Wednesday, 24 February 2016

Von Einer, die auszog…



…und nach ihrer Ankunft von einem Berg Papierkram erschlagen wurde…

Warnung: Der Verfasser dieses Eintrages hat es immer noch nicht gelernt sich kurz zu fassen. ^^‘‘‘

So meine Lieben,

hier ist es nun. xD Das erste offizielle Blog-Lebenszeichen verknüpft mit den ersten Berichten meiner Ankunft und den ersten Tagen in Tsukuba. 

Am 21.2.16 ging es los. Die Koffer waren gepackt, die Abreise zeitig genug geplant und auf ging es zum Flughafen… und ich habe sogar meinen Flug bekommen! Yeay! (Für alle Erstleser, die sich jetzt wundern… bei meinem letzten Auslandsjahr, hatte ein Mega-Stau dies leider verhindert und meine Ankunft in Narita hinausgezögert.) Aber was wäre eine Reise nur ohne Komplikationen… am Schalter angekommen sagte der nette Herr, dass statt 2 Koffern nur 1 Koffer mit 30kg mitgenommen werden konnte… (auf der Lufthansa-Seite waren 2 Koffer für Japan angegeben, mit jeweils 23kg.) Das hieß: Beide Koffer auf und umpacken. Der nette Lufthansa-Mitarbeiter hat bei 1,2kg sogar die Augen zugedrückt und mir meine Flugtickets ausgehändigt. Jetzt konnte meinem Flug über München und Doha nichts mehr im Wege stehen… außer einer Flugverspätung des Fuges nach München… der, wie ich in Schwerstarbeit herausgefunden habe (Und nicht, weil es der Flugbegleiter in mehreren Sprachen und Wiederholungen durchgesagt hat. XD), deshalb zustande kam, weil auf dem Flug davor, von München nach Leipzig einige Passagiere zwar eingecheckt hatten, aber nicht erschienen waren. So musste das gesamte Gepäck ausgeladen werden, damit ihre Koffer aus Sicherheitsgründen am Flughafen in München gelassen werden konnten. Zum Glück handelte es sich nur um eine Verspätung von 10 Minuten. ;) 
Bevor ich weiter erzähle, möchte ich mich aber erst einmal bei Maria, Christian und Mike bedanken, die extra zum Flughafen gekommen sind, um mich zu verabschieden bzw. um mir noch eine „Kleinigkeit“ mit auf die Reise zu geben… ^^‘‘ Christian… der Mann von der Security fand dein Kissen total toll und hätte es am liebsten behalten. xD Und natürlich auch ein großes „Danke“ an meine Eltern, die mich die letzten Tage vor dem Abflug „ertragen“ und mich zum Flughafen gefahren haben. ^^ 
Ab ging es in den Flieger nach München. Zur Belohnung, dass wir es in den Flieger geschafft haben, gab es für jeden einen Keks und als alle Passagiere fröhlich an ihrem Gebäck knabberten ging es auf zur Startbahn…und es ging zur Startbahn…zur Startbahn…bahn…die gefühlte 100km vom Flughafen entfernt lag. Allein das hat tatsächlich knapp 15 Minuten gedauert! Da hätte man nicht nur einen Keks essen können! Aber gut. Kaum waren wir in der Luft, landeten wir auch schon wieder. Zum Glück gab es gleich einen Shuttlebus, der einen von Terminal 2 zu Terminal 1 gebracht hat, sonst hätte ich meinen Flug bestimmt verpasst…Doch dieser wundervolle Bus setzt dich tatsächlich am A**** von Terminal 1 ab, beim Buchstaben E…mein Flug ging aber von Gate B… vollbepackt und guter Dinge machte ich mich also auf zu Gate B... da wusste ich noch nicht, dass jedes dieser Gates noch mindestens 21 Einzelgates für den Abflug und einige für die Ankunft hatte…30 Minuten später kam ich dann tatsächlich an Gate B an und hatte noch etwas Zeit, bis zu meinem Check-In. Erst einmal Luft holen und eine Toilette suchen… denkste! Die Toilette hatte ich zwar gefunden, aber kaum hatte ich die Tür geschlossen, kam auch schon eine Durchsage, dass einige Passagiere nach Doha sich bitte dringend am Schalter einfinden sollten! Eigentlich hätte ich mich nicht angesprochen fühlen müssen, da irgendwie dringend erst ein Mario Dlödel, eine Maria Löbel und irgendwann irgendjemand ausgerufen wurde, der ähnlich hieß wie ich…als der Sprecher dann mehrmals zögerte und noch weitere Versionen dieses Namens kreierte, fühlte ich mich dann doch angesprochen und machte mich auf zum Schalter. Das Klo konnte warten, im Flugzeug gibt es ja schließlich auch welche! 
Am Schalter angekommen, zeigte ich meinen Pass und hatte wenige Sekunden später meine neuen Flugtickets in der Hand, die dieses Mal sogar den Flugsteig angegeben hatten. Mein Pass blieb jedoch noch etwas bei der Bearbeiterin, die noch nie ein japanisches Visum gesehen hatte…jetzt wissen auch ihre Kollegen, wie ein japanisches Visum aussieht…ob sie es wissen wollten, oder nicht, jetzt wissen sie es. 
Flugzeug von München nach Doha
Der Flug war gut und das Flugzeug voll luxuriös. Echt jetzt! Habt ihr schon einmal ein Flugzeug mit WiFi gehabt?! Voll toll! Nachdem ich also erst einmal meine Mails kontrolliert hatte und per What’s App einige Nachrichten verschickt hatte, hab ich mein Essen genossen und wenn ich nicht aus dem Fenster geschaut habe, durchsuchte ich das Fernsehprogramm des Bord-TV’s. So habe ich es doch noch geschafft den Film „Gänsehaut“ anzuschauen, ohne ins Kino gehen zu müssen. ^^ Ich hatte die Werbung letztens an einem Doppeldecker in London gesehen und da ich als Kind diese Buchreihe geliebt habe, wollte ich ihn unbedingt sehen. Wieder ein Häkchen mehr auf meiner To-Do-Liste. 
Essen Nr. 1
So waren 5 Stunden dann doch schneller um, als ich dachte und meine Kamera hatte zig Fotos mehr auf ihrer Speicherkarte. In Doha ging es dann voller Überzeugung genug Zeit zu haben, zum Transferschalter. Nachts auf dem Flughafen in Doha und knapp 1, irgendwas Stunden Zeit, das kann ja wohl nicht so schwer sein…Irrtum! Den gleichen Gedanken hatten zig andere Passagiere auch, die ebenfalls in Doha umsteigen wollten… Schade, dass ich zu beschäftigt war meine Tasche immer Millimeter für Millimeter nach vorn zu rücken, wenn eine weitere Person es durch die Kontrolle geschafft hatte, sonst hätte ich ein Foto von diesem Massenauflauf gemacht! Scheinbar schien man mit der Situation, trotz nächtlicher Wiederholung, völlig überfordert zu sein und wahllos ließ man immer Mal 200 Leute einfach so durch ein kleines Tor gehen, sodass im Endeffekt doch nicht kontrolliert wurden und einfach nach vorzeigen ihres Tickets weitergehen konnten. Was jedoch leider immer nur hinter mir stattfand an Orten, wo ich nicht aus der Reihe tanzen konnte und sich natürlich die Schlange vor mir auch nicht drastisch veränderte. Es hieß also warten…Mein Check-In war bereits seit 15 Minuten losgegangen und ich hatte noch knapp 45 Minuten der Flieger ging, als ich endlich durch die Kontrolle durch war und weiter konnte. Aber auch Doha verfügt über die wunderbare Gabe der Buchstaben und schickte mich tatsächlich, wie in München ans andere Ende des Flughafens…und ich hatte gedacht München wäre lang gewesen… Aber zum Glück hielt wenig später neben mir ein netter Flughafenmitarbeiter mit einem kleinen Transportwagen, auf den ich aufspringen konnte und innerhalb von 5 Minuten die Halle durchquert hatte. Nun hieß es nur noch: Treppe runter und weitere 5 Minuten laufen, dann haben Sie ihr Ziel erreicht. Zum Glück stand gleich neben der Treppe schon jemand, der die Liste der Fluggäste nach Narita abarbeitete, um durchzugeben, dass diese nicht verschollen sind, oder sich auf dem Gelände verlaufen haben, sondern auf dem Weg zum Gate sind. :) 
 
Auf geht’s zur letzten Etappe! Nur noch 9 Stunden Flug trennten mich von Japan. Und ich hatte einen Gangplatz bei dem der Monitor nicht funktionierte. Kein Problem. Ich wollte eh schlafen!^^ Doch die nette australische Stewardess, die alle japanischen Passagiere immer mit einer Japanerin verwechselt hatten, den letzten Fensterplatz anbot, bei dem sogar der Bildschirm funktionierte und ich sogar 2 Fenster hatte, aus denen ich hinausschauen konnte! Wenn das Mal nichts heißt! :) Da es jedoch unter den Wolken Nacht war und wir uns über den Wolken (ay,ay,ay) befanden, nutzte ich die Zeit um Schlaf nachzuholen. 
 
Meine erste Mahlzeit hatte ich noch eingenommen, als ich noch auf meinem Platz im Mittelgang gesessen hatte und wurde von der neben mir sitzenden Japanerin kritisch beobachtet, wie ich mit Stäbchen essen kann. xD Als ich dann auch noch anfing meine Sobanudeln (Buchweizennudeln) zu schlürfen, war sie scheinbar sehr überrascht und vergaß kurzweilig weiter zu essen. Mein Frühstück war nicht japanischer Art, sondern Amerikanischer. Pfannkuchen mit Rosinen, die umzingelt waren von Apfelmus auf der einen Seite und Vanillesoße auf der anderen. Ich war erstaunt, dass sich das Getränkeangebot für die Normalsterblichen, sprich: die Economy-Klasse, extrem verbessert hat… die hatten sogar Whiskey on the Rocks im Angebot. X3 (@ Maria: Die Marke kam aus England und hieß Beefeater. Ich musste sofort an Billy denken!) 
Irgendwann setzten wir zur Landung an und ich schoss wieder einmal gefühlte 1000 Fotos. Ich schnappte meinen Rucksack, ging vor zu meinem eigentlichen Platz, holte mein restliches Handgepäck und stürmte hinaus. Immer hin musste ich meinen Bus kriegen…und ich hatte ja knapp eine Stunde Zeit dafür…manchmal lernt aber man nie aus! Wieder eine riesige Schlange, für Ausländer, die einreisen wollten und kaum hatte ich das Ende der Schlange erreicht, wurde ich in eine andere Reihe geschickt… er hatte sich überlegt, dass man alle Leute, die länger in Japan bleiben und ein Visum haben, an einem extra Schalter abfertigen kann. Nur hatte er vergessen, diese Idee einem Kollegen mitzuteilen, weshalb die kleine Gruppe Ausländer, auch nach 30 Minuten immer noch merkwürdig beäugt und natürlich auch beobachtet wurde… nur kam keiner, der gefragt hat, warum wie alle dort standen… Irgendwann konnten wir im Vorbeigehen, endlich jemanden auf Japanisch fragen, wo wir denn diesen extra Schalter finden. Der verwirrte Mitarbeiter irrte dann noch etwas durch die Gegend, bevor er sich von irgendwo 5 Absperrstangen nahm und diese vor 2 der regulären Schalter, an denen wir auch vorher schon drangekommen wären, stellte und uns davor platzierte. Alle anderen, die von seinem Kollegen, der wiederum davon nichts wusste, in unsere Schlangen geschickt wurden, wurden wenige Sekunden später von einem anderen Mitarbeiter mit einem freundlichen „Go back!“ in eine andere Schlange gestellt und stehen gelassen. Wunderbar zu beobachten, wenn der Bus nicht bald losfahren würde und man nicht übermüdet wäre. Als ich endlich an der Reihe war, ging alles relativ fix und ich konnte meinen Koffer suchen gehen. Da das Laufband jedoch schon abgestellt war, hatte man neben den restlichen Koffern die Flugbegleiterinnen abgestellt, die brav dort warten und den Fluggästen ihr Gepäck aushändigen sollten. Schnell das Kissen verstaut und ab zur Zoll-Kontrolle. Der Beamte fand es jedoch unglaublich interessant, dass da jemand vor ihm stand, der seine Abschlussarbeit in Japan schreiben wollte und obwohl die Schlange hinter mir immer länger wurde, wollte er unbedingt wissen, über welches Thema ich denn forschen möchte und wo. Gefühlte Stunden später stand ich endlich außerhalb der Kontrollzone. Da ich nicht wusste, wann der nächste Bus fährt, habe ich mir schnell eine der Damen geschnappt, die gerade so beschäftigt mit den Absperrbändern war und diese ausgefragt, wo ich das Ticket für meinen Bus kaufen kann. Da mein Bus schon weg war, musste ich 1 Stunde später den Bus nehmen, was aber nicht so schlimm war. Im Gegenteil, ich war froh, dass ich überhaupt noch ankam und ein Ticket hatte. ^^ Da ich noch Zeit hatte, konnte ich auch schnell eine Nachricht an Yuiko schreiben, die mich netterweise vom Bahnhof in Tsukuba abholte und zum Wohnheim brachte. ^^ Dann hieß es ab zum Bussteig, einreihen und warten. Ich musste schmunzeln, als eine Horde Kroaten kam und sich als Haufen irgendwo hinstellten, nur nicht da, wo sie der Mitarbeiter der Busgesellschaft gern hinhaben wollte, nämlich in der Reihe und das hintereinander. Gegen 8 Uhr war ich dann endlich in Tsukuba. Da die Kroaten, die irgendein Weiterbildungsseminar ihrer Firma besuchten, ihre Koffer nicht widerfanden, konnte ich sogar gleich auf Japanisch weiterhelfen und dem Busfahrer, der das Englisch der Kroaten nicht verstanden hatte, sagen, wer welchen Koffer hatte. Normalerweise gab es ja extra deshalb Schilder, die die Busgesellschaft an den Koffern anbrachte und ein Gegenstück, welches die passende Nummer trug, aber das wurde von der kroatischen Weiterbildungsgruppe völlig ignoriert, die den unnötig großen und unglaublich schweren Zettel gleich Mal in den nächsten Mülleimer vor dem Flughafen entsorgt hatten… da mein Koffer zwischen denen der Kroaten eh unerreichbar gewesen war, wäre ich ja sowieso nicht rangekommen, denn zum drüber heben war er ja viel zu schwer. Yuiko stand auch schon an der Bahnstation und holte mich ab…mit dem Auto! *-* Ich saß zwar schon Mal in einem japanischen Auto, aber nach so langer Zeit war es wieder richtig aufregend! Ich blieb natürlich, voll peinlich, aber siegessicher an der Fahrertür stehen, welche ja in Deutschland die Beifahrertür ist…^^‘‘‘ Ich fand schließlich doch noch meinen Platz und auch meinen Koffer wuchteten wir in den Kofferraum. Dann ging es in ein Restaurant essen. Das hatte ich ja schon lange nicht mehr…mit einem Bärenhunger stürzte ich mich auf meine Soba-Nudeln und meinen Reis mit Rindfleisch und Ei. 
Solltest du das irgendwann lesen Yuiko: Danke, danke, danke für deine Hilfe! ^^
Abendessen. *---*
Das Essen war unglaublich lecker und die Unterhaltung so interessant, dass wir aufs höflichste nach Ewigkeiten des Wartens vom Koch darauf hingewiesen wurden, dass das Restaurant eigentlich schon seit geraumer Zeit geschlossen hatte… Wir machten uns schnell auf zum Auto und fuhren ins Wohnheim, wo ich endlich mein Zimmer sehen konnte... xD Ich war gewarnt worden, vor der kargen Einrichtung, aber so karg hatte ich sie mir dann doch nicht vorgestellt. Ich bin stolzer Besitzer eines Bettes, eines Schreibtisches (mit Stuhl!) und eines Waschbeckens...vermutlich besitze ich auch einen unsichtbaren Schrank, aber den habe ich noch nicht gefunden. 
Bevor ich ins Bett fallen konnte, zeigte mir Yuiko noch schnell die Küche, die Waschmaschinen und die Toiletten. Dann bekam ich noch einige Formulare, die bis zum nächsten Tag auszufüllen waren und wir vereinbarten eine Uhrzeit, zu der wir uns Treffen und den Papierkram einreichen wollten. Ich legte alles erst einmal fein säuberlich weit weg, wo ich es nicht sehen konnte und machte mich ans Auspacken bzw. Sortieren. Unwichtige Dinge ganz runter in den Koffer und wichtige Dinge nach oben…mehr konnte ich erst einmal nicht tun. Das dauerte jedoch auch noch eine Weile und so landete ich irgendwann nach 11 Uhr im Bett und war hundemüde…2 Stunden später war ich hellwach und konnte bis 5 Uhr nicht mehr schlafen…mein Wecker klingelte 5.30 Uhr… obwohl ich eigentlich 6 Uhr aufstehen wollte, ignorierte ich meinen Wecker bis 7 Uhr und machte mich dann daran, die Dokumente auszufüllen. Da ich am Abend zuvor nicht noch einmal einkaufen war und 11 Uhr dann doch keine Lust mehr hatte zum nächsten Konbini (24-Stunden Supermarkt) zu gehen, begnügte ich mich mit einem Snickers-Riegel, der vom Essen übriggeblieben war. 
mein Wohnheim
9 Uhr holte mich Yuiko ab und erst einmal ging es dann in den Konbini, da ich meine Miete für Februar und März zahlen musste. Danach ging es gleich in die Verwaltung der Wohnheime, wo ich meine Papiere abgab und wo uns gesagt wurde, dass hier nur die Papiere entgegengenommen werden, und wir ins nächste Verwaltungsgebäude gehen müssten, welches für die Finanzen verantwortlich war. Dort angekommen vereinbarten wir die Zahlungsmethode und ich zahlte meine Miete. Mit den restlichen Dokumenten ging es dann in die Uni, wo wir zuerst alle wichtigen Unterlagen für mein Stipendium bekamen, dann mussten  wir 2 Etagen höher gehen, um die Belege für den Japanisch-Sprachkurs und meine Betreuung durch einen Professor abzuholen, von denen eines schnell wieder abgegeben werden musste. Dann ging es zum Bürgerservice in Tsukuba, wo wir erst zu einem Schalter mussten, an dem meine „Residence-Card“ (kurz gesagt: mein japanischer Ausweis), die ich am Flughafen bekommen hatte, auf mich registriert wurde, dann wurden wir gebeten uns an einem anderen Schalter zu melden und erneut eine Nummer zu ziehen, bei der wir dann wieder warten mussten, damit wir meine Krankenversicherung beantragen konnten. Danach ging es dann schnell in den nächsten Konbini, das Büro, welches für die Stipendien zuständig ist eine Kopie meines Reisepasses und meines japanischen Ausweises haben wollte. Dann ging es schnell ein Lan-Kabel kaufen, da ich sonst das Internet im Wohnheim nicht nutzen konnte und wir haben noch schnell nach Vorhängen für mein Zimmer Ausschau gehalten. Nachdem Yuiko schnell noch nach Hause gefahren war, um mir ein Maßband zu leihen, ging es dann auf die Bank… Nummer ziehen, warten, Dokumente ausfüllen warten, weitere Dokumente ausfüllen, warten…warten…warten…nach über 1 Stunde konnte ich dann endlich weitere Unterschriften leisten…auf einem Dokument mit zig Durchschlägen, auf dem ich mich ausversehen beim heutigen Datum verschrieben hatte. Ich hatte ausversehen die westliche Jahreszahl und nicht das derzeitige Regierungsjahr des derzeitigen Kaisers angegeben… das heißt, dass man einen roten Stift bekommt, mit dem man überall, über dem durchgestrichenen Jahr seine Unterschrift hinsetzt…und das mit Nachdruck auf allen Belegen, die es gibt. Irgendwann hatte ich dann mein Bankbook (Kontoauszugsbuch) in der Hand und wir konnten weiterfahren. Bevor es wieder zurück in die Uni ging, hielten wir am nächsten 100Yen-Shop, wo ich erst einmal Besteck, eine Tasse und eine Schüssel kaufte. Dann ging es wieder zurück in die Uni, sämtliche Dokumente, die wir schnell noch ausgefüllt hatten, in sämtlichen Stockwerken abgeben, in denen wir jemals gewesen waren, inklusive einer Kopie meines Bankbooks. Und schon war es Nachmittag und Yuiko, die genauso erschöpft war, setzte mich am Wohnheim ab. Ich konnte der Versuchung nicht wiederstehen mich kurz hinzulegen, da mich der Jetlag, doch etwas niederdrückte und ich weiß nicht, wie ich es schaffte erst einkaufen und kurz darauf duschen zu gehen.
Duschen war voll interessant! Ich hatte bisher den Luxus gehabt für das Duschen kein Geld bezahlen zu müssen. Das hieß: wieder zurück ins Zimmer, Kleingeld holen und die gleiche Prozedur noch einmal. Mit Lichtgeschwindigkeit und gefühlten 100 Mal 10 Minuten drehte ich mich zu der Minutenanzeige und bemerkte, dass ich es geschafft hatte in 2 Minuten 30 Sekunden zu duschen… da es ja Geldverschwendung wäre blieb ich einfach noch 7,5 Minuten unter der Dusche stehen, bis ein gefährliches Piepen im Sekundentakt anzeigte, dass meine Duschzeit fast abgelaufen war. Frisch geduscht und etwas fitter, testete ich gleich das neu gekaufte Lan-Kabel und erfreute mich am Internet. Davor gab es jedoch mein Abendessen, welches aus einem Apfel (Mama freu dich, dein Kind isst Obst! :) ) und Reisbällchen mit Hühnchen und Thunfisch bestand. Eigentlich sollte da der Post schon zustande kommen, doch wenn man zu vielen Leuten gleichzeitig sagen will, dass man angekommen ist und wie es einem geht, wird der Computer nun einmal langsamer… da half auch kein Zureden oder Streicheln mehr… und so wurde aus einem „Ich sag Mal schnell X und Y Bescheid, dass ich gut angekommen bin.“ Ein Marathon, den ich 2 Uhr nachts beendete, da am nächsten Tag ein Gespräch mit einem Professor anstand, der für den Austausch zwischen Tsukuba und Halle zuständig ist. Was mich natürlich nicht im Geringsten unter Druck gesetzt hat und ich auch wunderbar schlafen konnte, ohne im Kopf schon einmal zur Vorbereitung zig Vokabeln durchzugehen. Ist ja nicht so, dass ich sämtliche Behörden auf Japanisch bewältigt hatte und mich auch so mit Yuiko fast ausschließlich auf Japanisch unterhalten hatte…Wieder einmal konnte ich nachts für mehrere Stunden nicht schlafen und durchsuchte währenddessen, mein Wörterbuch nach Vokabeln, die mir gerade Mal nicht einfielen.
Mein nächtlicher Wissensdurst hatte natürlich zur Folge, dass ich am Morgen wieder länger schlief, als ich es geplant hatte und erst gegen 9 Uhr aufstand. 11.40 Uhr wollte ich mich mit Yuiko vor dem Wohnheim treffen und 12 Uhr sollte das Gespräch mit Aizawa-sensei stattfinden. Ich ließ es ruhig angehen und schaute mir noch vor dem Frühstück meine Unterlagen an, die ich bisher zusammengesammelt hatte. Danach genoss ich mein Melonpan mit Schokostücken (süßes Brötchen, in dem sich keine Melone befindet. xD) und einen Cafe au lait und sortierte ganz gemütlich erst einmal meine ganzen Dokumente, die ich noch hatte.
Grünmützenhaltung. xD Brav an der Leine.
 Die Zeit verging viel zu schnell und schon war es 11.40Uhr, was auch daran lag, dass ich einen Kindergarten vor dem Fenster habe und die kleinen Gruppen beobachtet habe, wie sie spazieren gehen! Jeder Kindergarten eine andere Hutfarbe (in Asaka war es damals gelb, bei dem nebenan war es grün), alle Kinder brav an der Laufleine gehalten und ab geht es in die große weite Welt der Nachbarschaft. Und immer, wenn ein Kind hinfällt, bleiben alle stehen und warten, bis es wieder steht und dann geht es weiter. Und die, die noch nicht so lange Laufen können, dürfen sich in einem Holzwagen von den Kindergärtnerinnen chauffieren lassen…was für ein Leben!
Wie zu erwarten verlief das Gespräch mit Aizawa-sensei sehr gut und wir berieten, welche Professoren, mir für meine Forschung zur Seite stehen könnten. ^^ Des Weiteren habe ich erfahren, dass es im März, wenn die Studenten, die mit ihrem Studium fertig sind, aus dem Wohnheim ausziehen eine Art Markt/Basar gibt, bei dem man sich die Dinge nehmen kann, die man braucht. :) Auf meiner Liste stehen schon eine Rollstange, ein Fahrrad, ein Kühlschrank und wenn möglich ein kleiner Heizer für die nächsten kalten Tage.  Danach ging es in die Bibliothek, die verdammt toll und groß ist, in der mir Yuiko das Suchsystem erklärte und wir über ein Paar Buchtiteln hängen blieben, deren Bedeutung nicht wirklich ersichtlich war.
Mittagessen
Als Nächstes suchten wir ein Café, aber da am nächsten Tag die Eintrittsprüfung stattfindet, hatten schon alle Läden geschlossen, weshalb wir beschlossen, in eine Bäckerei zu fahren und dort zu essen. Um diese Bäckerei zu beschreiben, gibt es nicht genügend Worte, die einem einfallen, wenn man davor steht… völlig anders als in Deutschland, da es sich hierbei eher um Törtchen oder Ähnliches handelt, aber man kann sich einfach nicht entscheiden, weil alles sooooo lecker aussieht! Ich war sogar so abgelenkt, von der Auswahl, dass ich völlig vergessen habe, von der Auslage ein Foto zu machen. Es handelte sich hauptsächlich um Blätterteigprodukte, die aber nicht nur süße Füllungen hatten, sondern auch herzhafte. So entschied ich mich, nach 2-3 Runden des Umschauens für ein riesen Teil Blätterteig gefüllt mit Fondue-Käse, der sogar noch warm und flüssig war und einem Küchlein (nicht aus Blätterteig) aus grünem Tee und weißen Schokoladenstücken und noch einen Schwarztee. Die o’s für mein sooo lecker reichen gar nicht aus, um auszudrücken, wie gut es geschmeckt hat! Und da ich nach der Hälfte schon satt war, war sogar das Abendessen gesichert. Dann ging es wieder in den Textilladen, um meinen Vorhang zu kaufen. Wir haben nach langer Suche, sogar einen günstigen gefunden. :)
Mein Vorhang. :) Sieht in Real viel schöner aus. ^^
Danach hat mich Yuiko wieder am Wohnheim abgeliefert und wir haben uns für den nächsten Tag zum Mittagessen verabredet. Danach ging es aufs Zimmer, welches durch meinen neuen tollen Vorhang schon wohnlicher aussieht und ab an den Computer, wo ich nach 6 Seiten tippen immer noch sitze und sehnsüchtig auf meinen Rest vom Mittag starre. ^^ Aber erst der Eintrag, dann das Essen.
Hier noch einmal ein kleiner Einwurf an Paule: Auch hier noch einmal alles, alles Gute zum Geburtstag. ;)


Morgen geht es dann Essen und noch einmal Einkaufen, vielleicht finde ich noch Klebehaken für die Wand, sodass ich noch ein paar mehr Sachen aufhängen kann. :)

2 comments:

  1. Omg Risu!
    Ich freue mich zu hören, dass du trotz vieler Komplikationen gut angekommen bist!
    (Oh Gott, vor dem ganzen Einreisetrubel und Papierkram grauts mir jetzt schon >.<)
    Wie ich sehe bist du auch schon wieder fleißig am Futtern. XD Du machst mir gleich Appetit!
    Aber dass du keinen Schrank hast ist ja wirklich komisch...o.O
    Ich bin auf deine weiteren Berichte schon sehr gespannt, bis dahin erst mal viele liebe Grüße aus 'Fern-West' XD
    Alex

    ReplyDelete
  2. Hallöchen! ^^

    So, nun komm ich endlich auch mal dazu, hier meinen Senf dazu zu geben!

    Erstmal: Ich freu mich, dass du so gut hin und her gekommen bist und dass es letztendlich keine weiteren Gepäckprobleme mehr gab und du keinen Extrasitzplatz für deinen Rucksack kaufen musstest! XD
    Und nicht zu fassen, wie uns der gute Billy verarscht hat!! Von wegen Tower bewachen und voll wichtige Soldaten etc... Dabei sitzen die nur die ganze Zeit in den Kerkern rum und brennen da fröhlich Alkohol vor sich hin!! XD

    Ganz nebenbei: Ich finde deine Narita-Bus-Kroaten-Story einfach nur wunderbar!! Ich hatte beim Lesen echt das Gefühl, als würde ich neben dir stehen, während du mit Flughafenangestellten, Koffern und Busfahrern kämpfst! XD
    Und wie schön, dass Yuiko so eine Hilfe war! ^^ Aber dein Zimmer ist ja echt wahnsinnig spartanisch eingerichtet... Aber es gibt in Japan ja bestimmt auch solche 0815-Aufstell-Hängeschränke und Plastekisten, ne... Wie ich dich kenne hast du bestimmt schon ne gute Lösung für deinen unsichtbaren Kleiderschrank gefunden!?
    Und wie ich weiter aus deinem Bericht schlussfolgere, müsst ihr euch um euer Essen diesmal selber kümmern!? Hoffe, dass die Küche auch dementsprechend gut ausgestattet ist? Wobei ich mich allerdings auch schon wieder frage: Wozu der benötigte Kühlschrank? (Sorry...die ganzen Essenbilder und Berichte von Blätterteig-Bäckereien haben mich ganz hungrig werden lassen... daher die ganzen pragmatischen Fragen zum Thema Nahrungszufuhr! ^^")

    Kurz um: Ich freu mich, dass es dir offensichtlich gut geht und dass auch mit dem Prof alles so super funktioniert hat! ^^d
    Bin schon ganz gespannt, was dir noch so alles passiert!!
    Nen ganz ficken Kurs!!
    Dein Namensvetterchen ^x^


    PS: Wegen der Bank: Ersteinmal hatte ich keine Ahnung, dass man da auch die japanischen Daten angeben muss... als ich drüben war, hat man auch die "normalen" Jahreszahlen akzeptiert... Und du kannst froh sein, dass du nur mit nem roten Stift unterschreiben musst... als ich mich mal verschrieben hatte, haben die mir ein Stempelkissen in die Hand gedrückt und ich musste meinen Fingerabdruck überall, wo etwas durchgestrichen worden war, hinterlassen... Das war auch überaus interessant... Oo

    ReplyDelete