…ist
wirklich ganz nett… aber ein Montag…??? oder: Die Leiden der jungen M. 2.0
29.03-2016
– Maskenzeit
Schon
Mal an einem Montag aufgewacht und du konntest dich kaum bewegen? Genauso ging
es mir an dem Montag! Scheinbar hatte ich es zum einen mit meinem
Fahrradtraining etwas übertrieben, zum anderen hatte mich eine Erkältung (ob
neu oder alt, kann ich nicht sagen) so niedergestreckt, dass ich einfach nur
schlafen wollte. Das tat ich dann auch die meiste Zeit.
| Kleiner Mann ganz groß |
Aber auch eine
Erkältung konnte mich nicht davon abhalten den Kindern bei ihrem Spaziergang
zuzuschauen und auch wenn ich mich miserabel fühlte, so war ich froh, dass ich
die Kleinen auf dem Fenster zu beobachten. Heute hatten wir einen kleinen
Jungen, der unbedingt den Wagen schieben wollte, in dem er eigentlich ebenfalls
drin stehen sollte. Und als ihn die Erzieherin in eben diesen setzte fing er an
zu weinen und bockte so lange, bis die Erzieherin ihn wieder heraushob und auf
den Boden stellte. Er drehte sich zielstrebig um und begann sofort den Wagen
anzuschieben, in dem seine Spielgefährten
standen und sich umschauten und genauso schnell, wie er den Wagen
schieben wollte, hatte er auch aufgehört zu weinen! Nachdem auch die anderen
Gruppen quirlig den Kindergarten verlassen hatten überprüfte ich noch schnell
meine Mails und stellte fest, dass ich noch am selben Tag ins Büro für die
Austauschstudenten musste, um meinen neuen Studentenausweis, der nun endlich
das richtige Datum trägt, abholen sollte. Aber erst einmal hieß es weiterschlafen!
Irgendwann stand ich dann auf und machte mich mit dem Fahrrad auf den Weg in
die Uni.
01.03.2016
– Der Gesundheit zu Liebe…
…darf
man auch Mal Busfahren. :)
Die
Sonne scheint, die Vögel singen und Kinder rufen nach ihren Freunden. Wie kann
man schöner geweckt werden?! Mit Unterbrechungen habe ich bis 11 Uhr
geschlafen, bevor ich mich aus dem Bett quälte, meine Dokumente für das
Wohnheim noch einmal durchging, welche ich an dem Tag abgeben musste und bevor
ich mich auf den Weg zum nächsten Konbini machte, um die erste Seite meines
Bankbuches zu kopieren musste ich erst einmal meine tolle Wäschestange anbringen,
um meine Bettdecke zu lüften. Davon abgesehen, dass alles zugehängt war, war es
doch ein gutes Zeichen, immer hin heißt es ja man soll seine Erkältung
rausschwitzen! So konnte ich wenigstens gleich die Wäschestange ausprobieren
und ich muss sagen, sie ist wunderbar! Einfach zwischen die Wände halten,
herausdrehen bis es nicht mehr geht, vorsichtshalber noch 1,2 Umdrehungen
probieren und fertig. Die Gelegenheit nutzte ich gleich und ging erst einmal
duschen. Wärme soll ja bekanntlich auch helfen. Und zur Beruhigung Mama: Ja,
ich habe meine Haar geföhnt, bis sie wahrscheinlich furztrocken waren und aussahen
wie Stroh.
| Frühstück. |
Und damit ich nicht gleich nach dem Haare Föhnen auf die Straße
ging, suchte ich mir einen Platz auf dem Bett und aß ein sehr gesundes Frühstück:
einen kleinen Salat, einen Kirschblütenjoghurt und ein Pfirsich Gelee. Danach
ging es auch schon los. Erst die Dokumente kopieren, dann ein Plätzchen zum
aufkleben finden und dann ab in die Wohnheims Verwaltung. Dort gab es erst
einmal Probleme mit meinem Briefumschlag, da der schon die Daten für März
draufstehen hatte, aber das klärte sich schnell und in nur wenigen Minuten war
alles abgehakt und geklärt und dann konnte ich wieder gehen. Dann ging es noch
einmal schnell in den Konbini Geld abheben und dann stellte ich mich an die
Bushaltestelle. Da meine Erkältung zwar etwas besser war, als am Tag zuvor
hatte ich beschlossen mit dem Bus in die Stadt zu fahren, um Medizin zu kaufen.
Außerdem sollten in den kommenden Nächsten Minusgrade werden und da ich ja
Heizzeiten habe, wollte ich noch nach einer Decke und einem warmen Matratzenbezug
schauen. Der Bus kam auch sofort und dieses Mal klappte alles reibungslos. Ich
hatte sogar passend schon mein Geld zum Einwerfen parat. Beruhigend stellte ich
fest, dass ich nicht die Einzige war, die eine Maske trug und so hüstelte und
schniefte ich gedämpft vor mich hin und wartete auf ein ruhiges Flecken, wo man
ungestört zu einem Taschentuch greifen konnte!
| meine neuen Kurzzeit-Begleiter |
Zuerst ging es in den
Drogeriemarkt, wo ich mich auch gleich Mal wegen wärmenden Salben für Nacken-
und Schulterschmerzen beraten ließ. Ergebnis: Es gibt keine wärmende Salbe für
Muskelverspannungen hier! Da ist überall Menthol drin und das muss so sein,
damit die Schwellung abheilen kann…so wurde es mir erzählt…ich schwör. xD
Wahrscheinlich müssen die Muskeln vom Menthol erst schockgefrostet werden,
damit sie abheilen. Faszinierenderweise gibt es neben den ganzen kühlenden
Cremes, Gel Tuben, etc. auch Wärmepflaster… Also entweder du cremst deine
Schultern erst ein, damit sie schockfrosten und dann hilft dir das
Wärmepflaster, deine Muskeln wieder aufzutauen, oder du lässt sie mit Wärme erst
entspannen, um sie danach Schock zu frosten, damit sie sich nicht mehr bewegen
können…ich habe keine Ahnung.
So beließ ich es bei meiner Medizin und meinen
Halstabletten und marschierte weiter zum 100Y-Shop, wo ich mir noch eine kleine
Teekanne holen wollte. So arbeitete ich gleich noch meine „Liste“ ab und kaufte
einen Regenschirm und noch 2 Boxen zum Verstauen. Da sich der Regenschirm auf
dem Fahrrad so ungünstig machte, konnte ich diese Gelegenheit gleich nutzen,
immer hin wurde ich ja nach Hause chauffiert. ;)
| Bildunterschrift hinzufügen |
Als das erledigt war, ging ich
nach der Decke und dem Matratzenüberzug schauen und fand beides sogar sehr
günstig. Und jeder, der das Foto ansieht wird wissen, warum ich diese Decke (das
graue Päckchen mit den Ohren…) mitgenommen habe. Zu guter Letzt ging es dann noch
in den Supermarkt einkaufen, wo die Bananen im Angebot waren. Wie im Westen!
Und damit meine Erkältung schnell weg geht und mein Hals nicht mit
irgendwelchen Sperrigen Nahrungsmitteln kämpfen muss hab es noch eine
Maissuppe, ein Onigiri und fürs Frühstück ein Pfirsich Gelee. Danach ging es
wieder zur Busstation und ab nach Hause. Daheim angekommen fotografierte ich
alles, richtete mein Bett wieder her und schnappte mir meinen Topf.
| Abendessen. :) |
Neben Suppe
und Ingwertee mit Honig gab es dann auch noch ein paar Vitamine (hübsch
platziert auf der neuen Decke ;) ) Nach dem Abendessen ging es dann noch einmal
an die frische Luft. Ich wollte unbedingt das Gemeinschaftsbad ausprobieren,
von dem Yuiko mir erzählt hatte und welches nur ein paar Minuten vom Wohnheim
entfernt lag, auch wenn ich am Morgen schon duschen war. Aber wer sagt schon zu
einem warmen Bad nein?! Ich packte also meine Handtücher und sämtliches
Duschzeug zusammen und machte mich auf den Weg. Leider hatte zwar das große Bad
geschlossen, aber dafür durfte man kostenlos die Einzelkabinen nutzen, welche
aus einer kleinen Umkleidekabine, einem Duschbereich und einer Badewanne
bestanden. Ich freute mich darüber, dass ich 180Yen gespart hatte und freute
mich riesig auf die Badewanne. Schnell abduschen und dann hinein in das kleine
Quadrat an Badewanne und entspannen! Das Einlassen des Wassers dauerte
wahrscheinlich länger, als alles andere, aber ich nutzte meine Chance und
genoss die Wärme. Dick eingemummelt ging es dann wieder zurück ins Wohnheim, wo
es ohne Umwege weiter ins Bett ging, wo ich noch einen warmen Tee trank und
mich schlafen legte.
02.03.2016
– Kein Anschluss unter dieser Nummer…
Es
ist wundervoll! Abgesehen von den ersten Tagen wurde ich jeden Morgen von
Sonnenschein geweckt. So auch an diesem Tag!
Es ging mir schon bedeutend besser, weshalb ich beschloss an dem Tag
meine Unterlagen für mein Stipendium im März zu unterschreiben, wofür ich
natürlich in die Uni fahren musste. Aber da das Wetter so wunderbar war, konnte
ich meine wiedergewonnenen Kräfte gleich einsetzen.
| Frühstück |
Ich frühstückte wieder
einmal sehr gesund und lecker und machte mich, nachdem auch die Kinder zu ihrer
großen Runde aufgebrochen waren, auf in die Uni. Ich hatte beschlossen das
gleich mit einer etwas größeren Runde zu verbinden, da ich endlich Mal wegen
meiner Handykarte nachfragen wollte. Dafür wollte ich in das Einkaufszentrum,
in dem ich letztens schon gewesen war. Ich zückte meinen Plan und stellte fest,
dass sich das wundervoll verbinden lässt, da ich die Hälfte des Weges sparen
konnte, wenn ich nicht wieder zum Wohnheim und vom Wohnheim aus ins
Einkaufszentrum fahren würde.
| Unigelände Mal anders |
So radelte ich gemächlich zur Uni und hielt hier
und dort an, um die Gegend auf Bild einzufangen. Das Unigelände hat nämlich
unglaublich viele Grünanlagen und Seen. In der Uni angekommen unterschrieb ich
schnell mein Stipendium für März und fuhr weiter zu dem Einkaufszentrum. Dabei
stieß ich sogar auf etliche Solaranlagen und Gebäude, die ich von meinen
Fahrten mit Yuiko wiedererkannte. Knapp 20 Minuten später stellte ich mein
Fahrrad ab und ging shoppen. Da ich völlig durchgeschwitzt von der Fahrt war
beschloss ich mir schnell ein T-Shirt zu kaufen, um mich umziehen zu können.
Und was entdeckte ich? Ein Tim und Struppi T-Shirt! *-* Und zu meiner Überraschung
waren auch noch die Rollkragenpullover mit Wärmefunktion noch weiter gesenkt…also
für 190Yen kann man doch noch Mal einen mitnehmen. Nach meinem Einkauf zog ich
mich fix auf der Damentoilette um, welche neben den normalen Kabinen auch einen
extra Schmink- und Entspannungsbereich hat, in dem auch Umkleidekabinen
vorhanden sind, also Komfort pur! Japan halt. Danach wollte ich noch schnell
wegen ein paar Kochutensilien und der tollen Wolle in den Daiso (dem anderen
100Yen-Shop) und kaufte dort sogar auch ein Thermometer, welches zu meiner
Überraschung sogar aus deutscher Buche hergestellt wurde. Und ich fand endlich
eine Pinnwand, die mein Zimmer verschönern wird. :) Danach ging es endlich auf
in den Handyladen, um mich nach meiner Sim-Karte zu erkundigen. Dort wurde mir
im ersten Laden offenbart, dass mein Vertrag ausgelaufen war, da man die Zeit
der Inaktivität auf nur ein Jahr heruntergesetzt hat. Leider könne man mir aber
auch keine diesbezüglichen Angebote machen, da es sich nur um einen kleine
Filiale handele und ich dafür in die nächst größere Filiale fahren müsste…aber
ich könnte mich doch Mal bei der Konkurrenz nebenan erkundigen, die hätten
definitiv solche Angebote. Ich stiefelte in den nächsten Laden und wurde nach
ziellosem Warten erst einmal darauf aufmerksam gemacht, dass man eine Karte mit
einer Nummer ziehen muss. Ich wartete und wartete und bestimmt 30 Minuten
später wurde ich erneut beraten und nachdem wir passende Angebote gefunden
hatten, stellte sich auch hier heraus, dass ich dafür in die nächst, größere
Filiale fahren müsste. Da ich am Wochenende nach Tokyo wollte und schon von
einigen guten Angeboten gehört habe, beschloss ich dort meinen neuen Vertrag abzuschließen,
weshalb ich mich noch schnell nach weiteren Steckern umsah, damit ich auch noch
einen Ersatzstecker von Deutschland zu Japan hatte und nicht nur einen zum hin-
und herwechseln nehmen musste.
| Für Alle, die wissen, wo sie hin wollen...xD |
Ich sattelte mein Fahrrad und fuhr zu der
unglaublich überwältigenden Bäckerei, die ja genau auf dem Weg lag, wo ich erst
einmal den Fahrradparkplatz suchte, der, nach der Auskunft eines netten
Verkäufers, der vor der Tür ein Angebotsschild hielt, genau vor meiner Nase war
und ich ihn nur nicht gleich entdeckt hatte. Ich stellte mein Fahrrad ab und
betrat das Geschäft, wo mich gleich noch einmal der hilfsbereite Verkäufer
ansprach und mich auf einen Spezialverkauf von Reiskuchen aus Kyoto aufmerksam
machte. Ich nahm 2 Reiskuchen mit und schaute mich weiter um. Als ich mit Yuiko
hier gewesen war, hatte ich nur Augen für die Bäckerei gehabt, jetzt fiel mir
jedoch auf, dass man hier ja wirklich alles kaufen konnte.
| Reiskuchen. x3 |
Von Schreibwaren
über Artikel zu japanischen Serien, Elektroartikel, Drogeriebedarf bis hin zu
einem großen Buchladen. Ich brauchte bestimmt eine Stunde um mich erst einmal
komplett umzusehen. Auch hier gab es wieder kleine Geschäfte der Handyläden,
doch ich erfuhr genau das gleiche: Diese Filiale ist zu klein und ich müsse für
solche Angebote bitte eine größere Filiale aufsuchen. Da ich festgestellt
hatte, dass ich weder einen Schreibblock, noch Briefpapier und Umschläge hatte,
kaufte ich 2 Bögen Briefpapier und schlenderte noch eine Runde durch den
Buchladen, wo ich natürlich auch an den letzten beiden Conan-Bänden nicht
vorbeikam. Danach kaufte ich mir noch eine Kleinigkeit in der Bäckerei für mein
Abendessen und weiter ging die Fahrt nach Hause. Auf meinem Weg fiel mir wieder
ein Hinweisschild auf dem Fußweg auf, welches ich schon das letzte Mal
fotografieren wollte, aber zu schnell daran vorbeigefahren war. Auch dieses Mal registrierte ich es erst, als
ich schon vorbeigefahren war. Es zeigt die Entfernung bis zum Bahnhof von
Tsukuba an und darunter stehen doch tatsächlich die kcal, die man verbrennt,
wenn man diese Strecke laufen würde…skurril, aber lustig! Zu Hause verstaute
ich die mitgebrachten Sachen und ruhte mich erst einmal aus.
| Abendessen. *-* |
Ich genoss mit
Heißhunger mein Abendessen, welches hauptsächlich wieder aus Maissuppe und
einem Onigiri bestand. Dazu gab es ein Mochi (Reichküchlein) gefüllt mit rotem
Bohnenmus und mein leckeres Mitbringsel aus der Bäckerei. Erst hatte ich
gedacht es wäre mit Schinken und Käse gefüllt, doch als ich mich einmal
rundherum geknabbert hatte merkte ich, dass es sich um eine Art Senf-Mayonnaise
handelte und der Speck um eine Kartoffel gewickelt war. Ich hatte also ein
Brötchenähnliches Ding gefüllt mit einer Kartoffel, umhüllt von Mayo und
Schinken… es war sooooo lecker!!! Und es wird nicht das letzte Mal gewesen
sein, dass ich es gegessen habe! Das
wird bestimmt noch einige Male den Weg in meinen Magen finden. ;) Nach dem
Abendessen erledigte ich noch etwas Schriftverkehr, probierte mit Papa noch
einmal die Skype-Verbindung aus und ging danach schlafen.
03.03.2016
– das Puppenfest
Bevor
es losgeht, hier ein kleiner Einwurf: Es handelt sich beim 03.03. nicht um
einen nationalen Feiertag, aber um einen Feiertag. Dem Puppenfest (Hinamatsuri).
Ein Tag an dem Mädchen mit Puppen spielen müssen, denn an diesem Tag stellen
nicht nur Kinder, sondern auch unverheiratete junge Frauen Puppen, auf einen
meist 7stufigen Schrein. Bei den Miniaturpuppen handelt es sich hierbei um den
Kaiser und die Kaiserin gefolgt von ihrem Hofstaat und verschiedenen Musikern.
Da Puppen nachgesagt wird, sie können böse Geister einfangen bzw. fernhalten, handelt
es sich hierbei auch um ein Fest, welches den Mädchen und unverheirateten
jungen Frauen Glück bringt. Übrigens liegt der Unterschied zwischen einem
Feiertag und einem nationalen Feiertag darin, dass an einem nationalen Feiertag
normalerweise Firmen und Institutionen geschlossen sind. Große Geschäfte haben
jedoch trotzdem geöffnet. (Wie an Neujahr oder über die Weihnachtsfeiertage in
Deutschland, beispielsweise.) Normale Feiertage, sind demnach normale Tage mit
einem kleinen Zusatz. (Wie dem deutschen Kindertag, der im Übrigen in Japan der
Tag der Jungs ist.)
Wenn
die Sonne so angenehm ins Zimmer scheint glaubt man gar nicht, dass es
eigentlich gerade erst Frühling geworden ist. Ich entspannte noch etwas und
ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen, bevor ich aufstand und zielstrebig
mein Bett abzog. Aller 10 Tage kann man nämlich das Bettzeug kostenlos wechseln.
Fein säuberlich hatte ich alles zurechtgelegt, schaute noch einmal auf die
Öffnungszeiten und stutzte… ich hatte mich tatsächlich im Tag geirrt! Es war
der 04.03. nicht der 03.03. an dem man das Bettzeug abgeben konnte. Naja egal!
Die Faulheit siegte und ich schnappte mir meinen Topf, füllte ihn mit Milch und
machte mich auf in die Küche. Das Bett ließe sich später immer noch beziehen.
| Kakaozeit |
Jetzt hatte ich erst einmal Appetit auf einen Kakao. Und da ich noch Schokolade
hatte, brauchte ich nur noch heiße Milch, die in dem Alu-Topf schneller warm
wird, als man schauen kann. Da kann jeder Wimpernschlag schon zu viel sein. Bei
einem Toast mit Erdnussbutter einem Kirschblütenjoghurt und etwas Obst
beobachtete ich, wie jeden Morgen, die Kleinen, wie sie ihre Runde
marschierten. Zu meiner Überraschung spielten mehrere Gruppen nach ihrem
Spaziergang erst einmal eine Runde bei uns vor dem Wohnheim.
| die jungen Liebenden... x3 |
Vor lauter Kindern
wusste man gar nicht wo man hinschauen sollte, aber ein Pärchen ist mir ins
Auge gefallen, da konnte man nicht wegschauen. Sie: rosa Jacke, grüne Mütze.
Er: blaue Jacke, grüne Mütze. Händchen haltend gingen sie über die Wiese und
bevor sie mit ihren Freundinnen spielen ging, gab sie ihm einen Kuss auf die
Wange. Jaja, in dem Alter fängt es an, mit 4 Jahren schon den ersten Freund!
Bevor ich noch Gefahr lief Karies zu bekommen ging ich wieder in mein Zimmer
und machte mich fertig. Heute standen mehrere Läden auf dem Plan, die mir Yuiko
und Frau Sips geraten hatten. Zum einen ein kleiner Laden namens „Jason“, in
dem Yuiko einen günstigen, aber sehr guten Heizer gefunden hatte und zum
anderen Wonder Rex, ein Second Hand Shop für alles! Von Bekleidung, über Möbel,
Kimonos, Haushaltsware, bis hin zu Elektroartikeln und Instrumenten. Ehrlich…ich
hab noch nie so viele einwandfreie Pianos auf einem Haufen gesehen, geschmückt
von einer riesigen Wand voller Gitarren! Da es im Daiso keine Pfanne gab und
sowieso noch etwas fürs Abendessen einkaufen wollte, stand also auch das
Einkaufscenter Aion auf dem Plan. Es ging kaum Wind, weshalb es unglaublich
warm war und das Fahrradfahren noch mehr Spaß machte. Und obwohl der Weg schon
im Kopf gespeichert ist, fallen einem immer wieder neue Kleinigkeiten auf, die
man vorher nicht gesehen hat. Am Wonder Rex angekommen entdeckte ich sogleich
ein Kokos-Restaurant und erinnerte mich daran, dass wir ja, als wir nach der
Pflaumenblüte essen waren, einen Rabattgutschein für ein Stück Käsekuchen bekommen
hatten. Aber erst einmal ging es auf in den Laden. Den ersten Stock mit
Kleidung ließ ich erst einmal links liegen und fuhr in den zweiten Stock, wo es
Haushaltsartikel gab. Schließlich wollte ich ja noch Preise für Reiskocher,
etc. vergleichen.
| Marine-Nussknacker |
Ich war überwältigt von dem Angebot an Geschirr, welches man
dort kaufen konnte. Und in der Dekorationsabteilung entdeckte ich sogar einen
Nussknacker, der sofort fotografiert wurde. ;) Auch in der dritten Etage mit
den eben beschriebenen Elektro- und Musikgeräten hielt ich mich relativ zurück,
kam aber um den ersten Teil von Harry Potter auf Japanisch als DVD für 3,50€
nicht vorbei. Ich wollte den Laden eigentlich schon verlassen, als ich mir
dachte, dass man sich ja bei der Bekleidung wenigstens Mal umschauen könnte…
ich weiß nicht, ob ich es im Nachhinein gut oder schlecht finden soll… immer
hin habe ich einen neuen Gürtel für 300Y und eine Übergangsjacke für sagenhafte
500Y gefunden! Was natürlich nicht das einzige an Kleidungsstücken gewesen war,
was schließlich einen Platz in meinem Fahrradkorb gefunden hatte.
| Hühnchencurry |
Da ich
natürlich – wie immer – länger in dem Laden war, als geplant und Hunger hatte,
beschoss ich meinen Gutschein im Kokos einzulösen. Ich radelte einmal über die
Straße und stellte mein Fahrrad auf dem Fahrradparkplatz ab. Ich bekam sofort
einen Tisch und da ich natürlich auch etwas trinken wollte (außer Wasser, was
es in Japan im Restaurant immer kostenfrei dazu gibt), griff ich zur Karte. Als
ich eine Portion Hühnchen-Curry entdeckte konnte ich nicht wiederstehen und
klingelte nach der Bedienung. So gab es zum Mittag ausnahmsweise Mal eine
vollwertige Mahlzeit. Ich bestellte neben meinem Käsekuchen natürlich auch noch
für 190Yen die Drink-Bar und labte mich an dem leckeren Organgensaft.
| Käsekuchen |
Das Curry
war unbeschreiblich lecker, der Orangensaft und der Matcha Latte ein Genuss und
für den Käsekuchen mit Erdbeereis, Schokosoße und Einer Erdbeere fehlen mir
einfach die Worte, so gut hat er geschmeckt! Ich nutzte die Pause gleich Mal,
um meine Adresse zu übersetzen. ;)
Wer mir also schreiben möchte, hat
ab jetzt keine Ausrede mehr.
305 0005 Ibaraki-ken, Tsukuba-shi
Amakubo 2-chōme Banchi 1
Tsukuba Daigaku Oikoshi Shukusha
16-308
Bloedel
Maria
In
Zeichen ergibt es viel mehr Sinn, hier aber Mal ein Versuch der Übersetzung.
Ibaraki-ken
= Präfektur Ibaraki, Tsukuba-shi = Stadt Tsukuba
Amakubo
= Straßenname 2-chōme
Banchi 1= 2te Straße, erstes Gebiet
Tsukuba
Daigaku Oikoshi Shukusha 16-308= Uni Tsukuba Bereich Oikoshi Gebäude 16 Zimmer
308.
Bitte
immer oe statt ö schreiben, der Postbote ist froh, dass er das oe zuordnen
konnte und war schon verwirrt, dass ich anders unterschrieben habe, als auf dem
Brief stand. Ich glaube mehrmals würde er das nicht durchstehen. ^^‘‘‘
Nachdem
ich also meine Adresse übersetzt und meine To-Do-Liste für Tokyo ausgearbeitet
hatte bezahlte ich mein Essen. Bevor ich weiterradelte setzte ich mich jedoch
noch auf die nächste Bank und genoss die Sonne. Danach ging es wieder zurück in
Richtung Bahnhof, irgendwo dort in der Nähe musste sich ja dieser
Jason-Supermarkt befinden, wo Yuiko den Heizer gesehen hatte. Nachdem ich das
erste Mal zu weit gefahren war fragte ich die nächste Person, die mir
entgegenkam, wo denn dieser Aden sei. Ausnahmsweise war es sogar Mal kein Japaner,
sondern ein Ausländer. Dem Englisch nach, wahrscheinlich Kanadier.
| Müsli & noch eingepackt: mein Heizer |
Er beschrieb mir wundervoll den Weg und so
kam es, dass ich mit den Autos auf der Straße fahren musste, weil es dort keine
Fußwege gab. Ich fand sogar relativ günstiges Müsli dort, welches ich natürlich
gleich mitnahm. Als ich meinen Einkauf bezahlen wollte, sagte mir die
Verkäuferin, dass ich leider nicht mit Kreditkarte zahlen konnte. Ich
entschuldigte mich zig Mal, dass ich kein Bargeld einstecken hatte und ließ mir
schnell den Weg zum nächsten 7/11 erklären. Hätte ich gewusst, dass sie mit „nah“
das nächste Geschäft hinter dem ihren meint, hätte ich nicht erst mein Fahrrad
genommen und wäre losgeradelt. Aber naja, wieder etwas gelernt. Ich lief
schnell in den Laden, hob Geld ab und radelte wieder zurück zum Geschäft, wo
sie meinen Einkauf extra auf die Seite geräumt hatte. Fröhlich machte ich mich
mit meinem Heizer und meinem Müsli auf zum Bahnhof, wo ich noch größere
Briefumschläge holen wollte, einen Tiegel und mein Abendessen. Ich stellte mein
Fahrrad diesmal auf einem anderen Parkplatz ab, auf welchem man 3 Stunden
kostenlos parken kann. Ich wuselte schnell in den 100Yen-Shop und kaufte neben
Briefumschlägen auch noch schickes Briefpapier und ich fand lustiger Weise
sogar Zahnbürsten von Detektiv Conan dort…naja, vielleicht braucht man ja doch
Mal eine reisezahnbürste…^^‘‘‘
| meine Waffensammlung. ;) |
Danach kaufte ich einen Tiegel für 3€ und einen
Topf für 2€, welche beide für einen Gasherd nutzbar sind und huschte noch
schnell in den Supermarkt, wo sich Kinder Süßigkeiten aussuchen durften, weil
ja Hinamatsuri war. Die Jungs hatten echt Glück, wenn sie eine Schwester hatten,
denn so durften sie sich meistens auch etwas aussuchen und gingen nicht leer
aus. Ich lief zurück zu meinem Fahrrad und radelte gemütlich nach Hause. Dort
angekommen bezog ich fix mein Bett, machte Fotos und erhitzte den Rest
Maissuppe.
No comments:
Post a Comment