Let’s do the time warp again…
It’s just a jump to the left….
And a step to the right…*
(*Rocky Horror Picture Show)
Good bless America… (08.10.2011)
Oder: Wie weit kannst du schwimmen?
Es war Samstag und trotzdem ging es 7 Uhr zum Frühstück. Immerhin hatten wir an diesem Tag viel vor.
| Frühstück~ |
Zum Frühstück gab es etwas Fisch-Omelett-Artiges, einen Salat und wie immer Miso-Suppe mit Tofu und Nori Blättern. Dazu ebenfalls Reis mit Nori und Eifurikake. Da es keinen Kaffee gab, hatten wie wieder den Tee, dessen Name nicht genannt wird.
Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Ueno, immerhin wollten wir uns alle 10 Uhr am Bahnhof Ueno treffen. Wir nahmen den Bus 7.45 Uhr, der uns zum Bahnhof fuhr und von dort aus ging es nach Ikebukoro. In Ikebukoro machten wir uns dann auf den Weg zur Yamanote-Linie, der berühmten Ring-Linie in Japan. Die wird nämlich deshalb so genannt, weil man bei ihr durchdrehen kann. Die Fährt den ganzen Tag im Kreis, was wirklich praktisch ist!
| Baumkuchen! *---* |
Nach Ueno waren es ungefähr 20 Minuten von Ikebukoro und da wir viel zu früh da waren erkundeten wir erst einmal die Gegend. ^^ Der Bahnhof war wirklich geräumig und die Supermärkte hatten sehr leckere Mitbringsel, die dementsprechend teuer waren, dass man sich selbst keines davon mitbringen würde! Es gab auch die unterschiedlichsten Sorten an Baumkuchen! Leider wieder ohne Schokolade…
| Und nebenan war auch gleich der Laden!^^ |
Nicole, im Übrigen hab ich einen Hard Rock Cafe Laden gefunden. Die T-Shirts gehen an die 30€, sehen aber wirklich interessant aus. Und es gibt in Tokyo mindestens 2 Läden, denn diese T-Shirts hatten den Aufdruck „Tokyo Ueno Station“. Und normale mit Tokyo gab es nicht, da ich so eines aber schon gesehen habe, wird es davon auch noch einen Laden geben. ;) Ich wird schon was Passendes für dich finden.
| Hunger? |
Nachdem wir den Bahnhof durchforstet hatten und bemerkten, dass wir immer noch genug Zeit hatten verließen wir den Bahnhof und besahen uns die Gegend um den Bahnhof herum. Überall ragten Pandabären empor, da die nämlich das Wahrzeichen des Ueno Zoos waren. Man fand eine Ladenstraße an der Nächsten. Das sich so viele Restaurants auf einem Haufen überhaupt hielten, war wirklich unglaublich. Doch zu der Zeit, wo wir uns auf der Straße befanden war es zu früh und alle Läden hatten noch geschlossen.
Das ermöglichte jedoch, dass wir ungestört Fotos machen konnten, ohne von Menschen ertrampelt zu werden, nur weil man ein Foto machen will.
Überall konnte man kleine Inschriften sehen, die auf Dinge hinwiesen, die ich noch nicht lesen kann. xD Aber immerhin sah es hübsch aus und ich denk mit etwas Mühe werde ich es bald lesen können. Als es allmählich Zeit für uns wurde machten wir uns auf den Weg zurück zum Bahnhof und hatten das Glück von weitem den Tokyo Tower sehen zu können. Am Bahnhof trafen wir dann auf einige Leute aus dem Rikko Kaikan. Emily, Floreen und Sophia wollten ebenfalls das Tokyo National Museum anschauen und so machten wir uns dann gemeinsam auf den Weg zum richtigen Ausgang, an dem wir die Anderen treffen wollten. In der Nähe des Parks, indem die ganzen Museen und den Ueno Zoo besichtigen kann, konnte man erkennen, dass für Austauschstudenten der Eintritt frei war. So viele Ausländer auf einem Haufen hatte ich noch nie gesehen!!! Wir warteten also noch auf Jenny und Ashley und es dauerte eine Weile bis die Beiden auftauchten. In der Zwischenzeit kauften sich Floreen und Emily ein Stück Kuchen bei einem französischen Leckereien-Stand.
Es roch ausgezeichnet, doch 3€ für ein kleines Stück Apfel-Schoko-Zimt-Kuchen war mir dann doch zu viel.
Es roch ausgezeichnet, doch 3€ für ein kleines Stück Apfel-Schoko-Zimt-Kuchen war mir dann doch zu viel.
| Taube auf Schild mit Kupferstich (nicht im Bild) |
Als wir vollzählig waren marschierten wir los. Wir begegneten Horden von Kindern, die mit ihren Eltern die Tiere im Zoo bestaunen wollten und kämpften gegen Schulklassen an, welche mit ihren Lehrern das Naturkundemuseum besucht hatten. Blake gesellte sich auch noch zu uns und so erreichten wir zu Vielt das Museum.
| Tokyo National Museum |
| Eingangshalle vom Musem |
Es sah unglaublich toll aus. Ein Mix aus traditionellen Gebäuden und Neuen machte vor allem die traditionellen Gebäude umso spannender. Wir gingen durch den Eingang und bekamen einen kleinen Grünen Wimpel verpasst, den wir uns an unsere Kleidung pinnen sollten. Zügig, mit ein paar Fotopausen machten wir uns ins Museum und sahen uns in einem westlich, traditionell gestalteten Gebäude wieder, in dem wir traditionelle japanische Kunst und anderen „Krämpel“ anschauen konnten. xD
Es war unglaublich interessant und vor allem die alten Schriften hatten es mir angetan, da die Schrift damals wirklich komplett anders war, als heute.
Es war unglaublich interessant und vor allem die alten Schriften hatten es mir angetan, da die Schrift damals wirklich komplett anders war, als heute.
Auch in diesem Museum durfte man Fotos machen, obwohl einige Ausnahmen dabei waren, die mit einem speziellen Schild ausgestattet waren… Es gab natürlich auch Leute unter uns, die keine Schilder lesen konnten und die Aufpasserinnen in den unterschiedlichen Räumen auf trapp hielt, indem sie immer öfter unerlaubte Dinge fotografierte! Aber wir nennen ja keine Namen, nicht war Jenny… ;)
| Schatten von Kriegersteinfiguren |
Neben alten Schalen und Keramikvasen aus vergangenen Tagen und älteren Schriften konnten wir auch die ersten Modelle der Medizin betrachten. Ihr wisst schon, diese merkwürdigen Skelette, denen man im Biologie-Unterricht komische Namen gibt.
Nach der ersten Runde überlegten wir, ob wir entweder versuchen eine Teezeremonie anzusehen, oder die nächste Etage erkunden sollten. Nachdem wir in der Schlange für die Teezeremonie standen und zu viele Leute, für das kleine Teehaus im Garten hinter dem Museum waren entschieden wir uns für die 2te Variante. Immerhin hatten wir im Dezember, wenn wir mit der Uni nach Chiba fahren würden, die Gelegenheit eine Teezeremonie anzuschauen.
| traditioneller Teegarten mit untraditionellen Rasenmähern |
Dieses Mal sahen wir verschiedene Gewänder und Rüstungen von Samurai, Wandbehänge, Trennwände und jede Menge Masken.
Im oberen Stockwerk hatte man dann sogar die Gelegenheit seine eigene Postkarte zu gestalten. Mithilfe von Stempeln und verschiedenen Mustern konnte man sich hier entweder eine Postkarte in Kimonoform, oder eine kreisrunde Postkarte aussuchen. Ich entschied mich für einen Kimono und stöberte mich erst einmal durch die verschiedensten Stempel.
| Postkarte!^^ |
Der einzige Nachteil war, dass die Stempelabdrücke nur langsam trockneten und man jedes Mal Gefahr lief sein Kunstwerk zu verwischen. Auch eine halbe Stunde später, wo man dachte, dass die Karte trocken ist, musste man feststellen, dass einige der Stempelabdrücke noch verwischten. Fertig mit der oberen Etage und eine Gruppenfotos später beschlossen wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem zu machen.
Zuvor blieben wir Deutschen verdutzt vor einem Gebäude stehen, welches sehr groß, aus weißem Sandstein war und vor welchem 2 Löwen thronten. Für einen kurzen Moment fühlten wir uns wieder wie zu Hause und gleich mussten für die Nachwelt gleich erst Mal ein Foto machen. Wir vor der japanischen Version des Löwengebäudes.
Zum Essen ging es zurück zum Bahnhof und da Andrea und ich schon Mal die Straßen erkundet hatten, gingen wir in jene zurück. Immerhin hatte es dort nur so von Restaurants gewimmelt, da würde sich ja irgendwo was finden lassen… glaubt man zumindest.
Eine halbe Stunde später hatten wir nach vielen besetzten Lokalen endlich ein Curry-Lokal gefunden, das nicht nur billig, sondern auch normal besetzt war. Man musste zwar auch auf seinen Sitzplatz warten, aber da es für ein solches Lokal ziemlich groß war, ging der Wechsel immer ziemlich schnell von statten.
Bevor ich jedoch etwas zwischen die Zähne kriegen sollte, musste ich erst noch einmal auf die Bank und Geld holen. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich diese Essensautomaten wirklich lieb gewonnen habe. Man kann sogar mit 100€ bezahlen und man kriegt nicht nur Kleingeld, sondern auch Scheine zurück. In Deutschland bekommt man dann immer nur Kleingeld zurück.
| Mittagessen! ^^ |
Mein Curry war dieses Mal sogar mit Fleisch und es war unglaublich lecker. Scharf, aber lecker.
Wir bummelten dann noch etwas durch die Straßen und dann war es auch schon Zeit nach Odaiba aufzubrechen, wo wir uns mit Nicole und Sandra zum Herumlaufen treffen wollten. Einen kurzen Moment überlegten wir, ob wir das Geld wirklich ausgeben sollten und zum Glück hatten wir es getan!!! Wir stiegen also wieder in den Zug und fuhren erneut ein paar Haltestellen mit der Yamanote-Linie.
| WOW! |
Danach hieß es umsteigen in einen anderen Zug, der von einer anderen Firma geleitet wurde. Und was wir dort sahen überraschte uns sehr. Ich hatte so etwas zwar schon in den Dokumentationen auf Arte gesehen, aber dann doch selbst in einem solchen Zug zu sein war unbeschreiblich. Jenny hat ein Video gemacht und ich glaube das Einzige was man die ganze Zeit hört ist unser überraschtes „Wow!“. xD
Und damit ihr euch das auch vorstellen könnt, wie „Wow!“ das gewesen war, hier eine kleine Beschreibung des Zuges. Von außen sieht der Zug völlig normal aus und wenn man in der Mitte einsteigt tut er das auch noch immer, doch steigt man vorn oder hinten ein erlebt man sein blaues Wunder. Denn vorn sitzt nicht der Zugfahrer, sondern ebenfalls die Fahrgäste. Man kann also nach vorn aus dem Zug hinausschauen und alles bewundern. Der Zugfahrer sitzt erhöht in einer Kabine ziemlich am Anfang des Zuges, sodass er die Fahrgäste nicht stört. Da wir genau am Eingang standen saß er demnach direkt über uns, doch wir konnten ihn nicht sehen.
Wir fuhren an der Bucht von Tokyo entlang, konnten die unglaublichen Firmengebäude bewundern, die sich um die Höhe der Stockwerke schlugen, wir fuhren sogar direkt über die Rainbow-Bridge, der bekannten Brücke Tokyos und alles war atemberaubend. Niemals zuvor hatte ich Wasser, Strand und Fortschritt so gesehen. Doch bevor wir die Umgebung erkunden konnten mussten wir erst einmal auf Nicole und Sandra warten. Denn die Fahrt dauerte leider nur 20 Minuten.
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| Spielkind Blake!^^ |
Also warteten wir in der Nähe des Bahnhofs auf einem mysteriösen Spielplatz. Blake und Anthony, den wir am Bahnhof getroffen haben, stürzten sich sofort auf das Gebilde und robbten sich von dannen. Wenn kleine Kinder spielen, heißt es doch immer. Aber wir Mädels ließen uns das natürlich nicht nehmen und so machten Jenny und ich uns auch auf in das rote, menschenfressende Wesen und merkten erst Mal wie viel Anstrengung es doch brauchte um sich in diesem Ding überhaupt fortzubewegen. Erschöpft ließen wir uns wieder auf die Bänke fallen und Blake und Anthony turnten weiter fleißig durch die Gegend, was ab und an doch ein verschmitztes Lächeln der Japaner hervorrief, wenn sie vorbeigingen. Nach einer Weile kamen dann auch Nicole und Sandra und bevor die Frage geklärt war, wer denn noch so alles mitkommt gesellten sich Kinder zu uns auf den Spielplatz und Blake nutzte die Chance und rannte wieder auf das Ding zu und spielte mit den Kindern. xD Es war unglaublich niedlich, denn die hatten keine Angst vor ihm – und bei Blake schien das schon was zu bedeuten, denn der war ja locker an die 2m groß- sondern spielten mit.
| Frankfurter Würstchen für 2,50€! |
| Regenbogen-Brücken-Fotos! XD |
Als wir das große Kind dann endlich zum Gehen überreden konnten war es ganz traurig, doch mit dem Versprechen auf ein Eis, konnten wir ihn wieder fröhlich stimmen. Und obwohl wir das nur so gesagt hatten, fanden wir am Strand in einer Verkaufsbude, dann doch tatsächlich Softeis, das so schmeckte wie zu Hause. Man konnte sich sogar Frankfurter Würstchen am Stiel kaufen. Ja, am Stiel. In Japan bekommt man kein Brötchen mit Senf-und-Tomaten-Tunke, hier bekommt man eine Wurst am Stiel und eingepackten Senf und Ketschup. Alles natürlich wegen der Hygiene und weil Japaner es, glaub ich lieben Dinge zu verpacken…
Wir saßen also am Strand und genossen die wunderbare Aussicht, machten Fotos und dann gingen wir am Strand spazieren. Es war total romantisch, so bei normaler Nachmittagssonne, dutzenden von Leuten, die ebenfalls spazieren gingen und die Ruhe der Großstadt genossen…
Auch wenn es etwas negativ klingt, es war trotzdem wunderschön. Denn irgendwann hat man nämlich den Punkt erreicht, da blendet man die Leute um sich herum aus und auch der Lärm verstummt. Ich glaube das nennt man innerliche Ruhe, oder so. Und natürlich gehen auch gefühlte Dutzend Leute mit ihren Hunden spazieren.
| Die Zukunft |
Irgendwie mussten wir in ein Zeitloch geraten sein, denn plötzlich sahen wir U-Boote aus der fernen Zukunft und irritiert blieben wir stehen und schauten auf die riesige Statue, die sich vor uns erhob. Ja, wir waren ein ganzes Stück gelaufen, aber soweit dann doch eigentlich auch nicht. Aber wie konnte das sein? Waren wir immer noch in Japan, oder hatten wir es tatsächlich mit einem Rau-Zeit-Gefüge zu tun. Wo waren die Telefonzelle und der Doktor? Oder hatten wir ohne es zu merken einen Portschlüssel angefasst? Ich weiß es nicht!
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| Good bless America... |
Das Einzige was ich jedoch wusste, dass da verdammt noch Mal die Freiheitsstatue stand! In Japan… wenn es denn wirklich noch Japan war… Schnell auf sie zugehen und hoffen, dass es keine Halluzination war!
Und tatsächlich, da stand einfach Mal so eine Freiheitsstatute herum… na wenn das Mal nicht Amerika erfährt…. Noch nicht Mal, dass sie japanisch ausgesehen hätte, sie sah genauso aus wie die in Amerika… Na wenn man da nicht anfängt an seinem Verstand zu zweifeln.
Vielleicht war ja etwas im Curry gewesen, von dem wir nichts wussten. Aber da auch Nicole und Sandra sie sehen konnten, musste sie wohl echt sein. Schnell stiegen wir die Treppen hinauf und machten fix ein Foto um alle Leute zu verwirren. Wer glaubt einem schon, dass man in Japan ist, wenn man ihnen ein Foto mit der Freiheitsstatue schickt.
Nach unserem interessanten Erlebnis ging es dann wieder zurück auf die wunderschöne Strandpromenade bei der man sich fast vorkäme wie an der Ostsee…wäre diese Ausgabe der Strandpromenade nicht mit einem riesigen Einkaufszentrum verknüpft gewesen, gegen das die Einkaufszentren bei uns ein Witz sind! Wir trafen auf einen Zauberkünstler, der gerade faszinierende Tricks aufführte und dessen Japanisch noch immer zu schnell für uns war und allmählich wurde es dunkel. Von weitem konnte man allmählich sehen, wie die Rainbow Bridge erleuchtet wurde und in den Hochhäusern die Lichter angingen.
Selbst der Tokyo Tower beglückte uns schon mit seinen hübschen Farben.
Für Andrea und mich war es dann auch langsam wieder Zeit nach Hause zu gehen und so machten wir uns mit Jenny auf den Weg zur Station. Dort stellten wir uns sofort an den ersten Eingang, damit wir wieder vorn zum Fenster herausschauen konnten und obwohl die Bahn ziemlich voll war verteidigten wir unsere Plätze und blieben beharrlich auf dem Fleck stehen auf dem wir uns befanden. Keiner von uns wollte sich das entgehen lassen und die Aussicht auf die erleuchteten Gebäude war unglaublich faszinierend.
Für Andrea und mich war es dann auch langsam wieder Zeit nach Hause zu gehen und so machten wir uns mit Jenny auf den Weg zur Station. Dort stellten wir uns sofort an den ersten Eingang, damit wir wieder vorn zum Fenster herausschauen konnten und obwohl die Bahn ziemlich voll war verteidigten wir unsere Plätze und blieben beharrlich auf dem Fleck stehen auf dem wir uns befanden. Keiner von uns wollte sich das entgehen lassen und die Aussicht auf die erleuchteten Gebäude war unglaublich faszinierend.
Der Weg nach Hause dauerte seine Zeit und so rannten wir in Asaka in den erst besten Supermarkt, um uns was zum Frühstück zu holen. Immerhin war am nächsten Tag ja Sonntag und da gab es kein Essen. Schnell schnappten wir uns das wichtigste und liefen schnell zum Wohnheim zurück.
Dort angekommen hatten wir mittlerweile einen riesigen Hunger und waren roh, dass wir endlich essen konnten.
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| Abendessen! |
Dieses Mal gab es einen Mix aus Rindfleisch und Kraut und Bohnen. Dazu Hühnchen und Sashimi in Sauce Hollondaise. Rettich einzeln konnte man sich dann auch noch nehmen. Und dann schließlich wie üblich Miso-Suppe mit Tofu und Nori Blättern und Reis. Der Tee, dessen Name nicht genannt wird, darf natürlich wieder Mal nicht fehlen.
| Postkarten Nummer 2 |
Nach dem Essen ging ich auf mein Zimmer und besah mir noch schnell meine gekauften Postkarten und nach einem kurzen Blick in das Internet fiel ich schon in mein Bett. Ich war wirklich unglaublich Müde, immerhin waren wir den ganzen Tag auf den Beinen gewesen und gesehen hatten wir auch sehr viel. Und so robbte ich mich in mein Bett und war auch schon wenige Augenblicke nach der Anfangsmelodie der drei Fragezeichen eingeschlafen. Ich bekam jedoch noch mit, dass ich eine Nachricht von Kann bekommen hatte, der mir für unseren Sonntagsausflug den Treffpunkt und die Uhrzeit geschrieben hatte. 11 Uhr wollten wir uns dann schließlich im Bahnhof Tokyo treffen… na das konnte was werden!
Joar mei, wo simmer denne hir? (09.10.2011)
Oder: Einmal Bayern und zurück…
Es war Sonntag. Und normalerweise sollte man an diesen Tagen ausschlafen, doch da ich noch duschen gehen wollte stand ich kurz nach 6 Uhr auf und ging duschen. Außerdem hatten Andrea und ich uns für 8 Uhr zum Frühstück verabredet und bis dahin sollten dann meine Haare am besten wieder trocken sein. Ausschlafen konnte man auch ein anderes Mal.
| Gourmet-Frühstück |
Unser Deluxe-Frühstück bestand aus 1 ½ Brötchen für jeden und ich aß dann noch eine meiner Bananen. Mittlerweile hatte ich dazugelernt und das nächste Mal werde ich diese nicht in den Kühlschrank packen, immerhin sehen die nach 1 Tag im Kühlschrank schon schwarz aus, obwohl die innendrin noch völlig normal sind. -.-‘‘‘ Schmecken tut sie gut, aber sieht auf Frühstücksfotos nun mal nicht so wunderbar aus.
| alte Polizeistation |
Da wir nach dem Frühstück noch etwas Zeit hatten, konnte ich in Ruhe noch etwas rumdampern und dann gegen 9 Uhr brachen wir dann schließlich auf zum Bahnhof. Da ja Sonntag war, fuhr auch kein Bus und das bedeutete wir mussten laufen.
Wir kamen wie immer an der stillgelegten Polizeistation vorbei, die unglaublicher Weise unbeschädigt ist. Noch nicht einmal eingeschlagene Fensterscheiben oder Graffiti an den Wänden! Es sieht einfach nur verlassen aus!
Der Park hingegen war voller Menschen, die mit ihren Kindern zum Spielen auf den Spielplatz gegangen waren und auch einige spielten Baseball auf dem benachbarten Baseballfeld. Auch Tennis oder Kricket war vertreten.
Die Japaner sind wirklich früh auf den Beinen und machen auch sonntags noch Sport. Hut ab! xD
Aber immerhin ging ich ja mittlerweile auch ins Fitnessstudio und konnte nun auch behaupten, dass ich etwas für meine Figur und meine Muskeln tue. ^^
Wir stiegen in Ikebukoro in die Yamanote Linie und nahmen fast den gleichen Weg wie gestern, nur fuhren wir noch etwas weiter.
| verwackeltes Bild von Menschenmassen |
In Tokyo Station stiegen wir dann aus und waren sofort überfordert mit allem. Ich hatte hier ja schon so einige große Bahnhöfe gesehen und auch in Berlin der Hauptbahnhof ist ja nun auch nicht wirklich klein, aber das hier war ja Mal das Chaos pur! Ein Aufgang neben dem Anderen, der in die verschiedensten anderen Züge endete. Und überall Ausgänge, die in Ladenstraßen führten. Wir waren natürlich viel zu früh da und hatten noch eine knappe Stunde, die wir uns umsehen konnten. Da wir absolut keinen Ausgang nach draußen finden konnten, beschlossen wir, uns die Ladenstraßen anzuschauen. Was allein schon ein riesiges Vorhaben war, da von der Ladenstraße andere Ladenstraßen abzweigten, die wiederrum in andere Ladenstraßen abzweigten. Wir wuselten also durch das Chaos an Straßen und schauten uns interessiert die Geschäfte an. Ich habe noch nie gesehen, dass es für jede Serie einen eigenen Laden gibt, aber anscheinend gibt es das tatsächlich. Auch von Snoopy oder anderen Figuren konnte man einzelne Läden entdecken. Die sind wirklich verrückt! XD
Dann kamen wir in einen Teil voller Nahrungsmittel. Als ich die Weintrauben sah, lief mir das Wasser im Mund zusammen, doch wie bei einem Biss einer Zitrone, verzog sich auch mein Mund, als ich dann das Preisschild sah. Diese kleine Rebe sollte doch tatsächlich 25€ kosten!!! O.O
| KitKat in sämtlichen Geschmacksrichtungen |
Bei einem der Läden musste ich dann allerdings anhalten. Ein ganzes Regal voller unterschiedlicher KitKat-Schokolade! Aufgeregt schaute ich die unterschiedlichsten Sorten an und nahm dann schließlich 2 kleine Packungen mit zum Kosten. 2 verschiedene Sorten Grüner Tee. Einmal traditioneller Grüner-Tee und dann noch einmal mit Kirschblüten. Wie lange hatte ich darauf gewartet endlich diese Sorten ausprobieren zu können!!! *-------------*
Fröhlich gingen wir wieder zurück in Richtung Bahnhof und da es kurz vor 11 war, waren wir ja immerhin pünktlich. Ich schrieb Kan, wo wir uns befanden und kurz darauf kam eine Mail, dass er sich wahrscheinlich etwas verspäten würde. Da ja „etwas“ nicht schlimm ist, entschieden wir stehen zu bleiben und auf unseren Retter in der Not zu warten. Immerhin hätten wir nie das richtige Gleis gefunden und erst recht nicht einen Treffpunkt im Bahnhof. Und da man ja in solchen Situationen nicht wegläuft blieben wir stehen und warteten…und warteten…und warteten. Wir beobachteten die Leute und warteten… Es war 11:20 Uhr… 11:30 Uhr… 11:35 Uhr… und dann bekam ich eine Mail. „Werde es nicht vor 50 schaffen.“ Naja, war ja nicht mehr so lang, warten wir halt weiter… 11:50 Uhr, kein Kann in Sicht… 12:00 Uhr… und ihr kennt ja das Spiel! XD Ich glaube es war kurz nach Viertel 1, als er dann ankam und wir wuselten schnell zum Gleis und machten uns auf den Weg nach Yokohama. ^^ Da ich Bescheid gesagt hatte, dass ich es nicht vor 9 Uhr schaffen werde mit Video-chat, hatte ich demnach keinen Zeitdruck, immerhin war ja Sonntag.
| Yokohama! XD Auf dem Weg zum Oktoberfest... |
Das Wetter war wundervoll, es war richtig warm – so an die 26°C - und man brauchte noch nicht einmal eine Jacke. War ich froh, dass ich meine Wäsche auf dem Balkon hatte hängen lassen. xD So konnte die nun schön in der Sonne trocknen und wedeln.
In Yokohama trafen wir dann noch auf einen Freund von Kan der uns begleitete und gemeinsam gingen wir vom Bahnhof aus Richtung Festzelt… xD Aus gegebenem Anlass hatte ich mich passend angezogen und ich war schon wirklich gespannt darauf was mich erwarten würde.
| Oktoberfest Innengelände... |
Ich muss halt wirklich erst nach Japan kommen, um auf ein Oktoberfest zu gehen! Aber wer kommt denn bitte auch auf die Idee in Japan ein Oktoberfest zu besuchen! Und zu meiner Überraschung erfuhr ich, dass das erste Oktoberfest hier schon im Juli stattgefunden hatte. Ich kann mich nicht mehr an den Namen der Stadt erinnern, aber das ist ja nicht nur eine Zeitzonenverschiebung, da muss sicher irgendwo ein Zeitloch sein! Nun Mal ehrlich, wer veranstaltet denn auch schon ein Oktoberfest im Juli? Die haben sich sicherlich schon was bei dem Namen gedacht… oder auch nicht, weiß man ja nicht so wirklich bei den Bayern! XDDD
Die Menschenmassen pilgerten die Straßen entlang und alle kannten nur ein Ziel: Das Festzelt… Alles Verrückte, dachte ich mir und schloss mich selbst in diese Volkszählung mit ein, immerhin war ich ja auch nicht besser. :)
| Ja und 3/4 von ihnen stehen wirklich nur an!!! |
Am Zelt angekommen erschien es, als ob wir einen Schlafsack gebrauchen könnten, denn bei beiden Eingängen standen die Leute in riesigen Schlangen vor dem Einlass und warteten diszipliniert darauf, endlich ein Bändchen zu bekommen. Die Schlange glich der einer Konzertschlange, nur das hier keine berühmte Gruppe auftreten sollte…doch auch da hatte ich mich scheinbar geirrt. Irgendwann nach erstaunlich schnellen 20 Minuten hatten wir dann unser Bändchen und konnten reingehen. Massen an Buden erwarteten uns, die alle ihr Bier anprangerten. Auch wenn ¾ der Biere natürlich bayrischer Herkunft waren, so erkannte ich doch einige Firmen aus Deutschland wieder. Doch bevor man die Stände erkundete mussten wir erst Mal einen Sitzplatz ergattern. Kaum hatten wir den gefunden und mussten dafür noch nicht mal lange suchen gingen Kan und ich das Bier für die beiden Jungs kaufen und Andrea und Kans Freund (ich muss dringend mein Namengedächtnis trainieren!!!) wollten etwas Essbares an Land ziehen.
| Festzelt |
Als ich die Beschreibung der im wahrsten Sinne des Wortes „Fressbuden“ sah, musste ich loslachen, denn ich konnte es lesen! Und nicht nur die japanischen Sachen konnte ich lesen, sondern auch die Deutschen Aufschriften, die spaßeshalber angebracht waren. Wir kehrten an unsere Plätze zurück und ich kaufte mir, da ja alle etwas zum Trinken hatten ein Glas Wein…etwas anderes konnte man ja nicht finden. Und für dieses eine Glas Wein hatte ich geschlagene 7€ bezahlt! Und als ich entsetzt mein Glas anstarrte, sagten mir die anderen, dass das normale Preise für ein Glas Wein seien. Als ich dann nach einem klirrenden Prost an meinem Wein nippte bereute ich jedoch nicht im Geringsten ihn gekauft zu haben. Er war unglaublich lecker! Und im Nachhinein hoffte ich, dass ich irgendwo das Schild fotografiert hatte, vielleicht fand ich den in Deutschland ja auch irgendwo Mal wieder.
| Unser Essen!^^ |
Ich war nicht davon ausgegangen, dass das Essen für alle war, doch die Jungs zerschnitten fleißig die unterschiedlichsten Würstchen und auch das Sauerkraut wurde zur Teilung freigegeben. Ich kostete von Allem und vor allem die Roster kamen denen aus Deutschland wirklich nahe. Aber kein Wunder, die haben ja dafür extra alles eingeflogen. Sogar die Gläser waren original aus Deutschland. Und damit auch alles deutsch ablief, gab es sogar an den Ständen Deutsche, die ein Auge darauf warfen.
| Menschenmassen |
Während wir da so saßen und warteten, gab es von einer auf die andere Sekunde den übelsten Menschenauflauf und ich ahnte nicht, dass ich mit meiner Schlange für eine berühmte Gruppe der Wahrheit recht nahe gekommen war. Denn was ich dann erlebte, hatte ich mir nie träumen lassen. Plötzlich betrat eine kleine Japanerin im Dirndl die Bühne und kündigte unter großem Jubel eine Gruppe an, von der ich noch nie gehört hatte. Kurz darauf betraten 6 Männer die Bühne, in Lederhose und passendem Hütchen und fingen an Stadlmusik zu spielen. Während ich unaufhörlich mit dem Kopf schüttelte und schnell meine Kamera suchte, um das alles dokumentarisch festzuhalten erlebte ich eine unglaubliche Verwandlung der Japaner! Die sonst so ruhigen und besonnenen Menschen machten eine Kehrtwende und vergaßen Mal, dass sie sonst so ruhig waren. Alle – und wenn ich alle sage, dann meine ich auch wirklich alle!!! – schunkelten, klatschten in die Hände, andere tanzten sogar auf ihren 5 cm, die sie in der Halle ergattern konnten. Und sie jubelten und kreischten, als sei da gerade eine der berühmtesten Bands der Welt auf der Bühne. Und kaum sang die Gruppe deutsche Volkslieder kreischte die Menge umso mehr und die Halle war zum Bersten gefüllt mit Menschen, die alle mitschunkelten.
(Hier könnte Risus Video zu sehen sein... doch Blogspot möchte es nicht zeigen...)
| ja, auch die Kleinen waren begeistert! |
Und nach jedem Lied wurde angestoßen, natürlich auf Deutsch. Es war wie stille Post, nur ohne die Leute zwischendrin. Die Gruppe auf der Bühne sang: „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ und die anwesenden Japaner wollten dem natürlich nicht nachstehen und sangen mit, zumindest sangen sie das, wovon sie dachten sie hätten es verstanden. So viele unterschiedliche Varianten von dem Lied zur gleichen Zeit gab es wohl wahrscheinlich noch nie. Und bei vielen bekannten Liedern versuchten sie zumindest den Refrain mitzusingen. So was hatte ich nicht im Geringsten erwartete und ich konnte nicht anders, als mit dem Kopf zu schütteln. Sofort zückte ich mein Telefon und musste den anderen Deutschen Bescheid geben. Da Jenny auch noch kommen wollte, war ich wirklich froh, mich dann mit jemandem darüber austauschen zu können, denn das musste man jemandem erzählen! Sogar jetzt beim Schreiben muss ich immer wieder mit dem Kopf schütteln.
Als ich mir vorstellte, dass diese Gruppe in Deutschland vielleicht noch nicht mal bekannt ist, musste ich wieder lachen, denn hier wurden sie gefeiert wie Helden, die die Welt gerettet hatten, oder ähnliches. Auch über die Tatsache, dass die Japaner bei den Stadl-Liedern, die sich normalerweise nur ältere Leute anhörten, so die Beherrschung verloren war für mich einfach unbegreiflich. Aber die kannten es ja nicht anders, woher sollten sie wissen, dass es im realen Deutschland anders ist, als in ihrer Vorstellung oder außerhalb dieses Bierzeltes? In vielen Köpfen der Japaner besteht Deutschland leider immer noch nur aus dem Teil, von dem man so gern behauptet, dass er sich für etwas Besseres hält. Nachdem die Gruppe nach vielen Rufen nach einer „Zugabe“ die Bühne verlassen hatte erklärte ich meinen Jungs erst Mal, dass das ja eigentlich alles ganz anders ist. So hatte ich zumindest mein Werk vollbracht und für 2 Menschen die Wahrheit ans Licht gebracht. Nur konnten die das gar nicht so richtig glauben. Ach wie froh bin ich, dass meine liebe Akio dieses Weltbild nicht auch hat!^^
Nicht wahr Akio, es gibt auch noch ein anderes Deutschland außer Bayern mit seinem Bier und seinen Weißwürschten.
Durch Zufall sah ich einen der Männer, die sich auf der Bühne hatten feiern lassen und ließ es mir nicht nehmen, zu ihm zu gehen und ihn zu fragen wo genau aus Bayern er denn herkam. Und zu meiner großen Überraschung antwortete er auf Englisch. Irritiert sah ich ihn an und er erklärte mir, dass er zwar Mal in Deutschland gelebt hatte für kurze Zeit, aber eigentlich aus Australien kam. Im Endeffekt war nur einer der Männer wirklich aus Deutschland, der Rest war entweder aus Australien, Canada oder aus Japan. Immerhin war einer zumindest schon Mal aus Deutschland und ich glaube aber, dass der nicht aus Bayern kam, wenn ich mich recht erinnere. Über diese Konstellation konnte man nur lachen und er erklärte mir, dass er es genauso wenig verstehen konnte, wie ich, dass die Japaner hier so die Beherrschung verloren, auf die sie normalerweise Wert legten.
Nachdem wir uns eine Weile unterhalten hatten, musste er zurück zur nächsten Probe.
Da das Essen irgendwann alle war beschlossen Andrea und ich gleich noch etwas dazu beizutragen, immerhin konnten wir nicht verantworten, die Jungs das ganze Essen kaufen zu lassen, wenn ein Glas Wein schon Mal 7€ und ein Glas Bier 12€ kosten!
| Schokoladenkuchen und Brezel!^^ |
Also zogen wir los und kaufte 2 Stück deutschen Schokoladenkuchen mit Vanilleeis und eine Brezel, die wir uns teilen konnten. Wir kehrten an den Tisch zurück und eröffneten die zweite Runde an Essen und für die Jungs gab es noch eine zweite Runde Bier. Nach der ersten Runde Krombacher gab es nun ein Köstrizer Schwarzbier. Wir teilten und den Schokoladenkuchen und dann tauchte auch schon Jenny auf, die den Weg gefunden hatte. Und sie kam genau richtig, denn in 15 Minuten sollte schon der nächste Auftritt der ach so bayrischen Gruppe losgehen.
Als es dann soweit war, erlebte ich bei Jenny das gleiche Verhalten, welches ich an den Tag gelegt hatte. Mit großen Augen, einem dauerlächeln und permanenten Kopfschütteln beobachtete sie die Menge und machte ebenfalls viele Fotos und filmte die Menge. Dieses Mal gab es sogar ein richtiges Programm. Leute aus dem Publikum wurden auf die Bühne geholt und zu lustigen Tänzen verleitet, bei denen sie mit vollem Körpereinsatz mitmachten. Es war so unglaublich lustig. Auch ich machte wieder viele Bilder und schaffte es einen Japaner in Tracht auf das Foto zu kriegen, der gleich danach auch schon auf mich zu gerannt kam und fragte, ob ich wirklich Deutsche war. Als wir die Frage mit Ja beantworteten wollte er gleich mit uns anstoßen, doch da Jenny und ich nichts zum Trinken hatten zog er von dannen.
Wie der Zufall es so wollte, trafen wir in dem Moment wirklich noch auf einen anderen Deutschen der genau das gleiche erzählte. Auch er konnte es nicht fassen und genau wie wir schüttelte auch er mit dem Kopf und meinte, dass die ganze Situation einfach unbeschreiblich sei. „In Deutschland wird uns das keiner glauben!!!“. In dem Moment kam der Japaner mit seiner Tracht (trächtiger Japaner hätte so blöd geklungen deshalb hatte ich mich für die lange Variante entschieden! XD), seinem Bier und 2 anderen Bierflaschen wieder, von dessen Marke wir noch nie was gehört hatten. Er drückte sie uns in die Hand und wollte nun aber unbedingt ein Foto mit 3 Deutschen haben! XD Die Japaner!^^ Wir machten das Foto, stießen an und ich war nun dazu gezwungen an meinem Bier zu nippen. Zum Glück tänzelte sich der Japaner weiter durch die Menge und so sah er nicht wie ich das Gesicht verzog. Noch nicht einmal ein Oktoberfest konnte mir Bier schmackhaft machen!!!
Nachdem auch die Brezel und der Kuchen alle waren huschten die Jungs wieder davon und kamen mit einer riesigen Wurstplatte an, bei der ich sofort wieder ein schlechtes Gewissen bekam. Wir probierten alle von unserem Essen und sahen neben uns eine Gruppe Japaner, die in der halben Stunde, wie sie schon an dem gleichen Ort standen, das dritte Bier tranken. Die einzige Frau in der Runde versuchte gerade das Fleisch von Rippchen fein säuberlich mit einem Messer abzutrennen, worauf wir zu lachten und sagten, dass man das ja normalerweise mit den Händen ist. Sofort drehte sich Kans Freund rum und erklärte den anderen wie man das eigentlich isst. Als er ebenfalls erklärte, dass wir das wissen müssen, da wir aus Deutschland kamen, wollten alle erst einmal unsere Hand schütteln und jedes Mal, wenn sie eines der Rippchen gegessen hatten schauten sie zu uns und wir reichten uns erneut die Hände. Auch als sie sich verabschiedeten musste jeder nochmal unsere Hand schütteln und dann erst zogen sie von dannen! XD
| Gruppenfoto!^^ |
Auch für uns wurde es allmählich Zeit zum Gehen, aber vorher wollten wir unbedingt noch eine Brezel kaufen, die mit einem tollen deutschen Band – in der Farbe der deutschen Flagge (nicht der Bayrischen!^^) – und einer Plastiktüte mit der Aufschrift des Oktoberfestes in Yokohama. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen und zogen los. Jenny und Andrea passten während dessen auf unsere Sachen auf, obwohl man sich dort ziemlich sicher sein konnte, dass nichts gestohlen wird. Die passen ja sogar auf, dass kein Glas zu Bruch geht. Wir fanden die Brezeln schließlich und bei dem Preis erschrak ich mächtig. 5€ für eine Brezel!!! Na gut, sie war wirklich groß und ich war in Japan, aber trotzdem. Bevor ich es mir aber auch schon anders überlegen konnte bestellte Kan 5 Brezeln und schnell reichte ich ihm 500Y, doch die gab er mir sofort wieder und lächelte.
| Brezelfoto x3 |
Die beiden teilten sich in das Geld rein und bezahlten doch tatsächlich für uns 5 die Brezeln. Und dann durften wir ihnen noch nicht Mal das Geld wieder geben.
Bevor wir endgültig aufbrechen konnten, mussten wir jedoch noch unser Geschirr wegräumen. Etwas, was in Deutschland wahrscheinlich niemand machen würde! Dass man die Gläser bei 10€ Pfand zurückbringt ist klar, das würde auch jeder Deutsche machen. Aber seine Essensreste und alles fein säuberlich in den Papierkorb schmeißen und dann auch noch den Müll trennen, das würde zu Hause niemand machen!!! Hier bringen die Leute sogar extra Mülltüten mit, damit sie es ordnungsgemäß entsorgen können. Wieder etwas, worüber man als Ausländer nur staunen kann.
Wir brachen zur Haltestelle auf und verabschiedeten Jenny, die an einer anderen Haltestelle einstieg und gingen erst einmal zu einem Kaufhaus, wo wir das Klo aufsuchen wollten. Doch da die Schlange bei der Frauentoilette auch in Japan nicht die Kürzeste ist (wenn sie nicht sogar noch länger ist, da die Frauen sich dort auf der Toilette auch erst Mal noch ausgiebig schminken und zurechtmachen. ) blieben Andrea und ich draußen. Im Dunkeln sah Yokohama genauso toll aus wie im hellen und ein Riesenrad, welches in einem nahegelegenen Vergnügungspark war, glich einer Uhr, sodass wir auch ohne unsere Eigene genau wussten wie spät es war. Wir pressten uns also stolz mit unseren Brezeln in die nächste Bahn, die wirklich überfüllt war und fuhren zurück. In Tokyo stiegen wir wieder in die Yamanote.-Linie um und fuhren nach Ikebukoro. In Shibuya stiegen die Jungs aus und auch wir hatten es nicht mehr weit bis nach Ikebukoro. Von dort aus sprinteten wir in die nächste Bahn und fuhren nach Asaka zurück. Da wir noch kein Abendessen gekauft hatten, beschlossen wir schnell noch etwas aus dem Konbini zu holen. Ich kaufte mir 2 Reisbällchen mit Hühnchen-Majonese-Füllung.
Und schnellen Schrittes machten wir uns von der Bahnstation auf zum Wohnheim. Ich hatte noch ausreichend Zeit um pünktlich 9 Uhr in meinem Zimmer zu sein. Wir kamen 10 vor 9 im Wohnheim an und ich wuselte schnell in mein Zimmer, holte die Wäsche herein, damit sie nicht klamm wurde und fuhr den Computer hoch.
| verwackelter Dimitri... |
Nach 20 Minuten hatte ich Skype endlich zum Laufen gebracht und alles funktionierte so wie ich es wollte. Doch der Videochat wurde von einem ungebetenen Gast gestört. Denn plötzlich sah ich etwas großes, Schwarzes aus dem Augenwinkel und als ich genauer hinsah sprang ich entsetzt von meinem Stuhl und verkroch mich in die letzte Ecke meines Zimmers, Ausschau haltend nach Dingen, die ich werfen könnte. Ich mein ich bin ja nun nicht wirklich der Mensch der bei den kleinsten Insekten einen Anfall bekommt und schreiend über die nächste Böschung springt, aber SOWAS hatte ich wirklich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen! Eine 5cm große – und es waren wirklich 5cm, nach ihrem Ableben habe ich ein Lineal genommen und nachgemessen!!! - und äußerst freche Kakerlake krabbelte neugierig durch mein Zimmer. Wie eine Salzsäule stand ich da und suchte nach einer Waffe. In Sekundenbruchteilen ging ich meine Möglichkeiten durch und stellte fest, dass meine Chancen ziemlich schlecht standen. Denn die Kakerlake war genau im Eingangsbereich, genau neben dem Schuhschrank und der Tür! Besen – draußen im Flur. Kehrschaufel – ebenfalls Flur. Aus Computer drang die ganze Zeit Mamas Stimme die rief: „Nimm nen Schuh, nimm nen Schuh!“ Schuh! Gute Idee. Nein! Schlechte Idee – Schuhe sind im Schrank. Warum bin ich denn hier auch so ordentlich und räum die Dinger wirklich jedes Mal weg! Bei der Größe halfen aber auch meine Hausschuhe nicht, da die Sohle zu weich wäre und das Ding unter meinen Schuhen dann weiterkrabbeln könnte. Mülleimer – zu leicht! Bücher – alles, aber niemals die Bücher!!! Ich brauchte etwas Schweres und werfen musste ich es können! Ich wagte nicht mich mehr als auch nur 50 cm dem Vieh zu nähern. Dann fiel mein Blick auf meine Papiersammlung! In der ersten Woche der Uni hatten wir große schwere Kataloge bekommen, wo die ganzen Kurse drin standen. Da wir die nun nicht mehr brauchten habe ich sie zu den anderen Papiersachen getan, die wir extra sammeln müssen. Das war die Idee! Das Zeug war sauschwer und man konnte es, da es sich in einer Tüte befand gut werfen. Ich nahm also den Beutel mit Papier, zielte du warf in vollster Verzweiflung den Beutel von mir weg. Und ich traf! Mit einem knacken landete der Beutel auf meinem Opfer und es hatte keine Überlebenschance gehabt. Um sicherzugehen schnappte ich mir nun jedoch noch den Mülleimer und presste ihn auf den riesen Stapel Papier.
Der Videochat konnte also weitergeführt werden. In den 2 Stunden des Videochats stand ich immer wieder auf und versicherte mich, dass mein ungebetener Gast auch wirklich tot war!
Nennt mich barbarisch, aber dem Vieh wärt ihr das auch gewesen!!! >.<‘‘‘ Nun also die große Frage: Wo kamen diese Viecher eigentlich her? Da es keine Möglichkeiten gibt für dieses Tierchen durch die Tür oder die Wände in mein Zimmer zukommen hatte es vielleicht an meinen Sachen gehangen und sich somit in mein Zimmer tragen lassen! Bevor ich die Sachen zusammenlegen würde, würde ich die erst Mal gründlich ausschütteln!!! Das war ja wirklich pfui!
Nach dem Videochat ging ich dann schnell Schaufel und Besen holen und suchte einen geeigneten Ort um die Leiche verschwinden zu lassen! Der Balkon oder der Garten war zu unsicher, jemand könnte sie entdecken! Außerdem musste es etwas endgültiges haben, was mir versicherte, dass sie nicht doch 5 Leben hatte und zurückkehren konnte. Das Klo! Gute Idee! Vorsichtig hievte ich den leblosen Körper auf die Schaufel und langsam schlich ich durch den Flur. Bei dem kleinsten Geräusch blieb ich stehen und lauschte. Mich durfte niemand sehen! Wie es natürlich immer in solchen Situation war, fiel bei einer ungelenken Bewegung meinerseits die Leiche von der Schaufel und ich musste sie erneut hochhieven. Kritisch beobachtete ich den Fahrstuhl und verschwand dann schnell im Bad und beseitigte den leblosen Körper. Dimitri hatte es schon nicht leicht gehabt in seinem krabbeligen Leben! Zurück in meinem Zimmer angekommen beseitigte ich alle Spuren und gab den Erfolg der Mission schnell noch an die Zentrale weiter. Danach ging ich schnell im mein Bett – nicht ohne das drei Mal zu kontrollieren! – und legte mich hin.
Diese Nacht sollte keine Leichte für mich sein! Alpträume und Gewissensbisse plagten mich. Vorstellungen davon, wie Dimitri aus den Tiefen des Abflusses wieder emporsteigen könnte und wie er seine Mafioso-Familie um Hilfe bitten würde quälten mich! Doch irgendwann in meinen Träumen retteten mich 3 aufgeweckte Jungen vor den Klauen Dimitris und seiner Käfer-Mafia. Einer der drei– ein etwas korpulenter Junge, der in meiner Vorstellung jedoch schlank war, eine Brille trug und dessen Haarschopf an Volumen verloren hatte ;) – überreichte mir eine Karte und ich las sie vor.
„Die drei Detektive. Drei Fragezeichen. Erster Detektiv – Justus Jonas. Zweiter Detektiv – Peter Shaw. Recherchen und Archiv – Bob Andrews.“
;) Und somit geht ein herzlicher Dank nach Deutschland an meine drei Retter in der Not! Wärt ihr nicht gewesen, hätte mich die Kakerlaken-Mafia vielleicht doch noch erwischt.
P.S.: Leider hatte ich Blogspot geweigert eines der vielen Videos hochzuladen, die ich gemacht hatte... ich versuche es aber tapfer weiter...denn ds müsst ihr unbedingt gesehen haben!!!
Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal!^^



Ich wusste gar nicht das du so blutrünstig bist. Der arme Dimitri. RIP!
ReplyDeleteTschau Enrico B.
Oh man ich hab Tränen gelacht bei deinem Kampf mit Dimitri xD Ich konnte mir das richtig vorstellen wie du in ner ecke stehst und deine Mutti ausn Lappi ruft "nimm nen schuh!!" und dann misst du die Leiche noch nach, nenene xD
ReplyDeletewenn ich weiß das ich die dinger mal irgendwann sezieren muss.
Übrigens haben Kakerlaken Flügel, Risu. Deswegen wird sie wohl in dein Zimmer geflogen sein und nicht in deiner Kleidung gewesen sein.
Auf jeden Fall hast du mir den Abend mit dieser echt amüsanten Geschicht versüßt.
Lass es dir gutgehen und Dimitri wird es dir nicht allzu böse nehmen ;)
Bis denn
LG Brain