Da unserer 4ter Orientierungstag 9 Uhr an der Uni losging, hieß es zeitig aufstehen, vor allem wenn man dann auch noch in der Frühe duschen gehen möchte! Vor 5 Uhr klingelte mein Wecker und merkwürdigerweise war ich wach und nicht annähernd verschlafen. 5 Uhr pünktlich klingelte das Telefon, ich hatte Andrea am Abend gebeten mich 5 Uhr anzurufen, damit ich es nicht verschlafe und duschen gehen konnte, ohne Stress zu haben.
Schlimmer weise war jedoch die Dusche noch Müde und sie schaffte es nicht das warme Wasser dazu zu animieren, doch Mal durch die Leitung zu laufen. Stattdessen gab es eine kalte Dusche, die den Nachteil hatte, dass mir hinterher noch wärmer war, als vorher. Der Föhn versuchte wieder sein Bestes, doch er hatte Mal wieder versagt… deprimiert wurde er weggelegt! Aber im Moment macht es ja auch noch nichts, immerhin haben wir über 30°C und genügend Luftfeuchtigkeit, sodass ich nicht wirklich krank werden kann, wenn ich meine Haare so trocknen lasse!
Nach dem Duschen hieß es dann Tasche präparieren und Einkaufsliste schreiben. Immerhin wollten wir heute in der Nähe der Uni in einen 100Y-Shop um die notwendigsten Dinge zu kaufen. Deshalb hieß es auch Rucksack statt Tasche.
| die Nuggets sehen aus wie Augen! XD |
Pünktlich 7 Uhr ergatterten wir uns dann als erste das Frühstück und beäugten skeptisch den merkwürdigen Fisch, der uns da nicht mehr anschaute. Er war sehr salzig und Papa, du hättest schon vom Anblick keinen Hunger mehr gehabt! In jedem Millimeter waren Gräten und das war selbst mir zu viel! So wurde nur der halbe Fisch gegessen und dafür mehr Reis geschöpft. Zudem gab es sogar noch einen Hauch von Chicken Nuggets, so als kleines Leckerli, damit wir Mal wissen wie es eigentlich schmeckt. Ansonsten war es wirklich lecker wie immer!!! Ich liebe das Essen hier. Und mittlerweile habe ich mich auch an den Geschmack von Reis, Fisch und Miso-Suppe zum Frühstück gewöhnt. Obwohl ich zugeben muss, dass mir der Nutella-Toast am Morgen schon etwas fehlt. Immerhin reden wir hier ja auch von Nuttella! ;)
Nach dem Frühstück brachen wir auf zum Bahnhof. Da es billiger ist und der Bahnhof nicht so weit weg ist laufen wir immer zum Bahnhof, wenn wir die Zeit dazu haben. Und die haben wir bisher eigentlich immer gehabt! xD Diesmal begleiteten uns sogar die Engländerinnen zur Bahnstation! Im Übrigen ist Alex doch aus England und geht an die gleiche Uni wie Andrea, sie haben sich Mal in einem Kurs gesehen gehabt. Und ich dachte immer er käme aus Australien oder so! Naja, man lernt ja nie aus, nicht wahr!
| Oh, falsch abgebogen! Ich dachte hier wäre Japan... |
Wir waren so schnell im Laufen, dass wir sogar eine Bahn eher bekommen hatten und dadurch nicht wie geplant zu spät kamen. Den Weg kennen wir jetzt ja mittlerweile schon, zumindest Andrea und ich! Bei Alex und Sheila sind wir uns da noch nicht so einig, ob sie ihn wirklich realisiert haben.
| der tückische Bahnübergang auf dem Weg zur Uni |
Dieses Mal hatten wir auch keine Probleme mit den Bahnschranken, nachdem wir Gestern beinahe von Ihnen erschlagen worden wären. Aber was geht auch die Schranke auf, um gleich wieder zuzugehen! Nur mit Schreien und weg schubsen konnte ich Andrea davor bewahren, kein Brett vor dem Kopf zu haben. Diesmal klappte es, ohne Probleme! ^^
In der Uni angekommen, wurde eigentlich erst einmal ein Blick auf den Plan geworden, damit wir wissen, was uns eigentlich erwartet.
1. Einführung in die verschiedenen Fächer und wie was funktioniert und wie Plan B gewählt werden kann. Tonnen an Papier hatten wir ja vom gestrigen Tag schon genug mit nach Hause geschleppt.
2. Einführung in die verschiedenen Fächer und wie sie funktionieren und was deren Plan B ist von den lehrenden Dozenten persönlich.
Interessanterweise wird Politik von jemandem aus der Regierung gegeben, dessen Vater im Krieg gefallen war und im berühmten Yasukuni-Schrein begraben liegt, wegen dem es immer so viele Debatten gibt, wegen der Huldigung der Kriegsverbrecher. Der Politiker hat wirklich gut gezeigt, was er konnte, da er zu jeder Atempause ein passendes Thema parat hatte.
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| mein Einkauf Nummer 1 ^^ |
Nach den Vorstellungen und Einstellungen gab es dann den Lunch bei dem wir uns dann endlich auf den Weg machten, um den 100Y-Shop zu suchen! Wir fanden ihn und ich besorgte gleich alles Mögliche was auf meinem Zettel stand. Und ja, ich weiß, dass auf der Packung Küchenutensilien abgebildet sind! Und abgesehen von der Tatsache, dass ich es erst hier im Wohnheim gemerkt hatte, war es vollkommen geplant, weil die viel weicher und reißfester sind! Immerhin bestehen japanische Taschentücher aus 2 Lagen und japanisches Toilettenpapier braucht sich mit niemand anderem den Platz zu teilen, da es 1-lagig ist. Stunden hätte ich in diesem Laden verbringen können und wie man sieht, konnte ich nicht wiederstehen und habe gleich noch etwas für den un-dringlicheren Gebrauch mitgenommen!^^ Mickey hat mir dafür nicht nur seine Ohren, sondern seine Hand geliehen! XD Aber endlich hab ich Stäbchen für 1€ die ich benutzen kann und die mir auch gefallen. Wir haben auch ein Messer gekauft, damit wir nicht immer den Löffel benutzen und so aussehen, als ob wir kein Geschirr im Schrank hätten. Und wer wäre bitte an einem Glückbärchie vorbeigegangen? Ich mein…wir wollten doch damals alle Glücksbärchies sein!
| Glücksbärchie - Handy *----------* |
„Ich werd kein Koch, kein Feuerwehrmann, fang nicht als Trompeter bei ‚ner Marschkapelle an…ein Glücksbärchie möchte ich sein, so wie du!“
Und endlich haben wir Müllbeutel!!! Nun müssen wir nur noch durch das Müllsystem durchsehen, dann können wir sie auch benutzen! XD
Pünktlich waren wir dann wieder da und Brian erzählte weiter und weiter und weiter, bis er mit seinem Vortrag am Ende war und wir auf seine Hilfsassistenten warten mussten.
3. Bei Risiken und Nebenwirkungen… Brian erzählte uns etwas darüber, wie wir in Japan gesund bleiben können und wie sich der Kultur-Schock auf unsere Gesundheit auswirken könnte.
Merkwürdiger Weise gab es nur negative Aspekte, positive Aspekte wurden nicht genannt. Die sind wahrscheinlich nicht nennenswert!
Brian hatte leider zu schnell geredet und da er noch etwas vorbereitet hatte und wir somit nicht in die Freiheit Tokyos entlassen wurden, mussten wir sitzen bleiben und warten. Diese Chance nutzten Andrea und ich, um uns mit unseren neuen Handys zu befassen. Jedoch gelang es nur mit Hilfe von 5 Personen die Telefone so zum Laufen zu bringen, wie sie es sollen. Danach wurde etwas mit dem Telefon rumgespielt, die Nummern wurden getauscht und Anregungen für die Dekoration geholt.
Danach, als endlich die Unterstützung eingetroffen war:
4. Was ist Essen und wie heißt es auf Japanisch?!
5. Take your Partner by the hand and play Memory! (Für alle deren Englisch genauso schlecht ist wie Meines: Nimm deinen Partner an der Hand und spiele Memory)
Die Gruppe wurde nun auf gesplittet und jede Gruppe bekam einen Japaner zugewiesen! Mit Hilfe des japanischen Studenten, sollten wir dann schließlich einen Zettel für Brian abarbeiten, auf dem verschiedene Gerichte draufstanden. Von denen sollten Fotos gemacht werden. Wenn es sich jedoch um ein Gebäude oder ein Restaurant handelte, dann mussten alle Gruppenmitglieder mit drauf, ohne das die Gruppenleiterin fehlen durfte. Das hieß natürlich 1’ner musste fragen, ob sie ein Foto von ihnen machen könnten. Hochmotoviert von 2 Stunden warten und gesättigt von 2 Reisbällchen erschlug uns nun letztlich doch das japanische Wetter!
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Unser Spaziergang war sehr angenehm, da wir nicht im Stress waren und auch überhaupt kein T-Shirt von der Musashi-Universität wollten. Wir wollten statt einem Lunch für 500Y oder einem T-Shirt lieber die Gegend kennenlernen. Vor allem die japanische Studentin wollte das auch! XD Denn sie hatte keine Ahnung wo wir hinlaufen sollten und wo die Märkte eigentlich alle waren, wo wir das Foto machen sollten. Also der Orientierungstag galt nicht nur uns, sondern auch manchen Studenten der Universität! Und Brian hatte seinen Job wirklich gut gemacht! Wir hatten schon lange die Orientierung verloren!
Weil immer die ganze Gruppe mit auf dem Foto sein musste konnte man noch nicht einmal sagen, dass wir uns aufteilen und dann dort ein Foto machten! Aber wir kämpften uns durch und trafen auf eine andere Gruppe. Die Sonne brannte sich erbarmungslos einen Weg in unsere Herzen und erschöpft kamen wir nach 90 Minuten wieder an. Es war wirklich warm und es war schon gegen 16.30 Uhr! Da wir noch unsere Ladekabel für unser funktionierendes Telefon kaufen wollten brachen wir auf nachdem Brian gesagt hatte, dass es das gewesen sei für den Tag und liefen zur Ekoda-Station um dort in die Bahn einzusteigen und noch Ikebukoro zu fahren.
In Ikebukoro angekommen eilten wir sofort in den Laden und Alex, Sheila und Blake bestellten sich ebenfalls ein Telefon. Nachdem der erbitterte Kampf um 3 weitere Telefone wieder begonnen hatte, bekamen wir dann von der völlig überforderten Frau auch unsere Ladekabel! 5€ für das Kabel! Völlig in Ordnung. Bei den Preisen, die man in Tokyo so erwarten kann, habe ich mit wesentlich mehrt gerechnet gehabt! Glücklich, dass die Telefone der anderen in Arbeit waren und Andrea und ich unsere Ladekabel hatten schlenderten wir wieder durch Ikebukoro und landeten erneut im Book off!
| HP 4 und 5 für 6! |
Nach langem hin und her hatte ich mich dann doch dazu entschlossen 2 der 3 Harry Potter Bücher mitzunehmen. Und so suchte ich mit die 4 und die 5 aus und ging zur Kasse. Beide Bücher haben mich insgesamt und mit allem Drum und Dran 6€ gekostet und sie sahen aus wie neu! Auch wenn sie schon jemand gelesen hatte. Aber Hauptsache man konnte sich das viele Geld für die weiteren Bände sparen!
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| Maku Furori |
Mit Appetit auf etwas Essbares suchten wir uns ein Mc Donalds und ich gönnte mir ein Mc Flurry mit Schokosoße und schwarzen Oreo-Keksen drin, für 2,30€. Auch der Preis war für japanische Verhältnisse wirklich ertragbar! Im Mc Donalds hatten wir dann eine total interessante Begegnung! Zielstrebig legte ein Mann seine Tasche auf den Stuhl neben uns und ging seine Bestellung abholen. Blake, der vorher genau auf diesem Stuhl gesessen hatte, durfte sich dann zum Glück wieder auf seinen Platz setzen und schon war der Gesprächsfadenaufgenommen. Der Japaner wollte sein Englisch testen und hatte uns angesprochen. Nacheinander wurden wir alle gefragt wo wir denn herkamen und als ich sagte, dass ich aus Deutschland käme hat auch er angefangen Deutsch zu sprechen. Er war für 3 Monate in Kiel gewesen und hatte dort studiert, als er noch zur Uni gegangen war. Auch in Amerika war er sogar schon, zum Studium gewesen. Ich glaube langsam wirklich, dass die Japaner nur so tun, als ob sie uns nicht verstehen wollen, aber eigentlich sehr gut Deutsch könnten, sich aber nur nicht trauen! Denn bisher war er der Zweite, den ich getroffen hatte, der Deutsch konnte! Bestimmt 30 Minuten hatten wir uns mit ihm im Mc Donalds unterhalten, bis wir schließlich los mussten. Denn Andrea und ich hatten einen Plan B! Da es bei Alex und Sheila definitiv noch lange dauern würde, wollten wir dieses Mal das Abendessen nicht verpassen und Bescheid sagen, dass sie später kommen, weil sie noch Handy kaufen sind. Vor der Station trennten sich also unsere Wege und Andrea und ich machten uns auf den Weg zum Wohnheim, während die Anderen noch auf ihre Telefone warten mussten. Wie Andrea und ich feststellten, war es die richtige Entscheidung die wir getroffen hatten! Denn es gab Curry!!!
| ein paar Menschlein an der Ikebukoro-Station |
Ohne Probleme fanden wir unsere Bahn, stiegen sogar in die richtige, nahmen den richtigen Ausgang und überstanden die letzten Ausläufe der Rush-Hour ziemlich gut, aber auch ziemlich ko! Das ständige rumsitzen in der Uni war wirklich anstrengend gewesen, dadurch das man nichts machen konnte in der Zwischenzeit, außer warten, dass die Zeit rum ging! >.<‘‘‘
Auch den Bus fanden wir diesmal und das sogar noch, ohne Straftaten zu begehen, indem wir an der falschen Haltestelle ausstiegen! xD In dem Bus haben wir dann Steven wiedergetroffen, den Australier in unserem Wohnheim, der aber thailändisch aussieht. Mit Steven haben wir dann auch unser super leckeres Abendbrot gegessen und uns unterhalten! ^^
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| fast aufgegessenes Abendessen |
Der netten Küchenfrau erzählte ich, dass Alex und Sheila zu spät kämen, da sie noch beim Handykauf feststeckten und zumindest sagte sie, dass sie den Beiden etwas aufheben würde. Ob es wirklich funktioniert hat, kann ich nicht sagen, da wir eher den Speisesaal verließen, bevor sie wiederkamen.
Das Essen war unglaublich gut und beinahe hätte ich wieder völlig vergessen, ein Foto von unserem Essen zu machen! Neben dem japanischen Curry gab es übrigens noch eingelegte Lotuswurzeln, eingelegtes Gemüse und etwas Wackelpudding ähnliches mit Heidelbeergeschmack! Und natürlich den merkwürdigen Tee, dessen Name so geheim ist, dass der Tee ihn selbstnicht Mal weiß!
Nachdem wir alles aufgegessen hatten stellten wir unser Geschirr in die Küche und die Trägheit überfiel uns wie ein Bankräuber! Auch uns warf es beinahe zu Boden, nur hatten wir keine Kraft die Arme in die Höhe zu heben! XD Völlig erschlagen robbten wir uns zum Fahrstuhl und bedauerten, dass die Fahrstühle einen nie direkt im Zimmer abluden, sondern man immer noch das letzte Stück zu Fuß laufen musste.
Die letzten Mails wurden beantwortet und der neue Handywecker wurde ausprobiert… als alles funktionierte merkte ich auch schon, wie mir die Augen zufielen und das Bett mich magisch anzog!
Deshalb muss ich hier auch aufhören, da ich zwischen den Zeilen schon eingeschlafen bin und man wahrscheinlich den Staub vom Sandmann schon überall sieht, nicht wahr!
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Doch zum Schluss noch ein paar abschließende und vor allem wichtige Worte:
„Sandmann, lieber Sandmann, es ist wohl schon so weit…“
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P.S.: Ich hab jetzt auch ne Mail-Adresse von meinem japanischen Handy. Wenn ihr also Mal aus Langeweile, oder weil ich einfach nur ne tolle Mail-Flat hab, ne Mail bekommen wollt, schreibt mir an meine normale Adresse ne Mail, damit ich euch von meinem Handy aus mailen kann… ;)
Ich schreib dir gerne mal ne Mail Risu, dazu brauch ich aber deine Mail-Adresse.
ReplyDeleteWürde mich sehr freuen wenn du die mal schreibst oder so ^^
glg Brain ^^v
Oh wenn ich das Essen so sehe..dann wünsch ich mich zurück. Ich würde liebend gern auf Nutella verzichten uns japanisches Frühstück zu mir nehmen xD
ReplyDeleteDann mach es dir doch selbst, die Rezepte lassen sich doch bestimmt im Internet finden!^^
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