…und nach ihrer Ankunft von einem Berg Papierkram erschlagen wurde…
Warnung: Der Verfasser dieses Eintrages hat es immer noch nicht
gelernt sich kurz zu fassen. ^^‘‘‘
So meine Lieben,
hier ist es nun. xD Das erste offizielle Blog-Lebenszeichen verknüpft
mit den ersten Berichten meiner Ankunft und den ersten Tagen in Tsukuba.
Am 21.2.16 ging es los. Die Koffer waren gepackt, die
Abreise zeitig genug geplant und auf ging es zum Flughafen… und ich habe sogar
meinen Flug bekommen! Yeay! (Für alle Erstleser, die sich jetzt wundern… bei
meinem letzten Auslandsjahr, hatte ein Mega-Stau dies leider verhindert und meine
Ankunft in Narita hinausgezögert.) Aber was wäre eine Reise nur ohne Komplikationen…
am Schalter angekommen sagte der nette Herr, dass statt 2 Koffern nur 1 Koffer mit
30kg mitgenommen werden konnte… (auf der Lufthansa-Seite waren 2 Koffer für
Japan angegeben, mit jeweils 23kg.) Das hieß: Beide Koffer auf und umpacken.
Der nette Lufthansa-Mitarbeiter hat bei 1,2kg sogar die Augen zugedrückt und
mir meine Flugtickets ausgehändigt. Jetzt konnte meinem Flug über München und
Doha nichts mehr im Wege stehen… außer einer Flugverspätung des Fuges nach
München… der, wie ich in Schwerstarbeit herausgefunden habe (Und nicht, weil es
der Flugbegleiter in mehreren Sprachen und Wiederholungen durchgesagt hat. XD),
deshalb zustande kam, weil auf dem Flug davor, von München nach Leipzig einige
Passagiere zwar eingecheckt hatten, aber nicht erschienen waren. So musste das
gesamte Gepäck ausgeladen werden, damit ihre Koffer aus Sicherheitsgründen am
Flughafen in München gelassen werden konnten. Zum Glück handelte es sich nur um
eine Verspätung von 10 Minuten. ;)
Bevor ich weiter erzähle, möchte ich mich aber erst einmal
bei Maria, Christian und Mike bedanken, die extra zum Flughafen gekommen sind,
um mich zu verabschieden bzw. um mir noch eine „Kleinigkeit“ mit auf die Reise
zu geben… ^^‘‘ Christian… der Mann von der Security fand dein Kissen total toll
und hätte es am liebsten behalten. xD Und natürlich auch ein großes „Danke“ an
meine Eltern, die mich die letzten Tage vor dem Abflug „ertragen“ und mich zum
Flughafen gefahren haben. ^^
Ab ging es in den Flieger nach München. Zur Belohnung, dass
wir es in den Flieger geschafft haben, gab es für jeden einen Keks und als alle
Passagiere fröhlich an ihrem Gebäck knabberten ging es auf zur Startbahn…und es
ging zur Startbahn…zur Startbahn…bahn…die gefühlte 100km vom Flughafen entfernt
lag. Allein das hat tatsächlich knapp 15 Minuten gedauert! Da hätte man nicht
nur einen Keks essen können! Aber gut. Kaum waren wir in der Luft, landeten wir
auch schon wieder. Zum Glück gab es gleich einen Shuttlebus, der einen von
Terminal 2 zu Terminal 1 gebracht hat, sonst hätte ich meinen Flug bestimmt
verpasst…Doch dieser wundervolle Bus setzt dich tatsächlich am A**** von
Terminal 1 ab, beim Buchstaben E…mein Flug ging aber von Gate B… vollbepackt
und guter Dinge machte ich mich also auf zu Gate B... da wusste ich noch nicht,
dass jedes dieser Gates noch mindestens 21 Einzelgates für den Abflug und
einige für die Ankunft hatte…30 Minuten später kam ich dann tatsächlich an Gate
B an und hatte noch etwas Zeit, bis zu meinem Check-In. Erst einmal Luft holen
und eine Toilette suchen… denkste! Die Toilette hatte ich zwar gefunden, aber
kaum hatte ich die Tür geschlossen, kam auch schon eine Durchsage, dass einige
Passagiere nach Doha sich bitte dringend am Schalter einfinden sollten! Eigentlich
hätte ich mich nicht angesprochen fühlen müssen, da irgendwie dringend erst ein
Mario Dlödel, eine Maria Löbel und irgendwann irgendjemand ausgerufen wurde,
der ähnlich hieß wie ich…als der Sprecher dann mehrmals zögerte und noch
weitere Versionen dieses Namens kreierte, fühlte ich mich dann doch
angesprochen und machte mich auf zum Schalter. Das Klo konnte warten, im
Flugzeug gibt es ja schließlich auch welche!
Am Schalter angekommen, zeigte ich meinen Pass und hatte
wenige Sekunden später meine neuen Flugtickets in der Hand, die dieses Mal
sogar den Flugsteig angegeben hatten. Mein Pass blieb jedoch noch etwas bei der
Bearbeiterin, die noch nie ein japanisches Visum gesehen hatte…jetzt wissen
auch ihre Kollegen, wie ein japanisches Visum aussieht…ob sie es wissen
wollten, oder nicht, jetzt wissen sie es.
| Flugzeug von München nach Doha |
Der Flug war gut und das Flugzeug voll luxuriös. Echt jetzt!
Habt ihr schon einmal ein Flugzeug mit WiFi gehabt?! Voll toll! Nachdem ich
also erst einmal meine Mails kontrolliert hatte und per What’s App einige
Nachrichten verschickt hatte, hab ich mein Essen genossen und wenn ich nicht
aus dem Fenster geschaut habe, durchsuchte ich das Fernsehprogramm des Bord-TV’s.
So habe ich es doch noch geschafft den Film „Gänsehaut“ anzuschauen, ohne ins
Kino gehen zu müssen. ^^ Ich hatte die Werbung letztens an einem Doppeldecker
in London gesehen und da ich als Kind diese Buchreihe geliebt habe, wollte ich
ihn unbedingt sehen. Wieder ein Häkchen mehr auf meiner To-Do-Liste.
![]() |
| Essen Nr. 1 |
So waren 5 Stunden dann doch schneller um, als ich dachte
und meine Kamera hatte zig Fotos mehr auf ihrer Speicherkarte. In Doha ging es
dann voller Überzeugung genug Zeit zu haben, zum Transferschalter. Nachts auf
dem Flughafen in Doha und knapp 1, irgendwas Stunden Zeit, das kann ja wohl
nicht so schwer sein…Irrtum! Den gleichen Gedanken hatten zig andere Passagiere
auch, die ebenfalls in Doha umsteigen wollten… Schade, dass ich zu beschäftigt
war meine Tasche immer Millimeter für Millimeter nach vorn zu rücken, wenn eine
weitere Person es durch die Kontrolle geschafft hatte, sonst hätte ich ein Foto
von diesem Massenauflauf gemacht! Scheinbar schien man mit der Situation, trotz
nächtlicher Wiederholung, völlig überfordert zu sein und wahllos ließ man immer
Mal 200 Leute einfach so durch ein kleines Tor gehen, sodass im Endeffekt doch
nicht kontrolliert wurden und einfach nach vorzeigen ihres Tickets weitergehen
konnten. Was jedoch leider immer nur hinter mir stattfand an Orten, wo ich
nicht aus der Reihe tanzen konnte und sich natürlich die Schlange vor mir auch
nicht drastisch veränderte. Es hieß also warten…Mein Check-In war bereits seit
15 Minuten losgegangen und ich hatte noch knapp 45 Minuten der Flieger ging,
als ich endlich durch die Kontrolle durch war und weiter konnte. Aber auch Doha
verfügt über die wunderbare Gabe der Buchstaben und schickte mich tatsächlich,
wie in München ans andere Ende des Flughafens…und ich hatte gedacht München
wäre lang gewesen… Aber zum Glück hielt wenig später neben mir ein netter Flughafenmitarbeiter
mit einem kleinen Transportwagen, auf den ich aufspringen konnte und innerhalb
von 5 Minuten die Halle durchquert hatte. Nun hieß es nur noch: Treppe runter
und weitere 5 Minuten laufen, dann haben Sie ihr Ziel erreicht. Zum Glück stand
gleich neben der Treppe schon jemand, der die Liste der Fluggäste nach Narita
abarbeitete, um durchzugeben, dass diese nicht verschollen sind, oder sich auf
dem Gelände verlaufen haben, sondern auf dem Weg zum Gate sind. :)
Auf geht’s zur letzten Etappe! Nur noch 9 Stunden Flug
trennten mich von Japan. Und ich hatte einen Gangplatz bei dem der Monitor
nicht funktionierte. Kein Problem. Ich wollte eh schlafen!^^ Doch die nette australische
Stewardess, die alle japanischen Passagiere immer mit einer Japanerin
verwechselt hatten, den letzten Fensterplatz anbot, bei dem sogar der
Bildschirm funktionierte und ich sogar 2 Fenster hatte, aus denen ich
hinausschauen konnte! Wenn das Mal nichts heißt! :) Da es jedoch unter den
Wolken Nacht war und wir uns über den Wolken (ay,ay,ay) befanden, nutzte ich
die Zeit um Schlaf nachzuholen.
Meine erste Mahlzeit hatte ich noch
eingenommen, als ich noch auf meinem Platz im Mittelgang gesessen hatte und
wurde von der neben mir sitzenden Japanerin kritisch beobachtet, wie ich mit
Stäbchen essen kann. xD Als ich dann auch noch anfing meine Sobanudeln (Buchweizennudeln)
zu schlürfen, war sie scheinbar sehr überrascht und vergaß kurzweilig weiter zu
essen. Mein Frühstück war nicht japanischer Art, sondern Amerikanischer. Pfannkuchen
mit Rosinen, die umzingelt waren von Apfelmus auf der einen Seite und
Vanillesoße auf der anderen. Ich war erstaunt, dass sich das Getränkeangebot
für die Normalsterblichen, sprich: die Economy-Klasse, extrem verbessert hat…
die hatten sogar Whiskey on the Rocks im Angebot. X3 (@ Maria: Die Marke kam
aus England und hieß Beefeater. Ich musste sofort an Billy denken!)
Irgendwann setzten wir zur Landung an und ich schoss wieder einmal gefühlte
1000 Fotos. Ich schnappte meinen Rucksack, ging vor zu meinem eigentlichen
Platz, holte mein restliches Handgepäck und stürmte hinaus. Immer hin musste
ich meinen Bus kriegen…und ich hatte ja knapp eine Stunde Zeit dafür…manchmal lernt
aber man nie aus! Wieder eine riesige Schlange, für Ausländer, die einreisen
wollten und kaum hatte ich das Ende der Schlange erreicht, wurde ich in eine
andere Reihe geschickt… er hatte sich überlegt, dass man alle Leute, die länger
in Japan bleiben und ein Visum haben, an einem extra Schalter abfertigen kann.
Nur hatte er vergessen, diese Idee einem Kollegen mitzuteilen, weshalb die
kleine Gruppe Ausländer, auch nach 30 Minuten immer noch merkwürdig beäugt und
natürlich auch beobachtet wurde… nur kam keiner, der gefragt hat, warum wie
alle dort standen… Irgendwann konnten wir im Vorbeigehen, endlich jemanden auf
Japanisch fragen, wo wir denn diesen extra Schalter finden. Der verwirrte
Mitarbeiter irrte dann noch etwas durch die Gegend, bevor er sich von irgendwo
5 Absperrstangen nahm und diese vor 2 der regulären Schalter, an denen wir auch
vorher schon drangekommen wären, stellte und uns davor platzierte. Alle
anderen, die von seinem Kollegen, der wiederum davon nichts wusste, in unsere
Schlangen geschickt wurden, wurden wenige Sekunden später von einem anderen
Mitarbeiter mit einem freundlichen „Go back!“ in eine andere Schlange gestellt
und stehen gelassen. Wunderbar zu beobachten, wenn der Bus nicht bald losfahren
würde und man nicht übermüdet wäre. Als ich endlich an der Reihe war, ging
alles relativ fix und ich konnte meinen Koffer suchen gehen. Da das Laufband
jedoch schon abgestellt war, hatte man neben den restlichen Koffern die
Flugbegleiterinnen abgestellt, die brav dort warten und den Fluggästen ihr
Gepäck aushändigen sollten. Schnell das Kissen verstaut und ab zur
Zoll-Kontrolle. Der Beamte fand es jedoch unglaublich interessant, dass da
jemand vor ihm stand, der seine Abschlussarbeit in Japan schreiben wollte und
obwohl die Schlange hinter mir immer länger wurde, wollte er unbedingt wissen,
über welches Thema ich denn forschen möchte und wo. Gefühlte Stunden später
stand ich endlich außerhalb der Kontrollzone. Da ich nicht wusste, wann der
nächste Bus fährt, habe ich mir schnell eine der Damen geschnappt, die gerade
so beschäftigt mit den Absperrbändern war und diese ausgefragt, wo ich das
Ticket für meinen Bus kaufen kann. Da mein Bus schon weg war, musste ich 1
Stunde später den Bus nehmen, was aber nicht so schlimm war. Im Gegenteil, ich
war froh, dass ich überhaupt noch ankam und ein Ticket hatte. ^^ Da ich noch
Zeit hatte, konnte ich auch schnell eine Nachricht an Yuiko schreiben, die mich
netterweise vom Bahnhof in Tsukuba abholte und zum Wohnheim brachte. ^^ Dann
hieß es ab zum Bussteig, einreihen und warten. Ich musste schmunzeln, als eine
Horde Kroaten kam und sich als Haufen irgendwo hinstellten, nur nicht da, wo
sie der Mitarbeiter der Busgesellschaft gern hinhaben wollte, nämlich in der
Reihe und das hintereinander. Gegen 8 Uhr war ich dann endlich in Tsukuba. Da
die Kroaten, die irgendein Weiterbildungsseminar ihrer Firma besuchten, ihre
Koffer nicht widerfanden, konnte ich sogar gleich auf Japanisch weiterhelfen
und dem Busfahrer, der das Englisch der Kroaten nicht verstanden hatte, sagen,
wer welchen Koffer hatte. Normalerweise gab es ja extra deshalb Schilder, die
die Busgesellschaft an den Koffern anbrachte und ein Gegenstück, welches die
passende Nummer trug, aber das wurde von der kroatischen Weiterbildungsgruppe
völlig ignoriert, die den unnötig großen und unglaublich schweren Zettel gleich
Mal in den nächsten Mülleimer vor dem Flughafen entsorgt hatten… da mein Koffer
zwischen denen der Kroaten eh unerreichbar gewesen war, wäre ich ja sowieso
nicht rangekommen, denn zum drüber heben war er ja viel zu schwer. Yuiko stand
auch schon an der Bahnstation und holte mich ab…mit dem Auto! *-* Ich saß zwar
schon Mal in einem japanischen Auto, aber nach so langer Zeit war es wieder
richtig aufregend! Ich blieb natürlich, voll peinlich, aber siegessicher an der
Fahrertür stehen, welche ja in Deutschland die Beifahrertür ist…^^‘‘‘ Ich fand schließlich
doch noch meinen Platz und auch meinen Koffer wuchteten wir in den Kofferraum.
Dann ging es in ein Restaurant essen. Das hatte ich ja schon lange nicht mehr…mit
einem Bärenhunger stürzte ich mich auf meine Soba-Nudeln und meinen Reis mit Rindfleisch
und Ei.
Solltest du das irgendwann lesen Yuiko: Danke, danke, danke
für deine Hilfe! ^^
![]() |
| Abendessen. *---* |
Bevor ich ins Bett fallen
konnte, zeigte mir Yuiko noch schnell die Küche, die Waschmaschinen und die
Toiletten. Dann bekam ich noch einige Formulare, die bis zum nächsten Tag
auszufüllen waren und wir vereinbarten eine Uhrzeit, zu der wir uns Treffen und
den Papierkram einreichen wollten. Ich legte alles erst einmal fein säuberlich
weit weg, wo ich es nicht sehen konnte und machte mich ans Auspacken bzw. Sortieren.
Unwichtige Dinge ganz runter in den Koffer und wichtige Dinge nach oben…mehr
konnte ich erst einmal nicht tun. Das dauerte jedoch auch noch eine Weile und
so landete ich irgendwann nach 11 Uhr im Bett und war hundemüde…2 Stunden
später war ich hellwach und konnte bis 5 Uhr nicht mehr schlafen…mein Wecker
klingelte 5.30 Uhr… obwohl ich eigentlich 6 Uhr aufstehen wollte, ignorierte
ich meinen Wecker bis 7 Uhr und machte mich dann daran, die Dokumente
auszufüllen. Da ich am Abend zuvor nicht noch einmal einkaufen war und 11 Uhr
dann doch keine Lust mehr hatte zum nächsten Konbini (24-Stunden Supermarkt) zu
gehen, begnügte ich mich mit einem Snickers-Riegel, der vom Essen
übriggeblieben war.
| mein Wohnheim |
9 Uhr holte mich Yuiko ab und erst einmal ging es dann in
den Konbini, da ich meine Miete für Februar und März zahlen musste. Danach ging
es gleich in die Verwaltung der Wohnheime, wo ich meine Papiere abgab und wo
uns gesagt wurde, dass hier nur die Papiere entgegengenommen werden, und wir
ins nächste Verwaltungsgebäude gehen müssten, welches für die Finanzen verantwortlich
war. Dort angekommen vereinbarten wir die Zahlungsmethode und ich zahlte meine
Miete. Mit den restlichen Dokumenten ging es dann in die Uni, wo wir zuerst
alle wichtigen Unterlagen für mein Stipendium bekamen, dann mussten wir 2
Etagen höher gehen, um die Belege für den Japanisch-Sprachkurs und meine
Betreuung durch einen Professor abzuholen, von denen eines schnell wieder
abgegeben werden musste. Dann ging es zum Bürgerservice in Tsukuba, wo wir erst
zu einem Schalter mussten, an dem meine „Residence-Card“ (kurz gesagt: mein
japanischer Ausweis), die ich am Flughafen bekommen hatte, auf mich registriert
wurde, dann wurden wir gebeten uns an einem anderen Schalter zu melden und
erneut eine Nummer zu ziehen, bei der wir dann wieder warten mussten, damit wir
meine Krankenversicherung beantragen konnten. Danach ging es dann schnell in
den nächsten Konbini, das Büro, welches für die Stipendien zuständig ist eine
Kopie meines Reisepasses und meines japanischen Ausweises haben wollte. Dann ging
es schnell ein Lan-Kabel kaufen, da ich sonst das Internet im Wohnheim nicht
nutzen konnte und wir haben noch schnell nach Vorhängen für mein Zimmer
Ausschau gehalten. Nachdem Yuiko schnell noch nach Hause gefahren war, um mir
ein Maßband zu leihen, ging es dann auf die Bank… Nummer ziehen, warten,
Dokumente ausfüllen warten, weitere Dokumente ausfüllen, warten…warten…warten…nach
über 1 Stunde konnte ich dann endlich weitere Unterschriften leisten…auf einem
Dokument mit zig Durchschlägen, auf dem ich mich ausversehen beim heutigen
Datum verschrieben hatte. Ich hatte ausversehen die westliche Jahreszahl und
nicht das derzeitige Regierungsjahr des derzeitigen Kaisers angegeben… das
heißt, dass man einen roten Stift bekommt, mit dem man überall, über dem
durchgestrichenen Jahr seine Unterschrift hinsetzt…und das mit Nachdruck auf
allen Belegen, die es gibt. Irgendwann hatte ich dann mein Bankbook (Kontoauszugsbuch)
in der Hand und wir konnten weiterfahren. Bevor es wieder zurück in die Uni ging, hielten wir am nächsten 100Yen-Shop, wo ich erst einmal Besteck, eine Tasse und eine Schüssel kaufte. Dann ging es wieder zurück in die
Uni, sämtliche Dokumente, die wir schnell noch ausgefüllt hatten, in sämtlichen
Stockwerken abgeben, in denen wir jemals gewesen waren, inklusive einer Kopie
meines Bankbooks. Und schon war es Nachmittag und Yuiko, die genauso erschöpft
war, setzte mich am Wohnheim ab. Ich konnte der Versuchung nicht wiederstehen
mich kurz hinzulegen, da mich der Jetlag, doch etwas niederdrückte und ich weiß
nicht, wie ich es schaffte erst einkaufen und kurz darauf duschen zu gehen.


Duschen war voll interessant! Ich hatte bisher den Luxus gehabt für das Duschen
kein Geld bezahlen zu müssen. Das hieß: wieder zurück ins Zimmer, Kleingeld
holen und die gleiche Prozedur noch einmal. Mit Lichtgeschwindigkeit und gefühlten
100 Mal 10 Minuten drehte ich mich zu der Minutenanzeige und bemerkte, dass ich
es geschafft hatte in 2 Minuten 30 Sekunden zu duschen… da es ja
Geldverschwendung wäre blieb ich einfach noch 7,5 Minuten unter der Dusche
stehen, bis ein gefährliches Piepen im Sekundentakt anzeigte, dass meine
Duschzeit fast abgelaufen war. Frisch geduscht und etwas fitter, testete
ich gleich das neu gekaufte Lan-Kabel und erfreute mich am Internet. Davor gab
es jedoch mein Abendessen, welches aus einem Apfel (Mama freu dich, dein Kind
isst Obst! :) ) und Reisbällchen mit Hühnchen und Thunfisch bestand. Eigentlich
sollte da der Post schon zustande kommen, doch wenn man zu vielen Leuten
gleichzeitig sagen will, dass man angekommen ist und wie es einem geht, wird
der Computer nun einmal langsamer… da half auch kein Zureden oder Streicheln
mehr… und so wurde aus einem „Ich sag Mal schnell X und Y Bescheid, dass ich
gut angekommen bin.“ Ein Marathon, den ich 2 Uhr nachts beendete, da am
nächsten Tag ein Gespräch mit einem Professor anstand, der für den Austausch
zwischen Tsukuba und Halle zuständig ist. Was mich natürlich nicht im
Geringsten unter Druck gesetzt hat und ich auch wunderbar schlafen konnte, ohne
im Kopf schon einmal zur Vorbereitung zig Vokabeln durchzugehen. Ist ja nicht
so, dass ich sämtliche Behörden auf Japanisch bewältigt hatte und mich auch so
mit Yuiko fast ausschließlich auf Japanisch unterhalten hatte…Wieder einmal
konnte ich nachts für mehrere Stunden nicht schlafen und durchsuchte
währenddessen, mein Wörterbuch nach Vokabeln, die mir gerade Mal nicht
einfielen.
Mein nächtlicher Wissensdurst hatte natürlich zur Folge,
dass ich am Morgen wieder länger schlief, als ich es geplant hatte und erst
gegen 9 Uhr aufstand. 11.40 Uhr wollte ich mich mit Yuiko vor dem Wohnheim
treffen und 12 Uhr sollte das Gespräch mit Aizawa-sensei stattfinden. Ich ließ
es ruhig angehen und schaute mir noch vor dem Frühstück meine Unterlagen an,
die ich bisher zusammengesammelt hatte. Danach genoss ich mein Melonpan mit
Schokostücken (süßes Brötchen, in dem sich keine Melone befindet. xD) und einen
Cafe au lait und sortierte ganz gemütlich erst einmal meine ganzen Dokumente,
die ich noch hatte.
| Grünmützenhaltung. xD Brav an der Leine. |
Wie zu erwarten verlief das Gespräch mit Aizawa-sensei sehr
gut und wir berieten, welche Professoren, mir für meine Forschung zur Seite
stehen könnten. ^^ Des Weiteren habe ich erfahren, dass es im März, wenn die
Studenten, die mit ihrem Studium fertig sind, aus dem Wohnheim ausziehen eine
Art Markt/Basar gibt, bei dem man sich die Dinge nehmen kann, die man braucht.
:) Auf meiner Liste stehen schon eine Rollstange, ein Fahrrad, ein Kühlschrank
und wenn möglich ein kleiner Heizer für die nächsten kalten Tage. Danach ging es in die Bibliothek, die verdammt
toll und groß ist, in der mir Yuiko das Suchsystem erklärte und wir über ein
Paar Buchtiteln hängen blieben, deren Bedeutung nicht wirklich ersichtlich war.
Als Nächstes suchten wir ein Café, aber da am nächsten Tag die Eintrittsprüfung
stattfindet, hatten schon alle Läden geschlossen, weshalb wir beschlossen, in
eine Bäckerei zu fahren und dort zu essen. Um diese Bäckerei zu beschreiben,
gibt es nicht genügend Worte, die einem einfallen, wenn man davor steht… völlig
anders als in Deutschland, da es sich hierbei eher um Törtchen oder Ähnliches
handelt, aber man kann sich einfach nicht entscheiden, weil alles sooooo lecker
aussieht! Ich war sogar so abgelenkt, von der Auswahl, dass ich völlig
vergessen habe, von der Auslage ein Foto zu machen. Es handelte sich
hauptsächlich um Blätterteigprodukte, die aber nicht nur süße Füllungen hatten,
sondern auch herzhafte. So entschied ich mich, nach 2-3 Runden des Umschauens
für ein riesen Teil Blätterteig gefüllt mit Fondue-Käse, der sogar noch warm
und flüssig war und einem Küchlein (nicht aus Blätterteig) aus grünem Tee und
weißen Schokoladenstücken und noch einen Schwarztee. Die o’s für mein sooo
lecker reichen gar nicht aus, um auszudrücken, wie gut es geschmeckt hat! Und
da ich nach der Hälfte schon satt war, war sogar das Abendessen gesichert. Dann
ging es wieder in den Textilladen, um meinen Vorhang zu kaufen. Wir haben nach
langer Suche, sogar einen günstigen gefunden. :)
Danach hat mich Yuiko wieder
am Wohnheim abgeliefert und wir haben uns für den nächsten Tag zum Mittagessen
verabredet. Danach ging es aufs Zimmer, welches durch meinen neuen tollen
Vorhang schon wohnlicher aussieht und ab an den Computer, wo ich nach 6 Seiten
tippen immer noch sitze und sehnsüchtig auf meinen Rest vom Mittag starre. ^^
Aber erst der Eintrag, dann das Essen.
| Mittagessen |
| Mein Vorhang. :) Sieht in Real viel schöner aus. ^^ |
Hier noch einmal ein kleiner Einwurf an Paule: Auch hier
noch einmal alles, alles Gute zum Geburtstag. ;)
Morgen geht es dann Essen und noch einmal Einkaufen,
vielleicht finde ich noch Klebehaken für die Wand, sodass ich noch ein paar
mehr Sachen aufhängen kann. :)







Omg Risu!
ReplyDeleteIch freue mich zu hören, dass du trotz vieler Komplikationen gut angekommen bist!
(Oh Gott, vor dem ganzen Einreisetrubel und Papierkram grauts mir jetzt schon >.<)
Wie ich sehe bist du auch schon wieder fleißig am Futtern. XD Du machst mir gleich Appetit!
Aber dass du keinen Schrank hast ist ja wirklich komisch...o.O
Ich bin auf deine weiteren Berichte schon sehr gespannt, bis dahin erst mal viele liebe Grüße aus 'Fern-West' XD
Alex
Hallöchen! ^^
ReplyDeleteSo, nun komm ich endlich auch mal dazu, hier meinen Senf dazu zu geben!
Erstmal: Ich freu mich, dass du so gut hin und her gekommen bist und dass es letztendlich keine weiteren Gepäckprobleme mehr gab und du keinen Extrasitzplatz für deinen Rucksack kaufen musstest! XD
Und nicht zu fassen, wie uns der gute Billy verarscht hat!! Von wegen Tower bewachen und voll wichtige Soldaten etc... Dabei sitzen die nur die ganze Zeit in den Kerkern rum und brennen da fröhlich Alkohol vor sich hin!! XD
Ganz nebenbei: Ich finde deine Narita-Bus-Kroaten-Story einfach nur wunderbar!! Ich hatte beim Lesen echt das Gefühl, als würde ich neben dir stehen, während du mit Flughafenangestellten, Koffern und Busfahrern kämpfst! XD
Und wie schön, dass Yuiko so eine Hilfe war! ^^ Aber dein Zimmer ist ja echt wahnsinnig spartanisch eingerichtet... Aber es gibt in Japan ja bestimmt auch solche 0815-Aufstell-Hängeschränke und Plastekisten, ne... Wie ich dich kenne hast du bestimmt schon ne gute Lösung für deinen unsichtbaren Kleiderschrank gefunden!?
Und wie ich weiter aus deinem Bericht schlussfolgere, müsst ihr euch um euer Essen diesmal selber kümmern!? Hoffe, dass die Küche auch dementsprechend gut ausgestattet ist? Wobei ich mich allerdings auch schon wieder frage: Wozu der benötigte Kühlschrank? (Sorry...die ganzen Essenbilder und Berichte von Blätterteig-Bäckereien haben mich ganz hungrig werden lassen... daher die ganzen pragmatischen Fragen zum Thema Nahrungszufuhr! ^^")
Kurz um: Ich freu mich, dass es dir offensichtlich gut geht und dass auch mit dem Prof alles so super funktioniert hat! ^^d
Bin schon ganz gespannt, was dir noch so alles passiert!!
Nen ganz ficken Kurs!!
Dein Namensvetterchen ^x^
PS: Wegen der Bank: Ersteinmal hatte ich keine Ahnung, dass man da auch die japanischen Daten angeben muss... als ich drüben war, hat man auch die "normalen" Jahreszahlen akzeptiert... Und du kannst froh sein, dass du nur mit nem roten Stift unterschreiben musst... als ich mich mal verschrieben hatte, haben die mir ein Stempelkissen in die Hand gedrückt und ich musste meinen Fingerabdruck überall, wo etwas durchgestrichen worden war, hinterlassen... Das war auch überaus interessant... Oo