Oder: Eine Reise in die Vergangenheit…
6.50 Uhr quälte ich mich aus dem Bett und schneckte ins Bad. Da wir heute wieder einmal nach Harajuku in den 100Y-Shop wollten und uns dann noch so einiges anschauen wollten, trafen wir uns 7 Uhr zum Frühstück im Speisesaal.
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| verqueres Essen... Blogspot mag es wohl nicht... |
Da ich meine Kamera zum Aufladen angesteckt hatte gibt es Mal ein Frühstücksfoto vom Handy. Die Qualität ist zwar nicht so gut, aber dafür hat es nichts an der Geschmacklichkeit des Essens verändert. Es gab wieder Reis mit Furikake, Miso-Suppe mit Pilzen und dazu dieses Mal Hackbällchen mit irgendeiner leckeren Soße und Sprossengemüse. Auch eine Schüssel Kartoffelsalat auf einem Salatbett und eine Schüssel Zitronengelee konnte man sich noch wegnehmen. Und wie üblich dazu den Tee dessen Name nicht genannt wird! XD
Nach dem Frühstück beeilten wir uns, dass wir den Bus zum Bahnhof erwischten. Wir sind ja faul und da laufen wir die 30 Minuten nicht zum Bahnhof, sondern wir nehmen den Uni-Bus, der uns bis dorthin kostenlos fährt.
In Harajuku angekommen waren wir geschockt von dem Platz der sich uns da bot. Da die Geschäfte erst, wie wir zu unserem Bedauern feststellen mussten, erst 10 Uhr öffneten war 9 Uhr in Harajuku komplett tote Hose! Als ob alles noch schlafen würde.
| *zirpzirpzirp* Wo sind die Strohballen? |
Nur vereinzelt sah man Leute in einem Geschäft und diese stellten sich als Angestellte heraus. Also bummelten Andrea und ich durch die leere Straße und genossen den warmen Morgen. Wieder einmal hatte der Wetterbericht gelogen und aus dem Regen wurde nichts. Stattdessen schien sonniger Weise Klärchen und erfreute sich an dem ruhigen Tokyo. Eigentlich wollten Sheila und Alex mitkommen, doch da die zu tief ins Glas geschaut hatten am letzten Abend hatten sie sich anders entschlossen.
Jenny kam auch erst gegen 10 Uhr ungefähr an und da wir noch genügend Zeit hatten, setzten wir uns in ein Geschäft, dass der Mc Donalds Strategie vom Fastfood nicht unähnlich war. Lotteria war der Name des Ladens und der Name meines Getränkes lautete Eiskaffeelatte für 2,20€!
Mein erstes richtiges Kaffeegetränk in Japan und es war so unglaublich gut!!! Ich hätte Mal nie gedacht, dass ich das sage, aber ich vermisse deutschen Kaffee wirklich! Denn immerhin sehe ich nicht ein, dass ich hier zig Euro für n Päckchen Instant-Kaffee ausgebe! ><‘‘‘
| mein erster Milchkaffee!!! *--* |
Nach unserem total leckeren Kaffee….hab ich im Übrigen schon erwähnt, dass er ausgezeichnet geschmeckt hat… gingen wir in Richtung Cat Street, da ich dort in dem Spielzeugladen noch einige Besorgungen zu erledigen hatte. Doch der machte sogar erst 11 Uhr auf und so schlenderten wir durch die Straße, machten Fotos von den verschiedensten Gebäuden und genossen auch dort die leeren Gassen.
| seltene Bilder...leere Straßen! |
9.45 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg und warteten vor dem 100Y-Shop auf Jenny, die dann auch etwas verspätet ankam!^^ Jetzt hieß es Liste auspacken und Großeinkauf starten! Da wir noch ein kleines Handtuch für das Fitnessstudio brauchten zum Duschen und auch noch so einigen anderen Kram, dauerte es seine Zeit, bis wir aus Daiso wieder herauskamen. Da ich wusste, dass ich einen langen Einkaufszettel hatte, war der Rucksack auf meinem Rücken nicht nur geplant, sondern auch unglaublich praktisch gewesen!
Im Übrigen brauch ich keine Zeitung kaufen, Mama…Im 100Y-Laden lagen so viele zum Einpacken von Keramik und Glas, dass ich da gleich Mal welche mitgenommen habe!^^
| erster Einkauf! XD |
Im Endeffekt hatten wir fast alles ergattern können, was auf unseren Zetteln standen. Günstiges Duschbad, ein Handtuch für den Sport, eine Stiftebox, für die überflüssigen Stifte in meiner Federmappe, einen Waschlappen zum Duschen… xD Ja, das ist das Pandatier auf dem Foto! Und eine Tasse durfte auch nicht fehlen, immerhin wird es ja doch irgendwann Mal kalt und da will man dann auch Mal nen Tee kochen. Und da alles ja nur 105Y kostet, kann man dann auch schon Mal ne Tasse mitnehmen.
| zweiter Einkauf... |
Beim Bummeln durch die nun überfüllte Straße gelangten wir in einen interessanten Laden, wo gebrauchte Lolita und Gothic-Lolita Kleidung verkauft wurde! Und ob man es glaub oder nicht, dort fand ich dann sogar einen Rock, nachdem ich in Deutschland vergeblich gesucht hatte. Und da er gebraucht war, war der Preis sogar noch erschwinglich. Solche Läden sind in Japan nichts ungewöhnliches, aber man würde nie glauben, dass es sich dabei wirklich um einen „A&V“ handelt, wie man in Deutschland sagt. Den Kleidungsstücken die dort hängen, sieht man nicht im geringsten an, dass sie schon einmal getragen wurden, oder das sie schon Mal einen Vorbesitzer hatten.
| dritter Einkauf... xD |
Danach ging es zur Cat Street und endlich konnte ich meinen Totoro-Anhänger für die Zugfahrkarte kaufen. Da das ja immer mit diesen Durchgängen geht ist es in der Masse wirklich nervig seine Karte erst aus dem Portmonee zu zetteln. Und extra dafür gibt es passenderweise diverse Anhänger, die ein extra Fach nur für diese Karte haben. Versehen ist jeder Anhänger mit einem Band, wie bei einer Hundeleine, sodass man an dem Anhänger ziehen kann und die Karte auf den Automaten legen kann. Ohne große Umstände also!^^ Wie lange hatte ich darauf gewartet, mir den zu kaufen. Immerhin sieht man überall diese Anhänger. An allen Taschen prangert er und er ist wirklich unglaublich praktisch!!! Außerdem erstand ich noch eine neue Tragetasche, die endlich groß genug für die Sachen vom Fitnessstudio war. Denn nächste Woche wollten Jenny und ich ja richtig loslegen und da brauchen wir dann nach 1 ½ Stunden oder 2 Stunden, doch eine Dusche! Und für das ganze Zeug brauchte man dann auch eine Tasche in der passenden Größe. Aber finde da Mal eine die dir gefällt und die nicht zu teuer ist.
| Edo Tokyo Museum |
Nach unserem Einkauf ging es dann auf nach Yoyogi. Dort wollten wir ins Museum gehen. Da heute Tokyo Citizens Day war, konnte man kostenlos in den Zoo, das Aquarium oder in die verschiedensten Museen gehen. Wir suchten uns das Edo Tokyo Museum aus und bereuten es keine Sekunde. Es war zwar ziemlich voll, da ja für jedermann der Eintritt frei war, zumindest was die Dauerausstellungen anbelangte, aber es war unglaublich toll gemacht. Da ich schon zu viele Fotos mit meiner Kamera gemacht hatte und die Batterie den Geist aufgegeben hatte wich ich auf Andreas und Jennys Fotoapparat aus, das erklärt dann auch die unterschiedlichen Fotos. Das Museum war ein riesiges Gebäude und es ist fast unmöglich das alles zu erklären was man da gesehen hat. Im 5 und 6 Stock befindet sich die Dauerausstellung, die wir mit dem Fahrstuhl zum Glück schnell erreichten!^^
| Ausblick von der Holzbrücke... man sieht sogar die 2 Musiker |
Für alle nicht Japanologen oder Interessierte, die sich mit japanischer Geschichte nicht so auskennen, kann man glaub ich sagen, dass Dinge vom japanischen Mittelalter bis zur Landesöffnung und den Einflüssen durch diese im Jahre 1868 gezeigt wurden. Man arbeitete sich dabei von Epoche zu Epoche weiter nach vorn und da es in der Edo-Zeit losgeht bekommt man gleich zu Anfang die alten traditionellen Bauten zu Gesicht. Man muss über eine nachgebaute Brücke gehen, um sich den Rest der Ausstellung anzusehen und von dieser Brücke aus konnte man ein altes Haus der damaligen, ich nenne sie Mal Fürsten, betrachten. Genau in dem Moment wo wir das Museum betraten begannen 2 Musiker auf ihren alten Instrumenten eine Vorführung zu geben. Der Eine spielte auf einer Koto, was so ähnlich ist, wie eine ur-ur-ur-alte Gitarre und der Andere spielte auf einer alten Flöte. Es klang unglaublich toll und so verweilten wir für den Moment erst einmal auf der Brücke und genossen die Musik. Danach arbeiteten wir uns über die verschiedenen Schätze und Handwerkskünste weiter zu Miniaturnachbildungen der Städte, betrachteten getreu nachgebaute Häuser der verschiedenen Klassenschichten, bestaunten die Kleidung, den Schiffsbau (mit wirklichen Schiffen!) und konnten sogar einen Einblick in einen alten Buchladen gewinnen. Selbst die alten Druckvorgänge konnte man sich Schritt für Schritt ansehen.
| Postkarten!^^ |
Ein Blick in den Museumsshop und ein kleines Schild, welches besagte, dass man nicht mit Kreditkarte zahlen konnte, hielt mich davon ab, Geschenke einzukaufen und so beließ ich es mit den ersten 3 Karten, die bald auf ihre Reise gehen werden. Bitte entschuldigt, wenn ihr nicht alle auf einmal Postkarten bekommt… ich bemühe mich, so schnell wie möglich alle zu verschicken, doch ich halte auch Ausschau nach verschiedenen Orten an denen ich Karten kaufen kann und ich wäge auch ab, welche Karte zu wem am besten passt. Und das dauert halt so seine Zeit. Aber keine Angst…ihr bekommt alle noch eine! ^^ Und wie ich nämlich feststellen musste, ist es nicht wie in Deutschland, dass man in jedem Laden Postkarten findet, sondern man muss wirklich nach ihnen suchen. Am Meisten wird man dann bei Sehenswürdigkeiten oder diversen Attraktionen fündig.
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| es war sehr dunkel im Museum |
Wir schlenderten also durch die verschiedenen japanischen Zeitepochen und konnten sogar in einem traditionellen japanischen Haus etwas verschnaufen. Da die Zeit ja nie stillsteht, ging es dann weiter in die „Neuzeit“ und man sah den deutlichen Einfluss, den die verschiedensten Länder auf Japan nach der Landesöffnung 1868 hatten. Da man wieder genügend Dinge fand, die man selbst ausprobieren konnte, oder auf denen man Fotos machen konnte, dauerte unsere Besichtigung wirklich mehrere Stunden. Es ist schade, dass man nicht alle Fotos zeigen kann, da sie wirklich sehr interessant sind. Aber irgendwann bin ich ja Mal wieder zurück und da kann ich die euch ja Mal zeigen!^^
| kleiner Ausblick der Terrasse mit Tokyo-Tower im Hintergrund |
Erschöpft, aber glücklich verließen wir das Museum, um erst einmal auf dem Balkon zu verschnaufen, den es dort im Museum gab. Als wir aus dem Fahrstuhl stiegen wurden wir erschlagen von einer riesigen Terrasse, die sich über das ganze Museum erstreckte und die man kaum in einer kurzen Pause betrachten konnte. Kurz besahen wir uns einen großen Teil der Terrasse und waren überwältigt von den hohen Gebäuden, die sich rings herum erstreckten. Im Museum hatte es keine solchen großen Gebäudenachbildungen gegeben, wodurch man noch mehr überwältigt war.
Allmählich machten wir uns nach einer ausgiebigen Pause auf den Rückweg, immerhin mussten Andrea und ich ja pünktlich zum Abendessen wieder da sein. Und da wir Sonntag kein Essen bekamen, mussten wir auch noch mal in dem Supermarkt um die Ecke vorbeischauen, um uns Verpflegung zu holen.
Von Yogoi ging es wieder zurück und 1 Stunde später waren wir dann auch schon in Asaka. Wir hatten noch reichlich Zeit und liefen gemächlich durch die Straßen von Asaka. Das Einzige was mich plagte war Hunger, den ich aber durch ein paar Kekse, die ich mir im 100Y Laden gekauft hatte besänftigen konnte. Immerhin gab es bald Abendessen und solange konnte ich nun auch noch warten. Im Supermarkt konnte ich mir endlich wieder Bananen kaufen, die gerade im Angebot waren. 5 Bananen 1€…da konnte ich nicht nein sagen! Dann ging es weiter zum Wasser und vom Wasser aus zu den verschiedenen Speisen. Wir entschieden uns für eine gemeinsame Platte Hühnchen und dazu Reis. Natürlich war alles schon fertig, sodass wir es nur noch in der Mikrowelle aufwärmen mussten. Was ich jedoch faszinierend finde ist, dass sich in den Gerichten die wir gekauft hatten keine Zusatzstoffe befanden. Also hieß es bezahlen und dann fix nach Hause um das Essen in den Kühlschrank zu stellen. 18.15 Uhr waren wir dann am Wohnheim und hatte noch genügend Zeit um unsere Sachen in den Kühlschrank zu packen, uns etwas Bequemeres anzuziehen und unsere ergatterten Dinge zu bestaunen. Sheila und Alex kamen 18.30 Uhr dann auch zum Abendessen runter und ich traute meinen Augen nicht, als sogar Rudi sich zu uns setzte und wir uns unterhielten. ^^ Auch die Japaner grüßten wieder freundlich und ich glaube so langsam werden wir alle eine Familie! XD
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| und nochmal schräges Essen! |
Zum Abendessen gab es Reis, Miso-Suppe mit Seetang und riesigen Pilzen, eine Schale mit Rettich-Pilz-Salat, einem Eier-Putenstreifen-Spinat-Gemüse-Salat und einen gebackenen Fisch… der Fisch war total lecker, aber Papa, du hättest ihn im hohen Boden aus dem Fenster geworfen! Solche Fischgräten hatte ich noch nie gesehen! Keine kleinen Grätchen, wie man sie in dem Fisch findet, den man in Deutschland so auf den Grill werfen kann! Diese Dinger hatten teilweise schon einen Durchschnitt von 2 bis 3 mm! Das praktische an ihnen war jedoch, dass man sie leicht finden konnte. Denn Essen konnte man die auf jeden Fall schon Mal nicht. An unsere Tisch derer, die es nicht gewohnt sich einen Fisch mit Stäbchen zu entgräten sah es demnach aus wie auf der Schlachtbank und man hätte annehmen können, dass wir den Fisch noch einmal töten wollten!
Trotzdem hat es Mal wieder hervorragend geschmeckt und gesättigt spielten wir dann nach langer Zeit Mal wieder eine Runde Karten. ^^ Alex hatte sie nämlich in der Zwischenzeit wiedergefunden! Da wir aber alle ziemlich erschöpft waren gingen wir bald in unsere Zimmer und ich machte mich ans sortieren der Fotos, was sich als sehr langwierig herausstellte, da wir an dem Tag um die 300 Bilder geschossen hatten! Und da sind die Bilder von Jenny noch nicht mit reingerechnet! ^^‘‘‘
Irgendwann nach getaner Arbeit robbte ich mich dann ins Bett und schlief sofort ein…
Euer Risu
P.S.: Mein aktueller Naschvorrat... xD
| Butterkekse mit Kokosgeschmack, Kekse mit Grünteefüllung, ne Schokolade und n Kinder Bueno ^^ |



Ach ja Risu ich hab übrigens ne neue Adresse, falls du mir mal schreiben willst xD
ReplyDeleteAch ja Braini, ich hab im Übrigen noch meine alte Adresse, falls du mir mal schreiben willst!!!...
ReplyDeleteNein, erhlich! Ich schreib im Moment nur wenige Postkarten. Das hat auch einen Grund, denn nicht nur mein normaler Briefkasten, sondern auch mein E-Mail Postfach wird nämlich gerade zu überschwemmt von Nachrichten von meinen ganzen Freunden aus Deutschland die mir einfach Mal sagen wollen, dass sie gerade an mich gedacht haben... aber Träume sind nun Mal schäume nicht wahr! In der Realität sieht es nämlich so aus, dass sich außer 4 Leuten niemand bei mir meldet und ich noch nicht einmal ein "Danke" für ne Postkarte bekomme, von daher arbeite ich meine obligatorische Liste mit Postkarten ab, aber mehr im Moment auch nicht. ^^ Auch wenn sich jetzt vielleicht einige auf den Schlips getreten fühlen, ich bügel ihn gern wieder, aber ich hoffe ihr versteht das! Hab hier nämlich auch viel zu tun und denk trotzdem die ganze Zeit an euch, vorallem wenn ich einkaufen gehe oder mir Singe anschaue!
Na weiß ich doch ;)
ReplyDeleteUnd ja war auch eher ein Scherz ^^
Kann ich auch total verstehen das du ne Menge zu tun hast. Geht mir zurzeit nicht viel anders.
Naja da merkt man manchmal wie wichtig man gewissen Leuten ist *flöt* Aber jetzt nicht weiter getrascht, sondern ein dickes Danke an dich für deine wunderschönen und detaillierten Berichte, immer wieder sehr schön die zu lesen.
Also lass es dir gutgehen und genieße deine Zeit
PS: Wir können demnächst ja mal skypen, zwecks meinem Besuch bei dir nächstes Jahr ;)
GLG der Brain ^-^v