war. Noch nie hatte ich das zuvor gehört und es war für mich total neu, dass man Durchsagen macht um den Kindern anzuzeigen, dass sie jetzt nach Hause gehen sollen. In Deutschland gibt es zwar auch eine Vorschrift wann die Kinder zu Hause zu sein haben, aber da würde niemand ne Durchsage über die ganze Straße machen! Verrückt. Aber total interessant. Und hey, ich hab alles verstanden! ;)
| Ein Bild extra für Weber-san!^^ japanische Kronkorken |
Gegen 18 Uhr brachen wir dann zum Bahnhof auf und wir fuhren Richtung Wohnheim. Es war Abend und die Bahnen waren demnach ziemlich überfüllt. An einen Sitzplatz war nicht im Geringsten zu denken. In Ikebukoro ließen wir uns von den Massen treiben und so bekam ich nicht mit, dass sich Sheila verabschiedete, da sie sich mit einer Freundin in Shibuya treffen wollte. Die Bahn nach Asaka war wirklich voll und zum ersten Mal konnten wir beobachten, dass es Japaner gab, die ab und an doch Mal den Geduldsfaden verloren. 2 Männer hatten gegenseitig am Kragen gepackt und diskutierten über irgendetwas dass ich nicht verstand. Ich wollte eigentlich dazwischen gehen, aber da ich nicht wusste, wie die auf einen Ausländer reagierten, hatte ich es dann lieber sein gelassen. Stattdessen kamen dann 3 der umstehenden Japaner zu Hilfe und trennten die beiden Streithähne voneinander. Noch nie hab ich so schnelles Eingreifen gesehen! In Deutschland würden alle nur dastehen und gaffen und einmischen würde sich erst recht niemand. Doch hierwaren gleich 3 Leute zur Stelle, um die beiden davon abzuhalten, sich mitten auf dem Bahnsteig die Fäuste ins Gesicht zu schlagen! Da die Bahn so überfüllt war, dass nur ich und Andrea uns festhalten konnten und Alex immer wieder drohte umzufallen hielten wir uns dann aneinander fest und Andrea machte immer wieder Witze über uns! XD Wir hatten DAS Tabu gebrochen. Jemand Anderen in der Bahn berühren, wenn wir noch nicht Mal im Wohnheim zu 2 auf einem Zimmer sein durften, um einen Film zu schauen… das ging ja Mal gar nicht! Aber immerhin war es besser, als umzufallen!
Irgendwann konnten wir dann endlich aussteigen und frische Luft schnappen!^^ 19.20 Uhr kamen wir im Wohnheim an und machten uns sofort über das Essen her. Alex hingegen hatte keinen großen Hunger gehabt und war auf sein Zimmer gegangen.
| ...haben Durst! |
Es gab Rinderfilet mit Soße, Salat mit Tomatendressing, Miso-Suppe, Reis und Orangenstücke! Endlich Obst! Wie ich es vermisst hatte! Ich beschloss nächsten Monat unbedingt Obst kaufen zu gehen! Und wenn es nur Äpfel und Orangen waren! Alles schmeckte hervorragend und wir waren zwar alle satt, nachdem wir aufgegessen hatten, aber von den Orangen hätten wir noch mehr essen können! XD
Nach dem Abendessen verschoben wir den Film Abend auf den nächsten Tag, da Sheila nicht da war und Helen und Tabeta gern mitschauen wollten. Nun waren wir zu 6 und würden glaube ich nicht im Geringsten auf 1 Bett passen! Weshalb wir vorsichtshalber beschlossen im Speisesaal den Film anzuschauen.
| Alex, ich und die Aussicht! XD Man sieht unsere Spiegelbilder |
Bevor wir uns alle auf unsere Zimmer begaben, hatten wir vor mit dem Fahrstuhl in den 8ten Stock zu fahren und zu probieren, ob wir auf das Dach konnten, um Fotos zu machen. Keine sorge, dass Dach ist geschützt, man kann da nicht runterfallen! Allerdings war der fahrtsuhl voll, sodass wir uns in 5 Minuten wieder treffen wollten. ^^ Die Japaner scheinen sich langsam an uns gewöhnt zu haben, denn immer wieder kommen kleine Gesprächsfetzen zustande! Und sie wollen den Fahrtsuhl nicht nur für ihres Gleichen, sondern halten ihn auch für uns auf und fordern uns auf uns noch mit reinzuquetschen! xD Vielleicht kann ich in ein paar Wochen mit einem ordentlichen Gesrpäch rechnen! Wir werden sehen... Genau 5 Minuten später trafen wir uns im 2ten Stock und fuhren in den 8ten Stock hinauf. Leider war auch hier das Dach versperrt und wir konnten nicht hinauf um Fotos zu machen. Doch im Grunde reichte schon, was wir von hier aus sahen! Es war wunderschön. Die vielen Lichter, die Häuser, alles war so riesig und wirkte gleichzeitig so klein! Da bleib nur ein WOW zu sagen! ^^ (An alle Computerspiele Liebhaber, damit meine ich nicht World of Warcraft! ;) )
Zurück auf meinem Zimmer spielte ich kurz eine Runde Pottermore, schaffte endlich meinen ersten Zauberspruch (und das mit 100%! XD) und braute dann meinen ersten Zaubertrank zumindest 1 Schritt weiter, als am Abend zuvor. Danach widmete ich mich meinem Blog und ein paar Stunden später wachte ich mit dem Kopf auf dem Schreibtisch auf und beschloss ins Bett zu gehen. Immerhin hatte ich am nächsten Tag frei und konnte somit in Ruhe Blog schreiben und Lernen, bevor ich zum Bürgeramt musste, um meinen richtigen Alienausweis abzuholen und dann zur Wilkommensfeier gehen konnte.
Also robbte ich mich ins Bett und war wenige Minuten später eingeschlafen. Ich bekam nicht mit, dass mein Handy 3 Nachrichten anzeigte. Erst am nächsten Morgen realisierte ich, dass ich wichtig gewesen war! XD
Euer Risu
