Sunday, 2 October 2011

Ein Zoobesuch der etwas anderen Art… (Nachtrag vom 30.09.2011)


Oder: Wie ging die eigene Nationalhymne gleich noch Mal? 

kleine Flaschensammlung...die Faulheit siegt! XD
Es war Freitag und ich hatte frei… was natürlich nicht hieß, dass man ausschlafen kann. Immerhin gibt es ja 7 Uhr Frühstück und dann schreit die Uni ja förmlich danach, dass man sich mit ihr auseinandersetzt! Immerhin verhieß die nächste Woche nichts Gutes! Außer man war Lehrer an der Musashi-Universität und Mitglied im Verein der Dozenten, deren Hobby es ist Studenten mit Hausaufgaben zu vergraulen…
Hier ein kleiner Überblick meiner nächsten Woche…zumindest was das Schuften anbelangt! XD



Montag:
-          Stichpunkzettel für die Poster Präsentation
-          Japanisch Hausaufgaben
-          Japanisch Kanji-Test
Dienstag:
-          Geografie-Test über sämtliche Präfekturen und Regionen Japans…
Mittwoch:
-          Abgabe des Reaktionspapieres, wozu man vorher 40 Seiten Text lesen muss bis spätestens 4 oder 5 Uhr morgens
Donnerstag:
-          Nächste Japanisch-Hausaufgabe
-          Nächster Kanji-Test

Deshalb hieß es 7 Uhr frühstücken und dann ab an den Schreibtisch.
Der Morgen versprach nichts Gutes! Erst vergaß ich meine Speicherkarte im Computer und konnte mit meiner Kamera kein Foto vom Frühstück machen und als ich aufs Handy ausweichen wollte, war der Akku leer. Macht ja nichts, dachte ich und nahm mir Andreas Handy. Doch da die Funktion der Bilder Speicherns bei diesen Handys anders ist, als bei meinem hatte ich zwar brav ein Foto gemacht, aber nicht auf Speichern gedrückt, da mein deutsches Handy das automatisch macht…
Aber in einigen Einträgen vorher findet ihr ein ähnliches Bild davon. Denn es gab wieder diese kleinen leckeren Brötchen, die wie Einback oder Kuchenbrötchen schmecken und dazu wieder Blaubeermarmelade und Schokolade. Reis und Miso-Suppe wurden ebenfalls gereicht und dieses Mal verzichtete freiwillig jeder auf den Tee, dessen Name nicht genannt werden darf, denn es gab Orangensaft. ^^ OK, mit dem Orangensaft von Deutschland ist es nicht zu vergleichen, da es hier keinen 100%igen Orangen- und Apfelsaft gibt, sondern nur mit 30% oder so. Es schmeckte nach süßer Orange, aber immerhin war es Mal ein anderer Geschmack. Obwohl ich auch nichts gegen den Tee dessen Name nicht genannt werden darf, habe! XD
Nach dem Frühstück ging es dann wie geplant aufs Zimmer, während die anderen zum Bus wuselten. Der Einzige der den Bus nicht bekam war Alex, da der wieder hemmungslos verschlafen hatte. Als er sich gerade noch Mal im Bett rumdrehte hörte er den Bus abfahren. xD
Ich hatte bis 2 Uhr Zeit, da ich noch meine Alien Registration Card abholen wollte. Das ist sozusagen unser Ausweis hier für das Jahr und somit brauchen wir mit dieser Karte nicht mehr unseren Reisepass ständig mit uns rumschleppen. Was natürlich viel praktischer ist. Da wir die ab heute abholten durften, wollte ich das gleich mit erledigen. Und da 16.30 Uhr die Willkommens-Feier der Uni anfangen sollte, musste ich ja zeigen, dass die Deutschen pünktlich sind.
Nach und nach strich die die verschiedenen Punkte von meiner Liste. Unter anderem schrieb ich die neuen Kanji ab, bereitete die wunderbarte Karte von Japan für den nächsten Test vor und ab und zu widmete ich mich für einige Minuten meinen Studien in Zaubersprüchen und Zaubertränke… das muss ja immerhin auch gelernt werden. Und siehe da, ich hab die Genehmigung zum Duellieren bekommen und darf mich jetzt an neuen Zaubertränken versuchen, da mein erster endlich Mal geklappt hat. ^^
Wie man sieht, war dieser Vormittag nun wirklich nicht der Ereignisreichste.
das Bürgeramt in Asaka ^^
Gegen 2 Uhr machte ich mich dann mit Andrea, die nach ihrem Japanisch Unterricht doch nach Hause gefahren war auf den Weg zum Bürgeramt, welches praktischerweise auf dem halben Weg zum Bahnhof Asaka lag. Ich hatte mir das Abholen viel schwerer vorgestellt, als es eigentlich war. Denn immerhin hatten wir beim letzten Mal über 1 Stunde gesessen, um unsere Papiere mitnehmen zu können, doch dieses Mal dauerte das Ganze nur 5 Minuten. 





jetzt bin ich offiziell ein Alien! XD
Mit ausreichend Zeit im petto schlenderten wir zum Bahnhof und machten einen Abstecher in den dortigen Supermarkt. Da ich nichts zum Mittag gegessen hatte und es nun schon 14.30 Uhr war kaufte ich mir Erdbeermochi im Family Mart. Eigentlich waren es keine wirklichen Mochi, auch wenn Mochi draufstand, es war eher wie ein kleiner Kuchen mit Erdbeerpuddingfüllung. Und sie waren unglaublich lecker! Die 3 Stück, die in der Packung waren reichten aus, um meinen Hunger zu dämpfen. 



Erdbeermochi *-*
Immerhin sollte es auf der Willkommens-Feier ja Häppchen und Snacks geben! Da brauchte ich ja vorher nicht so viel Essen. Auf dem Bahnsteig trafen wir dann Alex, der ebenfalls in die Uni wollte und so fuhren wir gemeinsam nach Ikebukoro und kämpften uns dann zum Bahnsteig nach Ekoda durch.
Das Wetter war schöner geworden, als es der Wetterbericht angesagt hatte und so hatten wir statt milden 21°C mit Wolken, 30°C und Dauersonne. Hätte ich doch nur meine Wäsche heute schon gewaschen! >.<‘‘‘ Die wäre von alleine trocken geworden!
Da das Wetter so schön war, warteten wir draußen auf dem Campus darauf, dass die Zeit verging. Aufgrund der Willkommens-Feier hatte sich jeder etwas Hübsches angezogen und ich hatte mich dann für das Top entschieden, was ich zu Omas Geburtstagsfeier getragen hatte. Ich ahnte nicht, dass ich so viel Aufmerksamkeit damit auf mich ziehen würde…
der gut gefüllte Zoo...
Zum ersten Mal begegneten wir dem Dekan der Uni und durften ihm sogar so richtig feierlich die Hand schütteln. Peinlicherweise fehlten jedoch mindestens 5 Leute, die sich verspäteten und in dem Moment waren wir alle froh, dass wir Mädels aus Deutschland wenigstens alle anwesend waren. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Dekan, den Stellvertreter und den Leitern des Austauschprogrammes gab es von Seitens Brian, der einer der Leiter des Programmes ist, den wohl längsten Kampai-Toast überhaupt, wie er es nannte. xD (Kampai bedeutet nichts anderes, als Prost) Wir stießen an auf ein wundervolles Jahr und im Glas befand sich entweder Orangensaft, Apfelsaft, der Tee dessen Name nicht genannt werden darf, oder alkoholfreies japanisches Dosenbier. Kaum war der Toast ausgesprochen stürzten sich alle auf das Essen. Sophia und ich wollten uns gerade auf ein Stück Pizza stürzten, als auf dem Nichts eine Horde Japanerinnen auftauchte und mit uns reden wollte. Von da an, war an Essen nicht mehr zu denken, denn einmal angefangen mit reden, nimmt es kein Ende mehr. Der einen Gruppe folgte die Nächste und die Nächste und so ging das über 1 Stunde lang. Jedoch war ich froh, dass ich endlich Mal für etwas länger, als 3 Sätze Japanisch sprechen konnte. Als ich gerade in eines Gespräch mit 2 Japanerinnen vertieft war, die seit 4 Monaten Deutsch studieren, kam das Böse erwachen seitens der Leitung des Austauschprogrammes… singt doch Mal eure Nationalhymne, natürlich auf der Bühne und so laut, dass jeder im Saal es hören konnte… Allen Austauschstudenten schlief das Gesicht ein und reflexartig suchte man nach dem nächsten Ausgang. Ich entschloss mich dazu, mich hinter den beiden Japanerinnen zu verstecken, aber mein allzu genialer Plan hatte nicht funktioniert. Wir alle mussten ins kalte Wasser springen. Und gnädiger Weise bekamen wir nach langem Betteln auch einen Zettel auf dem die Hymne geschrieben stand. Zum Glück für uns…so konnten wir die paar Zeilen die uns fehlten wenigstens ablesen…
de deutschn Mädls...
Und so ging es los, über Amerika, Frankreich, Korea bis hin nach Deutschland. Da standen sie nun, die deutschen Mädels und sangen voller Inbrunst die deutsche Nationalhymne… nur schlecht, dass die Version, die die Uni eingespielt hatte nicht die normale Geschwindigkeit hatte, sondern langsamer war… wir sangen dann also unsere eigene Hymne in der Geschwindigkeit in der wir sie in Erinnerung hatten. Wir fühlten uns, wie die Nächste Mädchenband, denn wir wurden überflutet von Blitzlichtgewitter und überall hörte man das Klicken des Auslösers, auch wenn der Blitz ausgeschalten war. Schnell verließen wir die Bühne und schon waren Korea, Australien und England an der Reihe. Wobei Steven aus Australien das meiste Mitleid abbekam, denn er war der Einzige. So gesellten sich noch einige Australien Liebhaber oder Austauschstudenten die ebenfalls in Australien waren hinzu und nun waren sie die fantastischen 4!
Grüppchenfoto! <3
Nach den Nationalhymnen hatten wir noch ungefähr 15 Minuten Zeit um einige Telefonnummern auszutauschen und kaum war das erledigt wurden wir auch schon wieder aus dem Raum gescheucht. Schnell noch ein letztes Grüppchenfoto und dann ging es hinaus in den warmen letzten Septemberabend. Auch draußen war man von den Fragen der Japanerinnen nicht verschont, denn sie lauerten überall. ^^ Aber immerhin hab ich so meine Japanerin von der Posterptäsentation wiedergetroffen. Und ich hab von 2 sehr netten Japanerinnen die Handynummer und wir wollen uns jetzt öfter Mal zum Japanisch und Deutsch sprechen verabreden!^^
Alles in allem war ich zwar etwas überfordert mit der Situation und habe mich wie ein Tier im Zoo gefühlt, was alle anschauen oder antatschen möchten, aber im Grunde waren sie alle wirklich sehr lieb und ich hatte sehr viel Spaß. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie oft ich an diesem Abend gesagt habe, dass mein Top normalerweise eine traditionelle bayrische Kleidung ist, das meine Haar wirklich blond sind und nichtgefärbt, wie alle dachten und ich habe aufgehört zu zählen, als die Mädchen angefangen haben wegen mir zu kreischen, weil ich ja sooo süß aussehe und dazu auch noch so gut Japanisch spreche. ^^‘‘‘ Aber ich glaube das Skurrilste das mir an diesem Abend gesagt wurde ist, dass ich unglaublich gut rieche! xD Das wurde mir ja noch nie gesagt! Also Mama, bitte schick mir doch im Päckchen eine kleine Flasche Mexx mit, ja!^^
Manche von euch werden sich jetzt sicher Fragen, ob denn auch die Jungs so auf mich eingestürmt sind… aber diejenigen unter euch muss ich leider enttäuschen! xD Die waren so eingeschüchtert von ihren Übermütigen Kommilitoninnen, dass sie sich nicht getraut haben sich in die Menge der kreischenden Mädchen zu stellen. Aber es war schon lustig anzusehen, wie sie zielstrebig einen Schritt machten, um zu einem zu gelangen und dann eine Horde Mädchen ihnen den weg versperrte und sie schauten wie: „Ach Mist, die waren schneller!“
Wir warteten auf Alex und Sheila, denn eigentlich hatten wir vorgehabt an dem Abend noch das erste Musical von Harry Potter anzuschauen, doch als die beiden dann kamen, meinen sie sie gehen aus. Andrea erklärte mir dann, dass es in der Natur der Engländer liegt, ausgemachte Sachen nicht für fest anzusehen. Da ich dachte, dass Tabeta und Helen wenigstens da wären wuselten wir ins Wohnheim, doch auch die waren ausgegangen. Ich ärgerte mich, denn hätte ich das gewusst, dann wäre ich doch auch mit den Japanern losgezogen und wir hätten uns in eine Karaoke-Bar gesetzt und gesungen, oder wären in irgendein Restaurant gegangen. Aber naja, so waren wir nun im Wohnheim und aßen unser Abendbrot.
yammi yammi Essen!!!
Das entschädigte allerdings so einiges!^^ Denn es gab unglaublich tolles Curry und dazu einen Salat mit Sashimi und Tomatendressing. Als Nachtisch gab es sogar Zitronengelee. Und ich glaube ich muss es eigentlich nicht erwähnen, aber es war unglaublich lecker!!! xD
Nach dem Essen kam Andrea dann noch zum Film schauen und so genossen wir einen netten Abend bei Sherlock Holmes und John Watson!^^ 

Euer Risu

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