Tuesday, 1 November 2011

Eine Party die ist lustig eine Party die ist schön…


Ein gesammelter Nachtrag vom 21. Und 22. Oktober 2011 ^^

Es war 7 Uhr und die Routine nahm überhand. Küche betreten – Guten Morgen sagen – Tablett nehmen – Essen nehmen – Trinken eingießen – fürs Essen bedanken – in den Speisesaal gehen – hinsetzen – Foto vom Frühstück machen – alles erledigt, auf ans Essen! 
Zum Frühstück gab es Fisch-irgendwas mit Soße und Salat, eine Kiwi, Toast, einen schwarzen Tee und zur Abwechslung Mal Orangensaft. :)
Nach dem Frühstück ging es dann erst Mal wieder aufs Zimmer den Wetterbericht lesen und dann Tasche packen. Heute sollte es schließlich Grillen gehen! Und treffen wollten wir uns 9.30 Uhr in Ikebukoro. Denn das Grillen ging gegen 11 Uhr los. Ja, auch für mich war es ungewohnt diese Zeiten zu hören, aber immerhin hatten sie den Preis von 30€ auf 10€ runtergesetzt, da alle Austauschstudenten gesagt haben, dass es ihnen zu teuer ist für 30€ Grillen zu gehen.
Aber für 10€ kann man ja Mal ein Vormittagsgrillen mitmachen und bis das essen fertig ist, wird es bestimmt fast Mittagszeit sein. :) Gegen 8.15 Uhr gingen Sheila, Alex und ich vom Wohnheim aus los und stiefelten zum Bahnhof. Dort kam eine Studentin auf uns zu und erklärte uns, dass sie eine von den Studenten ist, die das Grillen organisiert haben. Sie wohnt auch in Asaka und so fuhren wir gemeinsam nach Ikebukoro, wo wir die Anderen Studenten treffen sollten. Dort angekommen und die Nachschübe der Rush-Hour gut überlebt habend warteten wir eine ganze Weile bis der zweite Organisator auftauchte und eine riesige Liste aus dem Hut zauberte. Ich kam mir vor, wie in den mittelalterlichen Filmen, wo Leute eine Schriftrolle ausrollen und die sich ihren Weg durch das Königreich bahnt, bis sie aufgerollt ist. Ich glaub im Endeffekt waren wir an die 25 Studenten, was für eine Grillrunde schon ziemlich viel ist. Nach und nach gesellten sich die unbekanntesten und teilweise auch bekannten Gesichter zu uns und so geschah es, dass ich nach langer Zeit Yuriko wiedertraf. Meinen Student Buddy, die mich vom Metropoliten Hotel abgeholt hatte und mich zum Wohnheim gebracht hatte. Gemeinsam fuhr der erste Teil – welcher der Hauptteil war – zum Grillplatz… ich hatte so einiges erwartet bzw. nicht geahnt was mich erwartet hatte, doch ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir erst einmal eine knappe Stunde unterwegs sein würden um überhaupt dorthin zu gelangen. 
ein Grillparkadies
Denn im Endeffekt landeten wir irgendwo am Rand von Tokyo in einem Park Nahe vom Disneyland. Wir hätten vielleicht sogar unseren Kommilitonen winken können, die den Tag in Disney Sea verbringen wollten. Von der Haltestelle, deren Name mit Park endete und die unaussprechbar lang war gingen wir passend zum Namen durch einen großen Park. In diesem großen Stückchen grün befanden sich sogar ein Zoo und diverse andere Attraktionen wie ein Freizeitpark. All diese verlockenden Dinge ließen wir links liegen und gingen zu einem Teil des Parks, der nur dafür ausgelegt war, dass Leute zusammenkommen konnten, um dort zu grillen. Sowas hatten wir Deutschen noch nicht gesehen, da man ja bei uns in der Heimat entweder im Garten oder irgendwo anders grillt. Aber hier ist es verboten offen einfach irgendwo zu grillen, man muss extra zu dafür vorgesehenen Plätzen gehen, bei denen man sich dann einen Grill mieten kann.
unsere Grillprofis und das leckere Yakisoba^^
Nur das Fleisch musste man selber mitbringen. Da sich die Studenten vom Studentenbund um das Essen gekümmert hatten war es nun nur noch die Aufgabe der Anderen sich etwas zu trinken am Automaten  zu kaufen. Dann ging es ans besetzen der Bänke und ans vorbereiten des Essens. Den Grill könnt ihr euch jetzt auch nicht einfach so vorstellen, wie einen normalen deutschen Rostgrill. Es hatte eher etwas von diesen Heizplatten, die das Essen warm hielten im Restaurant und darauf befand sich eine Schale auf die man dann alles draufgelegt und vorher noch mit Öl übergossen hat. Sowas wie Grillen mit einer sehr großen Pfanne im Freien, sodass alle was davon haben. 
unsere sauberen Grillplatten und unser Mittagessen...die Killer-Tauben!
Zuerst gab es Fleisch und Würstchen. Die Würstchen waren klein und das Fleisch war Hauchzart, da hätte man wirklich eine Zeitung durch lesen können. Aber dadurch, dass es so dünn war, war es unglaublich lecker. Danach wurde das Gemüse für das Yakisoba vorbereitet, was sozusagen nur bedeutet, dass man auf dem Grill alles zusammenschmeißt was zusammen passt und dazu dann Nudeln macht. (Gebratene Nudeln mit Gemüse und Fleisch, für diejenigen, die immer noch Probleme haben es sich vorzustellen. ;) )

wenn große Kinder klein werden...
Nach dem Essen ging es spielen. Hinter dem Grillplatz fanden wir eine riesige Grünfläche auf der sich Millionen und aber Millionen Kinder tummelten. In Wirklichkeit waren es vielleicht nur 50 oder so, aber es waren genug, um uns vor den Füßen rumzulaufen. Da Blake seinen weichen Rugby mitgebracht hatte, ging es dann also ans Spielen. Erst versuchten wir American Football zu spielen, doch da die meisten Japanerinnen schreiend vor dem Ball weggelaufen sind spielten wir 2-Felder-Ball. Manch einer von euch wird sich noch an die Zeiten in der Schule erinnern können, als es am Ende der Stunde, wenn noch Zeit dafür war eine Horde Leute versuchte vor einem Ball wegzurennen, den die andere Mannschaft krampfhaft versuchte auf einen zu werfen. 
hungrige Wellen
Ja, das war 2-Felder-Ball! Irritiert sahen uns die kleinen Kinder beim Spielen zu und lachten uns aus. Die Runde 2-Felder-Ball dauerte eine knappe Stunde, da wir kein abgegrenztes Spielfeld hatten und somit der Ball immer unerlaubter Weise den Hang hinunter rollte. Nach unserer Spielerunde ließen wir uns erst erschöpft ins Gras fallen, doch dann beschlossen wir uns die Gegend anzusehen. Wir befanden uns schließlich am Wasser und das musste doch genutzt werden, um ein paar me(h)er Bilder zu schießen.

Gegen Nachmittag, ok es war schon kurz nach 3… machten wir uns, nachdem wir aufgeräumt und die Grillsachen geputzt hatten, wieder auf den Weg nach Ikebukoro.
Da Jenny an dem Tag Geburtstag hatte, hieß es sogar, dass wir einige der kennengelernten Japaner bei Jennys Geburtstagsfeier wiedersehen würden. Nun hieß es aber Beeilung. Gegen halb 5 waren wir wieder im Wohnheim und hatten somit genau 1 Stunde Zeit um uns hübsch zu machen bevor wir nach unten zum Essen gehen wollten. Da wir zum so-viel-Trinken-wie-man-will-für-nur-10€ gehen wollten hatten wir beschlossen vorher noch schnell Abendbrot im Wohnheim zu essen, damit wir dann dort keinen so großen Hunger haben würden.
Zum Abendessen gab es wie ich vermute Forelle mit irgendeiner Soße. Fisch natürlich an dem Abend mit sehr vielen Grete, weshalb es alles etwas länger gedauert hat. Dazu gab es gebratenen Tofu, Miso-Suppe, Reis und neben dem Tee gab es zum Nachtisch auch noch schwarzer-Sesam-Pudding. Von dem ich wirklich mehr hätte es können. Alex kam wie immer zu spät, weshalb ich ihm eine Mail schrieb. Als er dann doch noch auftauchte, erzählte er uns, dass er doch tatsächlich in der einen Stunde, die wir gehabt hatten eingeschlafen war.
In Windeseile aß er sein Abendeessen und erst gegen 7 Uhr verließen wir das Wohnheim. Und wie wir feststellen mussten regnete es auch noch. Schnell schrieb ich Jenny eine Mail, dass wir später kommen. Die Zeit dazu hatte ich deshalb, da Alex sich gern noch umziehen wollte, bevor wir losmachten. Also warteten wir und zogen schon Mal unsere Schuhe an.
Tischseite Nummer links
In knapp 20 Minuten schafften wir es vom Wohnheim bis nach Asaka, wo wir sofort in den nächsten Semi-Express sprangen, der uns nach Ikebukoro brachte. Als wir dann endlich 30 Minuten später, als gewollt an unserem Treffpunkt ankamen warteten die anderen schon auf uns. Wir waren vielleicht 20 Leute und als große Gruppe machten wir uns dann auf in den Regen und in das Lokal, wo man für 10€ Trinken gehen konnte für 3 Stunden. Jedoch kamen wir dieses Mal in ein anderes Lokal, welches es mir zum Glück erleichterte, dieses Mal nicht die Kloschuhe zu vergessen. Wir wurden an einen großen Tisch gesetzt, den ich von weitem total unterschätzt hatte. Er sah nämlich genau so aus, wir die Tische auf dem Boden, die ich sonst so kenne. Doch da täuschte ich mich. Unter dem Tisch war nämlich eine Vertiefung für die Beine, sodass man normal sitzen konnte, es aber von weitem so aussah, als ob man auf dem Boden sitzen würde. Verwirrend aber wahr. Immerhin sind wir ja in Japan, da braucht man sowas nicht hinterfragen.
wir haben ein bisschen was gegessen...
Wir Tranken und suchten uns ein paar Kleinigkeiten von der Speisekarte aus, die wir essen wollten. Ich entschied mich für eine große Portion Pommes, die sogar günstiger war, als in dem vorherigen Lokal und dann doch noch für ein Eis mit Cornflakes und Keksen. Dadurch, dass jeder vom Essen des Anderen kostete probierte ich mich durch die verschiedensten Speisen und genoss dabei so an die 10 Gläser Cocktails, Ginger Ale oder ähnliches. Das Problem an der Sache war, dass die Gläser immer 500ml beinhalten… und die 10 Gläser waren schnell geleert, immerhin hatten wir ja nur 3 Stunden Zeit. Eigentlich wollte auch Kann vorbeikommen, doch da der noch so viel Arbeit hatte schaffte er es nicht mehr rechtzeitig nach Ikebukoro. Da wir nach diesen 3 sehr amüsanten Stunden schließlich die letzte Bahn verpassten, die uns noch vor 12 ins Wohnheim bringen würde, beschlossen wir noch nach Roppongi in einen Club/Disko zu fahren und dort die Nacht durchzutanzen.

betrunkene Menschen in der Bahn!XDDD
Gesagt, getan! Wir bezahlten – jeder 20€, da ja alles auf eine Karte geht und dann durch die Anzahl der Leute geht – und machten uns auf den Weg zur Bahnstation. Dort warteten auch schon Steven und Tomoya auf uns, die uns nach Roppongi begleiten wollten. Und so machten wir uns zu 7. auf den Weg zum Tanz. Tomoya kannte einen angenehmen Club, den wir dann auch aufsuchen wollten. Doch vorher kamen wir noch in einem nicht so überfüllten Club vorbei, doch da wir dort Freigetränke bekamen verweilten wir dort einen Moment und machten uns nach einem Cocktail dann auf zu unserem eigentlichen Ziel. Unser Club hieß Gas Panic und gleich zu Beginn hatte ich schon die erste unerfreuliche Begegnung. Denn kaum hatte ich den Club betreten kam ein Typ auf mich zu und fragte nach den ersten 30 Sekunden des Gespräches ob wir denn nicht irgendwohin verschwinden wollen. Ich lehnte dankend ab und gesellte mich zu den Anderen. Daran, dass einen alle anstarren muss ich mich vor allem in dieser Situation noch gewöhnen. Wir tanzten und tanzten und tanzten und tanzten ungefähr 4 Stunden lang. Für eine kurze Pause machten wir uns kurz nach draußen, um etwas frische Luft zu schnappen. Leider mussten wir feststellen, dass es mittlerweile wie aus Eimern goss. Wir stellten uns also beim nächsten Supermarkt schnell unter und dann machten sich Sheila und ein Freund von Blake auf zu einem anderen Club namens Jumanji. Da wir sie nicht verlieren wollten rannten wir ihnen hinter her und fanden uns in einem übervollen Club wieder, in dem die Leute mittlerweile schon so betrunken waren, dass Liebespaare auf der Tanzfläche völlig in einer anderen Welt waren und man kaum Platz zum Atmen hatte. Leider mussten wir auch feststellen, dass es Ausländer gibt, die nicht wirklich wissen, wie man sich benimmt. Auch wenn ich in einen Club gehe, so kann ich mich doch wenigstens wie ein Mensch benehmen. Doch das taten sie leider ganz und gar nicht. Da hat man sich wirklich geschämt daneben zu stehen und ebenfalls ein Ausländer zu sein. Wie kann man nur so betrunken sein, dass man nicht mehr mitbekommt, dass man sich daneben benimmt? Und wer bitte versucht schon krampfhaft den Mädchen unter den Rock zu fotografieren? Nachdem es uns dort zu ungemütlich wurde gingen wir unsere Sachen aus dem Gas Panic holen, die wir dort eingeschlossen hatten und machten uns auf den Weg zur Bahnhaltestelle. Mittlerweile war es gegen 5 Uhr und die Bahnstationen waren noch geschlossen. 
Hey Leute ich mach n Foto. Schaut ma schnell weg!
Da es immer noch in Strömen regnete und das nicht zu knapp gingen wir in das nächst beste Lokal und bestellten dort erst einmal etwas zu Essen. Warm natürlich. Bis auf Steven, der bestellte sich ein Eis! 










Teigtaschen...auch genannt Gyoza ^^
In dem Nudelsuppenrestaurant, in dem wir, fast alle gefüllte Teigtaschen aßen wärmten wir uns auf und machten uns dann nach 6 Uhr auf den Weg zur Bahnstation. Und die hatten wirklich geöffnet.   










Morgens um 6 im Bahnhof...
Wir nahmen die nächste Bahn und fuhren mit Aberhunderten Menschen, die ebenfalls irgendwo feiern waren oder auf Arbeit mussten bis nach Ikebukoro und stiegen dort um in den Zug nach Asaka. Vorsichtshalber stellte ich mich einen Wecker, denn mittlerweile war ich so müde, dass ich im Stehen hätte schlafen können. 15 Minuten später stiegen wir noch müder als vorher aus der Bahn und schleppten uns zur Bushaltestelle. Denn die 20 Minuten bis zum Wohnheim vom Bahnhof aus, würden wir nicht schaffen, ohne auf der Straße einzuschlafen, da waren wir uns alle sicher. Inzwischen war uns wieder richtig kalt geworden und wir wünschten uns nichts sehnlicher als ein Bett und trockene Socken. Vor allem meine Schuhe waren richtig durchnässt und Stundenlang in nassen Schuhen herumlaufen ist nicht das schönste Gefühl.
Im Wohnheim angekommen zog ich mir schnell die wärmsten Sachen an die ich finden konnte und da meine Sachen nach Tabak stanken beschloss ich gleich all meine Wäsche zu waschen. Damit ich nicht noch einmal auf mein Zimmer muss, nahm ich auch schon all meine Duschsachen mit. Denn ich wusste, würde ich noch Mal auf mein Zimmer müssen, würde mich mein Bett für die nächsten Stunden nicht wieder gehen lassen.
Also ging es vollbepackt in den Speisesaal, wo alle müde aussahen. Vielleicht war es aber auch nur eine Einbildung unsererseits.
Zum Frühstück gab es ein Spiegelei mit Salat, Lotuswurzeln in Majonäse, Reis mit Nori Blättern, Miso-Suppe (die nach dieser Nacht besonders aufwärmend war!!!) und der übliche Tee. Doch bevor ich mich über mein Essen hermachte, startete ich erst einmal die Waschmaschine, immerhin konnte die Wäsche so den ganzen Tag bei Sonnenschein auf dem Balkon trocknen.
Nach dem Essen ging es dann schnell unter die warme Dusche, bei der ich dann merkte wie erschöpft ich eigentlich war. Hatte ich doch noch nie 4 Stunden durchgetanzt ohne die geringste Pause. Und immerhin war ich am Vortag 7 Uhr aufgestanden, damit ich rechtzeitig zum Grillen in Ikebukoro ankam. Und da wir kurz nach 7 Uhr im Wohnheim angekommen waren, war ich nun schon 24 Stunden ohne Schlaf auf den Beinen. Da die Waschmaschine noch nicht fertig war, als ich aus der Dusche kam machte ich mich auf in mein Zimmer. Mittlerweile war es kurz vor halb 10. Ich stellte mir jegliche Wecker die ich hatte auf 13 Uhr, damit ich die Waschmaschine nicht unnütz blockieren würde. Leider musste ich feststellen, dass das Haare waschen gegen den Qualm nicht viel geholfen hatte, da ich den Geruch immer noch in den Haaren hatte. Doch in dem Moment war mir das egal. Ich ging also in mein Zimmer schleppte mich mit letzter Kraft mit Zahnpasta und Zahnbürste ins Bad, putze die Zähne und versuchte mich mit kaltem Wasser im Gesicht aufzuwecken, doch es half alles nichts. Danach ließ ich mich endlich in mein Bett fallen, doch statt des erhofften Schlafes kamen erst einmal die Schmerzen. In dem Moment hatte ich das Gefühl, als ob mir alles wehtun würde. Jeder Muskel schmerzte und das war das erste Mal an diesem Tag, wo ich mir schwor, nie wieder in einen Club zu gehen um 4 Stunden zu tanzen!!! Irgendwann wenige Minuten oder Sekunden später überfraute mich dann doch der Schlaf und die Zeit verging wie im Flug.
13 Uhr quälte ich mich vollkommen unausgeschlafen aus meinem Bett, torkelte mit meinem Beutel geistesgegenwärtig die Treppe hinunter, holte meine fertig gewaschene Wäsche und schleppte sie in mein Zimmer. Das Aufhängen habe ich in dem Moment nicht zustande bekommen und habe mich stattdessen gleich wieder hingelegt. Das nächste Mal klingelte mein Wecker 15 Uhr und für diesen Tag war es auch das letzte Mal, dass ein Wecker klingelte. Ich kann im Nachhinein nicht mehr genau sagen, wie ich es eigentlich geschafft hatte ab 15 Uhr wach zu bleiben. Aber irgendwie hatte ich es doch tatsächlich geschafft. Erst einmal hing ich die Wäsche auf, die ich beinahe vergessen hätte und dann setzte ich mich an meine Hausaufgaben und den Lernstoff für die Uni. Faszinierender Weise schaffte ich tatsächlich meine Liste, die ich mir gemacht hatte.
Bald war es dann auch schon 18.30 Uhr und ich machte mich auf den Weg zum Abendessen, wo ich auf Andrea und kurze Zeit später auch auf Steven traf. Irritiert sah man uns an, als wir uns mit „Guten Morgen!“ begrüßten, doch wir waren zu Müde, um auf die anderen zu achten. Unerklärlicher Weise glichen sich 80% unserer Tagesabläufe bis aufs Haar, nur dass die Zeit des Schlafens bei jedem eine andere war.
Zum Abendessen gab es dieses Mal Schwein in Knusperpanade mit Tomaten und Bohnen, Reis, Miso-Suppe, Bambussprossenkeimlinge, Fisch, Tofu und Orangen. Dazu wieder den Tee, dessen Name nicht genannt wird.
Kaum hatte ich das Abendessen beendet machte ich mich auch schon wieder auf den Weg in mein Zimmer, da ich 20 Uhr einen Video-chat mit Akio hatte. Wie ich es geschafft hatte bis dahin aufzubleiben weiß ich auch nicht mehr. Aber ich weiß, dass mein Kopf wirklich nicht in Japanisch arbeiten wollte und ich deshalb viel Deutsch gesprochen hatte, Trotz meiner Müdigkeit war der Video-chat wie immer sehr sehr lustig. Als ich jedoch eine neue Folge der drei Fragezeichen  nach dem Chat anschalte und mich ins Bett legte dauerte es keine Minute und ich war schon wieder eingeschlafen. Was ich vermutlich nicht gekonnt hätte, hätte ich den ganzen Tag geschlafen. Oder vielleicht doch, immerhin war mein Körper so erschöpft und voller Muskelkater, das ich mir sogar im Traum schwor, nie wieder Tanzen zu gehen. XD


Der Tag nach dem Tag danach… (23.10.2011)

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen etwas länger zu schlafen, was dann in dem Sinne gelang, dass ich erst 7.30 Uhr aus dem Bett kam, nach unten huschte und mir etwas zum Frühstück machte. Das Wohnheim war wie ausgestorben und ich beschaute misstrauisch meine Rosinenbrötchen, die vom letzten Sonntag noch übrig geblieben waren und die ich unter der Woche vergessen hatte zu essen. Da die aber im Kühlschrank gewesen sind und wahrscheinlich mit genügend Konservierungsmitteln vollgestopft waren, hatten sie sich gehalten und ich konnte sie ohne Bedenken aufbacken. Bestrichen wurden sie mit leckerer Erdbeermarmelade.
Nach dem Frühstück machte ich mich daran, den Kulturtext für Brian zu schreiben und abzuschicken und kaum war das erledigt begann ich den nächsten Geschichtstext zu lesen über den wir wie immer wieder ein Reaktionspapier schreiben mussten. Nebenbei fiel mir noch ein, dass ich mich ja mit Jenny uns Ashley in Harajuku zum Einkaufen treffen wollte. Immerhin wollte ich wieder einmal in den 100Y-Laden. So machte ich mich gegen 10.30 Uhr auf den Weg, damit wir uns 12 Uhr treffen konnten. Auch Andrea kam mit nach Harajuku, da auch sie noch Mal in den 100Y-Laden wollte.
ja, es ist wirklich ein Hundebekleidungsgeschäft!
Einkauf 100Y-Laden
In Harajuku angekommen und von den Menschenmassen ertrampelt gelang es uns einigermaßen unbeschadet zum 100Y-Laden zu laufen. Obwohl man da nicht wirklich von laufen reden kann, es war wohl eher ein schieben lassen und hoffen, dass man am richtigen Laden anhalten kann, um sich aus der Schlange herauszuwinden. Da Jenny noch nicht da war schaute ich mir die gegenüberliegenden Läden an, da die gerade Ausverkauf hatten. Kurze Zeit später jedoch kam Jenny auch schon und wir machten uns auf den Weg in 4 Etagen voller 100Y-Artikel. Nachdem ich alles beisammen hatte, ging ich an die Kasse und ließ beim Einpacken gleich noch ein paar neue Zeitungen mitgehen, immerhin hatte ich eine Menge aufgebraucht, als ich meine Schuhe am Samstag früh ausgestopft hatte. Nur leider waren die Schuhe so nass gewesen, dass sie selbst am Sonntag noch nicht ganz trocken waren.
Bevor wir in irgendwelche Läden gingen hatten wir beschlossen erst einmal einen Crepe zu essen. Mein erster Eierkuchen in Japan!!! Und das mit der unbekanntesten Kombination… denn ich hatte mich im Endeffekt für einen Käsekuchen-Vanilleeiskreme-Karamellsaucen-Crepe entschieden. Ja, er hatte wirklich ein Stück Käsekuchen drin! Und er war einfach so unglaublich lecker, dass ich am liebsten gleich noch einen zweiten gegessen hätte. Wir schlenderten durch die Einkaufsstraße, der Takeshitastraße und schauten Mal hier und Mal da in ein Geschäft. 
Errungenschaft 1
Durch puren Zufall fand ich dann sogar etwas, was ich schon seit der Willkommensfeier gesucht hatte. Ich weiß nicht wie die Dinger heißen, aber für mich sieht es aus wie ein Schnürsenkel mit Anhänger, den man sich um den Hals hängt und statt einer Krawatte trägt. Mariko hatte damals so etwas getragen und ich war total begeistert von diesen Dingern. Nur leider waren sie wirklich schwer zu finden und das obwohl sie im Moment Mode waren. Da Jenny einen Wintermantel für sich suchte gingen wir zu Zara. Nach Zara wollte ich unbedingt in H&M und musste feststellen, dass sie ein T-Shirt hatten, welches mir so unglaublich gut gefiel, dass ich nicht daran vorbeigehen konnte. 






Errungenschaft 2
Aber wer kann bei einem solchen T-Shirt von Chip und Chap auch schon vorbeigehen? In dem gleichen Laden fand ich dann sogar auch noch einen Wintermantel für 35€ der sogar richtig gut aussah. Ich merkte ihn mir und machte mir in meinem Kopf eine Notiz, dass ich das meinen Eltern erzählen musste, so brauchten sie nicht den Wintermantel aus Deutschland zu schicken. Unser Einkaufen dauerte noch eine ganze Weile an, doch nach ein paar Stunden hatten Jenny und Ashley Hunger und so gingen wir zum berühmtesten Nudelsuppenrestaurant in diesem Stadtvierte. Aufgrund dieser Beliebtheit war es unglaublich voll und wir mussten bestimmt 15 Minuten warten, bevor wir einen Platz bekamen. Da ich noch satt von meinem Crepe war, aß ich nichts und lauschte der Musik, die entweder aus Disney Liedern oder aus Liedern des Studio Ghibli bestanden. Für mich also ein wunderbarer Musikgeschmack. :)


Nicole Gebbugeschenk ^^
Nach dem Essen bummelten wir noch eine Weile weiter und ich stieß auf eine altenglische Hose mit alten Hosenträgern, die noch mit Knöpfen befestigt werden mussten, doch leider war die Hose viel zu groß und so musste ich sie wieder hinhängen. Aber zum Glück war das ja die aktuelle Mode hier in Japan, das heißt ich würde wo anders bestimmt noch eine Hose für mich in dieser Aufmachung finden. Und wenn nicht dieses Jahr, dann nächstes Jahr.
Bevor wir uns allmählich auf den Heimweg machten kauften wir noch schnell ein kleines Geschenk für Nicole, da die genau an diesem Sonntag Geburtstag hatte. So konnten wir ihr am Montag unauffällig das Geschenk überreichen und sie ganz doll drücken.





Unser Abendessen nahmen wir kurzer Hand bei Mc Donalds ein. Denn dort gab es gerade ein Angebot, dass der Big Mac nur 2€ kostete. So gönnte ich mir zum Abschluss dieses laufreichen Tages zu dem Bic Mac noch eine Schokoecke.
Gesättigt und nach einem netten Plausch fuhr ich dann gemeinsam mit Ashley nach Ikebukoro, wo sich unsere Wege trennten, da Ashley noch weiterfahren musste. Ich stieg in die nächste Bahn und kam gerade rechtzeitig zum Video-Chat mit meinen Eltern im Wohnheim an. Zu meiner Überraschung war sogar Oma da. Und mein Lumpi, doch der wollte lieber auf die Tatsache aufmerksam machen, dass er ja eigentlich Hunger hatte. Während des Video-chats merkte ich, dass es mir tatsächlich nicht allzu gut ging und auch meine Stimme war ziemlich angekratzt. Deshalb hörten wir nach 2 ½ Stunden auf zu telefonieren, damit ich noch etwas meine geliebten Kanji lernen konnte. Gegen 1 schaffte ich es dann schließlich ins Bett und hoffte, dass ich schnell einschlafen würde.
Eingeschlafen war ich tatsächlich sehr schnell, aber ich ahnte zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass ich jede Stunde aufwachen würde um festzustellen, dass die Party am Freitag mit den Rest gegeben hatte. Beziehungsweise der Regen…

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