Thursday, 3 March 2016

Ein Sonntag im Bett…



…ist wirklich ganz nett… aber ein Montag…??? oder: Die Leiden der jungen M. 2.0

29.03-2016 – Maskenzeit

Schon Mal an einem Montag aufgewacht und du konntest dich kaum bewegen? Genauso ging es mir an dem Montag! Scheinbar hatte ich es zum einen mit meinem Fahrradtraining etwas übertrieben, zum anderen hatte mich eine Erkältung (ob neu oder alt, kann ich nicht sagen) so niedergestreckt, dass ich einfach nur schlafen wollte. Das tat ich dann auch die meiste Zeit. 
Kleiner Mann ganz groß
Aber auch eine Erkältung konnte mich nicht davon abhalten den Kindern bei ihrem Spaziergang zuzuschauen und auch wenn ich mich miserabel fühlte, so war ich froh, dass ich die Kleinen auf dem Fenster zu beobachten. Heute hatten wir einen kleinen Jungen, der unbedingt den Wagen schieben wollte, in dem er eigentlich ebenfalls drin stehen sollte. Und als ihn die Erzieherin in eben diesen setzte fing er an zu weinen und bockte so lange, bis die Erzieherin ihn wieder heraushob und auf den Boden stellte. Er drehte sich zielstrebig um und begann sofort den Wagen anzuschieben, in dem seine Spielgefährten  standen und sich umschauten und genauso schnell, wie er den Wagen schieben wollte, hatte er auch aufgehört zu weinen! Nachdem auch die anderen Gruppen quirlig den Kindergarten verlassen hatten überprüfte ich noch schnell meine Mails und stellte fest, dass ich noch am selben Tag ins Büro für die Austauschstudenten musste, um meinen neuen Studentenausweis, der nun endlich das richtige Datum trägt, abholen sollte. Aber erst einmal hieß es weiterschlafen! Irgendwann stand ich dann auf und machte mich mit dem Fahrrad auf den Weg in die Uni. 
Wie ich das geschafft habe, ist mir mittlerweile ein großes Rätsel, da ich eigentlich nur dazu in der Lage war im Bett zu liegen und zu schlafen. Irgendwie schleppte ich mich dann doch noch zur Uni, gab meinen fehlerhaften Ausweis ab und bekam meinen Neuen ausgehändigt. Da ich ja nun einmal auf dem Unigelände war und am Buchladen vorbeikam dachte ich natürlich praktisch und beschloss noch schnell nach meinen Lernbüchern für den JLPT-Test zu schauen. (Für alle Nicht-Japanologen: Der JLPT-Test ist ein international anerkannter Test, der die vorhandenen Kenntnisse der japanischen Sprache ausdrückt). Diese fand ich sogar auch und nahm sie noch mit. Genauso kraftlos schleppte ich mich dann auch wieder zurück, fiel ins Bett, versuchte mich etwas mit meinen Serien abzulenken, aber ich bekam nicht wirklich viel mit. Ich schlief und schlief und schlief. Weshalb es auch, für alle die darauf gehofft hatten, keine Essensfotos von dem Tag gibt, da ich nichts gegessen habe. 

01.03.2016 – Der Gesundheit zu Liebe…

…darf man auch Mal Busfahren. :)

Die Sonne scheint, die Vögel singen und Kinder rufen nach ihren Freunden. Wie kann man schöner geweckt werden?! Mit Unterbrechungen habe ich bis 11 Uhr geschlafen, bevor ich mich aus dem Bett quälte, meine Dokumente für das Wohnheim noch einmal durchging, welche ich an dem Tag abgeben musste und bevor ich mich auf den Weg zum nächsten Konbini machte, um die erste Seite meines Bankbuches zu kopieren musste ich erst einmal meine tolle Wäschestange anbringen, um meine Bettdecke zu lüften. Davon abgesehen, dass alles zugehängt war, war es doch ein gutes Zeichen, immer hin heißt es ja man soll seine Erkältung rausschwitzen! So konnte ich wenigstens gleich die Wäschestange ausprobieren und ich muss sagen, sie ist wunderbar! Einfach zwischen die Wände halten, herausdrehen bis es nicht mehr geht, vorsichtshalber noch 1,2 Umdrehungen probieren und fertig. Die Gelegenheit nutzte ich gleich und ging erst einmal duschen. Wärme soll ja bekanntlich auch helfen. Und zur Beruhigung Mama: Ja, ich habe meine Haar geföhnt, bis sie wahrscheinlich furztrocken waren und aussahen wie Stroh. 
Frühstück.
Und damit ich nicht gleich nach dem Haare Föhnen auf die Straße ging, suchte ich mir einen Platz auf dem Bett und aß ein sehr gesundes Frühstück: einen kleinen Salat, einen Kirschblütenjoghurt und ein Pfirsich Gelee. Danach ging es auch schon los. Erst die Dokumente kopieren, dann ein Plätzchen zum aufkleben finden und dann ab in die Wohnheims Verwaltung. Dort gab es erst einmal Probleme mit meinem Briefumschlag, da der schon die Daten für März draufstehen hatte, aber das klärte sich schnell und in nur wenigen Minuten war alles abgehakt und geklärt und dann konnte ich wieder gehen. Dann ging es noch einmal schnell in den Konbini Geld abheben und dann stellte ich mich an die Bushaltestelle. Da meine Erkältung zwar etwas besser war, als am Tag zuvor hatte ich beschlossen mit dem Bus in die Stadt zu fahren, um Medizin zu kaufen. Außerdem sollten in den kommenden Nächsten Minusgrade werden und da ich ja Heizzeiten habe, wollte ich noch nach einer Decke und einem warmen Matratzenbezug schauen. Der Bus kam auch sofort und dieses Mal klappte alles reibungslos. Ich hatte sogar passend schon mein Geld zum Einwerfen parat. Beruhigend stellte ich fest, dass ich nicht die Einzige war, die eine Maske trug und so hüstelte und schniefte ich gedämpft vor mich hin und wartete auf ein ruhiges Flecken, wo man ungestört zu einem Taschentuch greifen konnte! 
meine neuen Kurzzeit-Begleiter
Zuerst ging es in den Drogeriemarkt, wo ich mich auch gleich Mal wegen wärmenden Salben für Nacken- und Schulterschmerzen beraten ließ. Ergebnis: Es gibt keine wärmende Salbe für Muskelverspannungen hier! Da ist überall Menthol drin und das muss so sein, damit die Schwellung abheilen kann…so wurde es mir erzählt…ich schwör. xD Wahrscheinlich müssen die Muskeln vom Menthol erst schockgefrostet werden, damit sie abheilen. Faszinierenderweise gibt es neben den ganzen kühlenden Cremes, Gel Tuben, etc. auch Wärmepflaster… Also entweder du cremst deine Schultern erst ein, damit sie schockfrosten und dann hilft dir das Wärmepflaster, deine Muskeln wieder aufzutauen, oder du lässt sie mit Wärme erst entspannen, um sie danach Schock zu frosten, damit sie sich nicht mehr bewegen können…ich habe keine Ahnung. 
So beließ ich es bei meiner Medizin und meinen Halstabletten und marschierte weiter zum 100Y-Shop, wo ich mir noch eine kleine Teekanne holen wollte. So arbeitete ich gleich noch meine „Liste“ ab und kaufte einen Regenschirm und noch 2 Boxen zum Verstauen. Da sich der Regenschirm auf dem Fahrrad so ungünstig machte, konnte ich diese Gelegenheit gleich nutzen, immer hin wurde ich ja nach Hause chauffiert. ;) 
Bildunterschrift hinzufügen
Als das erledigt war, ging ich nach der Decke und dem Matratzenüberzug schauen und fand beides sogar sehr günstig. Und jeder, der das Foto ansieht wird wissen, warum ich diese Decke (das graue Päckchen mit den Ohren…) mitgenommen habe. Zu guter Letzt ging es dann noch in den Supermarkt einkaufen, wo die Bananen im Angebot waren. Wie im Westen! Und damit meine Erkältung schnell weg geht und mein Hals nicht mit irgendwelchen Sperrigen Nahrungsmitteln kämpfen muss hab es noch eine Maissuppe, ein Onigiri und fürs Frühstück ein Pfirsich Gelee. Danach ging es wieder zur Busstation und ab nach Hause. Daheim angekommen fotografierte ich alles, richtete mein Bett wieder her und schnappte mir meinen Topf. 


Abendessen. :)
Neben Suppe und Ingwertee mit Honig gab es dann auch noch ein paar Vitamine (hübsch platziert auf der neuen Decke ;) ) Nach dem Abendessen ging es dann noch einmal an die frische Luft. Ich wollte unbedingt das Gemeinschaftsbad ausprobieren, von dem Yuiko mir erzählt hatte und welches nur ein paar Minuten vom Wohnheim entfernt lag, auch wenn ich am Morgen schon duschen war. Aber wer sagt schon zu einem warmen Bad nein?! Ich packte also meine Handtücher und sämtliches Duschzeug zusammen und machte mich auf den Weg. Leider hatte zwar das große Bad geschlossen, aber dafür durfte man kostenlos die Einzelkabinen nutzen, welche aus einer kleinen Umkleidekabine, einem Duschbereich und einer Badewanne bestanden. Ich freute mich darüber, dass ich 180Yen gespart hatte und freute mich riesig auf die Badewanne. Schnell abduschen und dann hinein in das kleine Quadrat an Badewanne und entspannen! Das Einlassen des Wassers dauerte wahrscheinlich länger, als alles andere, aber ich nutzte meine Chance und genoss die Wärme. Dick eingemummelt ging es dann wieder zurück ins Wohnheim, wo es ohne Umwege weiter ins Bett ging, wo ich noch einen warmen Tee trank und mich schlafen legte. 

02.03.2016 – Kein Anschluss unter dieser Nummer…

Es ist wundervoll! Abgesehen von den ersten Tagen wurde ich jeden Morgen von Sonnenschein geweckt. So auch an diesem Tag!  Es ging mir schon bedeutend besser, weshalb ich beschloss an dem Tag meine Unterlagen für mein Stipendium im März zu unterschreiben, wofür ich natürlich in die Uni fahren musste. Aber da das Wetter so wunderbar war, konnte ich meine wiedergewonnenen Kräfte gleich einsetzen. 
Frühstück
Ich frühstückte wieder einmal sehr gesund und lecker und machte mich, nachdem auch die Kinder zu ihrer großen Runde aufgebrochen waren, auf in die Uni. Ich hatte beschlossen das gleich mit einer etwas größeren Runde zu verbinden, da ich endlich Mal wegen meiner Handykarte nachfragen wollte. Dafür wollte ich in das Einkaufszentrum, in dem ich letztens schon gewesen war. Ich zückte meinen Plan und stellte fest, dass sich das wundervoll verbinden lässt, da ich die Hälfte des Weges sparen konnte, wenn ich nicht wieder zum Wohnheim und vom Wohnheim aus ins Einkaufszentrum fahren würde. 

Unigelände Mal anders
So radelte ich gemächlich zur Uni und hielt hier und dort an, um die Gegend auf Bild einzufangen. Das Unigelände hat nämlich unglaublich viele Grünanlagen und Seen. In der Uni angekommen unterschrieb ich schnell mein Stipendium für März und fuhr weiter zu dem Einkaufszentrum. Dabei stieß ich sogar auf etliche Solaranlagen und Gebäude, die ich von meinen Fahrten mit Yuiko wiedererkannte. Knapp 20 Minuten später stellte ich mein Fahrrad ab und ging shoppen. Da ich völlig durchgeschwitzt von der Fahrt war beschloss ich mir schnell ein T-Shirt zu kaufen, um mich umziehen zu können. Und was entdeckte ich? Ein Tim und Struppi T-Shirt! *-* Und zu meiner Überraschung waren auch noch die Rollkragenpullover mit Wärmefunktion noch weiter gesenkt…also für 190Yen kann man doch noch Mal einen mitnehmen. Nach meinem Einkauf zog ich mich fix auf der Damentoilette um, welche neben den normalen Kabinen auch einen extra Schmink- und Entspannungsbereich hat, in dem auch Umkleidekabinen vorhanden sind, also Komfort pur! Japan halt. Danach wollte ich noch schnell wegen ein paar Kochutensilien und der tollen Wolle in den Daiso (dem anderen 100Yen-Shop) und kaufte dort sogar auch ein Thermometer, welches zu meiner Überraschung sogar aus deutscher Buche hergestellt wurde. Und ich fand endlich eine Pinnwand, die mein Zimmer verschönern wird. :) Danach ging es endlich auf in den Handyladen, um mich nach meiner Sim-Karte zu erkundigen. Dort wurde mir im ersten Laden offenbart, dass mein Vertrag ausgelaufen war, da man die Zeit der Inaktivität auf nur ein Jahr heruntergesetzt hat. Leider könne man mir aber auch keine diesbezüglichen Angebote machen, da es sich nur um einen kleine Filiale handele und ich dafür in die nächst größere Filiale fahren müsste…aber ich könnte mich doch Mal bei der Konkurrenz nebenan erkundigen, die hätten definitiv solche Angebote. Ich stiefelte in den nächsten Laden und wurde nach ziellosem Warten erst einmal darauf aufmerksam gemacht, dass man eine Karte mit einer Nummer ziehen muss. Ich wartete und wartete und bestimmt 30 Minuten später wurde ich erneut beraten und nachdem wir passende Angebote gefunden hatten, stellte sich auch hier heraus, dass ich dafür in die nächst, größere Filiale fahren müsste. Da ich am Wochenende nach Tokyo wollte und schon von einigen guten Angeboten gehört habe, beschloss ich dort meinen neuen Vertrag abzuschließen, weshalb ich mich noch schnell nach weiteren Steckern umsah, damit ich auch noch einen Ersatzstecker von Deutschland zu Japan hatte und nicht nur einen zum hin- und herwechseln nehmen musste. 
Für Alle, die wissen, wo sie hin wollen...xD
Ich sattelte mein Fahrrad und fuhr zu der unglaublich überwältigenden Bäckerei, die ja genau auf dem Weg lag, wo ich erst einmal den Fahrradparkplatz suchte, der, nach der Auskunft eines netten Verkäufers, der vor der Tür ein Angebotsschild hielt, genau vor meiner Nase war und ich ihn nur nicht gleich entdeckt hatte. Ich stellte mein Fahrrad ab und betrat das Geschäft, wo mich gleich noch einmal der hilfsbereite Verkäufer ansprach und mich auf einen Spezialverkauf von Reiskuchen aus Kyoto aufmerksam machte. Ich nahm 2 Reiskuchen mit und schaute mich weiter um. Als ich mit Yuiko hier gewesen war, hatte ich nur Augen für die Bäckerei gehabt, jetzt fiel mir jedoch auf, dass man hier ja wirklich alles kaufen konnte. 
Reiskuchen. x3
Von Schreibwaren über Artikel zu japanischen Serien, Elektroartikel, Drogeriebedarf bis hin zu einem großen Buchladen. Ich brauchte bestimmt eine Stunde um mich erst einmal komplett umzusehen. Auch hier gab es wieder kleine Geschäfte der Handyläden, doch ich erfuhr genau das gleiche: Diese Filiale ist zu klein und ich müsse für solche Angebote bitte eine größere Filiale aufsuchen. Da ich festgestellt hatte, dass ich weder einen Schreibblock, noch Briefpapier und Umschläge hatte, kaufte ich 2 Bögen Briefpapier und schlenderte noch eine Runde durch den Buchladen, wo ich natürlich auch an den letzten beiden Conan-Bänden nicht vorbeikam. Danach kaufte ich mir noch eine Kleinigkeit in der Bäckerei für mein Abendessen und weiter ging die Fahrt nach Hause. Auf meinem Weg fiel mir wieder ein Hinweisschild auf dem Fußweg auf, welches ich schon das letzte Mal fotografieren wollte, aber zu schnell daran vorbeigefahren war.  Auch dieses Mal registrierte ich es erst, als ich schon vorbeigefahren war. Es zeigt die Entfernung bis zum Bahnhof von Tsukuba an und darunter stehen doch tatsächlich die kcal, die man verbrennt, wenn man diese Strecke laufen würde…skurril, aber lustig! Zu Hause verstaute ich die mitgebrachten Sachen und ruhte mich erst einmal aus. 
Abendessen. *-*
Ich genoss mit Heißhunger mein Abendessen, welches hauptsächlich wieder aus Maissuppe und einem Onigiri bestand. Dazu gab es ein Mochi (Reichküchlein) gefüllt mit rotem Bohnenmus und mein leckeres Mitbringsel aus der Bäckerei. Erst hatte ich gedacht es wäre mit Schinken und Käse gefüllt, doch als ich mich einmal rundherum geknabbert hatte merkte ich, dass es sich um eine Art Senf-Mayonnaise handelte und der Speck um eine Kartoffel gewickelt war. Ich hatte also ein Brötchenähnliches Ding gefüllt mit einer Kartoffel, umhüllt von Mayo und Schinken… es war sooooo lecker!!! Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich es gegessen habe!  Das wird bestimmt noch einige Male den Weg in meinen Magen finden. ;) Nach dem Abendessen erledigte ich noch etwas Schriftverkehr, probierte mit Papa noch einmal die Skype-Verbindung aus und ging danach schlafen.

03.03.2016 – das Puppenfest

Bevor es losgeht, hier ein kleiner Einwurf: Es handelt sich beim 03.03. nicht um einen nationalen Feiertag, aber um einen Feiertag. Dem Puppenfest (Hinamatsuri). Ein Tag an dem Mädchen mit Puppen spielen müssen, denn an diesem Tag stellen nicht nur Kinder, sondern auch unverheiratete junge Frauen Puppen, auf einen meist 7stufigen Schrein. Bei den Miniaturpuppen handelt es sich hierbei um den Kaiser und die Kaiserin gefolgt von ihrem Hofstaat und verschiedenen Musikern. Da Puppen nachgesagt wird, sie können böse Geister einfangen bzw. fernhalten, handelt es sich hierbei auch um ein Fest, welches den Mädchen und unverheirateten jungen Frauen Glück bringt. Übrigens liegt der Unterschied zwischen einem Feiertag und einem nationalen Feiertag darin, dass an einem nationalen Feiertag normalerweise Firmen und Institutionen geschlossen sind. Große Geschäfte haben jedoch trotzdem geöffnet. (Wie an Neujahr oder über die Weihnachtsfeiertage in Deutschland, beispielsweise.) Normale Feiertage, sind demnach normale Tage mit einem kleinen Zusatz. (Wie dem deutschen Kindertag, der im Übrigen in Japan der Tag der Jungs ist.) 

Wenn die Sonne so angenehm ins Zimmer scheint glaubt man gar nicht, dass es eigentlich gerade erst Frühling geworden ist. Ich entspannte noch etwas und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen, bevor ich aufstand und zielstrebig mein Bett abzog. Aller 10 Tage kann man nämlich das Bettzeug kostenlos wechseln. Fein säuberlich hatte ich alles zurechtgelegt, schaute noch einmal auf die Öffnungszeiten und stutzte… ich hatte mich tatsächlich im Tag geirrt! Es war der 04.03. nicht der 03.03. an dem man das Bettzeug abgeben konnte. Naja egal! Die Faulheit siegte und ich schnappte mir meinen Topf, füllte ihn mit Milch und machte mich auf in die Küche. Das Bett ließe sich später immer noch beziehen. 
Kakaozeit
Jetzt hatte ich erst einmal Appetit auf einen Kakao. Und da ich noch Schokolade hatte, brauchte ich nur noch heiße Milch, die in dem Alu-Topf schneller warm wird, als man schauen kann. Da kann jeder Wimpernschlag schon zu viel sein. Bei einem Toast mit Erdnussbutter einem Kirschblütenjoghurt und etwas Obst beobachtete ich, wie jeden Morgen, die Kleinen, wie sie ihre Runde marschierten. Zu meiner Überraschung spielten mehrere Gruppen nach ihrem Spaziergang erst einmal eine Runde bei uns vor dem Wohnheim. 



die jungen Liebenden... x3
Vor lauter Kindern wusste man gar nicht wo man hinschauen sollte, aber ein Pärchen ist mir ins Auge gefallen, da konnte man nicht wegschauen. Sie: rosa Jacke, grüne Mütze. Er: blaue Jacke, grüne Mütze. Händchen haltend gingen sie über die Wiese und bevor sie mit ihren Freundinnen spielen ging, gab sie ihm einen Kuss auf die Wange. Jaja, in dem Alter fängt es an, mit 4 Jahren schon den ersten Freund! Bevor ich noch Gefahr lief Karies zu bekommen ging ich wieder in mein Zimmer und machte mich fertig. Heute standen mehrere Läden auf dem Plan, die mir Yuiko und Frau Sips geraten hatten. Zum einen ein kleiner Laden namens „Jason“, in dem Yuiko einen günstigen, aber sehr guten Heizer gefunden hatte und zum anderen Wonder Rex, ein Second Hand Shop für alles! Von Bekleidung, über Möbel, Kimonos, Haushaltsware, bis hin zu Elektroartikeln und Instrumenten. Ehrlich…ich hab noch nie so viele einwandfreie Pianos auf einem Haufen gesehen, geschmückt von einer riesigen Wand voller Gitarren! Da es im Daiso keine Pfanne gab und sowieso noch etwas fürs Abendessen einkaufen wollte, stand also auch das Einkaufscenter Aion auf dem Plan. Es ging kaum Wind, weshalb es unglaublich warm war und das Fahrradfahren noch mehr Spaß machte. Und obwohl der Weg schon im Kopf gespeichert ist, fallen einem immer wieder neue Kleinigkeiten auf, die man vorher nicht gesehen hat. Am Wonder Rex angekommen entdeckte ich sogleich ein Kokos-Restaurant und erinnerte mich daran, dass wir ja, als wir nach der Pflaumenblüte essen waren, einen Rabattgutschein für ein Stück Käsekuchen bekommen hatten. Aber erst einmal ging es auf in den Laden. Den ersten Stock mit Kleidung ließ ich erst einmal links liegen und fuhr in den zweiten Stock, wo es Haushaltsartikel gab. Schließlich wollte ich ja noch Preise für Reiskocher, etc. vergleichen. 
Marine-Nussknacker
Ich war überwältigt von dem Angebot an Geschirr, welches man dort kaufen konnte. Und in der Dekorationsabteilung entdeckte ich sogar einen Nussknacker, der sofort fotografiert wurde. ;) Auch in der dritten Etage mit den eben beschriebenen Elektro- und Musikgeräten hielt ich mich relativ zurück, kam aber um den ersten Teil von Harry Potter auf Japanisch als DVD für 3,50€ nicht vorbei. Ich wollte den Laden eigentlich schon verlassen, als ich mir dachte, dass man sich ja bei der Bekleidung wenigstens Mal umschauen könnte… ich weiß nicht, ob ich es im Nachhinein gut oder schlecht finden soll… immer hin habe ich einen neuen Gürtel für 300Y und eine Übergangsjacke für sagenhafte 500Y gefunden! Was natürlich nicht das einzige an Kleidungsstücken gewesen war, was schließlich einen Platz in meinem Fahrradkorb gefunden hatte. 
Hühnchencurry
Da ich natürlich – wie immer – länger in dem Laden war, als geplant und Hunger hatte, beschoss ich meinen Gutschein im Kokos einzulösen. Ich radelte einmal über die Straße und stellte mein Fahrrad auf dem Fahrradparkplatz ab. Ich bekam sofort einen Tisch und da ich natürlich auch etwas trinken wollte (außer Wasser, was es in Japan im Restaurant immer kostenfrei dazu gibt), griff ich zur Karte. Als ich eine Portion Hühnchen-Curry entdeckte konnte ich nicht wiederstehen und klingelte nach der Bedienung. So gab es zum Mittag ausnahmsweise Mal eine vollwertige Mahlzeit. Ich bestellte neben meinem Käsekuchen natürlich auch noch für 190Yen die Drink-Bar und labte mich an dem leckeren Organgensaft. 
Käsekuchen
Das Curry war unbeschreiblich lecker, der Orangensaft und der Matcha Latte ein Genuss und für den Käsekuchen mit Erdbeereis, Schokosoße und Einer Erdbeere fehlen mir einfach die Worte, so gut hat er geschmeckt! Ich nutzte die Pause gleich Mal, um meine Adresse zu übersetzen. ;) 








Wer mir also schreiben möchte, hat ab jetzt keine Ausrede mehr. 

305 0005 Ibaraki-ken, Tsukuba-shi
Amakubo 2-chōme Banchi 1
Tsukuba Daigaku Oikoshi Shukusha 16-308
Bloedel Maria

In Zeichen ergibt es viel mehr Sinn, hier aber Mal ein Versuch der Übersetzung.
Ibaraki-ken = Präfektur Ibaraki, Tsukuba-shi = Stadt Tsukuba
Amakubo = Straßenname 2-chōme Banchi 1= 2te Straße, erstes Gebiet
Tsukuba Daigaku Oikoshi Shukusha 16-308= Uni Tsukuba Bereich Oikoshi Gebäude 16 Zimmer 308.
Bitte immer oe statt ö schreiben, der Postbote ist froh, dass er das oe zuordnen konnte und war schon verwirrt, dass ich anders unterschrieben habe, als auf dem Brief stand. Ich glaube mehrmals würde er das nicht durchstehen. ^^‘‘‘
Nachdem ich also meine Adresse übersetzt und meine To-Do-Liste für Tokyo ausgearbeitet hatte bezahlte ich mein Essen. Bevor ich weiterradelte setzte ich mich jedoch noch auf die nächste Bank und genoss die Sonne. Danach ging es wieder zurück in Richtung Bahnhof, irgendwo dort in der Nähe musste sich ja dieser Jason-Supermarkt befinden, wo Yuiko den Heizer gesehen hatte. Nachdem ich das erste Mal zu weit gefahren war fragte ich die nächste Person, die mir entgegenkam, wo denn dieser Aden sei. Ausnahmsweise war es sogar Mal kein Japaner, sondern ein Ausländer. Dem Englisch nach, wahrscheinlich Kanadier.  
Müsli & noch eingepackt: mein Heizer
Er beschrieb mir wundervoll den Weg und so kam es, dass ich mit den Autos auf der Straße fahren musste, weil es dort keine Fußwege gab. Ich fand sogar relativ günstiges Müsli dort, welches ich natürlich gleich mitnahm. Als ich meinen Einkauf bezahlen wollte, sagte mir die Verkäuferin, dass ich leider nicht mit Kreditkarte zahlen konnte. Ich entschuldigte mich zig Mal, dass ich kein Bargeld einstecken hatte und ließ mir schnell den Weg zum nächsten 7/11 erklären. Hätte ich gewusst, dass sie mit „nah“ das nächste Geschäft hinter dem ihren meint, hätte ich nicht erst mein Fahrrad genommen und wäre losgeradelt. Aber naja, wieder etwas gelernt. Ich lief schnell in den Laden, hob Geld ab und radelte wieder zurück zum Geschäft, wo sie meinen Einkauf extra auf die Seite geräumt hatte. Fröhlich machte ich mich mit meinem Heizer und meinem Müsli auf zum Bahnhof, wo ich noch größere Briefumschläge holen wollte, einen Tiegel und mein Abendessen. Ich stellte mein Fahrrad diesmal auf einem anderen Parkplatz ab, auf welchem man 3 Stunden kostenlos parken kann. Ich wuselte schnell in den 100Yen-Shop und kaufte neben Briefumschlägen auch noch schickes Briefpapier und ich fand lustiger Weise sogar Zahnbürsten von Detektiv Conan dort…naja, vielleicht braucht man ja doch Mal eine reisezahnbürste…^^‘‘‘ 
meine Waffensammlung. ;)
Danach kaufte ich einen Tiegel für 3€ und einen Topf für 2€, welche beide für einen Gasherd nutzbar sind und huschte noch schnell in den Supermarkt, wo sich Kinder Süßigkeiten aussuchen durften, weil ja Hinamatsuri war. Die Jungs hatten echt Glück, wenn sie eine Schwester hatten, denn so durften sie sich meistens auch etwas aussuchen und gingen nicht leer aus. Ich lief zurück zu meinem Fahrrad und radelte gemütlich nach Hause. Dort angekommen bezog ich fix mein Bett, machte Fotos und erhitzte den Rest Maissuppe. 


Da ich ja ein reichliches Mittag hatte gab es neben der Suppe, noch eine Möhre, Salat und Bohnen. Das Abendessen genoss ich bei einer Folge Mord ist ihr Hobby und als diese vorbei war setzte ich mich an meinen Blog… und wie ich sehe sitze ich auch schon seit geraumer Zeit daran, da es schon nach Mitternacht ist. Der nächste Bericht kommt dann aus Tokyo, freut Euch schon Mal. ;)

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