Es regnet, es regnet und Tokyo wird nass… (05.10.2011)
Andrea sei Dank stand ich tatsächlich wieder ein Mal 5 Uhr auf, räumte mein Zeug zusammen und ging ins Bad. Nach einer langen Dusche ging es dann an das ebenso lange Haare föhnen! Ausgeruht ging ich in mein Zimmer und legte mich noch Mal hin. Das jedoch stallte sich als großer Fehler heraus!!! Denn immerhin war es im Bett schön warm und der Schlaf holte einen schneller ein, als man wollte. Und so stand ich 7 Uhr auf, schnappte meine Sachen und wuselte schnell runter in den Speisesaal.
Seit Mitte der Nacht hatte es angefangen zu regnen, was zur Folge hatte, dass die Temperaturen sehr nach unten gegangen sind. Leider müssen sie dabei jedoch gestolpert sein, denn das hatte nichts mit allmählich sinkend zu tun, sondern es war gleich richtig kalt! 16°C oder so! Da brauchte man definitiv eine Jacke! Und einen Schirm… aber zum Glück hatte ich ja einen gekauft. :)
Im Speisesaal angekommen saß Andrea schon da und stocherte in ihrem Essen rum. Ich war also nicht die Einzige die müde war. xD
Zum Frühstück gab es Toast mit Marmelade und Schokolade, eingelegte Sojasprossen, ein frittiertes Bohnen-Schrimps-Teig-Ding und Hähnchencurry. Da es wieder Orangensaft gab, ließen alle anderen den Tee, dessen Name nicht genannt werden darf, links liegen und gossen sich stattdessen lieber Orangensaft ein. Ich nutzte die Gunst der Stunde und nahm mir gleich noch einen schwarzen Tee.
Mittlerweile hat sich mein Kör0per total dran gewöhnt, dass es morgens kein Nutella-Brötchen mehr gibt und das stattdessen auch Herzhaft auf dem Plan stand.
Da die Anderen schon ab der ersten Stunde Unterricht hatten, mussten sie sich ziemlich beeilen, um den Bus zu bekommen. Ich hingegen hatte Zeit und schaute immer Mal aus dem Fenster, doch das Wetter wollte einfach nicht besser werden.
| Schau Mal wie es tropft... |
Auf meinem Zimmer angekommen widmete ich mich erst Mal wieder den Kanji, die wir zur nächsten Stunde lernen mussten, an. Es waren wirklich mehr als bei den letzten Malen und deshalb reichte es nicht sich nur 5 Minuten vorher hinzusetzen. :(
Ich hatte mir überlegt den Bus auszuprobieren, immerhin hatte ich nur Geschichtsunterricht und somit keine Tests, bei denen ich zur Not zu spät kommen könnte. Also hatte ich nun bis 11.50 Uhr Zeit, da der Bus 12 Uhr zur Uni fuhr. Und bei diesem Wetter konnte man doch nichts Bequemeres haben, als einen Bus der einen bis vor die Eingangstür fuhr. ;) Ich nutzte die Zeit und lerne weiter Kanji. Ich war gespannt auf die heutige Geschichtsstunde, da ich ja mein erstes Reaktionspapier abgeschickt hatte und noch nie so etwas geschrieben hatte. Demnach war ich wirklich sehr gespannt auf meine Note. Immerhin will man ja doch gute Noten kriegen. ^^
11.50 Uhr ging es dann auf zum Fahrstuhl und ich musste feststellen, dass Faulheit manchmal doch besiegt werden musste. Nachdem ich 3 Minuten auf den Fahrstuhl warten musste, weil von den oberen Stockwerken immer welche hin und her fuhren und sich dann auch noch unterhielten, nahm ich dann einfach die Treppen nach unten, schlüpfte schnell in meine Schuhe und rannte schnell zum Bus. Ich finde es immer wieder schön, wie der Busfahrer bei ausländischen Studenten immer versucht ein „Guten Morgen“ auf Englisch herauszubringen. Auf der Busfahrt schrieb ich einige Mails, las mir die Kanji noch Mal durch und endete letzten Endes doch damit, dass ich aus dem Fenster schaute und mir die Gegend ansah, an der wir so vorbeikamen. Es gab wieder einmal viele Orte, an denen ich mir sagte, dass ich die wirklich Zugern Mal sehen würde.
An der Uni angekommen wurden wir tatsächlich genau vor der Tür rausgelassen. Da der Uni-Laden gleich um die Ecke war ging ich mir dort einen Milchkaffee und ein Schokoladenzopf kaufen und musste mich dort erst mal durch die Menschenmassen kämpfen, die sich alle im Laden aufhielten. Immerhin war große Pause und deshalb wollten sich viele etwas kaufen. Da es regnete fand man überall in den Gängen die Studenten, die ebenfalls nicht wusste, wo sie denn nun hingehen wollten.
Ich ging also in das Geschichtszimmer, riss die Tür auf und machte sie sofort wieder zu. Ein paar Jungs saßen im Zimmer und sahen aus, als ob sie eine wichtige Besprechung hätten.
…Naja erst mal aufs Klo und dann sind die vielleicht auch schon aus dem Zimmer verschwunden. Von weitem sah ich, dass Jenny das gleiche Problem hatte wie ich, denn auch sie schloss die Tür gleich wieder. Gemeinsam wagten wir uns dann doch in das Zimmer und wenige Sekunden später brachen die Jungs auch schon auf… man hat wirklich keinen guten Einfluss auf sie. Einer von ihnen war dann doch noch so mutig und fragte uns, wo wir denn herkamen. Als er die Antwort gehört hatte verließ auch er schnell das Zimmer. Kurze Zeit später kam dann der Geschichtslehrer und wir unterhielten uns mit ihm über unsere Universitäten und über die Reaktionspapiere. Ich sollte wirklich anfangen mir besser zu merken wo Leute eigentlich herkamen. Er kam ja gar nicht aus Amerika oder England, er kam aus Kanada!
Dadurch dass es nur die Diskussionsstunde zu den Texten war, war sie wirklich interessant, doch nach 90 Minuten ohne Frischluft und sogar angeschalteter Klimaanlage war ich dann doch froh, als wir den Bus zurück nahmen und ich endlich einen Sitzplatz hatte. Die niemand neben mir sitzen wollte konnte ich mich breit machen und die Kanji wiederholen. Entgegen meiner Vermutung blieb ich wach und schaute mehr aus dem Fenster als auf mein Blatt Papier.
| die Verrückten!!! |
Im Wohnheim angekommen ging es dann wieder ans Lernen und nur nebenbei wurde dann Mal das Internet angeschaltet. Und nein ich habe mich brav von Pottermore ferngehalten, immerhin waren die Kanji wirklich wichtiger! Das Lernen wurde durch das Abendessen unterbrochen, was natürlich immer wichtiger war als Kanji! ^^ Auffallend war, dass die Mannschaften trotz des strömenden Regens draußen auf dem Feld standen und genauso lange trainierten, wie sonst auch immer. Wenn ich das nächste Mal meinen Hut aufhabe, ziehe ich den wirklich vor denen!!!
Es gab Fisch mit Senfsoße und Pilzen und Möhren als Beilage. Dazu gab es einen Bohnen-Wurst-Salat und eine Banane! OBST!!! Und wenn es nur eine Banane war, aber immerhin war es Obst. Wie immer gab es natürlich auch Reis, Miso-Suppe und Tee! Das Essen hielt ich durch die Kanji so knapp wie möglich und machte mich dann allmählich wieder auf den Weg in mein Zimmer. Dort ging es dann gleich wieder ans Wiederholen…
Nachdem ich dann genug von Ärzten und Krankenhäusern hatte, nahm ich mir kurzer Hand mein Harry Potter Buch und begann die erste Seite zu lesen. 1 ½ Seiten später bemerkte ich, dass ich allmählich Skype anschalten musste, da ich heute mit Akio reden wollte!^^ Es ist wirklich schwierig bei dem Zeitunterschied und Unternehmungsdrang wirklich einen Tag zu finden, wann man miteinander telefonieren kann. Doch nun hatte es endlich Mal wieder geklappt. :) Und wie immer war es sehr, sehr lustig. Über 2,5 Stunden hatten wir geredet, bis uns auffiel, dass es bei mir kurz vor 23.45 Uhr war und ich die Kanji noch Mal wiederholen wollte. Leider verging die Zeit aber auch immer viel zu schnell! Wir machten uns den nächsten Termin aus und dann setzte ich mich noch Mal an den Schreibtisch. Gegen halb 1 fand ich dann schließlich den Weg in mein Bett und schlief sehr schnell ein.
Von Kanji-Tests und Geografie-Tets II (06.10.2011)
Mein Wecker klingelte zwar, doch ich war irgendwie nicht gewillt dem nachzugeben… das führte letzten Endes jedoch dazu, dass ich erst 10 Minuten vor 7 aufgestanden bin und keine Zeit hatte irgendetwas zu machen. Ich ging also erst Mal Essen und dann würde ich weitersehen! XD
Da es Stunden zu dauern schien, bis der Lift da war, nahm ich die Treppe und ging noch etwas verschlafen in den Speisesaal.
Es gab wieder einmal Ei und Schinken mit Salat. Da das Tomatendressing alle war, musste ich auf italienisches Dressing ausweichen, was aber genauso gut war, wie das Tomatendressing. Zusätzlich gab es noch einen Salat, den ich immer noch nicht identifiziert habe… ich hab mir zwar den Namen jetzt schon so oft sagen lassen, aber gemerkt habe ich ihn mir nie! Da die Bananen nicht alle geworden waren am Vorabend konnten wir uns noch eine wegnehmen. :) Dazu wie üblich Miso-Suppe und Reis, diesmal nicht nur mit Furikake, sondern auch mit Noriblättern. (Ihr wisst schon, diese Seetangblätter!^^)
Ich hatte ja wieder Mal erst ab der zweiten Stunde, das heißt ich brauchte keinen Stress machen und in Ruhe mein Frühstück genießen. Es reichte, wenn ich den Bus 9.15 Uhr zum Bahnhof nehmen würde. Ich unterhielt mich wieder mit den chinesischen und koreanischen Austauschstudenten und danach wuselte ich auf mein Zimmer, um erst Mal alles zusammenzupacken! Danach wurden in Ruhe die Kanji noch einmal geübt und schnell im Internet nach Neuigkeiten geschaut.
9.15 Uhr saß ich dann im Bus, nachdem ich wieder die Treppen nehmen musste, da sich ein paar Jungs aus dem Wohnheim unbedingt in einer Etage noch länger unterhalten mussten. Das Blöde dabei war, dass einer im Fahrstuhl war und der Andere davor. Deshalb nahm ich kurzer Hand die Treppe und schaffte es noch pünktlich zum Bus. Die Bahn war ziemlich leer, aber einen Sitzplatz bekam ich trotzdem nicht mehr, also hieß es stehen bis nach Ikebukoro. Da ich den Semi-Express genommen hatte, der nur an 3 Haltestellen hielt, dauerte es nur knapp 15-20 Minuten nach Ikebukoro. Auch in Ikebukoro erwischte ich den passenden Zug nach Ekoda und war viel zu früh am Bahnhof und demnach auch in der Universität. Die Gunst der Stunde, die im wahrsten Sinne des Wortes noch stattfand, nutzte ich gleich und kaufte mir etwas zum Mittag, damit ich neben meiner Banane noch etwas hatte. Eigentlich sollte es ja nur mein üblicher Kaffee sein, doch da die Süßigkeiten wieder einmal stärker waren, siegte die Apfeltasche doch. Es war kein leichter Kampf gewesen und ich kann ihren Sieg vollends nachvollziehen!
Dann ging es auf zur ersten Stunde…Japanisch! Kanji-Test! Und jeder hatte die Hausaufgabe, die wir aufhatten anders verstanden. Der Eine sagte, wir sollten die Fragen vom Text beantworten, der andere hingegen meinte, wir sollten ihn nur lesen können. Ich gehörte zur zweiten Kategorie und musste einsehen, dass es nur die halbe Miete war. Wir sollten nämlich doch noch die Fragen beantworten.
Gleich am Anfang der Stunde gab es unsere anderen Kanji-Tests wieder und ich hatte einen Blumentopf gewonnen!^^ Nur 1 kleiner Schussel Fehler, ansonsten alles richtig! Na wer da keinen Kübel verdient hat… xD
Doch gleich danach händigte sie uns den nächsten Test aus und wir mussten feststellen, dass sie die ersten Sätze komplett verändert hatte! Na wunderbar…wie sollten wir diese schwierigen Kanji denn wissen, wenn wir sie noch nicht einmal lernen mussten? Ich sagte innerlich dem nächsten Blumentopf Lebewohl und füllte alles so schnell aus, wie ich nur konnte.
Nach dem Test schauten wir uns ein sehr, sehr schönes Video über Kyoto an, bei dem alle beschlossen dahin fahren zu wollen. Entweder zum ersten Mal, oder halt zum zweiten Mal! Es war unglaublich toll und es weckte genau das, was man damit erreichen wollte – Fernweh.
Wenn es nach uns gegangen wäre, hätten wir uns gleich in den nächsten Zug nach Kyoto gesetzt, doch das liebe Geld und die Uni machten daraus einen Reinfall. Aber in den Ferien steht Kyoto definitiv mit auf meinem Reiseplan!!!
Die Pausenklingel holte uns zurück aus unseren Träumereien und schnell verließen wir das Zimmer, sodass Sudo-Sensei nicht noch einmal nach den Hausaufgaben fragen konnte. Da die nächste Stunde ausfiel und wir erst nächsten Donnerstag wieder Unterricht haben sollten hatte sie uns eine ganz schön lange Liste an Kanji auf den Weg gegeben! Nichts von wegen ausruhen und ein schönes Wochenende machen! Aber bevor man sich weiter über die vielen Kanji aufregen konnte, mussten wir erst einmal etwas essen. Für so etwas braucht man ja immerhin viel Energie. xD Jenny kaufte sich ein leckeres Obentou und ich widmete mich voller Vorfreude meinem Schokoladenstückchen-Melonenbrot und meinem Milchkaffee! Wie üblich erlebten wir wieder die kuriosesten Dinge auf dem Uni-Gelände. Wir hatten uns auf eine Bank in der Sonne gesetzt und alle Studenten die an uns vorbeiliefen quietschten, oder liefen extra langsamer, um die Gaijin beim Essen zuzusehen. Wahnsinnig spannendes Erlebnis wie es scheint! Sollte ich vielleicht demnächst auch Mal ausprobieren.
Nach der Pause ging es auf zu Kultur, wo wir erst einmal unseren Test wiederbekamen. Und man glaubt es kaum, zum Blumentopf gab es sogar noch einmal volle Punktzahl in Kultur!^^
Für nächste Woche hieß es dann alles Mögliche wiederholen und dann noch Mal durchlesen was wir denn so im Unterricht hatten, denn es ging mit den ersten Fragen los! Vorbei war die Zeit des stupiden auswendig Lernens! Da Kultur meistens interessant ist und es dieses Mal darum ging, wie die verschiedenen Gruppen aufgebaut sind, in denen sich die Japaner sehen, war es wirklich sehr spannend. Immerhin wusste man so definitiv, was man dran hatte, so brauchte man es sich für den Test nicht erst anlesen. Sehr praktisch.
Nach der Stunde ging es auf in den Fitnessraum zum Trainieren. Diesmal wagte ich mich an die schwereren Gewichte heran und merkte schon auf den Maschinen, dass es einen stärkeren Muskelkater geben würde, als zuvor. Und ich sollte Recht behalten…
90 Minuten Strampeln und Gewichte heben später ging es dann unter die wohltuende Dusche und nach etwas verschnaufen ging es dann auch schon nach Hause zurück. Zu Hause angekommen sortierte ich dann erst Mal die verschiedenen Ordner und Unterlagen und da ich gerade so schön im Sortieren war, nahm ich mir vor, nach dem Essen auch noch meine unsortierten drei Fragezeichen Folgen auf dem Computer zu sortieren.
Zum Abendessen fand sich die ganze Bagage wieder ein und wir ließen uns überraschen, was es dieses Mal so feines gab. Neben einer Tofu-Hackfleisch-Currysoßen-Schüssel gab es einen Kohlsalat und Frühlingsrollen, die wirklich unglaublich lecker waren! Dazu gab es einen kleinen Blattsalat und wie üblich Miso-Suppe und Reis.
Voller Vorfreude auf einen freien Abend ohne lernen ging es dann wieder auf mein Zimmer und da die anderen nicht mit mir Filme anschauen wollten, beließ ich es dabei und widmete mich meinen drei Fragezeichen. Das dauerte etwas länger als ich gedacht hatte und war danach dann so müde, dass ich einfach in die Waagerechte fiel und die Augen schloss, nachdem ich meinen Computer auf den Schreibtisch gestellt hatte.
...Fortsetzung folgt...
XD
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