Orientierungstag Nummer 3:
Heute stand nicht nur die Tour durch Uni-Campus an, sondern auch der Einstufungstest…
Doch zuvor klingelte 5.30 Uhr der Wecker und gegen 6 Uhr stand ich dann schließlich auf. Pünktlich 7 Uhr fanden wir uns im Speisesaal wieder und nahmen unser Frühstück ein.
| Frühstück~ |
Diesmal gab es Rinder-Fleischbällchen mit irgendwelchen diversen Soßen, die wir nicht kennen…aber wir leben ja nach der Devise, wenn es uns schmeckt wollen wir lieber nicht wissen was wir essen! Dazu gab es Thunfischsalat und wieder Toast mit Schokolade. Den Kaffee gab es heute ohne Milch, stattdessen befand sich in den weißen Behältern, die Milchpackungen imitierten, Apfelsaft. Da ich voller Überzeugung an die Sache herangegangen war, hatte ich demnach nach einem kleinen Versehen einen Apfel-Kaffee. Kaffee mit einem Schuss Apfelsaft… Es war wirklich unglaublich bitter, trotz zugefügten Zuckers… aber das wurde dann hinunter gespült mit dem Tee, vom dem wir nicht wissen, was es für einer ist. Heute könnt ihr sogar Mal ein Foto dazu sehen, da ich nämlich Mal dran gedacht habe den Fotoapparat mit in den Speisesaal zu nehmen.
| Bienenhinweisschilder |
Gleich nach dem Frühstück sind wir los zur Uni…immerhin wollten wir sichergehen, dass wir uns nicht wieder verlaufen und das wir wirklich die Bahn kriegen! Wir liefen einen anderen Weg, als sonst immer und kamen trotzdem irgendwie am Bahnhof an, ohne unsere Bahn zu verpassen. Interessanterweise haben wir den Weg heute auf Anhieb gefunden und waren wirklich viel zu früh da. Diese Zeit nutzten wir und statten der Terrasse einen kleinen Besuch ab. Faszinierenderweise findet man sogar neben dem vielen Grünzeug auch Blumen. Und an den Blumen befinden sich extra Schilder mit Bienen drauf. Wir haben die Vermutung, dass es eigentlich Hinweisschilder für Bienen (Und Bärbienen ;) ) gedacht sind!
| sehr aufmunternd, wenn man das sieht!! Treppensteigen zur Uni |
9.30 Uhr begann dann die Führung über das Gelände der Universität. Fast 1 Stunde liefen wir durch die Gegend und man hätte das Gefühl haben können, dass wir keinen Plan hatten wo wir hinliefen, denn auch unsere japanischen Studenten, die uns rumgeführt haben, sahen etwas ratlos aus…so viel also wirklich zum Orientierungstag! Ich glaube der Sinn der Orientierungstage ist es von Tag zu Tag immer mehr die Orientierung zu verlieren! Das Gelände ist wirklich groß und Ausnahmsweise findet man sogar Mülleimer auf dem Campus. Falls wir doch al nicht wissen, wohin mit unserem Müll, haben wir immerhin einen Anlaufpunkt. xD
| Aussicht mit Fuji (neben dem großen Gebäude links im Bild!) |
Die Uni hat nicht nur 2 verschiedene Bibliotheken (in denen es sogar auch deutsche Bücher gibt), sondern zusätzlich auch einen Fitnessraum, einen Tanzraum, diverse Spielfelder für Rasenspiele, bei denen die Spieler über das Grün rasen und auch eine Schwimmhalle, die wir kostenfrei nutzen können, wenn wir wollen. Auch eine Krankenstation gibt es in unserer Uni. Ich hoffe zwar nicht, dass ich sie so schnell von Innen sehen muss, aber interessant sah sie aus. Nachdem wir alles im Japaner-Tempo gesehen hatten (gefühlte 5 Sekunden für jeden Raum, oder so…) ging es nach oben in den Raum des Centers, welches für den Austausch und die interkulturelle Kommunikation zuständig ist und warteten auf die 2te Gruppe.
| Teil des Musashi-Campus vom Konferenzraum aus |
Dann ging es wieder in einen anderen Raum und man erzählte uns etwas über die Kurse, die wir belegen können und danach etwas über die Telefone, die wir nutzen können. Da diese aber im Endeffekt teurer sind, als Kartentelefone und auch einen Vertrag haben, konnten viele von uns auf Durchzug schalten und etwas entspannen. Danach gab es dann extra für uns Lunch, mit Sandwiches und Getränken. Eine hübsch, verpackte Box machte die Runde und jeder wollte sie am Liebsten behalten. Irgendwann hatte jeder eine solche Box vor sich stehen und wir machten uns über unser Essen her.
| Hühnchen-Terriyaki-Brötchen, Thunfisch-Crossaint und Melonenbrot |
Interessanterweise musste ich feststellen, dass Eiskaffee in Japan etwas anderes ist, als in Deutschland. Eiskaffee besteht nämlich nur aus Kaffee und ist nicht gemischt mit Milch! Auch die Säfte schmecken anders. Ich probierte einen Orangensaft und er war so süß, dass es sogar schon zu süß war! Die Säfte hier haben nicht diesen typischen Nachgeschmack, den die Säfte in Deutschland haben. Hier schmecken sie einfach nur süß! Wir erzählten uns während der Pause unsere Erlebnisse der letzten Tage und machten uns verrückt, indem einige in ihre Hefter schauten und sich auf den Test vorbereiteten. (Ja meine Lieben, ich musste es einfach reinschreiben! ;) Warum haben wir uns das Zeug überhaupt nochmal angeschaut???)
| Musashi-Uni Eingang |
Dann kam die Stunde der Wahrheit… das Bibbern um den Kurs hatte begonnen und wir waren geschockt über den Test! xD Es war als könnte keiner mehr von uns Japanisch, als wir die Aufgaben lasen. Und es war nicht so streng, wie man vielleicht bei einem Einführungstest glauben mag! Wir Deutschen saßen alle am gleichen Tisch und konnten uns sogar unterhalten. Nur wenige Dinge, die nur zur Beantwortung der Fragen wichtig waren haben wir uns gesagt, sonst hat jeder für sich selbst gearbeitet. Der Test bestand letztlich nur aus 2 Blatt Papier und einem anschließenden Interview, bei dem wir kaum geredet haben. Die meiste Zeit hat uns, unsere zukünftige Dozentin nur erklärt, dass sie beabsichtigt mit uns ein Plakat zu gestalten, welches wir dann auf Japanisch vorstellen müssen. Wir stellten fest, dass die Gruppen eigentlich schon eingeteilt waren und unser Kurs für Fortgeschrittene besteht eigentlich nur aus uns Deutschen! Leider sind die Anderen aus meinem Wohnheim im Anfänger-Kurs gelandet… aber einige Fächer haben wir ja immer noch zusammen. :)
Nachdem die Kurse eingeteilt waren, konnten wir auch schon gehen. Immerhin war es schon 15 Uhr und wir hatten vor unsere Telefone zu kaufen. Das heißt, wir mussten wieder nach Ikebukoro fahren und uns dort unsere Telefone kaufen. Ziemlich schnell haben wir den Weg gefunden und zielstrebig steuerten wir das „Don Kichote“ an. Die Verkäuferin war total überfordert damit, dass sie 3 Telefone verkaufen musste. Im Endeffekt haben wir es aber geschafft. Teilweise hat sie Englisch geredet, den Rest haben wir auf Japanisch ganz gut hinbekommen. Und wir haben sogar noch 20€ gespart, da wir ein günstigeres Telefon genommen hatten, als geplant. 3 Stunden später sollten wir unsere Telefone abholen kommen und so hatten wir noch genug Zeit und konnten uns weiter in Ikebukoro umsehen.
| Hell-O-Kitty-Laden |
Wir gingen dieses Mal andere Wege und fanden heraus, dass Lotterie auch ein Fastfood-Restaurant sein kann, fanden den Weg in ein Hello-Kitty-Wunderland und haben einen Buchladen gefunden, der für Buch- und Mangaliebhaber nicht wirklich geeignet ist! Jeder Manga von 1,05€ bis 2,50€! Ein Paradies für jeden, der die Kunst der geschriebenen Worte versteht und zu verschlingen weiß. Wir kämpften gegen den Drang an etwas zu kaufen und verließen den Laden, mit dem Gedanken auf jeden Fall noch einmal herzukomme, um etwas zu kaufen, wenn wir wissen, wie hoch unsere monatlichen Ausgaben sind. Unsere kleine Gruppe kämpfte sich durch die dichterwerdende Menschenmasse und landete erneut vor einer Spielhalle.
| Purikura-Maschinen Flur... ^^ |
Doch dort gab es nicht nur Spielhallen, sondern auch eine ganze Etage voller Purikura-Automaten!^^ Purikura sind selbstgemachte und gestaltete Fotos, die man nur in Tokyo machen lassen kann und bei denen man wirklich schlechte Augen bekommt, weil sie so klein sind! XD Aber sie sind wirklich nett geworden! Heute waren wir eine Gruppe von 5 Personen und somit konnte man die 4€, die das Benutzen einer solchen Maschine kostet gut geteilt werden. Es hat riesen Spaß gemacht die Fotos zu machen und vor allem sie hinterher noch zu bearbeiten! :)
| Grüner-Tee Latte - sehr lecker!!! |
Stolz und zufrieden verließen wir das Gebäude, ohne auf die Idee zu kommen uns noch etwas anzuschauen, wo wir vielleicht in Versuchung geraten etwas zu kaufen. Etwas hungrig hielten wir beim „Lotterie“ und Andrea und ich kosteten jeweils einen Latte grüner Tee. Er war wirklich sehr sehr lecker! Und die Preise waren fast erschwinglicher als bei Mc Donalds oder Burger King! Auch diesen Laden haben wir uns gemerkt.
| unsere ersten Purikura-Fotos x3 |
Langsam wurde es Zeit unsere Telefone abzuholen und als wir auf dem Weg dorthin waren haben wir zum ersten Man Taschentücher geschenkt bekommen! X3 Die ganze Zeit halte ich nach diesen Leuten Ausschau, doch bisher haben sie uns immer ignoriert. Doch diesmal haben wir genug Taschentücher für 1 oder 2 Wochen bekommen. Ich hatte dann 6 Taschentücher Packungen in der Hand und verstaute sie gut gelaunt in meinem Rucksack. Danach gingen wir wieder zurück zu unseren Telefonen und bekamen diese nach vielem Stress auch ausgehändigt. Nein, jetzt Mal ehrlich. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der nervöser war, als dieser Mann der uns die Telefone gegeben hat! Sheila hatte einige Dokumente im Wohnheim vergessen und konnte deshalb ihr Telefon nicht bekommen. Und während er Andreas und mein Handy für E-Mail freigeschalten hatte, ließ er sogar alles fallen, was er nicht in der Hand hatte! Ich hätte es filmen sollen! Dann könntet ihr nie wieder sagen, dass ich vor Prüfungen schlimm bin, weil ich nervlich leicht gereizt und lädiert durch die Gegend laufe! Wenn ihr den Mann gesehen hättet, würdet ihr mich für ein ruhiges Wesen halten, welches niemals die Fassung verliert!
| Taschentücher~~~ |
Es war wirklich gruselig… Irgendwann hatten wir dann unsere Telefone, nachdem er sie ausversehen 3 Mal in den danebenstehenden Papiermülleimer hatte fallen lassen, doch das hieß noch lange nicht, dass wir den Laden verlassen konnten! Nein. Denn er hat noch knappe 30 Minuten versucht Sheila zu erklären, dass sie ihr Handy erst morgen bekommen kann, wenn sie ihre anderen Papiere abgibt. Das hatten wir mittlerweile eigentlich alle verstanden, aber er wiederholte Minutenlang immer und immer wieder den gleichen Satz! Aber was soll man machen… Wir haben ihn reden lassen und uns dann aus dem Staub gemacht.
| Ikebukoro am Abend |
Schnell rannten wir zum Bahnhof, damit wir noch rechtzeitig zum Abendessen im Wohnheim sind.
Erst mussten wir aber jedoch das richtige Gleis finden und das war gar nicht so einfach! Aber wozu gibt es denn überall Japaner! Wir haben also gefragt und die Frau hat erst im Internet auf ihrem Handy gesucht und hat uns dann zum Eingang gebracht, wo wir dann die Bahn nehmen konnten. Wir rannten zum Gleis und stiegen glücklicherweise nicht in den Zug ein, denn dieser fuhr in die falsche Richtung. Später, als wir wieder verunsichert waren, ob wir den richtigen Zug nahmen, fragten wir erneut und sofort machte sich der Mann auf um herauszufinden, ob wir den Zug wirklich nehmen konnten. Wieder einmal war ich fasziniert von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Japaner und freute mich darüber. Als wir dann in der richtigen Bahn saßen unterhielten wir uns immer noch über den Mann der uns das Telefon gegeben hatte! Auf seinem Arm hatte er eine Plakette gehabt, auf der Stand das er der englische Übersetzer sei…doch sein Englisch war schlechter, als das der Verkäuferin, die wir am Anfang gehabt hatten. An der Asaka-Station stiegen wir aus und suchten den Bus. Wieder einmal wussten wir nicht welchen Bus wir nehmen sollten. Sofort erklärte sich ein Japaner bereit und ging zum Fahrer und fragten ihn dort, ob es der Richtige sei. Im Endeffekt mussten wir einen anderen Bus nehmen, der uns aber sogar mit japanischem Fragen, dorthin gebracht hatte, wo wir hinwollten. Kaum waren wir im Wohnheim angekommen, mussten wir feststellen, dass die Küche seit 3 Minuten geschlossen hatte und das obwohl wir uns beeilt hatten! Der Hausmeister lief uns ausversehen über den Weg und erklärte uns, dass wir das nächste Mal anrufen sollten, wenn wir es nicht schafften. Dann würden sie uns Essen aufheben und warten. Wir erklärten ihm warum wir so spät kamen und dann gingen wir erst einmal auf unsere Zimmer, um unsere Sachen zu wechseln. Denn auch heute war es Mal wieder total heiß und schwül gewesen.
Zurück in der Lobby beschlossen Andrea und ich unsere restlichen Toastscheiben zu essen und setzten diesen Plan auch gleich in die Tat um. Auch zum Abendbrot kann Toast mit Heidelbeermarmelade gut schmecken! Nach dem Essen machten wir uns daran etwas für die Figur zu tun und spielten eine Runde Tischtennis. Aus der Runde wurden 2 Runden und letztlich spielten wir bis 22.30 Uhr! Erschöpft nahmen wir dann alle den Fahrstuhl und gingen in unsere Zimmer, um ins entweder einem Video-Chat zu widmen, oder wir ich, meinen Blog zu schreiben. ;)
Und mehr gibt es heute gar nicht zu berichten! ^^ Aber morgen ist ja auch noch ein Tag, nicht wahr. :)
euer Risu
| Sheila, Jenny, Andrea und ich im Lotterie - v.r.n.l. denn der Esel nennt sich immer zum Schluss! XD |
Holy Hippogryff!*augen zuhalt* Ein Laden voller Katzen des Grauens. >-< Aber der Mangapreis ist ja der Hammer X3.
ReplyDeleteIhr habt für die paar Tage ja schon richtig was gesehen von eurer Umgebung. :) Zumindest ist jetzt rundum für das leibliche Wohl gesorgt. ^^ Auf dem Weg zur Uni ein Bäcker mit Melonenbrot und der Harry Potter ist unterwegs... du lässts dir echt gut gehen. XD
Mach weiter brav bilder ^^
dat Schaf
Hey Risu
ReplyDeleteman hast du ne Menge erlebt. Ich glaube mir wär irgendwann der Kopf geplatzt von den ganzen Eindrücken, ich glaub wenn ich nächstes Jahr vorbeikomme weiß ich gar nicht wo ich hinschauen soll und werde wahrscheinlich auch wie du an den Orientierungstagen die Orientierung vollends verlieren xD
Aber echt toll von dir, dass du dir fast jeden Tag die Zeit für den Blog nimmst. Ich verfolge ihn echt jedes Mal total gespannt und denke fast ich wäre mit dir in Japan ^^
Wow der Handymann klang echt gruselig. Der war wohl keine Kunden und so gewöhnt, der war ja total aufgeregt und durch den Wind *g*
Aber hey da sieht man mal warum es nicht so viele dicke Japaner gibt, es gab bis jetzt bei euch nicht viel Fleisch und so. Fast nur Gemüse, Reis und Fisch. Da merkt man schon große Unterschiede zu den Essgewohnheiten hier
Aber das du es erfolgreich aus dem Manga- und Animemekka geschafft hast ohne was zu kaufen ist echt beachtlich, Respekt Risu =)) Aber ich glaub auch, es ist erstmal besser die monatlichen Ausgaben zu beachten. Ich glaube ich hätte mich nicht zurückhalten können ^^
Wow die Japaner sind echt total freundlich und hilfsbereit, die total liebe Frau, welche dir die Katze geschenkt hat und ständig Leute die einem helfen den Weg zu finden. Echt genial, sowas gibt’s hier in Deutschland eher nur total selten. Ich hätte mich auch tausendmal bei der lieben Frau bedankt, welche dir die echt süße Katze geschenkt hat x3
Sag mal hast du schon mal das japanische TV unsicher gemacht oder gibt’s bei euch kein Fernsehen? Das würde mich mal interessieren, ist bestimmt auch total anders als hier xD
Ich verfolge deinen Blog echt immer mit totaler Neugier und es macht echt riesig Spaß ihn zu lesen. Mach weiter so Risu und vor allem hab viel Spaß, aber da hab ich keine Bedenken, hast ja jetzt schon so viel geschrieben, das klingt schon total nach Spaß und als würdest du dich total wohlfühlen
PS: Gibt’s nicht bei der Hitze tolles japanisches Wassereis mit Sirup drauf? Hab ich mal irgendwo gesehen. Kannst ja mal davon berichten wenn du welches entdeckst =)
Und deine Adresse ist vorgemerkt (hast sie ja auch selten erwähnt xD) und ich werde auch mal nen Brief schicken ;)
Hab übrigens bei Studi auch ne Black Stories Gruppe angelegt, wenn du mal n bisschen zeit hast kannst gern mitmachen =))
GLG Brain =))