Sunday, 28 February 2016

Sport ist Mord…

… und weil ich Krimis mag, kann man das ja Mal machen. :)

25.02.2016 - Haltestellenwirrwarr

Kaum hatte ich den letzten Eintrag hochgeladen hatte ich das dringende Bedürfnis gleich noch einen zu schreiben... Es hatte tatsächlich geschneit! Da flieg ich nach Japan und behaupte großspurig, dass ich die kälteste Zeit überstanden habe und dann schaue ich aus dem Fenster und es schneit… und die „Heizzeit“ war auch schon vorbei! Also schnell unter die Decke, Licht aus und das Wetter ignorieren. ;)
Ein Hauch von Weiß...
Noch vor dem Wecker war ich wach und nutzte die Chance gleich erst einmal ein Foto von dem Hauch Schnee zu machen, der über Nacht auf dem Dach des gegenüberliegenden Fahrradgaragendaches (was für ein Wort!) liegen geblieben war, damit ihr mir auch alle glaubt, dass es geschneit hat. Da ich ja noch Zeit hatte, legte ich mich wieder hin und schlief weiter. Kurz vor den Spaziergängen der Kinder nebenan war ich wach und als die ersten Gruppen sich zu ihrem Spaziergang aufmachten, saß ich mit meinem Frühstück (wieder Melonpan mit Schokostückchen) am Fenster und beobachtete, wie 5 kleine Gruppen sich in kurzen Abständen hintereinander auf den Weg machten. Und dieses Mal gab es sogar eine Gruppe, die komplett chauffiert wurde! Praktisch! Warum gab es das zu meiner Zeit nicht?! 
Die haben es gut!
Als die Kinder wieder im Kindergarten waren, kam erst der Hausmeister des Nebengebäudes, der erst einmal Dehnübungen machte, bevor er in den 4ten Stock (also bei uns 3. Stock) ging, um etwas zu reparieren. Und während er reparierte ging die Katze vom Vortag ihre Runde und beschnupperte das Auto des Hausmeisters. Das wurde sogleich markiert und dann ging sie zufrieden ihrer Wege. Danach hieß es „Ordnung schaffen“ in dem bisschen Chaos, was sich Koffer nennt. System und deutsche Ordnung hatten in der Zwischenzeit das Zimmer verlassen, weshalb ich diesen Plan nach kurzer Zeit wieder aufgab und mich wichtigeren Dingen widmete: Die Kinder hatten ihren Spaziergang beendet und taumelten in den Kindergarten zurück. Eins fiel auf den Hintern, weil es den Fuß zwar angehoben hatte, aber vergessen hatte ihn abzustellen, bevor es den nächsten nutzte. Und weil es so müde war, wollte es gleich sitzenbleiben, doch nach dem Anfeuern der Kindergärtnerinnen und Kindern stand es dann doch wieder auf und lief weiter. Zum Glück wissen die nicht, dass ich die jeden Morgen beobachte, sonst würden die noch denken ich bin ein Stalker. XD
Wohnheimsvorplatz

Die besagte Dusche...
Dann hieß es fertig machen und auf in die Stadt. Vorher noch schnell beim Seven Eleven (24h Supermarkt) vorbei und Geld abheben und auf zur Bushaltestelle, die gleich nebenan ist. Es ist wundervoll, und überhaupt nicht irritierend, wenn auf ALLEN Fahrplänen, die man sich anschaut die gleiche Haltestelle eingetragen ist. Das ergibt dann sogar Sinn, wenn man sich daran erinnert, dass der Bus ja immer im Kreis fährt. Der Bus kam, ich geh vorne hin und lese ein großes Schild an der Tür „Ausgang“…deshalb hatten die alle so komisch geschaut! Also doch alles nachmachen, was die Leute vor mir machen: Hinten einsteigen, eine Karte aus einem kleinen Automaten ziehen, damit du beim Rausgehen bezahlen kannst und dann einen Sitzplatz suchen! Tschaka geschafft! Von weitem sah die Einwurf Maschine für die Münzen zum Bezahlen auch noch ganz harmlos aus, aber als ich aufstand, um an der gewünschten Haltestelle auszusteigen, gab es irgendwie zig Möglichkeiten, um Geld einzuwerfen – für einen überforderten Ausländer, der zwar Japanisch kann, aber während der restlichen Haltestellen – an denen natürlich niemand ausgestiegen war! – begeistert aus dem Fenster geschaut hat und der davon überrascht war, dass die Haltestelle schneller da war, als gedacht, ein Grund spontan für Stau zu Sorgen. Aber da man sich hier ja eh immer brav in eine Reihe stellt, wartete der Rest des Buses, bis ich das System begriffen hatte und stieg aus. Völlig logisch! Ein Schlitz für die Fahrkarte und das passende Geld, einer für die Geldwäsche, um aus einem 100Yen-Stück Kleingeld zu machen und ein Lesegerät für die Monatskarten und jegliche anderen Karten (für alle, die schon einmal in Japan waren: damit sind die Suica und die Pasmo gemeint.). Ich war hochmotiviert und hatte auf Anhieb unseren Treffpunkt gefunden! Jetzt konnte es losgehen…ein kurzer Blick auf die Uhr und ein tiefer Seufzer später. Ich war vor 12 Uhr losgegangen, da ich ja noch Geld holen wollte und nicht wusste, wann genau der Bus abfährt und ich hatte bis dahin nicht noch einmal auf die Uhr geschaut… es war 12.25 Uhr! Genug Zeit, um erst einmal die Umgebung zu erkunden und eine Toilette zu suchen. Zum Glück gibt es dafür überall Stadtpläne! Ein kurzer Blick darauf und ab in Richtung Toilettenzeichen. Einmal über die Straße, um die Kurve, die Rolltreppe hoch, die Passage ein Stück entlang…irgendwo muss doch dieses verdammte Ding sein! Soweit kann das doch nicht entfernt sein… und nach drei Mal umherschauen fand ich es dann endlich, nur das ich aus einem kleinen Weg irgendwie über Rom gelaufen war…wäre ich einfach Geradeaus gegangen, hätte ich mein Ziel schon X-Mal erreicht! Aber genug von den Klogeschichten! Wieder am Treffpunkt angekommen setzte ich mich erst einmal auf eine Bank und genoss das wundervolle Wetter. 
Das ist Tsukuba. :)
Dann entschloss ich mich den Stadtplan noch einmal zu studieren und stellte mich interessiert davor...was für ein Bild – ein Ausländer, der vor einer Karte steht und Minutenlang auf selbige starrt… irgendwie hatte ich damit wahrscheinlich unbewusst einen Mechanismus im Hirn der Japaner aktiviert, die in gefühlten Massen auf mich zukamen und fragten, ob sie mir helfen könnten. Nachdem ich aufgehört hatte zu zählen, wie oft ich ihnen erklärt habe, dass ich mir die Karte nur anschaue, weil ich zu früh zu einem Treffen angekommen bin, fotografierte ich die Karte und setzte mich wieder auf eine Bank. Yuiko kam pünktlich an der Haltestelle an und Frau Sips traf wenig später sogar aus Tokyo ein. Mit unserer völligen Unentschlossenheit, welches Restaurant wohl das Beste wäre verharrten wir noch einige Minuten am gleichen Ort, bevor wir ganz klassisch in ein Familienrestaurant aufbrachen. Und damit nicht genug – die Auswahl im „Saiseria“ ist so groß, dass wir auch dort Ewigkeiten gebraucht haben, um uns zu entscheiden…im Gegensatz zu Yuiko, die ihren Heimvorteil gekonnt ausspielte und sich innerhalb von Sekunden entschieden hatte. xD Für alle, die sich jetzt denken: „Die redet schon wieder nur übers Essen.“…ihr habt Recht. ^^ Es gab ein auf Reis gebettetes Frikassee und Getränke konnte man sich für 160Yen Zuzahlung so viele nehmen, wie man wollte. Und um das Thema auszuweiten hatte Yuiko uns noch japanische Süßigkeiten geschenkt. ;) Die wichtigste Frage, die natürlich aufkam war unsere Unterbringung! Dabei stellten Frau Sips und ich fest, dass wir seit Montag Zimmernachbarn waren und uns interessanter Weise noch nie gesehen oder gehört haben. XD Da gerade die Pflaumenbäume blühen beschlossen wir uns am Freitag kurz Mal die Pflaumenbäume am Berg Tsukuba anzuschauen. Zig Getränke und einen vollen Magen später verließen wir das Restaurant und Yuiko verabschiedete sich, da sie noch Pläne hatte. Frau Sips zeigte mir zum Glück noch ein paar sehr gute Läden in unterschiedlichen Einkaufspassagen und dann zog ich allein los und verbrachte bestimmt 1,5h in einem 100Yen-Shop, um mich für eine Grundausstattung zu entscheiden. Da ich ja nicht weiß, wohin war das nicht einfach, aber es kam eine ganze Menge zusammen. 
Grundausstattung die Erste...
Danach ging es dann mit meinem Großeinkauf vom 100Yen-Shop wieder zurück zu einem anderen Laden, in dem ich einen Wasserkocher und ein kleines Handtuch kaufte und dann noch eine Kleiderstange für wenig Geld fand. Die Rollstange wurde zum Glück mit Band umwickelt und bekam einen Henkel, sodass ich sie besser tragen konnte. Vor dem Laden angekommen betrachtete ich mein Sammelsurium und fragte mich, wie ich das eigentlich nach Hause bekommen wollte. Aber erst einmal auf zur Bushaltestelle! Da an dem Punkt, an dem ich angekommen war, nur die Haltestelle zum Aussteigen war, schlussfolgerte ich, dass ich an das andere Ende des Busbahnhofes gehen musste, um dort wieder in den Bus einsteigen zu können…ich fand auch sehr schnell die richtige Haltestelle und als ich den Plan studierte fiel mir auf, dass ich völlig vergessen hatte mir den Namen meiner Haltestelle zu merken…Was man alles vergessen kann, nur weil man sich freut, dass ein Bus kommt und man steigt ein und fährt einfach mit… -.-“ Und dann fährt der Bus zwar im Kreis, aber das bedeutet ja nicht, dass es nur eine Richtung gibt! Nein! Der eine fährt Links herum und der andere Rechts! Wenn man den falschen nimmt, dann fährt man…und fährt man…und fährt man…und irgendwann kommt man an. Also weiter in den Erinnerungen kramen. Auf den Fotos, die von den Fahrplänen am Wohnheim geschossen habe, war der Name nicht mit drauf. Aber da die Fahrt nicht sehr lang gedauert hat und mein Wohnheim Oikoshi heißt und es sich auf der zweiten Straße befindet, kam nur der Bus in Frage, der Links herum fährt und nach weiterer Betrachtung der Haltestellen kamen nur 3 Haltestellen in Frage. Jetzt konnte die Reise losgehen! Brav einreihen und auf den Bus warten. Ich hatte vorsorglich schon alles in eine Hand gepresst, um ein Ticket zu ziehen, aber da es ja die erste Haltestelle war, gab es natürlich noch kein Ticket. Und da ich mit dem anderen Bus hergekommen war hatten natürlich auch die Haltestellen ganz andere Nummern. Da war die Nummer 13 (die auf meinem Ticket gestanden hatte) nicht mehr die Nummer 13, sondern die Nummer 5. Ganz knapp daneben also! Aber ich hatte ja Anhaltspunkte, da sich ja auf der Straße 2 Konbini befinden und zwischen ihnen liegen die Haltestellen, das heißt, wenn einer von Beiden auftaucht, kann ich immer noch schnell auf den Knopf drücken, um auszusteigen. Ich lag mit meiner Vermutung gar nicht so falsch: Es war tatsächlich die Haltestelle Oikoshi und zum Glück wollte noch jemand aussteigen. Wie ein Pro stand ich auf warf schon einmal 100Yen in den Einwurf, zum Bezahlen und in den anderen ebenfalls 100Yen, um mir eine weitere Münze wechseln zu lassen und warf davon die nächsten 70Yen wieder in den anderen Einwurf. Auf dem Fußweg atmete ich erst einmal tief aus und freute mich, dass alles so gut geklappt hatte! :) Erst einmal ging es zurück ins Wohnheim, um meine Tüten abzuladen und dann noch einmal den gleichen Weg zurück, Abendbrot kaufen. Erst einmal ging es in den Seven Eleven, da dort die Onigiri (Reisbällchen) immer so gut schmecken. Bei der Gelegenheit gelangte durch unbeschreibliche Vorgänge sogar ein Conan Manga mit in meine Einkaufstüte…wie das bloß passieren konnte… ;) Danach ging es zum 100Yen-Lawson, denn ich brauchte ja schließlich auch noch Frühstück für den nächsten Tag. Nachdem ich den Laden verlassen habe kam ich wieder einmal zu dem Schluss, dass 100Yen-Shops gefährlich sind! 
Da alles nur 100Yen kostet, ist die Verlockung mehr zu kaufen, als man braucht, viel größer. Naja, egal! Auf zum Wohnheim…ich hatte Hunger und war total erschöpft vom Einkaufen. xD (Welch ein Luxus…) Danach entspannte ich mich bei einer Folge „Mord ist ihr Hobby“ und meinem Abendessen und merkte schon, wie mir allmählich die Augen zufielen. Hätte ich mit schlafen gewartet, wäre ich nicht so ausgeruht gewesen, hätte ich auch Mal schlafen können, wie normale Leute und hätte nicht wieder bis 2 Uhr vorm PC gesessen. Aber wenn sie nicht am PC saß baute sie ihre Rollstange auf, randalierte damit in ihrem Zimmer herum und packte schon einmal alle nützlichen Sachen aus dem 100Yen-Shop aus, für die sie noch keine Stauraummöglichkeiten hatte.

26.02.2016 – Ein Spaziergang der ist lustig, ein Spaziergang, der ist schön oder: Dieser Weg…wird kein leichter sein…dieser Weg ist steinig und schwer…

Die Sonne schien in mein Zimmer und es war sooo toll!!! Nachdem es ja nur Heizzeiten gibt, freut man sich über jegliche Wärme und da ist es natürlich wundervoll, wenn man im Bett liegt und die Sonne begrüßt einen so freundlich. Das kann sie von mir aus jeden Tag tun! :) Ich würde mich freuen. Da konnte ich dann doch nicht wiederstehen und blieb 5 Minuten länger liegen, als ich wollte…ok, es könnte auch eine halbe Stunde gewesen sein, aber was machen schon die paar Minuten. Dann schälte ich mich doch aus dem Bett, wuselte Duschen und legte mich danach noch einmal hin, bis mein morgendliches Fensterprogramm wieder losging, welches ich mit einem Café au lait und Toast mit Schokoladenaufstrich (dessen Geschmack sich nicht geändert hat…es schmeckt immer noch wie Schokoladensoße, die es im Eiscafé gibt) – manche Bräuche kann man halt einfach nicht so schnell ändern… Schnell Haare föhnen und dabei erst einmal das ganze Wohnheim wecken und dann auf zum Treffpunkt. Da der Berg Tsukuba ein Stück entfernt ist… (mit dem Fahrrad 1h) holte Yuiko Frau Sips und mich mit dem Auto ab und es ging auf in die Berge! Die Häuser wurden kleiner und die Felder mehr – was für ein Anblick. 
Ganz Tourist, schoss ich natürlich schon während der Autofahrt Bilder vom Tsukuba-san und von irritierenden Autos, die mir vor die Linse kamen. Den Berg hinauf ging es über Serpentinen ähnliche Straßen mit einer Breite, die so überwältigend war, dass man das dringende Bedürfnis hatte anzuhalten, jedes Mal, wenn ein Auto entgegenkam. Auf dem Parkplatz angekommen stiegen wir aus und marschierten los. Ganz bedächtig bestaunten wir die ersten Pflaumenblüten, die sich uns boten und dokumentierten alles mit unseren Kameras. Da wir ja auf einem Berg waren ging es logischerweise weiter Berg hoch…ein kurzer Blick sagte uns, dass wir nach einem kleinen Spaziergang zurückkehren würden. 
Pflaumenblüte weiß
Als die Bäume und die Blüten mehr wurden überfielen wir eine Bank, ließen uns von der Sonne verwöhnen und machten ein kleines Picknick, welches Frau Sips vorbereitet hatte (Bisquitrolle, Mochi (Reisküchlein) und Mandarinen :) ) Wir plauderten und stellten fest, dass es gar nicht so einfach ist Sprichwörter in andere Sprachen zu übersetzen. Nebenbei bemerkten wir, dass die Anzahl an Leuten, die an uns vorbei ging immer größer wurde und wir dabei auch noch ganz schön den Altersdurchschnitt drückten. Egal ob mit Stock, oder aufgestützt auf den nächsten Verwandten, der Altersdurchschnitt schien gut bei über 50 Jahren zu liegen. Wir reihten uns nach unserem Essen wieder ein und liefen gemütlich weiter, bis wir an einer Straße ankamen und erst einmal auf die Stadt Tsukuba hinabblickten. 
Tsukuba von oben
Was für eine Aussicht. Dann drehten wir uns um und sahen – wie überraschend – noch mehr Pflaumenbäume. Als wir weitergehen wollten wurden wir von einem Hobbyfotografen angesprochen, für den wir gleich Mal posieren mussten. xD Der nette ältere Herr ließ uns dann ein Stück Straße hinaufgehen, damit er fotografieren konnte, wie wir sie wieder hinuntergingen und dabei die Pflaumenbäume anschauten. Völlig ungestellt und ohne Absprache schauten wir immer in die Richtung, in die wir schauen sollten und zeigten abwechselnd auf verschiedene Pflaumenbäume. 

Frau Sips und Yuiko
Dann kam er auf die Idee, dass wir das mit noch mehr Bäumen im Hintergrund machen könnten, also ging es weiter einen steinigen Weg bergauf und die Fotosession ging weiter. Als wir ihn nach 20 Minuten endlich fertig waren, wurden wir von der Fülle an Pflaumenbäumen erschlagen. Reflexartig zuckte meine Hand, drückte den Knopf der Kamera und wiederholte den Vorgang an gefühlt jedem Baum, den ich erblickte… was eine Weile dauerte. Aber zum Glück ging es mir nicht allein so. Der Altersdurchschnitt wurde etwas von kleinen Kindern, die mit ihren Eltern hergekommen waren (oder andersherum) nur ein wenig gedrückt. 
Jeder fotografierte die Blütenpracht oder wahlweise sich vor der Blütenpracht. Wir atmeten tief durch und inhalierten schon fast den Duft, den die Pflaumenbäume versprühten. Pure Entspannung! In Worte gefasst klingt es irgendwie plump, aber es war so wundervoll, da musste man sich entspannen, ob man es wollte, oder nicht. 
Blüten Rosa
Blüten Pink
Ein Schild zeigte uns an, dass der nächste Schrein nicht weit sei…also auf ans Werk. Motiviert setzten wir unseren Spaziergang fort, über Stock und Stein. Ein kleiner Schrein am Rande des Weges, der nur durch Kletterkünste erreichbar war wurde natürlich auch noch besichtigt und dann ging es weiter. Allmählich wurde der Weg schmaler und die Beschreibung Waldweg wurde unpassend und musste durch Pfad ersetzt werden. Wir waren erstaunt darüber, dass der Weg trotz dessen rege besucht war, egal welchen Alters. Und wir liefen und liefen und liefen und kletterten und liefen weiter und kamen an einem Parkplatz heraus, den man nur über eine kleine Treppe erreichen konnte….obwohl Treppe schon sehr drastisch ausgedrückt ist…es ähnelte eher einer Steinanordnung, deren Abstand so unterschiedlich war, dass wir Probleme hatten hinunterzusteigen. Mit offenem Mund beobachteten wir ein Rentnerpärchen, wie diese spielend leicht die Treppen hinaufstiegen und weitergingen. Wir gingen über den Parkplatz und stellten uns vor eine Karte, die uns den Weg zeigen sollte. Als wir uns nach dem Weg umschauten, den wir gekommen waren, zeigte ein Schild mit der Aufschrift „Schrein“, genau  in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Und im Wald hatten alle Schilder in die Richtung gezeigt, in die wir gelaufen waren. Wir hörten durch Zufall, dass ein Ehepaar, die gleiche Frage hatte und wenige Schritte später, fanden wir ein neues Schild, welches zum Schrein führen sollte. Dieses Mal in eine andere Richtung. 
Tempel
Schrein
Naja, viele Wege führen nach Rom. Wir gingen weiter den Berg hinauf und kamen am Tempel vorbei. Wo wir kurz Halt machten, uns umsahen, Räucherstäbchen anzündeten, zu den Göttern beteten und dann weitergingen. Wir genossen die Aussicht und die Sonne und fühlten uns pudelwohl. Wir gingen zum Schrein, beteten, kauften uns ein Omikuji (ähnlich wie ein Horoskop in Los Form.) und nachdem wir uns gründlich umgesehen hatten, gingen wir allmählich wieder zurück zum Auto. Wir waren müde und erschöpft und stellten fest, dass wir schon einige Stunden unterwegs waren. Zum Glück war Frau Sips den Weg schon einmal gelaufen und wusste, dass sich in der Nähe eine Touristeninformation befand, in der wir uns Wanderkarten und sogar einen kleinen Stadtplan kostenlos mitnehmen konnten. 
Bas Stop...xDDD
Danach ging es zurück zum Auto, wo wir an einem Kletterwald vorbeikamen, der unglaublich interessant aussah. Wenn ich Mal lange Weile habe probier ich den Mal aus. Aber vorher werde ich Tsukuba-san erklimmen mit seinen 800 Metern. Frau Sips hatte einen der Wanderwege schon ausprobiert und war gut 5 Stunden unterwegs gewesen. Aber für Lauffaule oder Fußlahme gibt es auch noch eine Seilbahn oder ein „Cabel-Car“ (eine elektrische Seilbahn). Mal schauen, was ich nutzen werde…ich hoffe natürlich, dass ich das zu Fuß auch schaffe, aber es ist gut zu wissen, dass man sich im Notfall auch chauffieren lassen kann. XD 



Obst und Flyer/Stadtplan
Dann trafen wir auf ein paar Frauen, die aus der Präfektur Miyagi Obst verkauften. Es sieht aus wie eine Mandarine, lässt sich auch ähnlich schälen und schmeckt wie ein Mix aus allen Zitrusfrüchten in süß – also unglaublich frisch und lecker. Und wie Japaner sind, kann man ja bekanntlich alles mit Sojasoße und Salz essen, also gab es nach der normalen Variante auch eine Kostprobe mit Sojasoße und Salz, die auch sehr lecker schmeckte. Wir kauften uns einen kleinen Vorrat und dann ging es weiter zum Auto. 
Sieht harmloser aus, als es war. ^^











Im Auto angekommen lehnten wir uns erst einmal alle zurück und schlossen die Augen. So wunderschön es auch war, so anstrengend war es auch. Gemeinsam stellten wir fest, dass wir nicht in der Lage waren Entscheidungen zu fällen, weshalb wir bestimmt 10 Minuten brauchten, um uns dafür zu entscheiden, dass wir noch irgendwohin Essen fahren wollten und beschossen die Lokalität spontan zu entscheiden, da wir uns ja nicht entscheiden konnten. Es ging also bergab…mit unserer Hirnaktivität und mit dem Auto. Wieder die Serpentinen entlang und diesmal kam es uns noch gruseliger vor, weil wir ja jetzt auf der Seite fuhren, die sich am Abgrund befand und die Straße wirklich unglaublich eng war. Wir entschieden uns wieder für ein Familienrestaurant. Diesmal für das Kokos und das Gute daran war, dass es wieder eine Drink Bar gab. Also 160Yen zahlen und trinken so viel man will. Und es gab Matcha Latte. Also Grüntee Latte. *-* Ich liebe es. Und dann auch noch so viel trinken, wie man möchte. Herrlich. Da unsere Köpfe alle schon auf Standby waren brauchten wir wieder lange, um uns zu entscheiden, was wir essen wollten. Da wir kurz vor 3 Uhr in dem Restaurant ankamen hatten wir noch die Mittagskarte bekommen, aber an unserem Tisch waren auch schon die Karten für Das Abendessen bereitgestellt, welche ab 15 Uhr gelten. Jetzt hatten wir die doppelte Auswahl, was die Sache nicht einfacher machte. 
Hähnchen und Gemüse Doria
Trotz unseres Erschöpfungszustandes hatten wir sehr interessante Themen während unseres Gespräches, die sogar bis in die Politik reichten. Faszinierend. Dafür schliefen wir dann fast ein, nachdem wir fertig waren mit essen. Frau Sips wollte mir noch den Fahrradladen zeigen, in dem sie ihr Fahrrad gekauft hatte und der zum Glück auf dem Weg lag. Wir brachen also auf und wurden sogar noch bis zum Fahrradladen gefahren! Was für ein Luxus. Frau Sips ging vor und wir wurden sofort einmal komplett durch den Laden hinter in die Werkstatt geführt, wo mir der Inhaber verschiedene gebrauchte Fahrräder zeigte und eins heraussuchte, welches in einem besonders guten Zustand war. Ich drehte eine kleine Runde damit, nicht ohne Bauchkribbeln und dann war die Entscheidung auch schon gefallen. :) Das Rad kostete 7500Yen und eigentlich hätte ich noch 600Yen für die Polizeiplakette bezahlen müssen, doch die hat er mir dann noch geschenkt. Ich habe also alles ausgefüllt und dann schob ich mein Rad nach Hause. Frau Sips zeigte mir noch einen guten Buchladen und die Post auf dem Unigelände und ich sah das Unigelände das erste Mal zu Fuß. Wir begegneten zig Radfahrern, ein paar Enten und ein Streuner kratzte an der Tür zur Kunstgalerie und wollte hinein. Kurz vor dem Wohnheim kamen wir an Sperrmüllhaufen vorbei, bei denen diejenigen, die ausziehen ihren Müll abladen können. Wir fanden einen Rollschrank mit 3 Fächern, der noch sehr gut erhalten war und packten ihn auf meinen Gepäckträger. Am Wohnheim stellten wir den erstmal ab und machten uns zum zweiten Sperrmüllhaufen auf, wo wir noch ein paar Wäschestangen fanden. Wir hätten auch beinahe einen Kühlschrank gehabt, aber leider waren an allen die Kabel abgetrennt, sodass sie uns nichts nützten. Aber immerhin habe ich jetzt einen Rollschrank und eine Kleiderstange, die man von Wand zu Wand spannen kann. Arbeitswütig wurde der Rollschrank dann auch gleich noch eingeweiht und befüllt. 
Danach musste ich mich erst einmal ausruhen und bin Mal wieder während meiner Serie eingeschlafen. Nachdem ich mein Nickerchen beendet hatte ging es noch einmal einkaufen und das sogar gesund! 2 Äpfel für je 100Yen und 4 Möhren zusammen für den gleichen Preis. Und eine Kleiderbürste, die wundervoll funktioniert, da mein Mantel seitdem er in der Reinigung war jegliche Fussel zwischen Leipzig und Tsukuba aufgesammelt hatte. Da Skype keinen wirklich Videochat zulassen wollte hatte ich mich vorsorglich schon einmal nach einem Gebrauchtladen für Geräte umgeschaut und einen gefunden. Die Route für den nächsten Tag stand also fest und dank meines Stadtplanes war das auch kein Problem mehr. :) Da ich so KO war von dem ganzen Tag und am nächsten Morgen relativ zeitig loswollte beschloss ich zeitig schlafen zu gehen, was ich wenig später auch tat. Und es hat keine 5 Minuten gedauert und ich war eingeschlafen! Oyasumi~ (Gute Nacht auf Japanisch.)

27.02.2016 – Eine neue Liebe…

x3
Ist es nicht wundervoll, wenn man jeden Morgen von Sonnenschein geweckt wird?! Noch etwas sonnen, den Wecker ignorieren und dann vor lauter Vorfreude aus dem Bett springen und frühstücken. Es gab wieder Toast mit Schoki und Café au lait, also ganz unspektakulär. xD Ich nahm meinen Stadtplan zur Hand und ging noch ein letztes Mal meine geplante Route durch. Ist es nicht paradox? In Deutschland fahre ich nie Fahrrad und dann bin ich in Japan, wo alles größer ist (Häuser, Straßen, Menschananzahl, Autos auf der Straße, etc.) und was mache ich: Ich kaufe mir noch in der ersten Woche ein Fahrrad und radle durch Tsukuba… Ich sattelte meinen Rucksack und ging zu meinem Fahrrad. Bevor ich jedoch losfahren konnte, kam noch eine Glückskatze vorbei, wälzte sich in der Sonne und wünschte mir viel Erfolg. :) 
Mein Liebling...<3
Und da ihr alle neugierig seid…Tadaaa…hier ist es auch schon mein geliebtes Fahrrad!!! Noch schnell ein Foto und dann ging es los. Ich sage euch, dass ist sooo toll! Ich konnte ohne Probleme Fahrrad fahren und das trotz der Tatsache, dass hier alles im Linksverkehr stattfindet. Ich radelte und radelte und radelte gleich Mal über das Ziel hinaus, was aber sehr gut war, denn so konnte ich gleich noch ein Restaurant ausfindig machen, in dem es super leckeres japanisches Essen gibt. Und was wäre ein Tag nicht ohne skurrile Begebenheiten. Auf dem Parkplatz des Restaurants stand die gesamte Belegschaft, machte Morgensport und gemeinsames Anfeuern und motivieren der wichtigsten Sätze im Geschäft. Jetzt wusste ich warum ich zu weit gefahren war! Nachdem die Gruppe ihren Sport beendet hatte fuhr ich wieder zurück und bog dieses Mal richtig ab und parkte ganz stolz mein Fahrrad vor dem nächsten Hard Off – ein Gebrauchtladen für Elektronikartikel, in dem es auch Instrumente gibt! Ich ging hinein und schaute mich erst einmal um. So toll. Ich fand sogar eine Stereoanlage für Musikkassetten für nur 4500Yen…wenn ich wüsste, wie ich die nach Hause bekomme, hätte ich sie sofort mitgenommen. Aber ich fand auch was ich suchte und verglich gleich Mal die Preise der Tablets und PC’s miteinander. Nebenbei fand ich auch noch 1,2 Spiele für verschiedene Konsolen, die für den Preis einfach mitgenommen werden mussten. Und ein Adapter für USB-Stecker fand sich noch an, sodass ich ab jetzt Handy, etc. über diesen Adapter laden kann und das nicht mehr über den Computer machen muss bzw. immer nachdenken muss, was ich als nächstes anstecke. Danach ging es in den nächsten Laden, der gleich nebenan war: Dem House Off, einem Möbel-, Haushaltsgeräte-, Kleidungs- und Spielzeugladen, in dem man nicht nur sehr gut erhaltene Second Hand Kleidung bekommt, sondern auch noch wundervolle Möbel und günstige Geräte. Aber da ich nicht wusste, wie ich das alles hätte transportieren sollen ging es erst einmal weiter zum nächsten großen Einkaufszentrum. Dort gab es einen Daiso (100Yen Shop) und zu meiner Freude auch ein Uniqlo (Kleidungsgeschäft in der Preisklasse wie H&M), die sofort inspiziert werden mussten. Der Daiso-Einkauf war seeehr ergiebig, da ich ja jetzt auch endlich Stauraummöglichkeiten habe und einem zu Hause immer einfällt, was man noch gebrauchen könnte. Und bei der Gelegenheit gab es sogar gleich noch neue Wolle und Stricknadeln. :) Danach ging es in Uniqlo, wo gerade der Ausverkauf der Winterware stattfand…zu meiner Freude! Ich schnappte mir also jegliche reduzierte Heat-Tech-Kleidung und probierte diese an. Ich liebe Japan für diese Erfindung…Kleidung die dünn ist, aber unglaublich warm hält. Und wenn ich an meine Heizzeiten und die Temperaturen nachts denke nehme ich lieber noch ein T-Shirt mehr davon mit. Auch das war ein Großeinkauf, aber durch meine Kofferproblematik am Flughafen hatte ich ja kaum noch warme Kleidung hier. Jetzt hab ich wieder welche. Und sogar eine sehr warme Decke, die man sich über die Schultern knöpfen kann von den Moomins. Mit 2 großen Tüten ging es dann demnach erst einmal wieder nach Hause. Die Uniqlo-Tüte passte gerade so in den Fahrradkorb und die Daiso-Tüte verknotete ich kreativ mit meinem Gepäckträger und dann ging es los…auf nach Hause! Ich stellte fest, dass auf dieser Strecke das Café lag, in dem ich mit Yuiko essen war und in welchem es so unglaublich leckeres Essen gab. In meinem Kopf machte ich mir eine Notiz, dass ich demnächst unbedingt wieder hier etwas essen muss und fuhr weiter. Als ich im Wohnheim mein Fahrrad abstellte fühlte es sich so an, als ob ich das schon zig Mal gemacht hatte. Ich ging nach oben in mein Zimmer, packte aus und verstaute die neuen mitgebrachten Sachen und machte mir eine Liste, was ich alles noch brauchte. Dann ging es ins Zentrum, wo ich neben Creme für meine Schulter und meinen Nacken auch noch in den Supermarkt wollte und natürlich in den 100yen-Shop, wo auch noch 2-3 Sachen auf meiner Liste standen, da die Aufbewahrungsboxen im Daiso alle größer waren, als die, die ich bisher gekauft hatte. Nahe dem Bahnhof begegnete ich zum ersten Mal dem Problem mit einem Fahrradparkplatz… alle sind kostenpflichtig und einer ist sogar extra umzäunt, damit das Fahrrad auch wirklich sicher steht. Da man dort aber eine vorher angemeldete Mitgliedskarte brauchte stellte ich mein Rad zu einigen Wildparkern und hoffte, dass alles gut geht und ich keinen Strafzettel bekomme. 
Bahnhof Tsukuba
Ich ging schnell einkaufen und genauso schnell wieder zu meinem Fahrrad. Als ich gerade losradeln wollte begegnete ich Frau Sips, die durch Zufall gerade in der Stadt war, weil die Bibliothek eher geschlossen hatte und sie sich deshalb ein Restaurant suchen wollte, in dem sie weiterarbeiten konnte. Wir redeten kurz und tauschten Informationen über Elektrogeschäfte aus und dann fuhr ich nach Hause, diesmal einen kürzeren Weg, der dafür aber eine Rundbrücke enthielt, auf der ich ziemlich zu kämpfen hatte, da ich ja keine Gangschaltung am Fahrrad habe. Aber auch diese Hürde meisterte ich bravurös und kam wenig später im Wohnheim an, wo es das normalste auf der Welt war, dass ich mein Fahrrad abstellte, sicherte und in mein Zimmer ging. :) Ich liebe mein Fahrrad und freute mich schon darauf Tsukuba den nächsten Tag wieder mit dem Rad zu erkunden. 
Abendessen. :)
Bevor ich erschöpft aufs Bett fiel, konnte ich mich noch davon abhalten und packte erst einmal aus und dann ließ ich mich fallen. Ich genoss ein wundervolles Abendessen, bestehend aus einem Kirschblütenjoghurt, einem Pfirsich Gelee, einem kleinen Salat, einer Möhre und einem Apfel. Bei einer Folge Mord ist ihr Hobby schlief ich jedoch ein und wachte erst wieder auf, als Skype mir einen Anruf mitteilte. Zum ersten Mal seit meiner Ankunft funktionierte der Videochat und so telefonierte Risu über 3 Stunden nach Hause und das ohne den Finger in die Luft halten zu müssen, wie E.T. :) Auch wenn ich Gefahr lief mich zu wiederholen und zu wiederholen verlief der Videochat erstaunlicher Weise sehr gut. Nach 2 Uhr nachts hörten wir dann auf zu telefonieren und ich schlief fast auf der Stelle ein, nachdem ich noch Edamame als Mitternachtssnack gegessen hatte.. 
Als ich ein merkwürdiges Geräusch hörte schaute ich auf und wunderte mich, warum sich meine Rollstange bewegt hatte, bevor sie mit einem Plopp-Krach-Bumm umfiel…ich sprang aus dem Bett und richtete sie erst einmal wieder auf und lehnte sie provisorisch an die Wand, da ich zu müde war, sie zu dem Zeitpunkt wieder zusammenzubauen. Hier ein paar Bilder, wie es vorher aussah.

Kaum hatte ich mich wieder hingelegt und war eingeschlafen, die nächste Unterbrechung…Wer hat eigentlich der Plattentektonik gesagt, dass sie ausgerechnet nachts aneinander geraten sollen? Können Erdbeben nicht auch tagsüber stattfinden, wo sie mich nicht vom Schlafen abhalten? Das war das letzte Mal auch schon so. Aber es war ja nur ein kleines, da konnte man sich einfach umdrehen und weiterschlafen. ^^ Und das tat ich dann auch ohne weitere Unterbrechungen bis zum nächsten Morgen! 

28.02.2016 – Auf der Suche nach einem Buchladen…

XD Ich glaub ich kann den ersten Satz immer kopieren und einfügen. Die Sonne weckte mich, wie die Tage davor auch und ich freute mich sehr darüber. Auch heute stellet ich fest, dass tatsächlich einige Mütter ihre Kinder in den Kindergarten brachten, auch wenn es nur 3 oder 4 waren, aber erstaunlicherweise war der Kindergarten auch am Wochenende geöffnet. Ich frühstückte wieder Toast mit Schoki und stellte meinen Plan zusammen. Heute stand die Suche nach einem Buchladen auf dem Programm. Und so zog ich wenig später aus, um einen zu finden. Zuerst ging es in den nächst gelegenen Book Off – einem Second Hand Buchladen, die Bücher schon ab 100Yen verkaufen… *-* also kurz gesagt: Ich machte mich auf ins Schlaraffenland. Doch zuerst einmal musste ich dort ankommen…übermütig wie ich war fuhr ich glatt an der eigentlichen Kreuzung vorbei und drehte eine ungewollte Runde über den Campus, fand jedoch meinen Weg zurück und hatte halt noch eine angenehme Fahrt um das Campusgelände herum. 
Bücher...Bücher...100.000 Bücher
Expo Gelände mit Rakete
Ich fand den Book Off ohne Probleme und begann ihn zu durchstöbern…und ich stöberte…und ich verlor jegliches Zeitgefühl, fand dafür aber einige interessante Bücher. Wie einer speziellen Gesamtausgabe von Conan Doyles Sherlock Holmes Bänden, die nur 300 Yen kostete…ein echtes Schnäppchen…zack, rein in den Korb…irgendwann wurde mein Körbchen dann doch etwas schwer und ich fragte Mal alibimäßig nach Lernbüchern, die ich eigentlich kaufen wollte, doch die gab es im Moment nicht…also mussten erst einmal andere Bücher herhalten. Und dann wollte ich in den nächsten Buchladen fahren, um meine Lernbücher zu kaufen, doch der hatte über das Wochenende Urlaub und deshalb geschlossen. Da ich jedoch ein Zeichen mit einem aufgeschlagenen Buch im Zentrum beim Bahnhof gesehen hatte, beschloss ich dorthin zu fahren, nachdem ich meine Bücher zu Hause abgeliefert hatte. Faszinierender Weise habe ich mich nie wirklich verfahren, sondern kam immer an meinem Ziel an. So auch jetzt. Ich wuchtete meinen Beutel in mein Zimmer, verstaute meine Bücher und aß erst einmal eine Kleinigkeit…da es sich dabei um Kekse und Melonpan handelte verzichte ich darauf es Mittag zu nennen. ;) Danach ging es in die Stadt und dieses Mal wollte ich unbedingt einen Fahrradparkplatz ausprobieren. Allerdings merkte ich jetzt schon meine Beine, die nach den letzten 2,5 Tagen Vollzeitbeschäftigung allmählich anzeigten, dass sie sich gern ausruhen möchten. Ich ignorierte meine Beine und fand einen perfekten Fahrradparkplatz, wo ich mein Rad für 2 Stunden kostenlos parken konnte. Dann machte ich mich auf die Suche nach einem Buchladen, fand jedoch keinen. Alles, aber kein Buchladen…Dann eben nicht! Muss ich halt doch am Montag in den Unibuchladen schauen gehen. Ich schlenderte herum und traf dabei auf eine Gruppe, die indianische Musik machten und vor einem Einkaufszentrum stand und sich vorstellte. Neben ihnen hatte auch ein anderer Kleinkünstler seine Bühne aufgebaut und ließ seine Skelettmarionette mit Fliege und Zylinder auf einem kleinen Holzstuhl Platz nehmen und diese die Musikgruppe beobachten. Ich lief einfach weiter und genoss das schöne Wetter. So landete ich in einem Supermarkt, der einige gute Angebote hatte, aber in den meisten Dingen teurer war, als die, die ich bis jetzt gefunden hatte. Dann ging ich in meinen Supermarkt und kaufte mein Abendessen ein und Getränke. Dann schleppte ich meinen Beutel zum Fahrrad und studierte eingehend die Beschreibung, doch das Gerät wollte mein Fahrrad einfach nicht mehr hergeben. Da sprach mich auf schon ein junger Papa mit seiner Familie auf Englisch an, ob er mir helfen könnte. Er erklärte mir, in welcher Reihenfolge ich welche Knöpfe drücken musste und schon war mein Fahrrad wieder bereit zum Fahren. Ich hatte festgestellt, dass ich die Knöpfe in der falschen Reihenfolge gedrückt hatte und bedankte mich bei dem Mann und seiner Familie. Der kleine Junge, der bei ihnen war starrte mich unentwegt an und als sie weitergingen sagte er zu seinen Eltern „So ein Mädchen will ich Mal heiraten.“ Als ich lachte und mich für das Kompliment bedankte lief er hochrot an und versteckte sich bei seinem Papa, der ihm sagte, dass ich die ganze Zeit schon Japanisch gesprochen hatte. xD Ich fuhr wieder nach Hause und war froh, dass ich einen dicken Schal trug, denn der Wind war sehr kalt geworden. Ich fuhr am EXPO-Gebäude mit dem davorstehenden Raumschiff vorbei und beobachtete, wie Eltern mit ihren Kindern im Park oder auf dem Spielplatz spielten. Fahrrad fahren in Japan macht wirklich spaß! Ich überwand die Brücke mit letzter Kraft und kam erschöpft zu Hause an, wo ich mich erst einmal eine Stunde ausruhte. Danach setzte ich mich an meinen PC und begann meinen neuen Eintrag zu schreiben. 
Einkauf die X-te
Der wurde unterbrochen, von meinem Abendessen (Onigiri und einem Hotdog mit Hühnchen und Majo) und dem Videochat mit den Eltern, der dieses Mal aufgrund einer schlechten Verbindung nur sehr kurz ausfiel. Aber es hat funktioniert! *-* Das heißt der japanische Computer kann noch einen Augenblick warten. Und nun sitze ich hier, eingemummelt in meine Decke und habe festgestellt, dass Dienstag und Mittwoch die Temperaturen Nachts auf -2 runtergehen sollen…Ich werde morgen wohl doch noch Mal nach einer weiteren Decke schauen gehen… oder einer Wärmflasche oder so. Und jetzt werde ich noch fix meinen Eintrag hochladen und dann ins Bett gehen. :) Ich habe morgen wieder viel vor.

Wednesday, 24 February 2016

Von Einer, die auszog…



…und nach ihrer Ankunft von einem Berg Papierkram erschlagen wurde…

Warnung: Der Verfasser dieses Eintrages hat es immer noch nicht gelernt sich kurz zu fassen. ^^‘‘‘

So meine Lieben,

hier ist es nun. xD Das erste offizielle Blog-Lebenszeichen verknüpft mit den ersten Berichten meiner Ankunft und den ersten Tagen in Tsukuba. 

Am 21.2.16 ging es los. Die Koffer waren gepackt, die Abreise zeitig genug geplant und auf ging es zum Flughafen… und ich habe sogar meinen Flug bekommen! Yeay! (Für alle Erstleser, die sich jetzt wundern… bei meinem letzten Auslandsjahr, hatte ein Mega-Stau dies leider verhindert und meine Ankunft in Narita hinausgezögert.) Aber was wäre eine Reise nur ohne Komplikationen… am Schalter angekommen sagte der nette Herr, dass statt 2 Koffern nur 1 Koffer mit 30kg mitgenommen werden konnte… (auf der Lufthansa-Seite waren 2 Koffer für Japan angegeben, mit jeweils 23kg.) Das hieß: Beide Koffer auf und umpacken. Der nette Lufthansa-Mitarbeiter hat bei 1,2kg sogar die Augen zugedrückt und mir meine Flugtickets ausgehändigt. Jetzt konnte meinem Flug über München und Doha nichts mehr im Wege stehen… außer einer Flugverspätung des Fuges nach München… der, wie ich in Schwerstarbeit herausgefunden habe (Und nicht, weil es der Flugbegleiter in mehreren Sprachen und Wiederholungen durchgesagt hat. XD), deshalb zustande kam, weil auf dem Flug davor, von München nach Leipzig einige Passagiere zwar eingecheckt hatten, aber nicht erschienen waren. So musste das gesamte Gepäck ausgeladen werden, damit ihre Koffer aus Sicherheitsgründen am Flughafen in München gelassen werden konnten. Zum Glück handelte es sich nur um eine Verspätung von 10 Minuten. ;) 
Bevor ich weiter erzähle, möchte ich mich aber erst einmal bei Maria, Christian und Mike bedanken, die extra zum Flughafen gekommen sind, um mich zu verabschieden bzw. um mir noch eine „Kleinigkeit“ mit auf die Reise zu geben… ^^‘‘ Christian… der Mann von der Security fand dein Kissen total toll und hätte es am liebsten behalten. xD Und natürlich auch ein großes „Danke“ an meine Eltern, die mich die letzten Tage vor dem Abflug „ertragen“ und mich zum Flughafen gefahren haben. ^^ 
Ab ging es in den Flieger nach München. Zur Belohnung, dass wir es in den Flieger geschafft haben, gab es für jeden einen Keks und als alle Passagiere fröhlich an ihrem Gebäck knabberten ging es auf zur Startbahn…und es ging zur Startbahn…zur Startbahn…bahn…die gefühlte 100km vom Flughafen entfernt lag. Allein das hat tatsächlich knapp 15 Minuten gedauert! Da hätte man nicht nur einen Keks essen können! Aber gut. Kaum waren wir in der Luft, landeten wir auch schon wieder. Zum Glück gab es gleich einen Shuttlebus, der einen von Terminal 2 zu Terminal 1 gebracht hat, sonst hätte ich meinen Flug bestimmt verpasst…Doch dieser wundervolle Bus setzt dich tatsächlich am A**** von Terminal 1 ab, beim Buchstaben E…mein Flug ging aber von Gate B… vollbepackt und guter Dinge machte ich mich also auf zu Gate B... da wusste ich noch nicht, dass jedes dieser Gates noch mindestens 21 Einzelgates für den Abflug und einige für die Ankunft hatte…30 Minuten später kam ich dann tatsächlich an Gate B an und hatte noch etwas Zeit, bis zu meinem Check-In. Erst einmal Luft holen und eine Toilette suchen… denkste! Die Toilette hatte ich zwar gefunden, aber kaum hatte ich die Tür geschlossen, kam auch schon eine Durchsage, dass einige Passagiere nach Doha sich bitte dringend am Schalter einfinden sollten! Eigentlich hätte ich mich nicht angesprochen fühlen müssen, da irgendwie dringend erst ein Mario Dlödel, eine Maria Löbel und irgendwann irgendjemand ausgerufen wurde, der ähnlich hieß wie ich…als der Sprecher dann mehrmals zögerte und noch weitere Versionen dieses Namens kreierte, fühlte ich mich dann doch angesprochen und machte mich auf zum Schalter. Das Klo konnte warten, im Flugzeug gibt es ja schließlich auch welche! 
Am Schalter angekommen, zeigte ich meinen Pass und hatte wenige Sekunden später meine neuen Flugtickets in der Hand, die dieses Mal sogar den Flugsteig angegeben hatten. Mein Pass blieb jedoch noch etwas bei der Bearbeiterin, die noch nie ein japanisches Visum gesehen hatte…jetzt wissen auch ihre Kollegen, wie ein japanisches Visum aussieht…ob sie es wissen wollten, oder nicht, jetzt wissen sie es. 
Flugzeug von München nach Doha
Der Flug war gut und das Flugzeug voll luxuriös. Echt jetzt! Habt ihr schon einmal ein Flugzeug mit WiFi gehabt?! Voll toll! Nachdem ich also erst einmal meine Mails kontrolliert hatte und per What’s App einige Nachrichten verschickt hatte, hab ich mein Essen genossen und wenn ich nicht aus dem Fenster geschaut habe, durchsuchte ich das Fernsehprogramm des Bord-TV’s. So habe ich es doch noch geschafft den Film „Gänsehaut“ anzuschauen, ohne ins Kino gehen zu müssen. ^^ Ich hatte die Werbung letztens an einem Doppeldecker in London gesehen und da ich als Kind diese Buchreihe geliebt habe, wollte ich ihn unbedingt sehen. Wieder ein Häkchen mehr auf meiner To-Do-Liste. 
Essen Nr. 1
So waren 5 Stunden dann doch schneller um, als ich dachte und meine Kamera hatte zig Fotos mehr auf ihrer Speicherkarte. In Doha ging es dann voller Überzeugung genug Zeit zu haben, zum Transferschalter. Nachts auf dem Flughafen in Doha und knapp 1, irgendwas Stunden Zeit, das kann ja wohl nicht so schwer sein…Irrtum! Den gleichen Gedanken hatten zig andere Passagiere auch, die ebenfalls in Doha umsteigen wollten… Schade, dass ich zu beschäftigt war meine Tasche immer Millimeter für Millimeter nach vorn zu rücken, wenn eine weitere Person es durch die Kontrolle geschafft hatte, sonst hätte ich ein Foto von diesem Massenauflauf gemacht! Scheinbar schien man mit der Situation, trotz nächtlicher Wiederholung, völlig überfordert zu sein und wahllos ließ man immer Mal 200 Leute einfach so durch ein kleines Tor gehen, sodass im Endeffekt doch nicht kontrolliert wurden und einfach nach vorzeigen ihres Tickets weitergehen konnten. Was jedoch leider immer nur hinter mir stattfand an Orten, wo ich nicht aus der Reihe tanzen konnte und sich natürlich die Schlange vor mir auch nicht drastisch veränderte. Es hieß also warten…Mein Check-In war bereits seit 15 Minuten losgegangen und ich hatte noch knapp 45 Minuten der Flieger ging, als ich endlich durch die Kontrolle durch war und weiter konnte. Aber auch Doha verfügt über die wunderbare Gabe der Buchstaben und schickte mich tatsächlich, wie in München ans andere Ende des Flughafens…und ich hatte gedacht München wäre lang gewesen… Aber zum Glück hielt wenig später neben mir ein netter Flughafenmitarbeiter mit einem kleinen Transportwagen, auf den ich aufspringen konnte und innerhalb von 5 Minuten die Halle durchquert hatte. Nun hieß es nur noch: Treppe runter und weitere 5 Minuten laufen, dann haben Sie ihr Ziel erreicht. Zum Glück stand gleich neben der Treppe schon jemand, der die Liste der Fluggäste nach Narita abarbeitete, um durchzugeben, dass diese nicht verschollen sind, oder sich auf dem Gelände verlaufen haben, sondern auf dem Weg zum Gate sind. :) 
 
Auf geht’s zur letzten Etappe! Nur noch 9 Stunden Flug trennten mich von Japan. Und ich hatte einen Gangplatz bei dem der Monitor nicht funktionierte. Kein Problem. Ich wollte eh schlafen!^^ Doch die nette australische Stewardess, die alle japanischen Passagiere immer mit einer Japanerin verwechselt hatten, den letzten Fensterplatz anbot, bei dem sogar der Bildschirm funktionierte und ich sogar 2 Fenster hatte, aus denen ich hinausschauen konnte! Wenn das Mal nichts heißt! :) Da es jedoch unter den Wolken Nacht war und wir uns über den Wolken (ay,ay,ay) befanden, nutzte ich die Zeit um Schlaf nachzuholen. 
 
Meine erste Mahlzeit hatte ich noch eingenommen, als ich noch auf meinem Platz im Mittelgang gesessen hatte und wurde von der neben mir sitzenden Japanerin kritisch beobachtet, wie ich mit Stäbchen essen kann. xD Als ich dann auch noch anfing meine Sobanudeln (Buchweizennudeln) zu schlürfen, war sie scheinbar sehr überrascht und vergaß kurzweilig weiter zu essen. Mein Frühstück war nicht japanischer Art, sondern Amerikanischer. Pfannkuchen mit Rosinen, die umzingelt waren von Apfelmus auf der einen Seite und Vanillesoße auf der anderen. Ich war erstaunt, dass sich das Getränkeangebot für die Normalsterblichen, sprich: die Economy-Klasse, extrem verbessert hat… die hatten sogar Whiskey on the Rocks im Angebot. X3 (@ Maria: Die Marke kam aus England und hieß Beefeater. Ich musste sofort an Billy denken!) 
Irgendwann setzten wir zur Landung an und ich schoss wieder einmal gefühlte 1000 Fotos. Ich schnappte meinen Rucksack, ging vor zu meinem eigentlichen Platz, holte mein restliches Handgepäck und stürmte hinaus. Immer hin musste ich meinen Bus kriegen…und ich hatte ja knapp eine Stunde Zeit dafür…manchmal lernt aber man nie aus! Wieder eine riesige Schlange, für Ausländer, die einreisen wollten und kaum hatte ich das Ende der Schlange erreicht, wurde ich in eine andere Reihe geschickt… er hatte sich überlegt, dass man alle Leute, die länger in Japan bleiben und ein Visum haben, an einem extra Schalter abfertigen kann. Nur hatte er vergessen, diese Idee einem Kollegen mitzuteilen, weshalb die kleine Gruppe Ausländer, auch nach 30 Minuten immer noch merkwürdig beäugt und natürlich auch beobachtet wurde… nur kam keiner, der gefragt hat, warum wie alle dort standen… Irgendwann konnten wir im Vorbeigehen, endlich jemanden auf Japanisch fragen, wo wir denn diesen extra Schalter finden. Der verwirrte Mitarbeiter irrte dann noch etwas durch die Gegend, bevor er sich von irgendwo 5 Absperrstangen nahm und diese vor 2 der regulären Schalter, an denen wir auch vorher schon drangekommen wären, stellte und uns davor platzierte. Alle anderen, die von seinem Kollegen, der wiederum davon nichts wusste, in unsere Schlangen geschickt wurden, wurden wenige Sekunden später von einem anderen Mitarbeiter mit einem freundlichen „Go back!“ in eine andere Schlange gestellt und stehen gelassen. Wunderbar zu beobachten, wenn der Bus nicht bald losfahren würde und man nicht übermüdet wäre. Als ich endlich an der Reihe war, ging alles relativ fix und ich konnte meinen Koffer suchen gehen. Da das Laufband jedoch schon abgestellt war, hatte man neben den restlichen Koffern die Flugbegleiterinnen abgestellt, die brav dort warten und den Fluggästen ihr Gepäck aushändigen sollten. Schnell das Kissen verstaut und ab zur Zoll-Kontrolle. Der Beamte fand es jedoch unglaublich interessant, dass da jemand vor ihm stand, der seine Abschlussarbeit in Japan schreiben wollte und obwohl die Schlange hinter mir immer länger wurde, wollte er unbedingt wissen, über welches Thema ich denn forschen möchte und wo. Gefühlte Stunden später stand ich endlich außerhalb der Kontrollzone. Da ich nicht wusste, wann der nächste Bus fährt, habe ich mir schnell eine der Damen geschnappt, die gerade so beschäftigt mit den Absperrbändern war und diese ausgefragt, wo ich das Ticket für meinen Bus kaufen kann. Da mein Bus schon weg war, musste ich 1 Stunde später den Bus nehmen, was aber nicht so schlimm war. Im Gegenteil, ich war froh, dass ich überhaupt noch ankam und ein Ticket hatte. ^^ Da ich noch Zeit hatte, konnte ich auch schnell eine Nachricht an Yuiko schreiben, die mich netterweise vom Bahnhof in Tsukuba abholte und zum Wohnheim brachte. ^^ Dann hieß es ab zum Bussteig, einreihen und warten. Ich musste schmunzeln, als eine Horde Kroaten kam und sich als Haufen irgendwo hinstellten, nur nicht da, wo sie der Mitarbeiter der Busgesellschaft gern hinhaben wollte, nämlich in der Reihe und das hintereinander. Gegen 8 Uhr war ich dann endlich in Tsukuba. Da die Kroaten, die irgendein Weiterbildungsseminar ihrer Firma besuchten, ihre Koffer nicht widerfanden, konnte ich sogar gleich auf Japanisch weiterhelfen und dem Busfahrer, der das Englisch der Kroaten nicht verstanden hatte, sagen, wer welchen Koffer hatte. Normalerweise gab es ja extra deshalb Schilder, die die Busgesellschaft an den Koffern anbrachte und ein Gegenstück, welches die passende Nummer trug, aber das wurde von der kroatischen Weiterbildungsgruppe völlig ignoriert, die den unnötig großen und unglaublich schweren Zettel gleich Mal in den nächsten Mülleimer vor dem Flughafen entsorgt hatten… da mein Koffer zwischen denen der Kroaten eh unerreichbar gewesen war, wäre ich ja sowieso nicht rangekommen, denn zum drüber heben war er ja viel zu schwer. Yuiko stand auch schon an der Bahnstation und holte mich ab…mit dem Auto! *-* Ich saß zwar schon Mal in einem japanischen Auto, aber nach so langer Zeit war es wieder richtig aufregend! Ich blieb natürlich, voll peinlich, aber siegessicher an der Fahrertür stehen, welche ja in Deutschland die Beifahrertür ist…^^‘‘‘ Ich fand schließlich doch noch meinen Platz und auch meinen Koffer wuchteten wir in den Kofferraum. Dann ging es in ein Restaurant essen. Das hatte ich ja schon lange nicht mehr…mit einem Bärenhunger stürzte ich mich auf meine Soba-Nudeln und meinen Reis mit Rindfleisch und Ei. 
Solltest du das irgendwann lesen Yuiko: Danke, danke, danke für deine Hilfe! ^^
Abendessen. *---*
Das Essen war unglaublich lecker und die Unterhaltung so interessant, dass wir aufs höflichste nach Ewigkeiten des Wartens vom Koch darauf hingewiesen wurden, dass das Restaurant eigentlich schon seit geraumer Zeit geschlossen hatte… Wir machten uns schnell auf zum Auto und fuhren ins Wohnheim, wo ich endlich mein Zimmer sehen konnte... xD Ich war gewarnt worden, vor der kargen Einrichtung, aber so karg hatte ich sie mir dann doch nicht vorgestellt. Ich bin stolzer Besitzer eines Bettes, eines Schreibtisches (mit Stuhl!) und eines Waschbeckens...vermutlich besitze ich auch einen unsichtbaren Schrank, aber den habe ich noch nicht gefunden. 
Bevor ich ins Bett fallen konnte, zeigte mir Yuiko noch schnell die Küche, die Waschmaschinen und die Toiletten. Dann bekam ich noch einige Formulare, die bis zum nächsten Tag auszufüllen waren und wir vereinbarten eine Uhrzeit, zu der wir uns Treffen und den Papierkram einreichen wollten. Ich legte alles erst einmal fein säuberlich weit weg, wo ich es nicht sehen konnte und machte mich ans Auspacken bzw. Sortieren. Unwichtige Dinge ganz runter in den Koffer und wichtige Dinge nach oben…mehr konnte ich erst einmal nicht tun. Das dauerte jedoch auch noch eine Weile und so landete ich irgendwann nach 11 Uhr im Bett und war hundemüde…2 Stunden später war ich hellwach und konnte bis 5 Uhr nicht mehr schlafen…mein Wecker klingelte 5.30 Uhr… obwohl ich eigentlich 6 Uhr aufstehen wollte, ignorierte ich meinen Wecker bis 7 Uhr und machte mich dann daran, die Dokumente auszufüllen. Da ich am Abend zuvor nicht noch einmal einkaufen war und 11 Uhr dann doch keine Lust mehr hatte zum nächsten Konbini (24-Stunden Supermarkt) zu gehen, begnügte ich mich mit einem Snickers-Riegel, der vom Essen übriggeblieben war. 
mein Wohnheim
9 Uhr holte mich Yuiko ab und erst einmal ging es dann in den Konbini, da ich meine Miete für Februar und März zahlen musste. Danach ging es gleich in die Verwaltung der Wohnheime, wo ich meine Papiere abgab und wo uns gesagt wurde, dass hier nur die Papiere entgegengenommen werden, und wir ins nächste Verwaltungsgebäude gehen müssten, welches für die Finanzen verantwortlich war. Dort angekommen vereinbarten wir die Zahlungsmethode und ich zahlte meine Miete. Mit den restlichen Dokumenten ging es dann in die Uni, wo wir zuerst alle wichtigen Unterlagen für mein Stipendium bekamen, dann mussten  wir 2 Etagen höher gehen, um die Belege für den Japanisch-Sprachkurs und meine Betreuung durch einen Professor abzuholen, von denen eines schnell wieder abgegeben werden musste. Dann ging es zum Bürgerservice in Tsukuba, wo wir erst zu einem Schalter mussten, an dem meine „Residence-Card“ (kurz gesagt: mein japanischer Ausweis), die ich am Flughafen bekommen hatte, auf mich registriert wurde, dann wurden wir gebeten uns an einem anderen Schalter zu melden und erneut eine Nummer zu ziehen, bei der wir dann wieder warten mussten, damit wir meine Krankenversicherung beantragen konnten. Danach ging es dann schnell in den nächsten Konbini, das Büro, welches für die Stipendien zuständig ist eine Kopie meines Reisepasses und meines japanischen Ausweises haben wollte. Dann ging es schnell ein Lan-Kabel kaufen, da ich sonst das Internet im Wohnheim nicht nutzen konnte und wir haben noch schnell nach Vorhängen für mein Zimmer Ausschau gehalten. Nachdem Yuiko schnell noch nach Hause gefahren war, um mir ein Maßband zu leihen, ging es dann auf die Bank… Nummer ziehen, warten, Dokumente ausfüllen warten, weitere Dokumente ausfüllen, warten…warten…warten…nach über 1 Stunde konnte ich dann endlich weitere Unterschriften leisten…auf einem Dokument mit zig Durchschlägen, auf dem ich mich ausversehen beim heutigen Datum verschrieben hatte. Ich hatte ausversehen die westliche Jahreszahl und nicht das derzeitige Regierungsjahr des derzeitigen Kaisers angegeben… das heißt, dass man einen roten Stift bekommt, mit dem man überall, über dem durchgestrichenen Jahr seine Unterschrift hinsetzt…und das mit Nachdruck auf allen Belegen, die es gibt. Irgendwann hatte ich dann mein Bankbook (Kontoauszugsbuch) in der Hand und wir konnten weiterfahren. Bevor es wieder zurück in die Uni ging, hielten wir am nächsten 100Yen-Shop, wo ich erst einmal Besteck, eine Tasse und eine Schüssel kaufte. Dann ging es wieder zurück in die Uni, sämtliche Dokumente, die wir schnell noch ausgefüllt hatten, in sämtlichen Stockwerken abgeben, in denen wir jemals gewesen waren, inklusive einer Kopie meines Bankbooks. Und schon war es Nachmittag und Yuiko, die genauso erschöpft war, setzte mich am Wohnheim ab. Ich konnte der Versuchung nicht wiederstehen mich kurz hinzulegen, da mich der Jetlag, doch etwas niederdrückte und ich weiß nicht, wie ich es schaffte erst einkaufen und kurz darauf duschen zu gehen.
Duschen war voll interessant! Ich hatte bisher den Luxus gehabt für das Duschen kein Geld bezahlen zu müssen. Das hieß: wieder zurück ins Zimmer, Kleingeld holen und die gleiche Prozedur noch einmal. Mit Lichtgeschwindigkeit und gefühlten 100 Mal 10 Minuten drehte ich mich zu der Minutenanzeige und bemerkte, dass ich es geschafft hatte in 2 Minuten 30 Sekunden zu duschen… da es ja Geldverschwendung wäre blieb ich einfach noch 7,5 Minuten unter der Dusche stehen, bis ein gefährliches Piepen im Sekundentakt anzeigte, dass meine Duschzeit fast abgelaufen war. Frisch geduscht und etwas fitter, testete ich gleich das neu gekaufte Lan-Kabel und erfreute mich am Internet. Davor gab es jedoch mein Abendessen, welches aus einem Apfel (Mama freu dich, dein Kind isst Obst! :) ) und Reisbällchen mit Hühnchen und Thunfisch bestand. Eigentlich sollte da der Post schon zustande kommen, doch wenn man zu vielen Leuten gleichzeitig sagen will, dass man angekommen ist und wie es einem geht, wird der Computer nun einmal langsamer… da half auch kein Zureden oder Streicheln mehr… und so wurde aus einem „Ich sag Mal schnell X und Y Bescheid, dass ich gut angekommen bin.“ Ein Marathon, den ich 2 Uhr nachts beendete, da am nächsten Tag ein Gespräch mit einem Professor anstand, der für den Austausch zwischen Tsukuba und Halle zuständig ist. Was mich natürlich nicht im Geringsten unter Druck gesetzt hat und ich auch wunderbar schlafen konnte, ohne im Kopf schon einmal zur Vorbereitung zig Vokabeln durchzugehen. Ist ja nicht so, dass ich sämtliche Behörden auf Japanisch bewältigt hatte und mich auch so mit Yuiko fast ausschließlich auf Japanisch unterhalten hatte…Wieder einmal konnte ich nachts für mehrere Stunden nicht schlafen und durchsuchte währenddessen, mein Wörterbuch nach Vokabeln, die mir gerade Mal nicht einfielen.
Mein nächtlicher Wissensdurst hatte natürlich zur Folge, dass ich am Morgen wieder länger schlief, als ich es geplant hatte und erst gegen 9 Uhr aufstand. 11.40 Uhr wollte ich mich mit Yuiko vor dem Wohnheim treffen und 12 Uhr sollte das Gespräch mit Aizawa-sensei stattfinden. Ich ließ es ruhig angehen und schaute mir noch vor dem Frühstück meine Unterlagen an, die ich bisher zusammengesammelt hatte. Danach genoss ich mein Melonpan mit Schokostücken (süßes Brötchen, in dem sich keine Melone befindet. xD) und einen Cafe au lait und sortierte ganz gemütlich erst einmal meine ganzen Dokumente, die ich noch hatte.
Grünmützenhaltung. xD Brav an der Leine.
 Die Zeit verging viel zu schnell und schon war es 11.40Uhr, was auch daran lag, dass ich einen Kindergarten vor dem Fenster habe und die kleinen Gruppen beobachtet habe, wie sie spazieren gehen! Jeder Kindergarten eine andere Hutfarbe (in Asaka war es damals gelb, bei dem nebenan war es grün), alle Kinder brav an der Laufleine gehalten und ab geht es in die große weite Welt der Nachbarschaft. Und immer, wenn ein Kind hinfällt, bleiben alle stehen und warten, bis es wieder steht und dann geht es weiter. Und die, die noch nicht so lange Laufen können, dürfen sich in einem Holzwagen von den Kindergärtnerinnen chauffieren lassen…was für ein Leben!
Wie zu erwarten verlief das Gespräch mit Aizawa-sensei sehr gut und wir berieten, welche Professoren, mir für meine Forschung zur Seite stehen könnten. ^^ Des Weiteren habe ich erfahren, dass es im März, wenn die Studenten, die mit ihrem Studium fertig sind, aus dem Wohnheim ausziehen eine Art Markt/Basar gibt, bei dem man sich die Dinge nehmen kann, die man braucht. :) Auf meiner Liste stehen schon eine Rollstange, ein Fahrrad, ein Kühlschrank und wenn möglich ein kleiner Heizer für die nächsten kalten Tage.  Danach ging es in die Bibliothek, die verdammt toll und groß ist, in der mir Yuiko das Suchsystem erklärte und wir über ein Paar Buchtiteln hängen blieben, deren Bedeutung nicht wirklich ersichtlich war.
Mittagessen
Als Nächstes suchten wir ein Café, aber da am nächsten Tag die Eintrittsprüfung stattfindet, hatten schon alle Läden geschlossen, weshalb wir beschlossen, in eine Bäckerei zu fahren und dort zu essen. Um diese Bäckerei zu beschreiben, gibt es nicht genügend Worte, die einem einfallen, wenn man davor steht… völlig anders als in Deutschland, da es sich hierbei eher um Törtchen oder Ähnliches handelt, aber man kann sich einfach nicht entscheiden, weil alles sooooo lecker aussieht! Ich war sogar so abgelenkt, von der Auswahl, dass ich völlig vergessen habe, von der Auslage ein Foto zu machen. Es handelte sich hauptsächlich um Blätterteigprodukte, die aber nicht nur süße Füllungen hatten, sondern auch herzhafte. So entschied ich mich, nach 2-3 Runden des Umschauens für ein riesen Teil Blätterteig gefüllt mit Fondue-Käse, der sogar noch warm und flüssig war und einem Küchlein (nicht aus Blätterteig) aus grünem Tee und weißen Schokoladenstücken und noch einen Schwarztee. Die o’s für mein sooo lecker reichen gar nicht aus, um auszudrücken, wie gut es geschmeckt hat! Und da ich nach der Hälfte schon satt war, war sogar das Abendessen gesichert. Dann ging es wieder in den Textilladen, um meinen Vorhang zu kaufen. Wir haben nach langer Suche, sogar einen günstigen gefunden. :)
Mein Vorhang. :) Sieht in Real viel schöner aus. ^^
Danach hat mich Yuiko wieder am Wohnheim abgeliefert und wir haben uns für den nächsten Tag zum Mittagessen verabredet. Danach ging es aufs Zimmer, welches durch meinen neuen tollen Vorhang schon wohnlicher aussieht und ab an den Computer, wo ich nach 6 Seiten tippen immer noch sitze und sehnsüchtig auf meinen Rest vom Mittag starre. ^^ Aber erst der Eintrag, dann das Essen.
Hier noch einmal ein kleiner Einwurf an Paule: Auch hier noch einmal alles, alles Gute zum Geburtstag. ;)


Morgen geht es dann Essen und noch einmal Einkaufen, vielleicht finde ich noch Klebehaken für die Wand, sodass ich noch ein paar mehr Sachen aufhängen kann. :)